Dienstag, 19. September 2017

Polizist wegen Cannabis-Schmuggel zu 21 Jahren Haft verurteilt

 

Norwegischer Super-Cop soll beim Import von 14 Tonnen Cannabis geholfen haben

 

Cannabis
Grafik: Marker

 

Es gibt nicht viele davon, aber es gibt sie: Polizisten, die nichts sehen und hören. Der norwegische Polizist Eirik Jensen war so einer, der die Augen verschloss und somit den Schmuggel von 13,9 Tonnen Haschisch ermöglichte. Sein Wegsehen und Schweigen ließ sich der Polizeibeamte mit Geschenken und mehr als 71.000 Euro vergüten.

 

Neun Jahre lang soll der nette Polizist seinen Dienstauftrag etwas eigenwillig interpretiert haben – und das zum Nachteil seines Dienstherren. Bis zu seiner Verhaftung vor drei Jahren galt der Staatsdiener noch als vertrauenswürdiger, vorbildlicher und unkonventioneller Ermittler. 1977 begann Eirik Jensen seine Karriere bei der Polizei in Oslo. Später wurde er Fahnder im Rauschgiftdezernat. In den Neunzigerjahren leitete er in der Hauptstadt Spezialeinsätze und Sonderkommissionen im Kampf gegen kriminelle Rockerbanden und die organisierte Kriminalität. Dank seines großflächig gewobenen Spitzelnetzwerkes glänzte Jensen mit einer außergewöhnlich hohen Erfolgsquote. Unter anderem konnte der „Superbulle“ einen Einbruch in ein Schloss der norwegischen Königsfamilie aufklären, bei dem wertvolle Antiquitäten entwendet wurden. Die Königsfamilie bedankte sich bei Jensen persönlich mit einem Brief.

 

Doch die Verdienste und das Lob aus dem Hause Glücksburg wurden vom Bezirksgericht in Oslo nicht in die Waagschale geworfen. Jensens Handeln sei ein schwerer Anschlag auf das Vertrauen in die Polizei und den Rechtsstaat, sagte der Richter. Der 60-jährige Polizeibeamte habe gewusst, dass einer seiner Informanten große Mengen an Haschisch schmuggelte, doch unternommen habe er dagegen nichts. Er sei in die kriminellen Machenschaften involviert gewesen und habe sich am größten Rauschgiftverbrechen der norwegischen Rechtsgeschichte mitschuldig gemacht, zitierte die Zeitung „Aftenposten“ aus dem Gerichtsprotokoll. Zudem sei Jensen der schweren Korruption überführt, da er seine leitende Stellung ausgenutzt und für seine Dienste Geld und Geschenke entgegengenommen habe.

 

Möglich wurde die Verurteilung – wie sollte es anders sein – durch Verrat. Zwar hatte die Polizei bei den Ermittlungen gegen das Duo Hunderte Kurznachrichten analysiert, die die beiden Cannabis-Grossisten ausgetauscht hatten, aber das allein hätte nicht gereicht, um den abtrünnigen Polizisten für 21 Jahre hinter schwedische Gardinen zu bringen.

Letzten Zweifel an der Schuld Jensens räumte der mitangeklagte Kompagnon aus. Detailliert plauderte der eigentliche Haupttäter das aus, was die Strafkammer hören wollte. Für diesen Verrat gab es ordentlich Rabatt. Nun kann sich der Verräter darauf freuen, nur freundliche 15 Jahre einzusitzen.

 

8 Antworten auf „Polizist wegen Cannabis-Schmuggel zu 21 Jahren Haft verurteilt

  1. Rumborak

    der legendäre norwegische Strafvollzug.. googelt das mal, Bildersuche, 4 the lolz

    Spaß bei Seite: Leben im Norden ist kein Zuckerschlecken wegen der geringen Sonneneinstrahlung. Den Leuten dort das Hanf zu verbieten ist schlicht ein ultrabrutales Kapitalverbrechen imho.

  2. Lars Rogg

    21 Jahre wegen einer nicht tödlichen Substanz..??? Egal wie viel..!!!
    Anslingers Erben leisten ganze Arbeit…zum Kotzen…Kennt jemand Mörder die so viel bekommen haben ?? Dürften nicht so viele sein…krass

  3. bonus_bonus

    Wegen dem bisschen Gras 21 Jahre Gefängnis für den einen und 15 Jahre für den anderen …was für eine ungerechte Scheiße. Was haben sie denn gemacht? Ein ziemlich ungefährliches Rauschmittel von einem ausgedachten Konstrukt, Nation 1, über eine imaginäre Grenze in das andere ausgedachte Konstrukt, Nation2, befördert.

    Wow, echt schlimm…

  4. X-KIFFER

    In meiner Region wurde ein über 80 Jahre alter Rentner in seinem Haus überfallen und mit einem Elektroschocker solange gefoltert bis er einen Herzinfarkt litt und starb. Die Täter kamen mit einigen Jahren (glaub es waren 4 oder 6 Jahre) davon. Das Gericht begründete das milde Urteil (Körperverletzung mit Todesfolge – nicht mal Totschlag!) damit, daß die Täter den Mann nicht töten sondern „nur“ foltern wollten, um den Code des Geldsafes zu bekommen die der alte, sture, knorrige Zausel absolut nicht herausrücken wollte. Nun ja ist der Alte wohl selber Schuld gewesen, warum klebt er auch so an seinem Geld anstatt an seinem Leben.

    Ich schließe daraus das es wohl nicht so schlimm ist einen alten Mann zu ermorden (die alten Leute würden ja ohnehin bald sterben), jedenfalls nicht so schlimm wie Haschgift anzubauen oder zu schmuggeln.

    Mehr als 20 Jahre Knast bekommen bei uns in DE nur Terroristen wie Bader-Meinhoff.

  5. ADHSPatient

    @X-KIFFER
    Ja, das ist wirklich eine seltsame Logik. Der knorrige Zausel möge in Frieden ruhen.

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