CannaTrade 2026, 29.-31. Mai 2026, Halle 622, Zürich

Ein geschichtlicher Abriss über die CannaTrade und 25 Jahre Schweizer Hanfgeschichte
Die Geschichte der CannaTrade beginnt im Jahr 1997, als Marco Kuhn – Gründer der
CannaTrade – zusammen mit Produzenten von nachhaltigen Hanfprodukten an der
OEKO Messe in Zürich den ersten Gemeinschaftsstand «Hanfwarenhaus» organisierte.
Ein Jahr später, im Jahr 1998 wurde ebenso von Marco Kuhn der Verein
CannaSwissCup gegründet, um nach dem Vorbild des Cannabis Cups in Amsterdam
die besten Schweizer Cannabissorten zu küren. Im Jahr 1999, an der Party zur
Preisverteilung des Cups, hatte es bereits einige Stände mit Hanfprodukten, und im
Jahr 2000 wurde aus der kleinen Party der Event «Schweizer Hanftage». Der
Publikumserfolg war grandios, die Halle war voll und die Aussteller sehr zufrieden, und
so entstand daraus im Jahr 2001 die Schweizer Hanfmesse «CannaTrade».
Es war die Zeit der «Duftsäckli», in der es in der Schweiz fast mehr Hanfläden als
Bäckereien gab. Grund dafür war eine Gesetzeslücke, die Hanf erst dann verbot, wenn
er zu Rauschzwecken genutzt wurde. So wurde die Schweiz für einige Jahre zum
weltweit führenden Cannabis-Land, und viele bekannte Akteurinnen der Szene zog es ins Alpenland. Marco Kuhn investierte in dieser Phase alles, um aus der kleinen Messe den internationalen Treffpunkt der Branche zu machen. Damals gehörte die CannaTrade neben der «Cannabusiness» in Deutschland und der «Highlife» in Holland zu den drei europäischen Hanfmessen und war die Einzige, die die folgenden mageren Jahre überstand. Auslöser des Niedergangs waren in allen drei Ländern politische Verschärfungen: Deutschland drückte zuerst auf die Bremse, die Cannabusiness verschwand 2005. Die Highlife hielt sich etwas länger, musste aber trotz liberaler holländischer Politik im Jahr 2007 schliessen. Und auch die CannaTrade traf nach dem Ende der Duftsäckli-Ära der nächste Schlag. Bis 2008 war der Verkauf von Anbausamen in der Schweiz zumindest toleriert und rund ein Drittel der Aussteller lebten davon. Doch drei Tage vor der Messe 2008 in Bern erreichte die Veranstaltenden ein Schreiben der Behörden mit dem Inhalt: Keine Samen mehr erlaubt. Ben Arn, seit 2006 Organisator der CannaTrade, erinnert sich gut: «Wir standen mitten im Aufbau, als das Schreiben kam. Ich blickte in die Halle, sah das grosse Greenhouse- Seed-Logo hängen und musste anschliessend allen 30 Samenfirmen mitteilen, dass sie auf der Messe keine Samen verkaufen dürfen.» Die Enttäuschung war gross, der Schaden enorm, und die CannaTrade praktisch am Boden. Das Samengeschäft wanderte nach Kalifornien und Spanien ab, wo die Gesetze gerade gelockert wurden. Aufgeben wollte man im Büro der CannaTrade dennoch nicht. Die Messe zog nach Basel um, an den Schnittpunkt von Schweiz, Deutschland und Frankreich. Viele Ausstellerinnen liessen sich überzeugen, mitzukommen. Doch ohne Samenbanken
fehlte ein zentraler Pfeiler, und die Negativspirale war kaum aufzuhalten: Ohne Anbau
keine Anbauutensilien – und allein von Rauchzubehör konnte die Messe nicht leben.
Nach zwei verlustreichen Jahren in Basel setzte die CannaTrade im Jahr 2011 aus, um
sich neu zu definieren. Während Spanien Cannabis Social Clubs erlaubte und die USA
den medizinischen und später den Freizeitkonsum legalisierten, herrschte in der
Schweiz politischer Stillstand. 2008 war die Hanfinitiative gescheitert, Veränderungen
schienen fern. Doch im selben Jahr wurde – fast unbemerkt – der Grundstein für den
CBD-Boom gelegt: Die Schweiz erhöhte den maximal erlaubten THC-Wert für
Industriehanf von 0,3% auf 1%.
Ohne die Tragweite dieser Gesetzesänderung zu ahnen, beschlossen die
Organisatorinnen, die CannaTrade ab 2012 im Zweijahresrhythmus als kleine, aber feine Schweizer Hanfmesse weiterzuführen. Mit der Stadthalle Dietikon fand sich ein passender Ort, und bis 2016 wurden dort drei Ausgaben durchgeführt, jeweils als ein Schweizer Szenetreffen mit internationalen Gästen, die der alten Zeit verbunden waren. Es machte Freude, auch wenn die Arbeit nun ehrenamtlich wurde. Bis im Frühling 2016 das CannaTrade-Telefon klingelte: Die Firma Bio Can AG kündigte an, legale Grasblüten auszustellen. Ben Arn erinnert sich: «Ich hielt es zuerst für einen Scherz. Doch als die amtlichen Dokumente eintrafen, wussten wir: Jetzt könnte sich alles ändern.» Und so kam es. 2017 war die grüne Goldgräberstimmung zurück – stärker als je zuvor. Die CannaTrade zog in die Halle 622 in Zürich-Oerlikon, und die Messen 2018 und 2019 waren rasch ausverkauft. Aus dem gemütlichen Schweizer Event wurde wieder einer der wichtigsten europäischen Branchentreffpunkte, besucht von Kundinnen aus über 40 Ländern. Der nächste
Schritt war klar: Die CannaTrade darf zurück nach Bern, auf das grösste Messegelände
der Schweiz.
Die CannaTrade 2020 wurde als doppelt so grosse Ausgabe wie bis anhin geplant – bis
im März das allen bekannte Virus kam. Zwei Monate vor dem Start der Messe musste
alles abgesagt werden, ein finanzielles Desaster. «Wir hatten zehn Monate Arbeit
investiert, alle Leistungen gebucht und vieles schon bezahlt», erzählt Ben Arn. Doch
die Aussteller*innen hielten zur Messe, liessen ihre Anzahlungen stehen und halfen mit
einem Aufschlag, das Covid-Loch zu überbrücken – obwohl auch 2021 keine Messe
stattfand und alles auf 2022 verschoben werden musste. Die Treue hatte Gründe: Die
neue politische Bewegung, die anstehenden Pilotprojekte, erste gesetzliche Öffnungen
für medizinisches Cannabis und langjährige, freundschaftliche Beziehungen zu den
Ausstellern.
2021 konnte dank ersten Covid-Lockerungen der 20. Geburtstag gefeiert werden: als
«20 years CannaTrade – Festival» auf dem BernExpo-Outdoor-Gelände, mit
Markständen, der CannaSwissCup-Awardshow, dem Joint Roll Contest und dem Hemp
Food Festival. 2022 kehrte die grosse CannaTrade dann nach Bern zurück. Der CBD-
Boom war zu diesem Zeitpunkt jedoch vorbei, und 2023 sowie 2024 fand die Messe
erneut in Zürich in der Halle 622 statt, zurück in der Grösse der Jahre 2018/19.
Während die Pilotprojekte anliefen und der Markt für medizinisches Cannabis langsam
wuchs, zeigte die Teil-Legalisierung in Deutschland 2024, dass die Schweiz im
internationalen Vergleich zu zögerlich blieb. Der Zweijahresrhythmus wurde wieder
eingeführt, um die Messe wirtschaftlich zu stabilisieren. 2025 schuf die CannaTrade ein
neues Format: das eintägige «Buds and Beats» – als Treffpunkt für Szene und
Publikum im Zwischenjahr wo keine CannaTrade stattfand.
Nun ist es so weit: Vom 29.–31. Mai 2026 findet die nächste CannaTrade in der Halle
622 in Zürich statt und feiert dabei ihren 25. Geburtstag. Das bedeutet ein
Vierteljahrhundert internationale Hanfgeschichte und tausende persönliche Geschichten
von Ausstellern und Besuchern. Viele heute weltweit aktive Unternehmen haben einen
engen Bezug zur Schweizer Messe, entweder aus der Zeit der Duftsäckli in den 90ern,
aus der CBD-Ära oder aus der aktuellen Phase der Pilotprojekte, die europaweit
Beachtung finden. Auch im medizinischen Bereich tut sich viel: Schweizer Firmen
produzieren, importieren und exportieren medizinisches Cannabis, treiben Forschung
voran, und mit dem «Medical Pavillon» erhält das Thema auch auf der diesjährigen
Messe seinen Platz.
Es bleibt spannend – und ein Besuch der CannaTrade 2026 ist allen hanfinteressierten
Menschen, ob Geschäftskunde oder Besucher*in, wärmstens empfohlen.













