Donnerstag, 17. September 2026

3.000 CBD-Produkte vor der Zulassung – Großbritannien beendet sechs Jahre Schwebezustand

CBD-Regulierung in Großbritannien: rund 3.000 Produkte vor der ersten Novel-Food-Zulassung.

Großbritannien steht vor einem regulatorischen Wendepunkt für CBD-Lebensmittel. Die britische Food Standards Agency empfiehlt erstmals, drei hochreine CBD-Novel-Food-Anträge an die zuständigen Minister zur Zulassung weiterzugeben. Betroffen sind RP 7 mit synthetischem CBD sowie die beiden CBD-Isolate RP 350 und RP 427. Alle drei Produkte weisen einen CBD-Gehalt von mindestens 98 Prozent auf. Die FSA bewertet sie unter den vorgeschlagenen Nutzungsbedingungen als sicher. Die endgültige Entscheidung liegt jedoch bei den Ministern in England und Wales – zugelassen sind die Produkte also noch nicht.

Die Tragweite ist größer als drei einzelne Anträge vermuten lassen. Nach Angaben der FSA sind rund 3.000 CBD-Produkte auf der öffentlichen Übergangsliste mit diesen drei Anwendungen verknüpft. Genau deshalb könnte die Empfehlung einen großen Teil des britischen CBD-Marktes aus einem jahrelangen Schwebezustand herausführen. Seit Einführung der Novel-Food-Regeln durften zahlreiche bereits gehandelte Produkte zwar auf einer Übergangsliste verbleiben, waren formal aber weiterhin nicht als Novel Food zugelassen. Mit den ersten positiven Entscheidungen würde aus dieser Übergangslösung erstmals ein reguläres Zulassungssystem.

Die Bedingungen sind klar umrissen. Die FSA empfiehlt eine maximale tägliche Aufnahme von 10 Milligramm CBD. Außerdem sollen verpflichtende Warnhinweise für Minderjährige, Schwangere, Stillende, Personen mit Kinderwunsch sowie Menschen vorgesehen werden, die Medikamente einnehmen oder immungeschwächt sind. Hinzu kommen strenge Grenzwerte für THC und andere kontrollierte Cannabinoide. Für RP 350 sollen neben Nahrungsergänzungsmitteln auch bestimmte Getränke und Süßwaren unter die Zulassung fallen können.

Bemerkenswert ist auch die Beteiligung der europäischen Industrie. Einer der Anträge steht in Verbindung mit dem europäischen Branchenprojekt der EIHA. Damit betrifft die britische Entscheidung nicht nur den heimischen Markt, sondern auch Unternehmen auf dem Kontinent, die seit Jahren auf verlässliche Novel-Food-Verfahren warten. Großbritannien könnte damit schneller zu verbindlichen CBD-Lebensmittelzulassungen kommen als viele Teile der Europäischen Union.

Die FSA bezeichnet den Schritt selbst als regulatorischen Meilenstein. Sollte die Ministerebene zustimmen, wären es die ersten CBD-Novel-Food-Zulassungen dieser Art in Großbritannien. Für Hersteller bedeutet das mehr Rechtssicherheit, für Behörden klarere Kontrollregeln und für Verbraucher erstmals einen staatlich definierten Rahmen zu Dosierung, Kennzeichnung und Produktsicherheit. Entscheidend bleibt jedoch die juristische Feinheit: Die FSA hat die drei Anträge zur ministeriellen Zulassung empfohlen – die finale Genehmigung steht noch aus.

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