Dienstag, 1. Dezember 2020

Cannabis-Schmuggler halten spanischen Zoll in Atem

Marokkanische Cannabis-Ernte 2020 bereit für den Export nach Europa

Cannabis
Bild: Archiv

 

 

Von Sadhu van Hemp

 

 

Wer dieser Tage an den Stränden von Andalusien die Ruhe genießt, der kann sie hören, die „Trommler von Ketama“. Tausende fleißige Hände schlagen die Pollen aus den Cannabis-Pflanzen, und es klingt geradeso, als würden in Marokko die Kriegstrommeln gerührt. In gewisser Weise stimmt das auch, denn das Trommeln signalisiert den Europäern, dass die Menschen im Rif-Gebirge nicht im Traum daran denken, im Krieg gegen die Hanfpflanze zu kapitulieren. Die Botschaft lautet: Wir arbeiten für euch, liebe Hänflinge in Europa. Wir zaubern euch den Haschbobel, der euch in den finsteren Zeiten der Cannabis-Prohibition den traurigen Alltag versüßt.

 

Die Hanfernte im Corona-Jahr 2020 ist eingefahren und die Lager der marokkanischen Haschischgrossisten sind randvoll. Nun muss das verbotene Genussmittel „nur“ noch übers Mittelmeer zum spanischen Festland gebracht werden, um von dort den Weg in die Bongs und Joint der europäischen Hanfcommunity zu finden.

Bevorzugtes Transportmittel sind Schnellboote, die in einem Rutsch mehrere Tonnen Haschisch übers Mittelmeer nach Spanien bringen. Der Schmugglerjob ist nichts für Angsthasen, sondern eher etwas für Hasardeure und Glücksritter, die die Gefahr der Überfahrt nicht scheuen und in Kauf nehmen, von Zollbooten gekapert zu werden oder schlicht auf offener See zu kentern. Nahezu täglich präsentiert der spanische Zoll Erfolgsmeldungen über gescheiterte Schmuggelfahrten, und der Krieg gegen den Hanf tobt in keiner anderen Region Europas heftiger als in der Straße von Gibraltar.

 

Die Piraterie der Drogenfahnder wird oft mit spektakulären Bildern dokumentiert – wie letzte Woche, als sich eine „Narcolancha“ eine fünfstündige Verfolgungsjagd mit den Kampfeinheiten des spanischen Zolls und der Policia National lieferte. Die Attacke begann etwa 80 Meilen vor der Küste von Cartagena, als ein Hubschrauber ein 14 Meter langes Schlauchboot mit zwei 300-PS-Motoren entdeckte, dass auf die Küste zusteuerte. Die halsbrecherische Verfolgung des Bootes erstreckte sich über rund 100 Seemeilen. Als sich die Schmuggler gewahr wurden, dass die Flucht aussichtslos ist und der Treibstoff zur Neige geht, warfen sie die Ladung über Bord.

 

Bei der von langer Hand vorbereiteten Operation mit dem Namen „Ponzos“ konnten die Fahnder schließlich zwei Tonnen Haschisch beschlagnahmen und fünf Personen festnehmen. Etwas mühselig gestaltete sich für die Freibeuter der Polizei das Einsammeln der über Bord geworfenen Schmuggelware: Schlauchboote einer Patrouillenfregatte mussten zu Wasser gelassen werden, um die weit verstreuten Haschischballen wieder aus dem Wasser zu fischen – insgesamt 66 an der Zahl.

 

So groß die Freude der Helden der Drogenfahndung über die jüngsten Erfolge im Anti-Cannabis-Krieg auch ist, letztlich zeigt das Spektakel nur, wie aussichtslos die Sisyphusarbeit im Kampf gegen den Haschischschmuggel ist. Denn während sich Zoll und Polizei ein fünfstündiges Wettrennen mit einem Schlauchboot liefern, öffnen sich an anderer Stelle andere Schlupflöcher für die Anlandung der verbotenen Rauchware.

 

Das Schmuggelbusiness mit Haschisch brummt mehr denn je – auch auf spanischer Seite, wo Nacht für Nacht jugendliche Helfershelfer für ein Taschengeld von 300 Euro dabei behilflich sind, die „Narcolanchas“ zu entladen. Welchen einen Reiz der Beruf des Haschischdienstleisters auf junge Männer in den südspanischen Provinzen ausübt, zeigt der Spielfilm „Jagd vor Gibraltar“, der gerade in der ZDF Mediathek zu sehen ist.

 

Die Erfolgsmeldungen von Polizei und Zoll machen letztlich nicht viel her. Es bleibt, wie es ist: Der Lockruf des Geldes ist einfach zu groß, als dass die Trommeln von Ketama verstummen würden. Und wenn’s wirklich hart auf hart kommt, dann werden halt neue Wege gegangen.

 

10 Antworten auf „Cannabis-Schmuggler halten spanischen Zoll in Atem

  1. Snowflake

    Ein sinnloser Krieg, der nur Opfer kennt auf beiden Seiten. Die Täter sind eine korruptes Dreckspack und sitzen in den Parlamenten. Es wird höchste Zeit diesen Verbrechern den Stecker zu ziehen.

  2. ich

    Sie zwingen niemandem was auf die Leute kaufen es freiwillig wenn der Staat was gegen tun will muss er es akzeptieren und auf volljährigkeiten achten immer nur beschweren und den tödlichen Stoff alcohol anzubieten hat keinen Sinn vorallem ihr beschwert euch aber im Endeffekt sind das eure Steuergelder leben und leben lassen …..

  3. M. A. Haschberg

    Es ist ja schon verrückt. Mit Duldung der Bundesregierung dürfen noch immer hochgefährliche Pestizide, die in der EU keine Zulassung mehr bekommen, seelenruhig auf legale Weise ins außereuropäische Ausland exportiert werden. Es sind ja schließlich nur die anderen, die sich damit schädigen.
    Eine altbewährte und überaus hilfreiche Heilpflanze wie Cannabis darf allerdings nach wie vor nicht nach Europa und Deutschland importiert werden und wird auf Teufel komm raus hartnäckig verfolgt.
    Ist das nicht total irre und umenschlich?

  4. Hermes

    Diese Pflanze ist unglaublich,
    Sie ist die Königin der Pflanzen in ihrer Vielfältigkeit,
    Sie überrascht immer wieder durch neue Erkenntnisse,
    und macht es den Prohibitionisten immer schwerer,
    sich nicht lächerlich zu machen.
    In ihrem Wahnwitz!
    Die regierenden Menschenkinder wissen wohl nicht wem sie den Kampf angesagt haben !?
    Mutter Natur und indirekt sich selbst.

    ONE loVe
    SunEarth and Moon

  5. Otto Normal

    In Zeiten von weltweiter Digitalisierung und großer Handelsabkommen von Kontinent zu Kontinent, werden Handelsbarrieren wie z.B. Zölle mehr und mehr zum antiken Relikt längst vergangener Epochen wirtschaftspolitischen Agierens mit rein nationaler Fixierung. Auch die dazugehörigen Behörden wie der Zoll werden somit überflüssig und drohen zunehmend eine reine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme und Steuergeldverschwendung zu werden, besonders im Schengenraum.

    Deshalb müßen die Zöllner – genauso wie die unfähigen Bullen – ständig ihre Systemrelevanz und Efficienz erneut unter Beweis stellen um ihre Arbeitsstellen zu behalten. Regelmäßige Meldungen über Drogenfunde und gekaperte Schmugglerschiffe sowie verhaftete Straftäter sollen beim gewöhnlichen Bürger für ein behagliches Gefühl sorgen, daß seine mühsam erwirtschafteten Steuergelder sorgfältig und gut verwendet werden, was (wie wir alle wissen) besonders in der Frage der Prohibition ganz und gar nicht der Fall ist. Die Prohibition ist – neben dem Verbrechen der Mißachtung von Grundrechten erwachsener, mündiger Menschen – eine der schlimmsten Steuergeldverschwendungen der letzten 70 Jahre und das in einer angeblich offenen und freien Gesellschaft. Die Zollbehörden sind ein fester Bestandteil davon. Aber es gibt auch Maßnahmen um diese Verluste auszugleichen, natürlich auch vom gewöhnlichen Bürger, vom wem sonst?

    So hat z.B. die SPD, als die Partei der kleinen Leute, verlauten lassen daß das jetzige Rentenniveau – entgegen aller Beteuerungen und hochheiliger Versprechen der Sozis bei der letzten Bundestagswahl – doch nicht zu halten ist und weiter abgesenkt werden muß. Um Mißverständnissen gleich vorzubeugen es geht dabei um die Renten der deutschen Rentenversicherung für die abhängig Beschäftigten, nicht etwa um die der Beamten oder gar der üppigen Pensionen für die Politclowns. Diese werden natürlich nicht angetastet. Dabei fast zeitgleich wurde beschlossen das man in Zukunft nicht mehr jede Diätenerhöhung per Gesetz verabschieden muß, sondern das diese zukünftig vollautomatisch um 3% pro Jahr geometrisch angehoben werden (geometrisch heißt: so wie Zinseszinsen kommt mit der Zeit immer mehr obendrauf).

    Die Naziquote ist bei Behörden wie dem Zoll nahezu genauso hoch wie bei Polizei und Militär. Ein Nazi der als Polizist abgelehnt wird geht in die Bundeswehr oder wird Zöllner. Scharfe Pistole ist schon mal auf jeden Fall sicher für jeden Wannabe-Sheriff der einen dieser Wege gehen will.

    Nach dem zweiten Weltkrieg wurde sehr viel Kaffee geschmuggelt. Es gibt heute Grenzabschnitte zu den Beneluxländern Belgien und die Niederlande wo man etwas versteckt Hinweise auf den Kampf des Zoll gegen die Kaffeeschmuggler bis hin zum Einsatz von Feuerwaffen und gepanzerten LKW, die sich die Schmuggler zu ihrem Schutz bauen mußten, mit verhaltenem Scham informiert wird. Dabei sind auch Schmuggler erschossen also quasi durch den Staat ermordet worden. Kaffee gibt es heute für ein paar Euro in jedem Supermarkt oder „to-Go“ mit trendigem Plastikbecher welche mittlerweile als das größere Problem als die Aufputschdroge selber wahrgenommen werden.

    Der Zoll konnte bisher weder die Versorgung des Schwarzmarktes für Cannabisprodukte noch die Einwanderung des chinesischen Virus verhindern und auch nicht das Einschmuggeln von Feuerwaffen bis hin zu vollautomatischen Kriegswaffen wie z.B. Sturmgewehre AK47 aus Serbien, im Fernsehen waren auch schon Dokus über den europäischen Waffenschmuggel. Nur bei Cannabis kann der Zoll punkten aber er wird diese Pflanze nicht ausrotten. So wie ein anderer Kommentator schrieb sind in der gleichen Zeit wo die Zöllner das Schnellboot übers Meer hetzten ein Vielfaches der beschlagnahmten Menge heil angekommen. Manchmal habe ich sogar das Gefühl das manche Ladungen extra für den Zoll vorgesehen sind, quasi so wie man einem Wachhund einen Knochen hinwirft damit er beschäftigt ist während das Objekt ausgeraubt wird.

    Ein Kilo Hasch hat noch keinen Menschen umgebracht da die letale Dosis ja bei fast 6 KG liegt. Von einer AK47 kann man das nicht behaupten wenn sie zu dem Einsatz kommt für den sie gekauft wurde. Da kann schon der erste Schuß tödlich sein.

    Ich gratuliere den Maulhelden des spanischen Zolls zu ihrem zweifelhaften Erfolg mit einem höflichen und ganz herzlichen
    „Fuck You Mädels“!

  6. DIE HANFINITIATIVE

    MENSCHEN_rechte?! Hallo @IhrLiebenAllehierundweltweit 😀 @WIR müss(t)en uns europaweit stärker zusammentun? Oder ist das keine gute Idee? Hintergedanke: Dann schaffen wir es leichter ein Hanf-Tribunal zu fordern und vor den Menschenrechtsgerichtshof zu gehen. Im Grundgesetz steht ja in Artikel 1 neben der Menschenwürde, die unantastbar sein soll, auch:

    […] (2) Das Deutsche Volk bekennt sich darum zu unverletzlichen und unveräußerlichen Menschenrechten als Grundlage jeder menschlichen Gemeinschaft, des Friedens und der Gerechtigkeit in der Welt. […] „https://www.gesetze-im-internet.de/gg/art_1.html“

    Also wenn das Hanfverbot, nach allen derzeitigen wissenschaftlichen und soziologischen Erkenntnissen, verfassungswidrig ist und auch menschenrechtswidrig, dann müssen wir das Menschenrechtsgericht fragen, ob wir richtig liegen und um eine Entscheidung, ein Urteil bitten.

    Das wollen die ProhibitionistInnen und ihre Nutznießer-Netzwerke wahrscheinlich/natürlich gerne verrhindern – nehme ich an – siehe unsere Thesen und Fragestellungen zum „System Prohibition“ -> „https://diehanfinitiative.de/index.php/prohibition/19-1984“

    ALSO SCHAFFEN @WIR „SOWAS“ ?

    Klimawandel: Menschenrechtsgericht bewilligt Klage junger Portugiesen

    Die Kläger sind zwischen acht und 21 Jahre alt. Sie werfen Deutschland und 32 weiteren Staaten vor, nicht genug zur Einhaltung der Klimaziele zu tun.

    Dezember 2020, 4:51 Uhr Quelle: ZEIT ONLINE, AFP, hoe 182 Kommentare

    […] Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) hat die Verhandlung einer Klimaklage gegen Deutschland und 32 weitere Staaten bewilligt. Das Gericht werde der Beschwerde acht junger Portugiesen im Alter zwischen acht und 21 Jahren Priorität einräumen, erklärten die Straßburger Richter. Die betroffenen Länder müssen sich nun zu dem Vorwurf äußern, nicht genug gegen den Klimawandel zu unternehmen. … […] „https://www.zeit.de/politik/ausland/2020-12/europa-menschenrechtsgerichtshof-klimawandel-klage-portugiesen“

    Kriegen @WIR nicht sowas auch für den Hanf hin? —-> Unsere Vorarbeit dafür – könnt ihr gerne verwenden 😀 😀 😀 https://diehanfinitiative.de/index.php/aktionen/42-activism-works

    Wir, als DIE HANFINITIATIVE, wollen, dass wir und unsere Kinder und Enkel eine lebenswerte und gesunde Gegenwart und Zukunft erleben und erwarten dürfen.
    Wir sind deshalb vielseitig aktiv und recherchieren auch Fakten und stellen diese zur Debatte.
    Wir vertreten auch unsere eigenen Wertvorstellungen, Meinungen, Emotionen und Erkenntnisse.
    Bitte prüfen Sie unsere Fakten und Schlußfolgerungen und ziehen Sie ihre eigenen Schlüsse, wenn Sie sich umfangreich informiert haben.
    Wenn Sie auch zu dem Ergebnis gelangen, dass wir handeln müssen, werden Sie bitte aktiv.
    Unterstützen Sie unsere Sache oder gründen Sie eigene Initiativen und Aktivitäten.
    Tun Sie es für sich und für die Zukunft ihrer Kinder und Enkel.
    Zeigen Sie Empathie.
    Vielen lieben Dank.
    @EUER Team von DIE HANFINITIATIVE 🙂 🙂 🙂

    #hanf #hemp #nutzhanf #hanfliebe #actnow #fridaysforfuture #kinder #enkel #endprohibition #hempforfuture #haltetzusammen #luisa #greta #thunberg #wirliebenEUCHsehr #bebrave #zukunft #future #climatecrisis #weareone #onelove #survive #children #grandchildren #rebellion #extinctionrebellion #überleben #bundesverfassungsgericht #gerechtigkeit #endlich

  7. QiSan

    Artikel 2 des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland:

    (1) Jeder hat das Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit, soweit er nicht die Rechte anderer verletzt und nicht gegen die verfassungsmäßige Ordnung oder das Sittengesetz verstößt.
    (2) Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit. Die Freiheit der Person ist unverletzlich. In diese Rechte darf nur auf Grund eines Gesetzes eingegriffen werden.

    Das Gesetz heißt Opium-Gesetz und wurde am 10. Dezember 1929 von Reichspräsident Paul Ludwig Hans Anton von Beneckendorff und von Hindenburg unterzeichnet. Der Gebrauch von Cannabis wird mit schweren Strafen belegt.

    Letzte Neufassung am 28. Juli 1981. Neuer Titel: Betäubungsmittelgesetz.

  8. QiSan

    1937: Im Popular Mechanics erscheint ein Artikel wie man Hanf in 25.000 Produkten verwenden kann – ein Milliarden-Dollar-Geschäft.

    1937: Dupont (Sprengstoffhersteller, Pharmariese und Erfinder des Plastik), US-Diplomat Anslinger und Zeitungsverleger William Hearst entfesseln eine Hetzkampagne mit dem Ziel Hanf zu dämonisieren, ihn vom Markt zu fegen und verbieten zu lassen.

  9. Rainer

    Es geht dabei auch um ziemlich viel Geld.Das durften und dürfen nicht die falschen kriegen.Geld gibt es nur für anerkannte und vollwertige Menschen.Aus solchen Überlegungen ist die Kifferhatz entstanden.

  10. Ralf

    @QiSan
    Dupont: Du hast vergessen zu erwähnen dass sie auch die lieferanten des Zyklon-B Gases sind mit dem 6 Millionen Juden, Sinti und Roma in der NS-Zeit von Hitler und seinen später mittels Persilscheinen im Bundestag sitzenden NSDAP Mitgliedern und damit Mittätern ermordet worden sind. Sie sind definitiv eine Familie von Massenmördern und hängen bis zur Halskrause in diesem nächsten Zivilisationsbruch den wir gerade heut zu Tage erleben, über ihre Farmabeteiligungen, wieder mal mit drin.

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