Dienstag, 15. Dezember 2020

Cannabis statt Pistazien

Schmuggler und Grower erleiden in Berlin und Wuppertal schwere Verluste im Anti-Cannabis-Krieg

Cannabis
Bild: Freeimages / Christian Kitazume

 

 

Von Sadhu van Hemp

 

 

Vom Nikolaus reichlich beschenkt wurden letzte Woche das Zollfahndungsamt Berlin-Brandenburg und die Wuppertaler Drogenfahndung. Welche Türchen zu öffnen waren, um an die Leckereien zu kommen, erfuhren die Beamten von den spanischen Polizeibehörden und einem aufmerksamen Wuppertaler Bürger.

 

Aber der Reihe nach: Am vergangenen Montagvormittag gingen in Berlin drei Tatverdächtige zwischen 28 und 37 Jahren in die Falle, die „eine größere Menge Marihuana aus Spanien über eine Spedition nach Berlin auf dem Weg“ gebracht haben sollen. Wie die Generalstaatsanwaltschaft Berlin und das Zollfahndungsamt Berlin-Brandenburg am Donnerstag mitteilten, hatten spanische Drogenfahnder ihre Berliner Kollegen über die Lieferung in Kenntnis gesetzt, so dass sich Polizei und Zoll in aller Ruhe in einem Gewerbegebiet in Berlin-Karlshorst auf die Lauer legen konnten. Kurz nach Eintreffen des Lieferfahrzeugs soll ein Mann erschienen sein, der die Ware entgegennahm und einlagerte. Als er den Gewerbehof wieder verließ, sei er von einer Spezialeinheit der Zollfahndung festgenommen worden. „Statt der deklarierten Pistazien wurden 142 Kilogramm Marihuana sichergestellt“,  teilten die Behörden mit.

 

Bei der anschließenden Observation der Lagerhalle fiel den Zollfahndern eine weitere männliche Person auf, die „sich augenscheinlich sehr für die gelieferten Palletten interessierte“. Diese befanden sich jedoch in einem verschlossenen Raum des Lagers, zu dem der Mann offenbar keinen Schlüssel besaß. Daraufhin habe er das Gelände unverrichteter Dinge verlassen – gefolgt von den Fahndern des Zollamtes. In Berlin-Mitte traf er schließlich auf einen anderen Mann, um Verpackungsmaterial aus einer Wohnung zu entsorgen, das deutliche Ähnlichkeit mit der Lieferung in Karlshorst gehabt habe. Bei der späteren Analyse konnten Cannabis-Anhaftungen festgestellt werden.

 

Der finale Schlag erfolgte, als die beiden Männer Kartons aus einem Lieferwagen luden, die sie in die Wohnung bringen wollten. Bei der Wohnungs- und Fahrzeugdurchsuchung konnten 98 Kilogramm Marihuana sowie 710 Gramm Kokain sichergestellt werden. Die in Karlshorst konfiszierte „Pistazien“-Lieferung brachte 142 Kilogramm auf die Waage. Die drei Festgenommenden erhielten Haftbefehle und schmoren nun in Untersuchungshaft.

 

Der Einsatz auf dem Gewerbehof in Karlshorst war nicht der erste: Bereits im Oktober konnte die Zollfahndung unter der gleichen Adresse 87 Kilogramm Cannabis sicherstellen. „Inwieweit diese Lieferungen in Verbindung miteinander stehen, ist Gegenstand der weiteren Ermittlungen“, teilte die Behörden am Donnerstag mit.

 

 

Terroralarm wegen Cannabis in Wuppertal

 

Weniger dezent schlug die Polizei am Samstag in Wuppertal-Elberfeld zu. Anlass dafür war der Hinweis eines aufmerksamen Bürgers, der etwas erschnüffelt hatte. Laut Polizei habe der Zeuge vor einem Mehrfamilienhaus in der Friedrich-Ebert-Straße einen „süßlichen Geruch“ wahrgenommen. Zudem seien ihm verdächtige Personen aufgefallen, die sich in dem eigentlich leerstehenden Gebäude aufhielten. Grund genug also, seiner staatsbürgerlichen Pflicht nachzukommen und bei der Polizei Meldung zu machen.

 

Zur Mittagstunde rückten sie an, die Freunde und Helfer der Polizei, und das mit einem Großaufgebot wie bei einem Anti-Terror-Einsatz. Binnen weniger Minuten war der Ort des Schreckens weiträumig abgesperrt, und mit Maschinenpistolen bewaffnete Polizisten stürmten das Haus. Doch zu einem Blutbad kam es nicht. Vielmehr traf das Polizeikommando sechs nichtsahnende Männer im Alter zwischen 24 und 32 Jahre an, die sich widerstandslos festnehmen ließen und stante pede in Untersuchungshaft gesteckt werden konnten.

 

Bei der anschließenden Begehung des Hauses entdeckten die Fahnder eine hochprofessionell ausgestatte Cannabis-Farm, die sich über vier Etagen erstreckte. Staatsanwaltschaft und Polizei beschlagnahmten mehr als 600 Pflanzen, die nach Angabe der Behörden zum Großteil mannshoch und erntereif waren. Die Anwohner und Passanten wurden aus ermittlungstaktischen Gründen erst in den Nachmittagsstunden darüber informiert, dass der Großeinsatz ein paar Hanfgärtnern galt und keine Terrorgefahr mehr besteht. Am Abend musste die völlig erschöpfte Polizei Amtshilfe bei der Feuerwehr erbeten, da sie sich mit der Räumung des Grows überfordert sah.

 

8 Antworten auf „Cannabis statt Pistazien

  1. Snowflake

    Die Herrschaften der Exekutive haben nichts im Griff und prahlen dann mit solchen „Zugriffen“ in allen anderen Bereichen versagen sie kläglich. was für eine Wichstruppe. Die Truppe kann aber nur so gut sein, wie die politische Führung und wenn das eben Wich……..sind. Aber was will man erwarten. Wir sind in Deutschland – willkommen in Neandertal!!!!!!!!!!!!!

  2. Hermes

    Fulminanter Erfolg,
    nieder mit den Drogendealern,
    Freiheit für Kinderschänder!
    Krankhafter antisozialer Wahnwitz!

    ONE loVe
    SunEarth and Moon

  3. Otto Normal

    /ironieon
    Es ist Herbst und das Hallalli wird nicht nur für die Wildschweinjagt geblasen. Die Jagt auf Kiffer und Grower, die keinerlei Schonzeiten kennt und somit ganzjährig möglich ist, wird umso brutaler und eifriger durchgeführt, je mehr Staaten rings um Europa herum legalisieren.
    Wer bei der Jagt versehentlich einen Treiber erschießt muß die Witwe heiraten.

    Evtl. könnte man die Kiffer und Grower die man lebend fängt als Versuchspersonen einsetzen, um den neuen in aller Hast und Eile entwickelten und damit hochbrisanten Impfstoff gegen Corona zu testen, anstatt sie in den Knast zu stecken wo sie nur unnötig Steuergelder kosten würden und die bald dringend benötigten Plätze für Anticoronademonstranten und sonstige Regimekritiker belegen.
    /ironieoff

  4. Rainer

    Die pfichtbewuste Petze regt mich am meisten auf.Der ganze Dreck funktioniert nur mit Hilfe der vielen Unterstützer aus der Bevölkerung.Gut dressiert und abgerichtet.Auf Linie erzogen.

  5. M. A. Haschberg

    Das Denunziantentum hat in Deutschland seit der NS- Zeit eine neue Dimension erfahren, die nun tragischerweise hauptsächlich Cannabiskonsumenten trifft.
    Dies scheint ganz im Sinne unserer konservativen Politiker zu sein, die aus ihrer Geschichte partout nichts dazulernen wollen.

  6. buri_see_käo

    Unsere? (konservativen) Politiker haben sehr wohl aus der Geschichte gelernt.
    Seit deren Einführung der repräsentativen Demokratie ist die politische Partizipation der Bevölkerung definitiv ausgeschlossen. Welche Verarsche die Möglichkeit einer Petition ist, sollte jedem seit den Petitionen des DHV und My_Brain_My_Choise deutlich geworden sein.

    Pflichtbewusste Denunzianten haben durch die Corona-Maßnahmen, den Alkohol-Konsum in der Öffentlichkeit einzuschränken, aus diesem (dadurch frustrierten) Personenkreis neue Verbündete hinzugewonnen. Sie werden in ihrem abartigen Menschenhass durch Hetzkampagnen auch stets bestärkt. Man versuche bitte die Wirksamkeit des PK-Termines der Schwerstbewaffneten richtig einzuordneten:
    [-Internet-Vorspann-].ndr.de/nachrichten/schleswig-holstein/Wie-im-Drogenkrimi-Details-zum-Polizei-Einsatz-in-Luebeck,drogen670.html
    Bei den Kommentatoren hat die martialische Aufmachung alle Hemmungen beiseite gefegt.

    Altes aus der Welt der Wirtschaft:
    DE hat in Knechtschaft der Idiotieideologen den Cannabis-Boom vergeigt!
    Neues aus der Welt der Wirtschaft:
    Ich habe mich wie angekündigt in KW50 um einen Einstieg bei „BevCanna Enterprises Inc.“ bemüht. Freitag (11.12.) gegen 17h wurde mein Kaufauftrag mit 0,29€ durchgewunken -> +60% aktuell. Ich will Niemanden verführen, es mir gleich zu tun; aber auch unter den Bedingungen des ew’gen bleiernen Siechtums: die Welt dreht sich doch, und ich vergeige mir den Cannbis-Boom nicht!

    Otto Normal, Staaten rings um Europa herum – Staaten rings um DE herum, passt eher: z.B. Italien, Luxembourg, Ex-Jugoslavien… weder Fisch noch Fleisch, aber weiter/besser als der Ausrottungswahn der Verfolgungsindustrie hierzulande.

    mfG  fE

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