Samstag, 9. Juli 2022

Russland: Basketballspielerin Brittney Griner plädiert schuldig

Foto: Su/Archiv

Russland: Basketballspielerin Brittney Griner plädiert schuldig.

Die Basketballspielerin Brittney Griner wurde am 17. Februar am russischen Flughafen Scheremetjewo festgenommen. Bei ihr wurde die unglaublich hohe Menge von 0,7 Gramm Cannabisöl gefunden. Diese massive Menge sorgte dafür, dass die WNBA-Spielerin sofort inhaftiert wurde. 

Cannabisöl gilt in Russland als Betäubungsmittel und da kennen die russischen Behörden kein pardon. Die afroamerikanische und homosexuelle Basketballspielerin wirkt durch ihre progressive Lebensweise bedrohlich für die russische Föderation. Eine emanzipierte Frau, in einem Land mit Cannabis ist dort ein klarer Sittenverstoß. 

Die 31-jährige war nun für über 4 Monate in Untersuchungshaft in einem russischen Gefängnis. Am 7. Juni 2022 fand das Plädoye für die Verteidigung statt. Grinner plädiert eindeutig auf schuldig und leugnet nicht, dass sie das verbotene Cannabisöl dabei hatte. Sie sagt dazu klar: “Ich plädiere auf schuldig, Euer Ehren.” Des weitern fügte sie noch hinzu “Es war aber keine Absicht, ich wollte keine Gesetze brechen.” 

Sie wurde gebeten ein schriftliches Geständnis abzugeben, sie bat das Gericht um mehr Zeit. Diese wurde ihr auch gewährt. 

Die USA machen Anstalten Griner an die USA auszuliefern, damit sie den rest ihrer verdienten Strafe in den USA absetzen kann. Der Stellvertretende russischer Außenminister Sergei Ryabkov jedoch legt sein Veto ein, denn ein Gefangenenaustausch sei nicht ohne weiteres so einfach möglich. “Die amerikanische Seite, einen Hype zu kreieren sowie der virale Aufschrei in den sozialen Medien sein verständlich, helfe ihr aber nicht.” so Ryabkov. Es ist auch naiv zu Glauben, dass ein Land welches einen brutalen Vernichtungskrieg fährt, sich von Menschen im Westen beeindrucken lässt. 

Der US-amerikanische Außenminister Antony Blinken sagte aber, er werde nicht aufgeben für die Auslieferung Griner’s zu kämpfen. Ebenfalls gilt sein Einsatz auf für andere amerikanische Gefangene in Russland wie dem Marinesoldaten Paul Whelan. Dazu schrieb er auf Twitter: “Wir werden nicht aufgeben bis Brittney, Paul Whelan und andere, aus nichtigen Gründen festgehaltene Amerikaner wieder bei ihren Liebsten sind.” 

Griner erhielt einen Brief vom Präsidenten Biden. Dieser Brief wurde ihr von der Leiterin der US-Botschaft in Russland überreicht. Sie schrieb dem Präsidenten, dass sie gut esse und sogar die Möglichkeit habe Bücher zu lesen. Unter den gegebenen Umständen gehe es ihr gut. Dennoch muss die Basketballspielerin umgehend an die USA ausgeliefert werden. Den ihre Frau sagt, die Zustände in den Gefängnissen Russlands seien unerträglich und Brittney müsse umgehend befreit werden. 

Griner wurde eine Woche vor dem russischen Angriff auf die Ukraine festgenommen. In ihrer Tasche wurden zwei Kapseln mit Cannabisöl zum dampfen gefunden. Griner sagt, sie sei in Eile gewesen und habe ausversehen die Kapseln mitgenommen. Es sei keine Intention gewesen und lediglich dem Stress geschuldet. 

In der aktuellen extrem angespannten Situation ist die Kommunikation mit Russland natürlich noch deutlich erschwert. Dennoch werden ihre Anwälte und die US-Botschaft sich für sie einsetzen und versuchen sie nach Amerika zurückzuholen. 

Die russische Judikative zu verstehen, ist aus westlicher Sicht sehr schwer. Dort gelten vollkommen andere Regeln als bei uns. Dennoch wird weiter für ihre Auslieferung gekämpft. Die Erfolgsaussichten sind allerdings unklar. Griner hat Angst, dass sie vielleicht für immer in diesem russischen Gefängnis festsitzt. 

Es ist eine schreckliche Situation für die junge emanzipierte Frau in einer solch unwürdigen Situation festzustecken. Wir hoffen dennoch auch auf eine Auslieferung von Brittney Griner an die USA. 

Ein Beitrag von Simon Hanf

3 Antworten auf „Russland: Basketballspielerin Brittney Griner plädiert schuldig

  1. Rainer

    Ist schon ein eigenartiges Gefühl,wenn man sich völlig unschuldig wägt,aber dennoch wie ein Schwerverbrecher Vorbestraft wird.Oft heißt es dann,man hätte kein Schuldbewußtsein,was den Straftäter noch schlechter aussehen läßt.

  2. Carloz

    Wer hat den Drogenkrieg eingeführt? Russland? Nee die Amis waren es und die regen sich jetzt auf?

  3. Ramon Dark

    Die Prohibition in Russland ist schon aussergewöhnlich schlimm und dort gibts garantiert auch viel Rassismus, Frauenfeindlichkeit und Homophobie, allerdings wie in den meisten anderen Ländern der Welt auch. Aber nebenbei gesagt: Ohne Russlands Ukrainekrieg rechtfertigen zu wollen(bin Pazifist und gegen jedes Militär und jeden Krieg), die brutalen Vernichtungskriege von Kaiser- und Nazideutschland sowie den USA (z.B. angefangen von Korea, Vietnam, über Irak usw.) sind ein grösseres Kaliber (ca.27 Mio. Tote im 2. WK allein im Bereich der ehemaligen Sowjetunion),haben sogar einzeln betrachtet wesentlich mehr Todesopfer gekostet und waren brutaler als das, was in der Ukraine gerade abläuft. Was ist mit Saudi-Arabiens jahrelangem Gemetzel (mit US-Unterstützung und deutschen Panzern) im Jemen(ca.13 Mio. müssen deswegen dort seit langem hungern), türkisches Kurdengemetzel mit NATO-Waffen in Nordsyrien und im Nordirak samt Repression im eigenen Land, ist das vielleicht besser? In Saudi-Arabien, guter Freund der NATO-Staaten gibts NULL Demokratie und Menschenrechte. Dieben wird dort z.B. immer noch die Hand abgehackt und Frauen dürfen erst seit einiger Zeit Auto fahren. Und das Öl von dort soll dann moralisch besser sein als das aus Russland? Aber Griner tut mir wirklich leid, ich möchte weder in einem russischen, amerikanischen (vielleicht noch gar in Guantanamo) oder sonstigem Gefängnis sitzen. Ohne Prohibition wäre eine politische Instrumentalisierung ihres Falls von keiner Seite aus möglich. Doppelbödige Moral hetzt nur in eine Richtung, ist hasserzeugende Kriegspropaganda und nicht friedensstiftend. Julian Assange lässt übrigens aus britischer Folterhaft auch noch den Rest der Welt grüssen!

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