Freitag, 6. November 2015

Schweizer Jusos wollen mit Kriminologe kiffen

 

Zweifelhafte Studie will Zusammenhang zwischen Cannabis und Kriminalität belegen

 

Schweiz

 

 

Der Kriminologe Martin Killias hatte eine Umfrage mit 555 Aargauer Schülern durchgeführt und war anschließend zu dem Schluss gekommen, dass Kiffer eher zu Gewalt bereit sind als Rauschtrinker. Die Umfrage war von mehreren Seiten kritisiert worden, so auch von den Schweizer Jusos, die Killias vorwerfen „die Stigmatisierung von Kiffenden zu unterstützen.“ Die Sichtweise des Kriminologen sei zu einseitig. Vielmehr sei es so, dass Konsumenten durch das Cannabis-Verbot kriminalisiert würden.

 

«Ich bezweifle, dass du aus diesem Ergebnis eine Aussage zu den Folgen des Cannabiskonsums machen kannst. Viel eher ist Cannabiskonsum selbst eine Folge von Jugendarbeitslosigkeit, Kriminalität oder auch einfach dem ganz unspektakulären Bedürfnis nach Entspannung», äußerte sich Vorstandsmitglied der Jusos Jonas Hasenfratz in einem Brief. Laut der Präsidentin der Aargauer Jusos Mia Gujer ermögliche die Legalisierung hingegen eine bessere Präventionsarbeit und der Schwarzmarkt könnte trockengelegt werden, was die Konsumenten vor qualitativ schlechtem Gras schützen würde. Nun wollen die Jusos mit Killias über seine vermeintlichen Erkenntnisse ins Gespräch kommen: «Ich bin der festen Überzeugung, dass wir als Sozialdemokraten für die Legalisierung von Cannabis für Erwachsene einstehen müssen. Gerne können wir das Ganze bei einem Joint nochmals diskutieren, ich lade dich herzlich dazu ein.», lautete Hasenfratz Einladung an den Kriminologen.

 

 

4 Antworten auf „Schweizer Jusos wollen mit Kriminologe kiffen

  1. Lars Rogg

    Hahahaha, so ein abartiger Unsinn…
    Ich kenne so gut wie keinen agressiver Kiffer. Schläger oder Gewaltverbrecher kenn ich nur unter den Faschos und / oder Säufern. Umgekehrt wird ein Schuh draus. In meiner Gegend gab es unzählige faschistoide Arsc….r, die auf alles eingeprügelt haben, dass ihnen in den Weg kam. Anders denkende, Ausländer, ihre Familien sogar Tiere die nicht schnell genug weg kamen, bekamen einen Tritt. PACK in Reinkultur !!! Einige dieser bescheuerten Gesellen haben sich im Laufe der Jahre angefangen zu kiffen. Sie sind ruhiger und entspannter geworden, viele von denen haben plötzlich Jobs bekommen und behalten und aufgehört ihre Umgebung sowie ihre Familien zu terrorisieren. Leute die mich früher verprügelt haben, haben begonnen zu grüßen und sich ansatzweise menschenfreundlich zu verhalten. Ein Produkt aus Marokko hat dieses Gesindel durchaus erträglich gemacht.
    Wer ernsthaft behauptet das Kiffer krimineller sind als andere Bürger, kann das nur durch die Kriminalisierung von Hanf begründen, nicht durch ein höheres Agressionspotential von Kiffern…

  2. Sternsch I. Gard

    Es mag ja durchaus sein, dass Kiffen aggressiver macht, dann aber nicht weil man kifft, sondern weil man nicht kiffen darf und ständig stigmatisiert und ungerecht behandelt wird. Wenn dann noch ne Bulle kommt und mir mein letztes bissel Dope wegnehmen will, dann kann man schon mal aggresiv werden. Aber ich glaube echt nicht dass irgendwer aggressiv wird, weil er einen gekifft hat.
    Es mag ja auch sein, dass die Hooligans in der ganzen Welt kiffen um sich auf ihre Kämpfe vorzubereiten, aber die saufen dann auch wie die Löcher und es soll mir mal einer erklären, warum die ganzen MDMA- und Koksheads Gras rauchen um von ihren Trips wieder runter zu kommen, sicher nicht, weil sie das Dope noch ne bissel aggressiver macht. Schwachsinn, alles Schwachsinn.
    Kommt heute lieber zum Lobeckplatz in Berlin Kreuzberg um 19:30 Uhr und guckt kiffenden Kickern beim kicken zu, da seht ihr mal wie aggressiv kiffen wirklich macht. 😉

  3. E.B.

    Die Aargauer Zeitung zitiert das Team von Killias:
    «Im Zusammenhang mit Drogenkonsum haben im Aargau 1,5 Prozent der Befragten angegeben, eine inexistente Droge («Relevin») konsumiert zu haben. Dies bedeutet, dass offenbar relativ wenige zum Spass oder aus Unverstand irgendwelche Fantasie-Antworten gegeben haben.»
    Das soll wohl suggerieren, dass insgesamt 1,5 % nicht wahrheitsgemäß geantwortet haben, was ne Logik…

    Im Studienergebnis findet sich u.a. Folgendes: Von den Befragten in Aargau, keiner über 16 Jahre alt, geben 7,3 % an, sich in den letzten 30 Tagen mindestens 10 Mal exzessiv betrunken zu haben. Geht man davon aus, dass eher mindestens 7,3 % sich einen Spaß aus der Umfrage gemacht haben, was soll man dann über das Verhalten einer Gruppe von 12,7 % (Lebenszeitprävalenz Cannabis) bzw. 8,4 % (Monatsprävalenz Cannabis) aussagen?

    Es gilt wohl international, wer dumme Fragen stellt (etwa über intime oder illegale Tätigkeiten), bekommt dumme Antworten, gerade von Halbwüchsigen. Dass Hr. Killias hieraus ernsthafte Thesen abzuleiten versucht, lässt bedenklichen Vorsatz vermuten.

  4. E.B.

    Noch’n Nachtrag: Notwendige Voraussetzung – beileibe keine hinreichende – , um Cannabis schuldig zu wähnen, ist eine Abgrenzung zum Alkohol. Da die Lebenszeitprävalenz Alkohol in der Studie fehlt, bleibt nur der Vergleich der Monatsprävalenzen. Und hier die Frage: Wieviel % der oben genannten 8,4 % werden angegeben haben, dass sie im letzten Monat keinen Alkohol getrunken haben? Vermutlich sind selbst 2 % großzügig bemessen, was dann bedeutet, dass der mediale Aufriss mit der Headline „Aargauer Studie zeigt: Kiffende Schüler schlagen häufiger zu“ auf den ohnehin zweifelhaften Angaben von keinem Dutzend Schüler beruht.

    In meinen Augen ein Fall von öffentlicher Verleumdung, was der Studienwart hier betreibt. Das ist Betrug der Leser oder der Wissenschaft und gehört sanktioniert.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.