Samstag, 6. November 2004

Dogmen statt Sicherheit

„Drugwipe“ untauglich –Polizei hält daran fest

Das der Drogenschnelltest, der seit einiger Zeit auf Deutschlands
Straßen eingesetzt wird und besser als „Drugwipe“ bekannt ist,
eigentlich untauglich ist, merken nun auch andere Medien. Der Polizei
und der Politik scheint das egal zu sein, bei ihnen zählt es mehr Leute
wegzusperren und den Führerschein zu entziehen, als wirkliche
Gefährdungen im Straßenverkehr zu bekämpfen.

Selbst mehrere Rechtsmediziner halten den „Drugwipe“ inzwischen für
untauglich. Wie das Nachrichtenmagazin „Focus“ unter Berufung auf eine
Studie der Universität Köln berichtet, liegt die Fehlerquote des Tests
deutlich im zweistelligen Bereich. „Für die Erkennung der meisten
Drogen ist Drugwipe nicht geeignet“, sagte Professor Herbert Käferstein
dem Magazin. „Die Polizei dürfte den Test nicht mehr verwenden.“

„Focus“ konnte des Weiteren berichten, dass die Kölner Wissenschaftler
in mehr als 330 Fällen Ergebnisse von Blutanalysen mit den
entsprechenden Anzeigen des Speicheltests verglichen. Dabei konnten sie
beispielsweise bei Cannabis eine Differenz von mehr als 20 Prozent der
Analysen feststellen. In 10,6 Prozent der Fälle zeigte der Drugwipe
„falsch-positive“ Ergebnisse an, was heißt, dass das Gerät anschlug
obwohl kein Cannabis konsumiert wurde. Bei weiteren zehn Prozent war es
genau andersrum.

Bei Ecstasy konnte eine Fehlerquote von 18 Prozent und bei Koks von 14
Prozent festgestellt werden. Selbst ein Sprecher des Innenministeriums
in Düsseldorf sprach von einer Fehlerquote von acht Prozent.

Solch großen Differenzen zwischen Test und Realität schaffen nicht mehr
Sicherheit im Straßenverkehr, sondern treffen nur unschuldige
Mitbürger. Diese müssen auf Grund von solchen falschen Test ihren
Führerschein bis zu sechs Wochen abgeben, da die Blut- und Urinproben
in der Regel so lange dauern. Außerdem gefährdet ein falsches Ergebnis
auch ihren Job, denn bei den meisten Arbeitnehmern ist mittlerweile ein
Führerschein Pflicht. Das solche Tests dann auch noch den
Straßenverkehr gefährden, da sie bei über zwölf Prozent (im Schnitt bei
allen Drogen) den Drogenkonsum gar nicht feststellen, kommt nur noch
als Krönung dazu.

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