Montag, 15. Juni 2026

Afroman will ins Weiße Haus – Cannabis-Legalisierung bleibt sein Herzensthema

Wenn es um Cannabis-Hymnen geht, kommt man an Afroman kaum vorbei. Mit seinem Welthit „Because I Got High“ wurde der US-Rapper Anfang der 2000er-Jahre zur wohl bekanntesten musikalischen Stimme der Kifferkultur. Mehr als zwei Jahrzehnte später sorgt Joseph Edgar Foreman, wie Afroman mit bürgerlichem Namen heißt, erneut für Schlagzeilen – diesmal nicht nur wegen Cannabis, sondern auch wegen politischer Ambitionen.

Bei der Bitcoin Conference in Las Vegas überraschte der 51-Jährige das Publikum mit einer bemerkenswerten Ankündigung: Er wolle 2028 für das Amt des US-Präsidenten kandidieren. Gleichzeitig bekräftigte er seine bekannten Forderungen nach einer umfassenden Cannabis-Legalisierung, mehr Bürgerrechten und einer Reform staatlicher Behörden.

Vom Kiffer-Hit zur politischen Botschaft

Afromans Karriere begann in den 1990er-Jahren, weltberühmt wurde er jedoch 2001 mit „Because I Got High“. Der humorvolle Song entwickelte sich zu einer inoffiziellen Hymne der Cannabisszene und machte den Musiker über Nacht zum internationalen Star.

Während viele Beobachter den Titel damals als reinen Party-Song verstanden, engagierte sich Afroman später zunehmend öffentlich für die Legalisierung von Cannabis. Bereits 2014 arbeitete er mit der US-Legalisierungsorganisation NORML zusammen und veröffentlichte eine überarbeitete Version seines Hits, die sich ausdrücklich mit den positiven Aspekten von Cannabis auseinandersetzte.

Polizeirazzia machte ihn zum Aktivisten

Einen entscheidenden Wendepunkt erlebte Afroman im Jahr 2022. Damals durchsuchten Polizeibeamte sein Haus in Ohio wegen des Verdachts auf Entführung und Drogenhandel. Gefunden wurden lediglich Cannabisprodukte, Rauchutensilien und Bargeld. Strafrechtliche Konsequenzen folgten nicht.

Anstatt die Angelegenheit auf sich beruhen zu lassen, verarbeitete der Musiker die Ereignisse in mehreren Songs und Musikvideos. Dabei nutzte er Aufnahmen seiner eigenen Überwachungskameras und machte die beteiligten Beamten öffentlich zum Thema seiner Musik.

Die Polizisten klagten daraufhin wegen Verleumdung und Persönlichkeitsrechtsverletzungen auf mehrere Millionen Dollar Schadenersatz. Im Frühjahr 2026 entschied jedoch eine Jury zugunsten des Rappers. Für viele Bürgerrechtsaktivisten wurde Afroman dadurch zu einem Symbol für Meinungsfreiheit und den Widerstand gegen staatliche Übergriffe.

„Legal Weed Everywhere“

Dass Cannabis weiterhin zu seinen politischen Kernthemen gehört, überrascht wenig. Schon bei früheren politischen Ambitionen hatte Afroman erklärt, er wolle „legal weed everywhere“ – legales Cannabis überall. Die Forderung begleitet ihn seit Jahren und bleibt auch bei seinen aktuellen Auftritten zentraler Bestandteil seiner Botschaften.

Auf der Bitcoin Conference sprach er erneut über individuelle Freiheit, persönliche Selbstbestimmung und die Entkriminalisierung von Cannabis. Damit traf er den Nerv eines Publikums, das sich traditionell für liberale Bürgerrechte und weniger staatliche Eingriffe interessiert.

Präsidentschaftskandidat oder politischer Provokateur?

Ob Afroman tatsächlich realistische Chancen auf eine Kandidatur besitzt, steht auf einem anderen Blatt. Beobachter sehen seine politischen Aktivitäten häufig als Mischung aus ernst gemeintem Aktivismus und bewusst provokativer Unterhaltung.

Dennoch zeigt sein Beispiel, wie stark Cannabis mittlerweile im gesellschaftlichen Mainstream angekommen ist. Wo früher vor allem Aktivisten und Patienten über die Legalisierung diskutierten, äußern sich heute Musiker, Unternehmer, Investoren und Politiker ganz selbstverständlich zu dem Thema.

Afroman verkörpert diese Entwicklung wie kaum ein anderer: Vom Rapper mit dem weltweit bekanntesten Kiffer-Song zum Aktivisten, Bürgerrechtskämpfer und potenziellen Präsidentschaftskandidaten.

Fazit

Auch wenn ein Präsident Afroman derzeit eher unwahrscheinlich erscheint, bleibt seine Stimme für die Cannabisbewegung relevant. Sein aktueller Auftritt in Las Vegas zeigt, dass die Forderung nach Legalisierung, persönlicher Freiheit und einer liberaleren Drogenpolitik weiterhin Menschen mobilisiert.

Und wer weiß: Vielleicht wird aus dem Mann, der einst „Because I Got High“ sang, tatsächlich noch ein ernstzunehmender politischer Kandidat. Sicher ist nur eines: Das Thema Cannabis wird ihn auf diesem Weg begleiten.

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