
Runder Tisch in Baar-Ebenhausen: CSC Hallertau diskutiert mit MdB Leon Eckert über die Zukunft von Cannabis in Bayern
Der Cannabis Social Club Hallertau e.V. hat am 30. Oktober gemeinsam mit den Grünen Baar-Ebenhausen zu einem öffentlichen „Runden Tisch“ geladen – ein Abend, der sich ganz der Frage widmete, wie es mit Cannabis in Bayern weitergeht. Neben Bundestagsmitglied Leon Eckert (Bündnis 90/Die Grünen) nahm auch Sozialarbeiter Markus Wittmann aus Pfaffenhofen teil, der aus seiner praktischen Arbeit mit Jugendlichen und Konsumierenden berichtete.
Schon in der Eröffnung machte der Vorstand des CSC Hallertau deutlich, wie notwendig eine solche Veranstaltung sei. Vorsitzender Mike Weber sparte nicht mit Kritik: Die Umsetzung des Cannabisgesetzes (CanG) bleibe weit hinter den ursprünglichen Zielen zurück – verantwortlicher Konsum, Prävention und Schwarzmarktverdrängung. Stattdessen dominiere parteipolitische Stimmungsmache.
„Wir sind leider immer noch nicht da angekommen, wo die Gesetzgeber mit dem CanG hinwollten“, so Weber. „Wissenschaftliche Fakten werden von der Union ignoriert oder verdreht. Das schadet der Idee des Gesetzes und hilft letztlich nur dem Schwarzmarkt.“
Faktencheck und politische Einordnung
Mit einer Präsentation, Videosequenzen und einem ausführlichen Faktencheck wurden zahlreiche aktuelle Debattenpunkte aufgegriffen. Besonders der ständige Vergleich von Cannabis und Alkohol sorgte für Diskussion – ein Thema, zu dem viele Gäste Nachfragen hatten.
Sozialarbeiter Markus Wittmann lieferte praxisnahe Perspektiven und lobte den Club als positives Beispiel: „Beim CSC Hallertau sieht man, dass die üblichen Klischees über Konsumierende überholt sind. Hier stehen Prävention, Aufklärung und Kommunikation im Mittelpunkt. Genau das fehlt vielerorts – vor allem an Schulen.“
Eckert: „Schwarzmarktverdrängung wird aktiv sabotiert“
Für den Bundestagsabgeordneten Leon Eckert bot der Abend Gelegenheit, die Lage aus Bundestagssicht einzuordnen. Eckert war bereits an der Entstehung des CanG beteiligt und kritisierte das politische Gegenfeuer, das vielerorts spürbar sei:
„Unionspolitiker blockieren eine sachliche Debatte, indem sie wissenschaftliche Erkenntnisse ignorieren und Angstnarrative verbreiten. Dabei verursachen Alkohol und Tabak nachweislich erheblich mehr Gesundheitsschäden.“
Der Cannabis Social Club Hallertau zeige, wie ein verantwortungsvoller Umgang mit Cannabis in der Praxis funktionieren könne – begleitet von Prävention, Transparenz und Kontrolle.
Unterstützung aus der Kommunalpolitik
Auch Bettina Markl, Sprecherin des Grünen-Ortsverbands Baar-Ebenhausen und Landratskandidatin für den Landkreis Pfaffenhofen, betonte die Bedeutung des Vereins für die Region:
„Wir sind sehr froh über die engagierte Arbeit des CSC Hallertau. Social Clubs sind der goldene Schlüssel, um den Schwarzmarkt auszutrocknen und gleichzeitig Jugendschutz und Gesundheitsschutz auf einem hohen Niveau sicherzustellen.“
Fazit
Der Abend machte klar: Es gibt weiterhin großen politischen und gesellschaftlichen Gesprächsbedarf rund um Cannabis – besonders in Bayern. Der CSC Hallertau will hier auch künftig eine aktive Rolle einnehmen und setzt auf Aufklärung statt Ideologie, sachliche Diskussion statt Panikmache.











