Freitag, 25. Februar 2022

Suchtfachgesellschaften stellen Forderungen an die Regierung

In einer gemeinsamen Stellung wurden fünf zentrale Forderungen gestellt

Suchtmittel-Experte, Suchtfachgesellschaften, Verbot, Cannabis
Bringt 2022 einen Weg aus dem Verbot?

Nun wenden sich die Suchtexperten an die Regierung und fordern Klarheit: In ihrem gemeinsamen Positionspapier fordern „den Gesetzgeber auf, geeignete Maßnahmen zu ergreifen, welche die gesundheitlichen und sozialen Folgeschäden mindern, die bei einer Ausweitung des Cannabiskonsums erwartbar wären.“ Die vier Suchtfachgesellschaften DG-Sucht, DGS, dgsps und DHS erklären, dass sie zusammen „das gesamte Spektrum der Suchtprävention, Sucht-Selbsthilfe, und Suchttherapie“ darstellen, allesamt mit Konsumfolgen und Störungen durch Cannabis konfrontiert – daher hat das Papier selbstverständlich auch ein gewisses Gewicht.

Allen Anfang bildet bei dem Papier der Jugendschutz, der durch begrenzte Öffnungszeiten, Mindestabstand von Schulen, Abgabe ab 18 (im besten Fall ab 21) Jahren, Mengenbegrenzung und anderen Maßnahmen sicher gestellt werden soll. Der Punkt ist mit Abstand der längste des Papiers, und bildet auch durch Argumente wie eine werbefreie Verpackung und Telefonnummern für Beratungsstellen ein Fundament, welches durchaus sinnvoll bei der Gesetzgebung wäre.

Daraufhin folgen eine Forderung nach legalen Verkaufswegen – die Suchtfachgesellschaften rechnen damit, dass der Schwarzmarkt die Preise drücken wird, um dem legalen Verkauf unter Druck zu setzen. Der dritte Punkt dürfe wohl für etwas Aufsehen folgen: Der Steuersatz soll, unter anderem, je nach Wirkstoffgehalt ermittelt werden. Die zusätzlichen Mittel sollen der verbesserten Prävention, Früherkennung, Beratung und anderen suchtbezogenen Maßnahmen zugute kommen. Das Papier argumentiert hier moralisch: „Hiermit würde der Gesetzgeber zeigen, dass nicht der Steueraufwuchs im Zentrum der gesetzlichen Veränderungen steht, sondern der gesamtgesellschaftliche Nutzen.“ Ein wirklich neuer Punkt ist dies allerdings nicht, auch weil die Bundesregierung eine verstärkte Prävention bereits mehrmals als Verwendungszweck der Steuereinnahmen erwähnt hat.

Zuletzt wünschen sich die Suchtfachgesellschaften eine interdisziplinäre Expertengruppe, die der Regierung in Sachen Cannabis und Umsatz der neuen Regulierungen, welche die durch die Legalisierung in Kraft treten würden, unter die Arme greift. Das Papier enthält also wenig neue Punkte, vielmehr formuliert es die bereits bestehenden Vorhaben der Regierung deutlich aus und bildet so eine Blaupause, für ein mögliches Gesetz. Der Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Burkhard Blienert, sowie die Regierung selbst, äußerten sich bisher nicht zu dem Positionspapier.

11 Antworten auf „Suchtfachgesellschaften stellen Forderungen an die Regierung

  1. Smile Indica

    Bei der bisherigen Statistik der Drogentoten sieht man ja was für „phantastische Arbeit“ diese Dummschwätzer bisher geleistet haben. Maßlose Selbstüberschätzung, Herrschaftsgehabe und einen halbsteifen in der Hose vor Erregung über ihr „wertvolles“ Handeln und von Nichts eine Ahnung. Was für selbsernannte Dummschwätzer. Sie behandeln am besten die Koksnasen im Bundestag. Die passen gut zueinander.

  2. Ramon Dark

    Was da wieder einmal unter den
    Teppich gekehrt wird ist die Beachtung des Zusammenhangs zwischen sinkendem Alkohol- und erhöhtem Cannabiskonsum, wie er sich in den bereits legalisierten Staaten nach der Legalisierung entwickelt hat. Summa summarum bedeutet das natürlich auch einen Rückgang der vielen Gesundheitsschäden und Todesfälle durch den wesentlich gefährlicheren Alkohol. Die Erhöhung der weitaus selteneren und geringeren Schäden bei häufigerem Konsum von Cannabis fallen dadurch längerfristig weniger ins Gewicht und es entsteht ein gesundheitlich positiver gesellschaftlicher Effekt.

  3. Daniela Blomeyer,

    Ich finde dieses Papier nur in kleinen Teilen angemessen.

    I. Verkauf ab 21, dürfte mMn gerne 25 sein, da erst dann die Gehirnreifung abgeschlossen ist.

    II. Warum kein Konsum am/im Verkaufsgeschäft? Da sind Leute unterwegs, die sich sehr gut in der Materie auskennen und wissen, wann und wie gehandelt werden muss.

    III. Öffnungszeiten reglementieren. Tolle Idee, dann kriegt ihr Politiker den Schwarzmarkt nicht weg, der hat nämlich 24/7 geöffnet.

  4. Rainer

    Die Politiker sind froh,wenn die sich nicht mit Legalisierungsfragen befassen müssen.Da die keinen konkreten Plan für die Verwirklichung und die Umsetzung haben,äußern die sich nicht dazu.Ist halt im Augenblick nicht passend und sowieso lästig.Die Suchtexperten geben auch erst Ruhe,wenn das Vorhaben begraben ist.

  5. buri_see_käo

    Die Suchtexperten kennen sich sicher bestens aus. Uns hat man in der Schule ’nen Film gezeigt: Der Säufer, im Entzug, würde weiße Mäuse sehen. Ich tue mich nicht als Experte hervor, bezweifel aber, dass sich Säufer-Entzugs-Dramen „1 zu 1“ auf Cannabis-Konsumenten übertragen lassen, schließlich ist ein Ei keine Gurke. Weil in DE im Zuge der unglaublich freien Forschung & Wissenschaft Cannabis außen vor bleiben musste sind das aber gewagte Versuche, sich bei derartig kümmerlicher (Erkenntnis-)Lage zum Experten zu erklären.
    Die Sichtweite der Experten überragt die Länge der eigenen Nase nicht, oder wo gibt es die „Ausweitung des Cannabiskonsums“ nach Legalisierung? Nebenbei, die Walachei gibt es jedoch wirklich, südlich von Transylvanien, der Heimatregion des Grafen Dracula. So!, Ihr Experten.
    @ Daniela Blomeyer, aber dann stinkt doch der ganze Laden. Abhilfe, Siechenkammer darin einrichten? Abhilfe, Ich rauche mit oder ohne Kiffe nur OpenAir.
    mfG  fE

  6. Dr. Voss, M A.

    …… die Besteuerung nach Delta-9-THCA-Gehalt wird wohl entfallen. Wir haben Dr. Schinnenburg (MdB)
    biochemisch dargelegt, mit welchen Herstellungsmodifikationen eine Cana-Industrie eine solche Steuer legal umgehen könnte. So entgingen unserem Fiskus horrende Steuereinnahmen. Bei der nachfolgenden Sitzung im Bundestag wurde tatsächlich angemerkt, dass eine solche Gehalts-abhängige Steuer „auf Kritik gestoßen sei“. Ich gehe inzwischen davon aus, dass es eine andere Art der Besteuerung geben wird, welche auch mehr Einnahmen generiert. MeCaDt / Dr. Voss

  7. Substi

    Bin ich in einer Parallelwelt oder hab ich da was nicht mitbekommen? 160.000 tote Alkoholopfer im Jahr, gegen 0 Cannabis-Tote und die setzen sich hin, beheulen den Rückgang des Tabak- und Alkoholkonsums und schwafeln von harter Regulierung; hart an der Grenze zur Gängelung!? Was macht diese „Suchtexperten“ eigentlich zu Experten? Verallgemeinerte Lektüre über Drogenkonsum und Folgen nebst Befragung in Suchthilfeeinrichtungen in denen sich überwiegend sowieso die Problemfälle und „komm aus dem Gefängnis frei“-Kunden aufhalten und natürlich nicht positiv urteilen…
    Es ist eine Farce! Diese hochnäsige Ignoranz ist kaum auszuhalten! Das ist wie ein Mann der genau weiß wie sich eine Geburt anfühlt…

  8. Haschberg

    Dass ein Positionspapier in dieser oder ähnlicher Art kommt, sollte niemanden sonderlich überraschen.
    Dann sollen unsere Fachleute mit diesen Suchtexperten halt mal ein vernünftiges Konzept ausarbeiten, schließlich wird es ja auch so langsam mal Zeit.
    Hauptsache, es tut sich endlich was in dieser schier unendlichen Geschichte einer angestrebten Legalisierung von Cannabisprodukten..

  9. Otto Normal

    Die Regierung wird evtl. das BVG Urteil abwarten und hoffen das der Leitsatz wie so oft mit
    „Der Gesetzgeber hat einen großen Spielraum bla bla blub“
    beginnt.

    Dann können sie in aller Ruhe daran gehen das Cannabisknebelgesetz noch ein klein wenig strenger zu machen um wenigsten noch eine kleine verdeckte Prohibition zu behalten, sei es durch Mengenbegrenzungen, sittenwidrig hohe Steuern, schlechte Öffnungszeiten oder unsinnige Abstandsregeln ect.

    Die jetzige Besetzung des BVG ist nicht sonderlich positiv zur Legalisierung eingestellt. Frau Merkel hat kurz vor Schluß quasi als „Abschiedsgeschenk“ noch einen streng religiösen Hardliner dort installiert.

    Die Abgabe erst ab 21 oder gar 25 halte ich rechtlich für problematisch da Tabak und Alkohol bereits ab 18 konsumiert werden dürfen. Zumindest Alkohol schädigt das nicht voll entwickelte Gehirn wie man an vielen Politikern deutlich erkennen kann. Ob das Gehirn mit 18, 21 oder 25 voll entwickelt ist wurde bisher noch nicht schlüssig bewiesen, da nicht klar ist wie man „voll entwickelt“ genau definiert. Wenn ich mir Mortler oder Spahn angucke oder gar dem Lauterbach zuhöre bekomme ich Zweifel ob bei manchen Leuten 50 oder mehr Jahre für den Entwicklungsprozeß überhaupt ausreichen.

    In einem Punkt bin ich aber ziemlich sicher:
    Der Eigenanbau ist das Letzte was gewollt ist, da jetzt bereits schon die entsprechenden „Amigos“ hufescharrend in den Startlöchern stehen um sich den neuen Markt aufzuteilen. Um die Konsumenten geht es gar nicht und um den Jugendschutz erst recht nicht. Das ist alles nur vorgeschoben und geheuchelt.

    Die Schwadlappen dieser Pseudobehörden „Suchtfachgesellschaften“ (LOL) werden von den echten medizinischen Könnern, wie z.B. die Ärzte die mir in vielen stundenlangen OP das Leben gerettet haben, meist nur belächelt. Man kann heutzutage allerlei Organe verpflanzen, vorübergehend Herzschlag und Atmung abschalten und überbrücken und man hat Schmerzmittel die so gut wie jeden Schmerz beliebiger Stärke abstellen können.

    Aber die Schulmedizin – eben solche Typen wie die im Artikel genannten – hat als Antwort auf Suchterkrankung zb. bei Tabak und Alkohol nur die Lehren von Allen Carr oder Gummizelle. Es gibt keine wirksamen Medikamente die der Entwöhnung helfen können indem z.b. der Entzug vorübergehend abgestellt wird bis alles „verheilt“ ist. Ich meine nicht Substituierung mit Methadon oder sowas, nein so wie das Schmerzmittel nach einer schweren OP.

    Die haben außer eben solchem Gelaber wie das im Artikel kommentierte Pamphlet, in den vergangen 250 Jahren, nicht viel auf die Beine gestellt. Jeder Kiffer weiß mehr als über Cannabis als die. Was mir noch auffällt ist, daß man von solchen Mietmäulern immer nur hört was NICHT geht, aber nie WAS denn geht. Das ist immer nur destruktiv. Die haben gar keine konstruktiven Vorschläge da sie immer nur in ihrer Blase stecken, zusammen mit den von den Gerichten eingewiesenen unfreiwilligen Patienten, ständig getrieben von der Angst daß die Gesellschaft die Erfolglosigkeit im Kampf gegen Suchterkrankungen irgendwann erkennt und sie dann ihre Geschäftsgrundlage verlieren. Für diese Leute steht eben auch viel auf dem Spiel.

    Aber die Freiheit und die Grundrechte der Cannabiskonsumenten dürfen nicht dort enden wo die Angst dieser sog. „Experten“ beginnt.

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