Freitag, 10. September 2021

Italien vor Entkriminalisierung von Eigenanbau

Bis zu vier Pflanzen könnten im eigenen Heim erlaubt sein

Bald Nachwuchs im Eigenheim? Ligurien in Norditalien. Bild: N. Huempfner

Italien wird den Anbau von bis zu vier Cannabispflanzen im eigenen Heim möglicherweise entkriminalisieren. Die Justizkommission der Abgeordnetenkammer hat dem Gesetzesentwurf vor wenigen Tagen zugestimmt. Nun muss der Senat noch zustimmen.

Damit wäre Italien in Europa Vorreiter. Der Abgeordnete Riccardo Magi der liberalen proeuropäischen Partei +Europa (Più Europa, also „mehr Europa“). Dieser gibt als Vorbild für den Gesetzesvorschlag das Modell der USA an. Hier habe der legale Markt den illegalen ersetzt und 300.000 Arbeitsplätze geschaffen, so Magi. Unter Zustimmung der anderen liberalen Parteien und der Opposition der konservativen wurde das Gesetz angenommen.

Gleichzeitig hat die Abgeordnetenkammer die Strafen für Handel und Besitz zum Zweck des Verkaufs erheblich erhöht. Illegaler Handel kann nun mit 6 bis 10 Jahren, statt wie vorher mit 1 bis 2 Jahren bestraft werden. Die Entkriminalisierung soll hauptsächlich für therapeutische Zwecke und gegen einen Handel auf der Straße eingesetzt werden. Bereits 2019 hatte der oberste Gerichtshof Italiens den Anbau kleiner Mengen an Cannabis im Eigenheim als legal erklärt. Auch Cannabis mit weniger als 0,6 Prozent THC ist seit 2016 legal erhältlich.

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12 Tage zuvor

Naja… Vielleicht sollte man Alkohol auch auf 4 Flaschen pro Haushalt begrenzen.
Villeicht wird dann weniger Mist erfunden

Rainer
Rainer
11 Tage zuvor

Scheinbar fast soweit und doch möglicherweise unerreichbar weit weg.Noch kann kein Italiener auch nur eine Hanfpflanze aufziehen.Da ist noch der Senat und Zeit das ganze zu verhindern.

Haschberg
Haschberg
11 Tage zuvor

Bravo. Ein erster wichtiger Schritt hin zur längst überfälligen Legalisierung.
Es scheint, als käme doch auch in Europa endlich etwas Schwung in diese so wichtige Sache.
Also ihr ewig gestrigen konservativen Politiker: nicht weiter wegducken und lügen, sondern endlich mal Farbe bekennen und die zeitgemäßen Fakten, die für eine Legalisierung sprechen, akzeptieren und in die Tat umsetzen.