Dienstag, 18. August 2026

InterTabac 2026: Warum die Tabakmesse auch für die Cannabisbranche spannend wird

Tabak und Cannabis kommen aus unterschiedlichen Märkten – doch bei Anbau, Verarbeitung, Markenführung, Regulierung und Fachhandel wachsen die Berührungspunkte. Rund um die InterTabac in Dortmund wird diese Konvergenz im September besonders sichtbar. Bereits am 14. September bringt der zweite Cigar Culture Summit internationale Hersteller, Händler und Strategen zusammen. Für Unternehmen aus der Cannabisbranche lohnt sich deshalb ein genauer Blick nach Dortmund.

Wenn vom Zusammenwachsen der Cannabis- und Tabakwelt gesprochen wird, denken viele zunächst an Rauchprodukte. Dabei liegt die eigentliche Annäherung längst an ganz anderen Stellen.

Es geht um Pflanzenbau und Saatgut. Um Trocknung, Fermentation und Lagerung. Um internationale Lieferketten, Produktqualität, regulatorische Vorgaben, spezialisierte Fachgeschäfte, Markenbildung und nicht zuletzt um die Frage, wie sich Genusskultur in einem politisch stark regulierten Markt überhaupt entwickeln kann.

Genau diese Themen stehen im Mittelpunkt des zweiten Cigar Culture Summit, der am Montag, 14. September 2026, unmittelbar vor InterTabac, NUBIZ und InterSupply in der Messe Dortmund stattfindet.

Für die klassische Tabakbranche ist das ein Branchentreffen. Aus Sicht der Cannabiswirtschaft könnte es aber ebenso ein Blick in eine mögliche eigene Zukunft sein.

Was Cannabis von Zigarren lernen kann

Kaum ein Produkt verbindet Pflanzenzüchtung, landwirtschaftliches Know-how, Verarbeitung und Markenbildung so konsequent wie die Premiumzigarre.

Die Qualität beginnt beim Saatgut und Boden, setzt sich über Anbau und Ernte fort und endet keineswegs bei der Verarbeitung. Fermentation, Reifung, Lagerung und die Auswahl geeigneter Rohstoffe entscheiden darüber, welches Produkt am Ende beim Konsumenten ankommt.

Wer sich mit hochwertigem Cannabis beschäftigt, dürfte einiges davon wiedererkennen.

Auch dort bestimmen Genetik, Standort, Anbaumethode, Trocknung, Curing, Lagerung und Verarbeitung maßgeblich die Qualität. Gleichzeitig entsteht erst langsam eine Kultur, in der solche Unterschiede vom Verbraucher ähnlich selbstverständlich wahrgenommen werden wie bei Wein, Kaffee oder Zigarren.

Der zweite Themenstream des Cigar Culture Summit könnte deshalb auch für Cannabisproduzenten ungewöhnlich interessant sein. Dort geht es unter anderem um Tabakanbau, Saatzuchten, Fermentation, Lagerung, Vertriebskanäle und die Frage, wie Produktionswachstum mit Markenexklusivität vereinbar bleibt.

Das sind Fragen, mit denen sich auch eine professionelle Cannabisindustrie früher oder später beschäftigen muss.

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Regulierung verbindet beide Branchen

Noch deutlicher wird die Nähe beim Thema Regulierung.

Tabakunternehmen bewegen sich seit Jahrzehnten in einem Umfeld aus Werbebeschränkungen, Kennzeichnungsvorschriften, Jugendschutz, Steuerrecht, Vertriebsvorgaben und unterschiedlichen nationalen Regelwerken.

Die Cannabisbranche steht heute vor ganz ähnlichen Herausforderungen.

Auch hier entscheidet längst nicht allein die Qualität des Produkts über den wirtschaftlichen Erfolg. Entscheidend ist ebenso, was überhaupt beworben werden darf, welche Vertriebskanäle zulässig sind, welche Produktinformationen vorgeschrieben werden und wie nationale Regeln mit internationalen Märkten zusammenpassen.

Der Cigar Culture Summit widmet deshalb einen erheblichen Teil seines Programms genau diesen Fragen.

Im ersten Themenstream werden internationale Wachstumsmärkte und regulatorische Rahmenbedingungen in Asien, dem Mittleren Osten, Afrika und Europa analysiert. Für Unternehmen mit internationalem Cannabisgeschäft dürfte gerade dieser Blick über einzelne Landesgrenzen hinaus interessant sein.

Denn auch Cannabis entwickelt sich zunehmend von nationalen Einzelmärkten zu einer global verflochtenen Industrie.

Der Fachhandel könnte zum gemeinsamen Terrain werden

Besonders spannend wird die Konvergenz beim stationären Handel.

Zigarren- und Pfeifenfachgeschäfte verkaufen keine beliebigen Konsumprodukte. Beratung, Produktkenntnis, Lagerung und Kundenbindung gehören zum Geschäftsmodell.

Damit ähnelt dieser Fachhandel in erstaunlich vielen Punkten jenem Modell, das Teile der Cannabisbranche seit Jahren für einen möglichen regulierten Fachhandel diskutieren.

Der dritte Stream des Summits richtet sich ausdrücklich an Fachhändler aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Themen sind unter anderem neue Wachstumschancen, digitale Wege im stationären Handel, rechtliche Fragen der Vermarktung und die richtige Produktlagerung.

Wer heute über einen künftigen Cannabisfachhandel nachdenkt, kann hier beobachten, wie eine traditionsreiche Genussbranche solche Aufgaben löst.

Vielleicht liegt darin sogar einer der wichtigsten Berührungspunkte zwischen beiden Welten.

Cannabis muss seine künftigen Handelsstrukturen nicht vollständig neu erfinden.

Ein Teil der Infrastruktur, Erfahrung und Fachhandelskultur existiert bereits – nur bislang in anderen Branchen.

Von der Masse zur Genusskultur

Cannabis befindet sich außerdem mitten in einem kulturellen Wandel.

Über Jahrzehnte wurde die Pflanze gesellschaftlich fast ausschließlich über Rausch, Drogenpolitik und Strafrecht definiert. Mit der Legalisierung beginnt sich diese Wahrnehmung langsam zu verändern.

Sorten, Herkunft, Terpene, Anbaumethoden und Verarbeitung gewinnen an Bedeutung.

Die Zigarrenwelt zeigt, wohin sich eine solche Entwicklung bewegen kann.

Dort stehen Herkunftsregionen, Tabaksorten, Handwerk, Reifung und Produzenten teilweise genauso stark im Mittelpunkt wie das Produkt selbst.

Eine vergleichbare Entwicklung ist bei Cannabis längst erkennbar.

Statt lediglich nach möglichst hohen THC-Werten zu fragen, beginnen Konsumenten und Produzenten stärker über Genetik, Aromaprofile, Terpene, Kultivierung und Nachbehandlung zu sprechen.

Damit nähert sich Cannabis kulturell eher Wein, Kaffee und Zigarren an als klassischen industriellen Konsumprodukten.

Globalisierung bringt ähnliche Probleme

Auch auf wirtschaftlicher Ebene gibt es Überschneidungen.

Der Cigar Culture Summit beschäftigt sich mit internationalen Lieferketten und der Expansion in neue Märkte. Vertreter großer Unternehmen diskutieren darüber, wie traditionelle Produkte international wachsen können, ohne ihre Identität zu verlieren.

Eine prominent besetzte Diskussion widmet sich beispielsweise der „Future of Handmade Cigars“. Mit dabei sind unter anderem Niels Frederiksen, Präsident der Scandinavian Tobacco Group, sowie Frederik Vandermarliere, CEO der Vandermarliere Cigar Family.

Die Cannabisindustrie stellt sich eine ähnliche Frage:

Wie lässt sich ein ursprünglich stark regional und handwerklich geprägtes Produkt industrialisieren, ohne dass am Ende nur austauschbare Massenware entsteht?

Mit jedem neuen medizinischen Exportmarkt, jedem internationalen Produktionsstandort und jeder größeren Unternehmensgruppe wird diese Frage relevanter.

Dortmund wird zum Treffpunkt regulierter Genussmärkte

Der Zeitpunkt der Veranstaltung ist deshalb interessant.

Der Cigar Culture Summit findet unmittelbar vor den drei Dortmunder Messeformaten InterTabac, NUBIZ und InterSupply statt. Damit treffen Hersteller, Rohstoffproduzenten, Distributoren, Händler, Technologieanbieter und internationale Branchenvertreter innerhalb weniger Tage an einem Ort zusammen.

Gerade an solchen Schnittstellen werden Branchenverschiebungen sichtbar.

Tabakunternehmen beschäftigen sich mit neuen Produktformen und veränderten Konsumgewohnheiten. Cannabisunternehmen professionalisieren Produktion, Verarbeitung und Markenführung. Gleichzeitig steigen regulatorischer Druck und Anforderungen an Handel und Qualität auf beiden Seiten.

Die Branchen werden dadurch nicht identisch.

Aber ihre Fragestellungen beginnen sich zu ähneln.

Drei Themenwelten auf dem Cigar Culture Summit

Der Summit selbst gliedert sich in drei große Bereiche.

Stream 1 beschäftigt sich mit internationalen Wachstumsmärkten und globaler Expansion. Dabei werden Marktpotenziale, Regulierung und Konsumgewohnheiten in verschiedenen Weltregionen analysiert.

Stream 2 richtet den Blick stärker auf Produktion und Markenführung. Saatzucht, Fermentation, Lagerung, Vertrieb und Qualitätsmanagement stehen hier im Zentrum.

Stream 3 konzentriert sich auf Deutschland, Österreich und die Schweiz sowie die Herausforderungen des Fachhandels. Das gesamte Programm dieses Streams findet auf Deutsch statt.

Der Summit beginnt um 12 Uhr mit der Eröffnung durch Sabine Loos, Hauptgeschäftsführerin der Westfalenhallen Unternehmensgruppe.

Ab 19.30 Uhr bietet die anschließende Cigar Reception Gelegenheit für Gespräche und Networking vor den folgenden Messetagen.

Warum sich der Besuch für die Cannabisbranche lohnt

Für einen Cannabisunternehmer ist der Cigar Culture Summit möglicherweise gerade deshalb interessant, weil es keine reine Cannabiskonferenz ist.

Auf klassischen Cannabisveranstaltungen diskutiert die Branche häufig mit sich selbst.

Dortmund bietet dagegen die Gelegenheit, einer Industrie zuzuhören, die viele Herausforderungen bereits seit Jahrzehnten kennt: globale Rohstoffbeschaffung, Qualitätskontrolle, hochregulierte Vermarktung, Fachhandel, Markenpflege und der Aufbau einer Genusskultur rund um ein pflanzliches Produkt.

Nicht jede Lösung aus der Tabakwelt lässt sich auf Cannabis übertragen.

Aber erstaunlich viele ihrer Fragen lassen sich übertragen.

Und genau daraus entsteht derzeit eine Konvergenz, die weit über die gemeinsame Nutzung einer Rauchwolke hinausgeht.

Cannabis und Tabak: Zwei Branchen beobachten einander

Die kommende Phase der Cannabiswirtschaft wird wahrscheinlich weniger davon geprägt sein, ständig neue Sonderlösungen für Cannabis zu erfinden.

Stattdessen dürfte die Branche zunehmend auf Märkte schauen, die ähnliche Entwicklungen bereits durchlaufen haben.

Premiumtabak ist einer davon.

Landwirtschaft, Handwerk, Fermentation, Herkunft, Qualität, Fachhandel, Regulierung und internationale Markenführung gehören dort seit Generationen zusammen.

Cannabis beginnt gerade erst, eine vergleichbare Infrastruktur aufzubauen.

Wer verstehen möchte, wie sich ein reguliertes pflanzliches Genussprodukt von einer Ware zu einer Kultur entwickelt, findet deshalb im September möglicherweise einige der interessantesten Antworten nicht auf einer Cannabisbühne – sondern auf dem Cigar Culture Summit und rund um die InterTabac in Dortmund.

Für Hersteller, Händler, Markenentwickler und Strategen aus der Cannabisbranche könnte sich der Besuch gerade deshalb lohnen.


Termin: Montag, 14. September 2026
Ort: Messe Dortmund, Eingang Nord
Beginn: 12 Uhr
Cigar Reception: ab 19.30 Uhr
Im Anschluss: InterTabac, NUBIZ und InterSupply

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1 Kommentar
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Bonzadog
22 Tage zuvor

ch könnte mir kaum einen schlimmeren gesundheitlichen Schaden vorstellen als Tabak plus Cannabis.

Sogar das Hanf Magazin hat bereits vor den Risiken des Mischkonsums gewarnt!
https://www.hanf-magazin.com/wissenschaft/studien/risiken-bei-mischkonsum-von-cannabis-und-tabak/