Donnerstag, 9. Juli 2026

Green Mile Duisburg steuert auf 500 Mitglieder zu – Cannabis Social Club stößt an gesetzliche Grenze

Der Green Mile Social Club in Duisburg zieht eine Woche nach seinem Grand Opening eine bemerkenswerte Bilanz: Trotz hochsommerlicher Temperaturen kamen mehr als 100 Besucher zur Eröffnung, die Mitgliederzahlen steigen kontinuierlich und der Verein nähert sich inzwischen der gesetzlich maximal zulässigen Größe von 500 Mitgliedern.

Während die politische Diskussion über die Zukunft des Cannabisgesetzes weiter anhält, entstehen in vielen Städten bereits neue Strukturen. Duisburg liefert dafür ein anschauliches Beispiel.

Der Green Mile Social Club ist bislang der einzige genehmigte Cannabis Social Club der Stadt – und offenbar trifft das Angebot den Nerv vieler erwachsener Konsumenten. Nach Angaben des Vereins sind inzwischen nur noch wenige Mitgliedsplätze verfügbar.

Hitzewelle konnte Interesse nicht bremsen

Das Grand Opening Ende Juni stand wettertechnisch unter keinem guten Stern. Temperaturen jenseits der 30-Grad-Marke machten längere Aufenthalte im Freien wenig attraktiv.

Dennoch nutzten über den Tag verteilt zahlreiche Mitglieder, Interessierte, Nachbarn und Medienvertreter die Gelegenheit, den Verein kennenzulernen. Gemeinsam mit einem benachbarten Kiosk sorgte Green Mile für kalte Getränke und Eis – eine willkommene Abkühlung für die Besucher.

Die eigentliche Überraschung folgte jedoch erst einige Tage später.

Nachdem die Temperaturen wieder gesunken waren, verzeichnete der Verein nach eigenen Angaben den stärksten Mitgliedertag des bisherigen Jahres. Viele Interessenten holten ihren Besuch offenbar nach.

Fast ausgebucht – obwohl keine Mitgliedsbeiträge erhoben werden

Besonders bemerkenswert ist die Entwicklung der Mitgliederzahlen.

Cannabis Social Clubs dürfen nach dem Cannabisgesetz maximal 500 Mitglieder aufnehmen. Green Mile nähert sich dieser Grenze inzwischen deutlich an.

Dabei verfolgt der Verein ein ungewöhnliches Modell: Statt klassischer Mitgliedsbeiträge verpflichtet sich jedes Mitglied zu einer monatlichen Mindestabnahme von zehn Gramm Cannabis. Frei werdende Plätze sollen künftig über eine Warteliste nachbesetzt werden.

Mehr als nur eine Ausgabestelle

Die Verantwortlichen sehen den Verein nicht ausschließlich als legale Bezugsquelle für Cannabis.

Das große Interesse am Eröffnungstag habe gezeigt, dass viele Mitglieder auch den persönlichen Austausch suchen. Deshalb denkt Green Mile bereits darüber nach, künftig regelmäßig Veranstaltungen und Vereinstreffen zu organisieren.

Damit entwickelt sich der Cannabis Social Club zunehmend zu dem, was der Gesetzgeber ursprünglich vorgesehen hatte: ein eingetragener Verein, in dem Gemeinschaft, Transparenz und Eigenverantwortung eine zentrale Rolle spielen.

Ein Verein ersetzt keinen Schwarzmarkt

Trotz der positiven Entwicklung bleiben die Verantwortlichen realistisch.

Ein einzelner Cannabis Social Club könne den illegalen Markt einer Großstadt selbstverständlich nicht allein verdrängen. Dafür seien die gesetzlich erlaubten 500 Mitglieder schlicht zu wenig.

Dennoch zeigt das Beispiel Duisburg, dass viele Erwachsene legale und kontrollierte Angebote bevorzugen, wenn diese verfügbar sind. Jeder neu gewonnene Vereinsmitgliedschaft bedeutet im Idealfall auch einen Konsumenten weniger auf dem Schwarzmarkt.

Cannabis Social Clubs kommen langsam in der Realität an

Nach dem langen politischen Streit um das Cannabisgesetz rückt inzwischen eine andere Frage in den Mittelpunkt: Wie funktionieren Cannabis Social Clubs im Alltag?

Der Green Mile Social Club liefert darauf erste Antworten. Die hohe Nachfrage spricht dafür, dass das Interesse an legalen Bezugsquellen groß ist. Gleichzeitig macht die nahezu erreichte Mitgliedergrenze deutlich, dass die bestehenden gesetzlichen Vorgaben den Ausbau solcher Angebote begrenzen.

Sollten künftig weitere Vereine in Duisburg genehmigt werden, dürfte sich zeigen, ob sich dieses Interesse dauerhaft bestätigt. Der Start von Green Mile legt jedenfalls nahe, dass Cannabis Social Clubs für viele Erwachsene längst mehr sind als ein politisches Experiment – sie werden zunehmend Teil der legalen Cannabisversorgung.


Quelle: Pressemitteilung des Green Mile Social Club e. V., Duisburg.

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