Freitag, 5. Juli 2019

Großer Polizeieinsatz in Hamburg gegen einen CBD-Händler

Hanftee beschlagnahmt!

Cannabis
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Cannabidiol – kurz CBD – ist derzeit wohl der begehrteste Wirkstoff aus der Hanfpflanze, da er neben den gesundheitsfördernden Eigenschaften keine verbotene Rauschwirkung auslöst. Viele Shops und Händler haben sich darauf spezialisiert, den eigentlich unproblematisch zu verkaufenden Wirkstoff in den verschiedensten Produkten an die wachsende Kundschaft zu bringen. Selbst Rossmann und dm mischen im Markt mit und verkaufen wieder CBD-Öle, nachdem man die rechtliche Lage überprüfte und zu einem positiven Ergebnis kam. Doch obwohl sogar Ärzte von den guten Eigenschaften des Hanfwirkstoffes zu berichten wissen, gibt es in der Bundesrepublik weiterhin Unklarheiten bei der Staatsmacht, sodass immer wieder seitens der Polizei ein übermäßiger Aufwand betrieben wird, Händlern der unbehandelten Natursubstanz das Leben zu erschweren. Staatsanwälte stürmen teils mithilfe von Beamten auf Senioren-Messen Stände der im Feld agierenden Verkäufer; bayrische Polizisten auf Streife konfiszieren legal im Handel erworbene CBD-Kaugummis. Jetzt hat in Hamburg wieder ein Schlag gegen zwei Geschäfte stattgefunden, der die geballte Kraft von sage und schreibe vierzig Beamten benötigte. Dabei hat der große Polizeieinsatz in Hamburg gegen einen CBD-Händler dafür gesorgt, dass unter anderem wohl nur gewöhnlicher Hanftee beschlagnahmt wurde …

Wie die Springer Presse meldet, wurden am gestrigen Donnerstag in Hamburg zwei Geschäfte des Betreibers von „Mr.Cannabis“ von vierzig Drogenfahndern gestürmt, die aufgrund der bestehenden Überzeugung, dass in den öffentlich zugänglichen Läden gegen das Betäubungsmittelgesetz verstoßen würde, dort einen unerwünschten Besuch abstatteten. Der unter der Prämisse agierende Händler, die Cannabisthematik für eine breitere Masse zu öffnen, bot schließlich Hanftees, CBD-Öle und beispielsweise Kosmetika oder Süßigkeiten mit CBD-Anteilen zum Verkauf an. Laut Polizei sei vor allem der Handel mit Hanftee verboten, weshalb auch diese heiß aufzukochende Ware der aufwendigen Beschlagnahmung zum Opfer fiel. Während der herbeieilende Anwalt des Inhabers sich überzeugt zeigte, dass die Rechtslage bezüglich CBD-Produkten nicht eindeutig geklärt sei, waren sich die Beamten offensichtlich sehr sicher, dass der möglicherweise in den Waren vorhandene THC-Wert einen triftigen Grund für ein derartiges Eingreifen bot. Der Verdacht auf einen Handel mit Betäubungsmitteln muss nun in Laboruntersuchungen seitens der Polizei bestätigt werden, was nur von Erfolg gekrönt sein kann, falls tatsächlich der THC-Grenzwert von 0,2-Prozent in den Teesorten überschritten werden sollte.

Nach den Herleitungen eines sich auf Gründerszene.de mit dem Thema befassenden Rechtsanwaltes, der sich mit der geltenden Gesetzeslage intensiv auseinandersetze, sind die Regeln bezüglich des Handels von CBD-Produkten dagegen recht eindeutig festgelegt, auch wenn die kürzlich stattfindende Überarbeitung der Novel-Food-Verordnung gewisse Einschränkungen einzuleiten versuchte. Nach Auslegung des Anwaltes dürfte der geschädigte „Mr.Cannabis“ somit keine weiteren Schwierigkeiten bekommen, da mit dem Handel von bislang bekannten und der Rechtslage entsprechenden CBD-Produkten weder das Betäubungsmittelgesetz noch die Regeln des Novel-Food-Kataloges verletzt werden.

Redakteure des Hanf Journals #234 Juli 2019 haben versucht, die logischen Herleitungen des Rechtsanwaltes für alle Skeptiker und Überzeugten ein bisschen leichter verständlich in Form zu bringen, sodass auch der Horde der Hamburger Drogenfahnder nur eine kleine Lektüre zum Feierabend empfohlen werden kann. Kostenfrei zu erhalten im Hanfgeschäft des Vertrauens – und bald auch hier online einzusehen.

15 Antworten auf „Großer Polizeieinsatz in Hamburg gegen einen CBD-Händler

  1. Der Realist ohne Kraut

    Ja. Dafür ist Zeit, Geld und Mann da. Für gewissenhaftes Handeln braucht man halt keinen, der auch nur einen Funken Verstand in der Birne hat, sondern fremdgesteuert in Horden auftritt.

    Sind das die ‚Beamten‘, die auf zahlreichen dt. Autobahnen nur zusehen, wenn mal die sog. Türkenhochzeiten sind oder die Clans oder Rockerbanden ihr Handeln nach Belieben inszenieren? Sicher nicht. Sie sind ja ausschließlich auf der Suche nach den wahren Verbechern: unbescholtene Händler, die die Macht und Wirkung einer Heilpflanze verstanden haben – und natürlich ist dann auch noch Mann, Mittel und Unvernunft für die ‚doofen‘ Kiffer da.

    Merken die nicht, dass sie sich bis aufs Blut blamieren?

    Also alles wie gehabt. Immer druff!

  2. Grobi

    Erst ignorieren sie dich, dann belächeln sie dich, dann bekämpfen sie dich und dann hast du gewonnen!…

  3. Ralf

    Was soll man dazu noch sagen? Bullen und Justiz sind ein Staat im Staate und können praktisch machen was sie wollen, von Urkundenfälschung und unterschieben gefälschter Beweise bis zum erschießen von hinten ist für dieses Schergengesockse in N-Deurschland wieder mal alles erlaubt. Wer in DummD kriminalisiert und verfolgt wird, bestimmen sie ganz alleine und je mehr sich die Opfer wehren, desto brutaler schlagen sie ganz imm Sinne alter brauner Seilschaften drauf. Mein Anwalt hat gesagt, die Bullen in meinem Kaff sind so ziemlich das ekelhafteste was er kennt, alles Säufer und Nazis!

  4. Karli

    Glyphosat erlaubt, Hanf verboten und nun will man auch noch das CBD (Nutzhanftee, usw.) verdrängen. Wer reGIERt hier?
    @ Ralf Die Nationalsozialisten waren nicht so unklug eine wertvolle Nutz- und Heilpflanze zu verbieten.
    (Und: NEIN, ich will hier niemanden in den Himmel heben nur weil er Hanf nicht verboten hat!)

  5. Rainer Sikora

    Es hätte den Eindruck erweckt,Cannabis ist gar nicht so schlimm wie man gewollter falscher Informationen gefolgt meinte.Mit der Pflanze darf ein normaler Bürger nicht in Berührung kommen,sonst merkt er vielleicht die Täuschung.

  6. Harald

    Was für eine schmierige Wichstruppe. Wen wundert es, dass dieses Gesindel überall unbeliebt ist, zumal ganz klar ein Verfassungsverstoß vorliegt. Das ist seit Jahren bekannt. 40 Leute für so einen Müll, die ticken doch nicht ganz richtig. Wie wenn es auf der Strasse keine wichtigeren Aufgaben gäbe. Oder sie würden sich zur Abwechslung mal um die Kokssniefer in der Politik kümmern. Dann gäbe es unter Umständen weniger teure Entscheidungen und da sind wir bei der Korruption noch gar nicht angekommen. Ihr seid absolut armselig und charakterlich der letzte Müll.

  7. buri_see_käo

    …ist halt aus Hanf gemacht, das CBD, turnt zwar nicht, ist aber aus Hanf gemacht!…
    Und in der Welt der Textilien?, gibt es Socken?, aus Hanffasern gestrickte,
    würde ich gerne haben wollen, würde ich denen nach Gebrauch zuschicken,
    können sie dann feierlich vernichten, wären ja aus Hanf gemacht,
    krankhaft, ideologisch-exzessiv!, wie die Hexenverbrennungen.
    Die Totalvernichtung aller Hanfbildnisse, wie lange können die sich noch zurückhalten?
    Aus dem Haus der Bundespressekonferenz, man möchte dem Blödsinn der Wiederkäuer etwas entgegensetzen:
    https://alternativer-drogenbericht.de/bericht-2019/
    mfG fE

  8. Fred

    Schuld an sowas ist ausschließlich die Politik. Wenn sich einfach nicht mit dem Thema beschäftigt wird, notwendige Entscheidungen daher einfach nicht getroffen werden, das Thema in Kohlscher und Merkelscher Manier versucht wird auszusitzen, ja dann muss sich keiner wundern, wenn die Fusstruppen immer noch losstürmen.

    Wir werden in diesem Land schlecht regiert. Einer sich verändernden Gesellschaft wird eine rechte konservative Regierung nicht gerecht. Das sieht man in der Drogenpolitik und in allen Bereichen die etwas mit Veränderung zu tun haben und zukunftgerichtetes Denken erfordern.

    Grün und Links ist die Hoffnung. Jedenfalls für mich.

  9. Der Realist ohne Kraut

    @ Harald
    Also so etwas. Es gibt doch keinen Drogenkonsum in der Politik. Die bekoksten Toiletten im Bundestag waren sicher von den Putzleuten, die für 6 €/h dort arbeiten…

    Insbesondere an solchen Berichten bzw. Vorfällen, wie hier wieder zu lesen ist, 40 Mann gegen CBD, ist doch ganz klar, dass die Wehrmacht ähm Staatsmacht sich um so Lächerliches kümmern kann. Außerdem kehren die Besen auf fremden Hof IMMER besser als im ‚eigenen‘ Hause.

    Die rechtsgerückten, saufenden Bullen sind ja schon länger bekannt. Ähnlich wie bei der Bundeswehr. Aber jetzt tut man wieder so, als hätte niemand etwas davon geahnt.

    War das nicht auch so, als die Dt. Bank ihre schmutzigen Päckchen verkaufte? Frag mal Merkel…
    Oder als es Spenden gab, als die Maut eingeführt wurde, als es um Klimaziele bzw. -schutz ging und geht?
    Liste ist endlich fortführtbar!

    @ Fred
    Einerseits gebe ich dir Recht, dass, wenn überhaupt nicht etwas geht beim Cannabis, auf Grün zu setzen ist. Aber wie wir alle wissen, ist B90/Grüne auch nicht wirklich besser als das alte Gesocks der Regierung. Jeder hat seinen Preis. Und reden können sie doch alle verdammt gut. Politiker eben…

    Ich habe stets noch einen Funken Hoffnung, dass es doch mal Vernunft, Menschenrechte und Würde gibt, aber wie mein Mitgliedsnamen schon deutlich sagt…

  10. Tom

    Un mal wieder hat die Staatsanwaltschaft nichts verstanden. Der enorme Einsatz von 40 Beamten grenzt an Steuerverschwendung. Es ist wirklich traurig, dass sich unsere Politik von Lobbyisten steuern lässt. Einen schönen wissenschaftlichen Artikel zum Thema habe ich übrigens hier gefunden: https://natur-wiki.de/oele/cbd-oel/

  11. Fred

    @Realist
    Ich habe generell so mein Problem mit der Politikverdrossenheit, die auch bei dir durchklingt. Ob was gut oder schlecht gelaufen ist, kann ich zumindest erst am Ende beurteilen.

    Eines ist aber gewiss. Bin ich mit rechter Politik nicht einverstanden, wähle ich eine linke Partei. Für mich sind das die Grünen, eben weil sie sich inzwischen Richtung Mitte entwickelt haben. Radikale Position, egal ob links oder rechts, sind nicht meine Sache.

    Auch die allgemeine Skepsis mit Blick auf die Drogenpolitik halte ich für nicht angebracht. Selbst wenn die Union an der Macht bleibt, wird sich in Zukunft einiges ändern. Eben weil sich vieles geändert hat. Ich darf da an die Erklärung aus Mai 2018 vom Bundesgesundheitsministerium erinnern. Man hat die Einstiegsdrogentheorie beerdigt ! Das ist eigentlich die Sensation schlecht hin, die allerdings von unserer Seite kaum wahrgenommen wird.

    Dieses Ammenmärchen hat das gefühlt Verfassungswidrige Drogengesetz inzwischen auch zu einem im Juristischen Sinne gemacht. Stichwort ist da die Verhältnismässigkeit. Gebe ich jemandem einen Joint, kann inzwischen niemand mehr behaupten, das ich denjenigen auf einen Weg schicke, der mit der Spritze im Arm auf dem Bahnhofsklo endet. Ergo kann ich auch nicht wie ein Totschläger bestraft werden.

    Kurz nach dieser Erklärung des Ministerium kam übrigens Frau Mortler mit ihrem Vorschlag “ Geldstrafe oder Therapie “ um die Ecke. Ausnahmsweise mal eine richtige Reaktion, da scheint sie das Problem mit der Verhältnismässigkeit erkannt zu haben. Leider wurde sie wahrscheinlich von ihrer Partei zurückgepfiffen. Die haben das Problem sicher auch erkannt, stören sich aber nicht weiter drum. Das wird sich mit ziemlicher Sicherheit ändern, wenn das ganze vor dem Verfassungsgericht landet.
    Die können zwar nicht die Legalisierung per Urteil anordnen, aber für ein reglementiertes Verbot sorgen. Zum Totalverbot nach derzeitigem Muster schon ein gewaltiger Unterschied.

  12. Harald

    @ Realist
    Anstatt politisch etwas zu ändern, bekommen wir auch hier schon die staatlich verordnete Sonntagspredigt. Einfach nur zum Kotzen!!!!!!! Wir sind übrigens in den ganzen Punkten einer Meinung.

  13. Ralf

    @Karli
    Du hast Recht, so Abgrund tief dämlich waren nicht mal die Original Nazis unter Hitler! Ihre angeblich geläuterten Nachfolger (alle mit ehemaligem NSDAP Parteibuch) schon, was aber nicht sagt daß sie das auf der Suche nach neuen Feindbildern, nicht noch gemacht hätten wenn sie den Krieg nicht vorher verloren hätten!

  14. Ralf

    @Fred
    “ Eben weil sich vieles geändert hat…..“
    Ja? Was denn? Etwa die Tatsache daß man jetzt zusätzlich noch die Menschenrechte mit Füßen tritt indem man uns jetzt allen auch noch die Bewegungsfreiheit über die Abnahme des Lappens für alle Cannabiskonsumenten nimmt? Danke schön auch für diese Veränderung, die mir in den letzten 10 Jahren so viel Probleme gebracht hat wie in den vorvergangenen 35 Unfall freien Jahren nicht.
    Und wieder dieser verwaschene Satz“ der Herrr schlechte Politik“ ist schuld um die konkreten Täter zu schonen. Das paßt zur ewigen Lüge vom Krieg gegen eine Sache (die nicht möglich ist) nämlich die Drogen (und nicht die Menschen die sie nehmen).

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