Dienstag, 15. September 2015

Das war Eure Hanfparade 2015

 

Die heißeste Veranstaltung des Jahres lockt Tausende nach Berlin

 

Foto: A.Prümm
Foto: A.Prümm

 

Obwohl die angepeilten 10.000 Besuchenden nicht ganz erreicht wurden, war die Hanfparade 2015 als eine der größten Hauptstadt-Demos des Jahres 2015 ein voller Erfolg. Bei tropischen Temperaturen versammelten sich bereits beim Start am Washingtonplatz vor dem Hauptbahnhof unter dem diesjährigen Motto „Nutzt Hanf!“ weit über 6.000 Menschen. Ihre Botschaft „Wir sind hier, wir sind laut, weil man uns das Ganja klaut“ hallte den ganzen Nachmittag lautstark durch das Zentrum der Macht in der Hauptstadt.

 

Bild: Schmiddie
Bild: Schmiddie

 

Der beeindruckende Zug setzte sich gegen 14.00 Uhr in Bewegung und wuchs immer weiter an, so dass sich bei der Abschlusskundgebung am Brandenburger Tor noch mehr Menschen einfanden als im vergangenen Jahr. Das Nutzhanfareal sowie das bunte Abschlussprogramm boten bei über 30 Grad im Schatten vielfältige Möglichkeiten, sich vom anstrengenden Spaziergang zu erholen und bis weit nach Sonnenuntergang, umrahmt von zahlreichen Rede- sowie Musikbeiträgen, immer wieder die Re-Legalisierung von Cannabis zu fordern. Hanfaktivisten vom Deutschen Hanfverband (DHV), das Hanfmuseum, die Organisatoren vom Jakis e.V., „CSCistOk!“ und viele andere „Legalizer“ boten Informationen über die verbotene Pflanze sowie Gratis-Trinkwasser für alle an, weil die Berliner Versammlungsbehörde den Verkauf von Essen und Getränken, wie all die Jahre zuvor, wieder mal verboten hatte. Die Bong-Schmiede von DK-Glas stellte für die Anwesenden sogar einen Workshop auf die Beine, der eine kurze Einführung in die Glasbläserkunst vermitteln konnte. Ein von den Blicken der Öffentlichkeit abgeschirmtes Areal, das zum ersten Mal in der Geschichte der Hanfparade von der anwesenden Polizei kontrolliert wurde, gewährte Patienten die notwendige Rückzugsmöglichkeit. Menschen ohne Ausnahmegenehmigung wurden von den Beamten zurück vor den Zaun geschickt.

 

 

Auf der Dinafem Bühne rockten Die Ohrbooten, Damian Davis, Mono & Nikitaman sowie zahlreiche andere die Menge. Leider wurde aufgrund des bunten Programms auf der Hauptbühne die Sensi Seeds Nebenbühne ein wenig vernachlässigt, da die Redebeiträge dort förmlich in den Begeisterungsstürmen der Hauptbühne untergingen. Neben der Kontrolle des Patienten-Areals war die Polizei damit beschäftigt, den Rednerinnen und Rednern im Backstage-Areal jedwede Sitzmöglichkeit vorzuenthalten. Auch die hatte die Versammlungsbehörde verboten. So kam es, das die Bürgermeisterin von Kreuzberg, Monika Herrmann, und ein Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses, Thomas Isenberg, stehend auf ihre Redebeiträge warten mussten.

 

Doch selbst dieser kleine Wermutstropfen konnte der positiven Aufbruchsstimmung, die sich in den weltweiten Fortschritten bei der Cannabispolitik begründet, keinen Abbruch tun. Die Ordnungshüter hielten sich, wohl auch angesichts der zahlreichen Patienten und der riesigen Teilnehmerzahl, mit ein paar Ausnahmen vornehm zurück. Die Menge hingegen hielt selbst bei den extremen Temperaturen bis zum Ende um 22:00 Uhr fast vollzählig durch und feierte auch nach dem Ende der Hanfparade 2015 auf diversen After-Partys in zahlreichen Berliner Clubs bis zum frühen Morgen den Aufbruch in ein neues Hanf-Zeitalter.

 

Wir sehen uns 2016 in Berlin.

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