
Duisburg. Im Ruhrgebiet tut sich was: Der Green Mile Social Club e. V. hat offiziell mit dem gemeinschaftlichen Cannabis-Anbau begonnen – und damit einen weiteren Meilenstein für die Legalisierungspraxis in Deutschland gesetzt. In der Nähe von Duisburg setzten Mitglieder der Anbauvereinigung erstmals Stecklinge in die frisch eingerichtete Indoor-Produktionsstätte. Green Mile ist damit der erste vollständig lizenzierte Cannabis-Club in der Stadt und einer der bislang wenigen im gesamten Ruhrgebiet.
Sechs Sorten, Hightech und klare Ambitionen
Gestartet wurde direkt mit sechs verschiedenen Sorten, die in einer genehmigten Halle unter streng kontrollierten Bedingungen wachsen. Die Produktionsstätte wurde mit moderner Technik ausgestattet: Automatisierte Bewässerung, sensorgesteuerte Klimaführung, präzise Lichtsteuerung und eine Softwarelösung, die alles von der Dokumentation bis zur Mitgliederverwaltung übernimmt.
Der Verein rechnet damit, Ende dieses Jahres oder Anfang 2026 die erste Ernte an die Mitglieder ausgeben zu können. Und der Bedarf ist da: Schon jetzt stehen mehr als 240 Interessierte auf der Warteliste. Insgesamt sollen maximal 450 Mitglieder aufgenommen werden – Voraussetzung ist ein Wohnsitz in Deutschland und ein Mindestalter von 21 Jahren.
Vom Eckkneipen-Charme zur Abgabestelle
Parallel zum Start in der Growhalle laufen die Umbauarbeiten an der zukünftigen Abgabestelle des Clubs. Dafür wird die ehemalige Eckkneipe „Haase Schänke“ auf 103 Quadratmetern zu einem modernen, gut angebundenen Ausgabeort umgestaltet. Hier soll perspektivisch ein Ort entstehen, der Seriosität, Beratungsqualität und Jugendschutz miteinander verbindet – fernab der Klischees, die Cannabisclubs bis heute begleiten.
„Es geht gar nicht, dass das Ruhrgebiet so wenige Clubs hat“
Yvonne Gotzes, Sprecherin des Vereins, findet klare Worte zur aktuellen Lage im Revier:
„Das Ruhrgebiet ist der größte Ballungsraum Deutschlands. Es geht gar nicht, dass wir hier noch so wenige Cannabis-Anbauvereinigungen haben. Um den illegalen Markt wirklich zurückzudrängen, braucht es viel mehr Clubs. Wir wollen zeigen, dass gemeinschaftlicher Anbau funktioniert – und anderen Mut machen.“
Die Lizenzierung war für Green Mile der erste große Schritt; der nun begonnene Anbau fühlt sich für die Beteiligten wie der Start einer neuen Phase an. Gotzes betont, dass der Verein viel investiert hat – in Technik, Räume, Planung, Sicherheit. Und jetzt zählt jeder Tag, um die erste Abgabe vorzubereiten.
Sicherheit, Kontrolle und Transparenz
Die Anbaustätte ist mit einem umfassenden Sicherheitskonzept ausgestattet. Darüber hinaus nutzt der Club eine speziell für Cannabis-Anbauvereinigungen entwickelte Software, die alle notwendigen Dokumentations- und Verwaltungsprozesse abbildet – ein wichtiger Punkt, um sowohl KCanG-Vorgaben als auch den Anspruch des Vereins nach maximaler Transparenz zu erfüllen.
Besichtigungen für Journalist:innen möglich
Für Medienvertreter:innen öffnet Green Mile in den kommenden Wochen die Türen zur Produktionsstätte. Das dürfte für viele spannend sein – denn bislang gibt es nur wenige Clubs, die so früh und so professionell in die neue Legalisierungsrealität starten.
Anmeldungen sind unter info@green-mile-club.de möglich.
Über den Verein
Der Green Mile Social Club e. V. versteht sich als moderner Cannabis-Club, der auf Prävention, Jugendschutz und Produktsicherheit setzt. Mit einer voll lizenzierten Anbaustätte und einer zentral gelegenen Abgabestelle will der Verein einen Beitrag zur Entstigmatisierung von Cannabis leisten – und zeigen, dass regulierter, sicherer und gemeinschaftlicher Anbau im Ruhrgebiet längst überfällig ist.











