Freitag, 24. Dezember 2021

Kleidung aus Hanf gegen Viren

Forscher überprüfen, ob Hanf-Kleidung gegen Viren, Bakterien und Pilze hilft

Könnte Hanf Kleidung von Bakterien befreien? Bild: Kai Pilger.

Sicherlich: Nicht alle Naturheilmittel halten was sie versprechen. Auch Cannabis ist kein Allheilmittel. Aber erklärt man bestimmte Pflanzen für illegal, verhindert man die adäquate Erforschung dieser ebenso wie die potentiell ungeahnten Vorteile. Das gilt für Naturheilmittel wie für chemische Drogen – doch die Zeiten scheinen sich langsam zu ändern. Nicht nur die therapeutische Wirkung von Ketamin und LSD sorgen momentan für aufsehen. Im Bereich Hanf wird seit kurzem ebenso eine neue Einsatzform erforscht: Kann Kleidung aus Hanf Viren, Bakterien und Pilze töten?

Gerade in Zeiten der Pandemie und nur mangelhaften Impfzahlen wird deutlich, wie angsteinflößend und schädlich die kleinen, unsichtbaren Erreger sind. Cannabis hat sich evolutionär eine reichhaltige Abwehr gegen diese Erreger aufgebaut. Die österreichische Firma Business Upper Austria will mit dem Projekt Natural-fibre for Prevention (kurz NOPE) diese Eigenschaft nutzen. Gemeinsam mit anderen Unternehmen soll herausgefunden werden, ob auch gewebter oder gestrickter Hanf diese Eigenschaften beibehält und welche Produktionsformen hierfür förderlich sind. Schlussendlich könnten mit den Ergebnissen Krankheiten wie Covid-19 eingedämmt werden – herkömmliche Masken aus Baumwolle verhindern das Verbreiten von Viren und Tröpfchen durch ihre feinmaschige Webstruktur; Masken aus Hanf könnten zusätzlich auch durch ihr virusabweisendes Material Krankheitsverbreitung effektiv verhindern.

Für Hanftextilien spricht auch die gute Ökobilanz von Hanf (sollte es im freien angebaut werden), die geringen Ansprüche an Böden und Wasser seitens der Pflanze, und die geringen Ressourcen, die für eine Weiterverarbeitung benötigt werden. Baumwolle schneidet hier deutlich schlechter ab. Sollten die Forscher erfolgreich sein und hanfbasierte Kleidung entwickeln, die Krankheitserreger abweist, wären dies die ersten Hanffaserprodukte, welche dies mit wissenschaftlichem Nachweis tun. Selbst bei anderen Naturfaserprodukten gibt es meist nur wenig wissenschaftliche Beweise.

Wem die Forschung zu lange dauert, der kann sich wahlweise auch ein wenig Cannabis in die Maske stecken und auf das Beste hoffen – ob der junge Mann, der kürzlich mit Cannabis unter der Maske erwischt wurde, dies zur Virusbekämpfung tat, ist bisher noch unklar.

5 Antworten auf „Kleidung aus Hanf gegen Viren

  1. Hans Dampf

    Danke Otto,
    und Euch allen einen ruhigen und entspannten Jahreswechsel.
    Hoffentlich bald mit einer zufrieden stellenden LEGALISIERUNG von Cannabis.

  2. Harry Anslinger

    Die nüchterne Seite des Hanf
    Ja, den gibts auch noch, den Nutzhanf, und nur dafür ist er zuständig , da ist ja auch noch genug Anpassungsbedarf (z.B. Grenzwerte bei THC ) an die Realitäten.
    Nutzhanf ist hier in D erst seit den 90ern überhaupt wieder erlaubt.
    Genau auf den hatte es Harry Anslinger mit seinen vielen DuPont – Aktien (Kunstfaserchemie) auch oder gar überhaupt abgesehen.
    Und was für ein Theater damals in den 80gern wegen der Legalisierung, und das nur wegen einer Faserpflanze mit weniger als 0,1% THC nach EU-Vorgabe..
    Da ist selbst dem letzten Normalo klar geworden, was für ein Blödsinn das Anbauverbot darstellte und die Bauern haben es auf Rügen der Angela erklärt und Angela hats dann dem Helmut erkärt.
    Und die gleichen Hirnies wie heute haben damals das Abendland untergehen gesehen bei einem Anbau von Nutzhanf.
    Die Unterscheidung zwischen Nutz und Drogenhanf gab es beim allg. Hanfverbot 1929 nicht.
    Das ist erst durch die EU so gekommen. da es in Frankreich , Italien und Spanien Bauern gab , die ihren Hanf, der noch alles konnte, wie seit Jahrhunderten weiter anbauen wollten und es gab dann sogar die fettesten EU-Subventionen dafür.
    Das Potential der Nutzpflanze ist riesig,
    wenn man bedenkt, wie weit wir bis 1945 in der technischen Verarbeitung
    von Hanf waren, die Anlagenbauer in BaWü waren Weltspitze, was sonst
    auch , die haben sogar Fallschirmseide daraus hergestellt.
    Die größte Hanfverarbeitungsfabrik Europas war die Fa.Salzmann und stand in Kassel – Bettenhausen mit 6000 Beschäftigten.
    Wäre das nicht etwas für die Lausitz?.
    Niemand braucht noch so ökomäßige Baumwolle, denn die braucht genausoviel Wasser wie jede andere, nämlich Unmengen , der Hanf nicht.
    Ja, wo ist er denn, der Aralsee?
    Na, in all unseren Baumwollerzeugnissen.
    P.S. Fröhliche Weihnachten an alle.

  3. Haschberg

    Ich bin mir mehr als sicher, dass im Hanf genügend Potential steckt, um das Virus erfolgreich in Schach zu halten. Warum soll das nicht auch auf die Hanftextilien zutreffen?
    Die Forschung sollte auf jeden Fall zum Wohle der Menschen dahingehend verstärkt werden.

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