
Berlin/Barcelona – Auf der Mary Jane Berlin 2026, einer der bedeutendsten Cannabis-Messen Europas, feierte die Dokumentation „The Pl*nt“ ihre Premiere vor einem internationalen Fachpublikum. Der 51-minütige Film beleuchtet die wissenschaftliche, gesellschaftliche und kulturelle Geschichte von Cannabis und präsentiert dabei eine Vielzahl einflussreicher Stimmen aus Forschung, Medizin, Industrie und Aktivismus. Besonderes Augenmerk gilt einem Interview, das als das letzte aufgezeichnete Gespräch mit Professor Raphael Mechoulam gilt – jenem Wissenschaftler, der als Vater der modernen Cannabisforschung bekannt wurde.
Ein filmisches Vermächtnis von historischem Wert
Regisseur Ferran Calbet und das Produktionsteam von HighVideo Films haben mit „The Pl*nt“ eine Dokumentation geschaffen, die Cannabis aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet und dabei bewusst über politische Debatten und gesellschaftliche Vorurteile hinausgeht. Im Zentrum steht Professor Raphael Mechoulam, der in den 1960er-Jahren erstmals THC isolierte und später maßgeblich an der Identifizierung von CBD beteiligt war.
Sein Beitrag zur Forschung veränderte das wissenschaftliche Verständnis der Cannabispflanze nachhaltig. Dass sein vermutlich letztes aufgezeichnetes Interview nun Teil der Dokumentation ist, verleiht dem Film eine besondere historische Bedeutung. Für viele Beobachter dürfte dies einer der wertvollsten Aspekte des Projekts sein.
Cannabis aus Wissenschaft, Medizin und Gesellschaft betrachtet
Neben Mechoulam kommen zahlreiche weitere Persönlichkeiten zu Wort, die die Entwicklung und Wahrnehmung von Cannabis über Jahrzehnte geprägt haben. Dazu gehört der bekannte Cannabis-Autor und Aufklärer Jorge Cervantes, dessen Werke Generationen von Growern begleiteten. Ebenso vertreten sind Boy Ramsahai, Gründer von Royal Queen Seeds, die israelische Anwältin Meital Manzuri, der Hanfunternehmer Vincent Lartizien, Content Creator Max Buechse sowie die Familie Brushett, deren persönliche Erfahrungen mit CBD bei der Behandlung von Epilepsie ihres Kindes dargestellt werden.
Durch diese unterschiedlichen Perspektiven entsteht ein vielschichtiges Bild einer Pflanze, die nicht nur Gegenstand wirtschaftlicher Interessen ist, sondern auch medizinische Hoffnungen, wissenschaftliche Erkenntnisse, politische Kontroversen und persönliche Schicksale miteinander verbindet.
Premiere vor internationalem Branchenpublikum
Die Vorstellung auf der Mary Jane Berlin brachte den Film einem Publikum aus Unternehmern, Forschern, Medienvertretern und Branchenexperten näher. Die Messe gilt als einer der wichtigsten Treffpunkte der europäischen Cannabisindustrie und bot damit eine passende Bühne für die Dokumentation.
Für die Produzenten markiert die Premiere einen wichtigen Meilenstein auf dem Weg zu größerer internationaler Sichtbarkeit. Der Film soll nicht nur innerhalb der Cannabisbranche Aufmerksamkeit erzeugen, sondern auch Menschen erreichen, die bisher wenig Berührungspunkte mit dem Thema hatten.
„Viel zu lange wurde diese Pflanze auf eine Debatte oder ein Stigma reduziert“, erklärte Royal-Queen-Seeds-Gründer Boy Ramsahai im Rahmen der Präsentation. Ziel des Films sei es gewesen, Wissenschaft, Geschichte, Medizin und menschliche Erfahrungen zusammenzuführen und dem Publikum die Möglichkeit zu geben, sich ein eigenes Bild zu machen.
Internationale Veröffentlichung in Vorbereitung
Während „The Pl*nt“ bereits in Spanien über Amazon Prime Video verfügbar ist, arbeiten Royal Queen Seeds und HighVideo Films nach eigenen Angaben an einer internationalen Veröffentlichung über die Streaming-Plattform. Damit könnte die Dokumentation in den kommenden Monaten einem deutlich größeren Publikum zugänglich werden.
Der offizielle Trailer ist bereits online verfügbar und vermittelt einen ersten Eindruck von der inhaltlichen Bandbreite des Films. Mit seiner Mischung aus wissenschaftlicher Aufarbeitung, persönlichen Geschichten und historischen Rückblicken könnte „The Pl*nt“ zu einer der bemerkenswertesten Cannabis-Dokumentationen der letzten Jahre werden.
Cannabis jenseits von Klischees
Die Dokumentation verfolgt einen Ansatz, der in der öffentlichen Debatte oft zu kurz kommt: Cannabis nicht ausschließlich als Rauschmittel oder Wirtschaftsfaktor zu betrachten, sondern als kulturelles, medizinisches und wissenschaftliches Phänomen mit einer komplexen Geschichte.
Gerade das letzte filmische Zeugnis von Raphael Mechoulam macht „The Pl*nt“ zu mehr als einer klassischen Branchenproduktion. Der Film dokumentiert zugleich das Vermächtnis eines Forschers, dessen Arbeit die moderne Cannabismedizin entscheidend geprägt hat – und bietet damit einen seltenen Einblick in die Entwicklung eines Forschungsfeldes, das weltweit weiterhin an Bedeutung gewinnt.
Anmerkung der Redaktion: Das ist ein wirklich tolles Dokument der Geschichte die wir schrieben….
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