Sonntag, 29. November 2020

Haschisch-Pipeline nach Europa geht in Betrieb

Sadhu von Hemp führte ein Interview mit dem Vorstandsvorsitzenden


Satire

Lange war es nur ein Gerücht, dass finanzkräftige Marokkanische Haschisch-Grossisten und die „Fédération Internationale de Haschich Association“ (FIHA) den Bau einer Unterwasser-Pipeline für den Export von Haschisch nach Europa in Auftrag gegeben haben. Nun ist es amtlich: Die Pipeline ist fertiggestellt und wird noch vor Weihnachten mit der Durchleitung von Haschisch und Cannabis-Öl nach Europa beginnen.

Das Hanf Journal war bei der feierlichen Schlüsselübergabe dabei und führte ein Interview mit dem Vorstandsvorsitzenden der „Hash-Stream AG“.

Salam aleikum, Herr Hashkif al-Hašīš. Danke …

Stopp! Halt! Was soll das? Sind wir keine Brüder mehr? Oder warum sprecht ihr mich mit ‘Herr‘ an?

Okay, okay, Habibi. Sorry, aber wir kommen aus Deutschland. Das brüderliche ‘Du‘ bieten wir Piefkes fremden Personen erst nach der fünften Maß Weißbier an. Aber wir können ja mal eine Ausnahme machen, wenn Du uns eine schöne Tüte drehst.

Gebongt, Brüder! (Hashkif al-Hašīš schnippt mit dem Finger, und schon stellt sein Bodyguard ein silbernes Tablett mit einer Auswahl an Rauchgeräten hin.) Greift zu, Brüder! Quarzt euch nach Herzenslust die Rübe weg! Umso entspannter lässt es sich über das plaudern, was die Zeitenwende im internationalen Haschischhandel betrifft. 

Danke für die Bewirtung, Hashkif . Wir greifen dann mal zu. Weißt Du, Habibi, es erfüllt uns mit ungeheurem Stolz, dass Du uns vom Hanf Journal als einzige Pressevertreter empfängst und an der Einweihungsfeier teilnehmen lässt. Nun ist es also vollbracht: Der Probebetrieb der Haschisch-Pipeline läuft – und das reibungslos. Aber der Reihe nach, Haskif. Erzähl uns doch mal, wie alles begann.

Die Idee kam uns beim FIHA-Jahrestreffen, das wir ja aus Sicherheitsgründen auf See abhalten müssen. Wir lagen gerade vor Gibraltar, als wir Zeugen einer Verfolgungsfahrt zwischen einem Kanonenboot des spanischen Zolls und einem Schlauchboot wurden. Es war schrecklich, mitansehen zu müssen, wie da voller Verzweiflung David gegen Goliath kämpfte, ohne auch nur die geringste Chance zu haben. Mit Tränen in den Augen standen wir an der Reling, während das kleine Boot, das in unserem Auftrag mit einer Tonne Haschisch unterwegs war, im Zickzackkurs dem übermächtigen Gegner zu entkommen versuchte und am Ende mit einem Schuss vor den Bug zur Aufgabe gezwungen wurde. (Hashkif al-Hašīs wird ein Taschentuch gereicht, mit dem er sich eine Träne von der Wange tupft.) Entschuldigt, Brüder, aber die Bilder von damals gehen mir heute noch sehr nahe. Nun, wo waren wir stehengeblieben? Ach ja, die Idee der Unterwasserpipeline. Also, das war so: Wir saßen gerade im Salon, als uns die Präsidentin vom „Bund Deutscher Haschischhändler“ damit tröstete, dass der Verlust der einen Tonne Haschisch zu verknusen sei, da wir ja noch genügend Hasch in der ‘Pipeline‘ hätten. Als sie das sagte, leuchteten plötzlich ihre Augen und sie rief: ‘Ich hab’s, Brüder! Wir bauen eine Unterwasser-Pipeline.‘ Noch in derselben Nacht haben wir die ersten Pläne geschmiedet – und eine Woche später haben wir den Auftrag des Baus der Unterwasserpipeline an ein chinesisches Ingenieurbüro vergeben.

Wieso China?

An wen denn sonst? Vielleicht an die Deutschen? Nee, bloß nicht! Die kriegen es ja noch nicht einmal hin, einen Flughafen, einen Bahnhof oder eine Philharmonie zu bauen, ohne dass sich die Bauzeit über Jahrzehnte erstreckt und die Kosten explodieren. Die Chinesen haben während der Corona-Krise unter Beweis gestellt, dass sie binnen weniger Tage ganze Krankenhäuser aus dem Boden stampfen können – und das zu einem ehrlichen Preis. Hört mir auf mit deutscher Ingenieurskunst! Das war einmal. Heute wird nur noch herumgestümpert – und das in allen Branchen. Sinnlos Geld verplempern, ja, das könnt ihr Deutschen, wie man ja an der missglückten Maut für Ausländer und der Beschaffung von Mund- und Nasenbedeckungen sieht. Nee, die Chinesen waren erste Wahl, und sie haben gezeigt, dass sie die Besten sind. Der erste Spatenstich erfolgte am 24. Mai. Nun, kein halbes Jahr später, ist sie fertig, die Haschischpipeline.

Aber nun verrat uns doch mal ein paar Details. Wo startet die Pipeline und wo endet sie?

Ihr müsst verstehen, dass ich nicht zu viel Details preisgeben kann. Ihr wisst, der Feind liest mit, besonders in Deutschland, wo sich gerade wegen der Corona-Dauerkrise von selbst ein Polizeistaat installiert. (Hashkif al-Hašīs verzieht vor Abscheu sein Gesicht.) Nun gut, euch kann ich es ja verraten: Start ist in einem Örtchen in der Region Tanger-Tétouan-Al Hoceïma. Von dort haben wir einen 47 Kilometer langen Doppelstrang durch die Straße von Gibraltar nach Spanien gelegt. Der Clou bei der Sache ist, dass es keinen festen Endpunkt gibt. Außerhalb der Dreimeilenzone haben wir unter Wasser eine mobile Verteilerstation gebaut, um von dort über mehrere flexibel ausrichtbare Stränge die jeweiligen Haschischbestellungen ans Festland zu leiten. Ihr müsst euch das wie eine mehrköpfige Wasserschlange vorstellen, die sich vom Verteiler in die spanischen Hoheitsgewässer schlängelt und an ausgesuchten Strandabschnitten die Ware an Land spuckt. Für die Zollbehörden wird es schier unmöglich sein, Ort und Zeit der Lieferung vorauszusehen. Und sollte mal ein „Lieferarm“ der „Hash-Hydra“ ausfallen, können wir das mit den anderen Strängen sofort ausgleichen.

Und wie wird die Durchleitung des Haschs bewerkstelligt.

Die Technik ist steinalt. Wissenschaftlich abgehandelt wurde sie vor 2100 Jahren von dem griechischen Mathematiker Heron von Alexandria. In seinem Traktat „Pneumatika“ legte Heron die theoretische Grundlage für den Transport von Gütern per Rohrpost. Das System ist denkbar einfach: Mittels eines solarstrombetriebenen Luftverdichters schießen wir zylindrische Behälter durch die Röhren. Der Durchmesser der Röhren beträgt 30 Zoll, und die Behälter haben ein Fassungsvermögen von zehn Kilogramm. Ein Zug von zwanzig aneinandergekoppelten Büchsen erreicht eine Geschwindigkeit von bis zu 80 Kilometer pro Stunde auf gerader Strecke. In einer Nacht können wir rund zehn Tonnen durchleiten. Somit können wir Marokkos gesamte Jahresproduktion an Haschisch weitgehend verlustfrei nach Europa exportieren.

Und was hat der Spaß gekostet?

Gar nicht mal so viel. Die Baukosten pro Kilometer beliefen sich auf rund eine halbe Million Euro. Zum Vergleich: Die Gasleitung durch die Ostsee von Russland nach Deutschland verschlingt pro Kilometer mehr als sechs Million Euro. Wir haben bislang knapp 30 Millionen investiert, was für uns ja nur Peanuts sind. Zudem wird die „Hash-Stream AG“, die ihren Sitz in Zürich hat, an die Börse gehen, so dass es an Geld für den Unterhalt, die Zahlung von Schmiergeldern und den weiteren Ausbau nicht mangeln wird. Auch der Topf für die Lobbyarbeit, die dafür sorgen soll, dass die Cannabis-Prohibition als unsere eigentliche Geschäftsgrundlage erhalten bleibt, ist gutgefüllt. Aber da machen wir uns ohnehin keine Sorgen. Dank der Corona-Langzeitkrise, die noch Jahrzehnte, wenn nicht sogar bis ins nächste Jahrhundert andauern wird, gewinnen in Europa die Prohibitionisten immer mehr die Oberhand, die jegliche Legalisierungsbestrebungen im Keime ersticken. Unserem Gewerbe stehen also goldene Zeiten ins Haus und das werden wir nutzen.

Habibi, das beruhigt uns sehr. Dann können wir also zum Weihnachtsfest damit rechnen, dass der Schwarzmarkt mit Haschisch aus Marokko geflutet wird und die Preise fallen.

Ihr werdet in Deutschland künftig sogar noch viel mehr Sorten Haschisch aus dem Orient genießen können. Wie ihr wisst, vertritt die „Fédération Internationale de Haschich Association“ alle Länder, die Haschisch und Marihuana produzieren. Kollegen aus Pakistan, Afghanistan und dem Libanon haben bereits Termine für die Durchleitung ihrer Qualitätsprodukte gebucht. Ab Januar werden wir beispielsweise täglich rund eine Tonne von Kinderhand geknetetes Edelhasch aus Nepal durch die Röhre schicken.

Mensch Hashkif, das verspricht ja traumhafte Zeiten wie damals vor fünfzig Jahren in der guten alten Hippiezeit.

Ja, meine deutschen Brüder und Schwestern, ihr werdet in Haschisch und wir Grossisten in Geld baden. Und wir werden weiter in die Infrastruktur des europäischen Haschischmarktes investieren. Plan ist es, das Rohrpostsystem weiter auszubauen und Anschlüsse bis in die einzelnen Haushalte zu legen. Dann könnten auch Homegrower ihre Ware ins Netz einspeisen und fett Kohle machen. Wichtig ist nur, dass ihr Europäer alles tut, um das Cannabis-Verbot aufrechtzuerhalten. Das gilt auch für euch vom Hanf Journal. Hört auf damit, Cannabis als ungefährliches Kraut hinzustellen, denn das schadet uns allen.

Machen wir, machen wir, Habibi. Hauptsache, die Pipeline geht so schnell wie möglich an den Start und es gibt endlich Hasch aus der Leitung. Danke, Habibi, und gehab dich stets und immer wohl.

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DIE HANFINITIATIVE
1 Jahr zuvor

@Sadhu ruf doch mal den Böhmi an, auch das muss dringend in einem Untersuchungsausschuss geklärt werden! 😀 😀 😀 […] Mir wird echt Angst und bange Leute, ihr seid da an brisanten Zündschnüren am Zündeln. Oh mann, wenn das alles rauskommt (auch das mit den 39 Paten(ten). Liebe Angela, lieber Olaf, lieber Herr Schäuble, …, usw. das wirft kein gutes Licht auf euer Regieren und die Systeme die ihr mit unterstützt und aufgebaut habt, seit so langer Zeit (wie lange gibt es die „Prohibition“ schon, in der heutigen Form?). Ihr wisst ja: erst lachen sie über euch, dann bekämpfen sie euch, dann … Mal sehen ob @WIR auf diesem Pfad weiter kommen – ÜBERZEUGT EUCH SELBST BITTE VON DEN „ZUSTÄNDEN“… Weiterlesen »

Hans Dampf
Hans Dampf
1 Jahr zuvor

Ja, ja. Es könnte so schön sein. Auch hier in Deutschland.
Aber, ja aber.
Zumindest ist uns noch das Träumen erlaubt.
Fragt sich nur, wie lange noch.

Rainer
Rainer
1 Jahr zuvor

Im ersten Moment habe ich die Röhre ernst genommen.Erst im zweiten Moment war mir der Satirewitz aufgegangen.Schade.

DIE HANFINITIATIVE
1 Jahr zuvor

I AM JUST A DREAMER… Lieber @hans Dampf, jop, sei uns das Träumen erlaubt. Auch wer mit Religion nix am Hut hat und die christlichen Kirchen wegen ihrer diversen Abscheulichkeiten kritisieren mag, der weiß auch, dass es viele Menschen gibt, für die es wichtig ist und Halt gibt, religiöse Gefühle zu leben. Was der liebe Heribert Prantl da schreibt, er mag ein gläubiger Christ sein, ich weiß es nicht genau, ließ mich nicht schlecht staunen. 😀 HAT DER PAPST ETWA HANF oder CBD KONSUMIERT?! Oder wie soll man diese „Visionen“ einer Post-Corona-Weltordnung verstehen? Was hätte Helmut Schmidt dazu zu bemerken gewusst? 😀 „https://en.wikipedia.org/wiki/Helmut_Schmidt“ […] Im Vatikan sitzt ein realistischer Träumer. In der kommenden Woche erscheint ein neues Buch von Papst… Weiterlesen »

M. A. Haschberg
M. A. Haschberg
1 Jahr zuvor

Solche Pipelines gibt es bei uns schon zur Genüge.
Sie sind ständig unter Hochdruck mit Hochprozentigem gefüllt, um ja ausreichend Stoff zu haben, um Millionen deutsche Bürger permanent mit diesem zur Verdummung führenden Hirndressing zu vernebeln.
Da wäre so eine Haschpipeline mit hochwertiger pflanzlicher Medizin eine wirklich gute Alternative!

trackback
1 Jahr zuvor

[…] Trommeln von Ketama verstummen würden. Und wenn’s wirklich hart auf hart kommt, dann werden halt neue Wege […]

trackback
15 Tage zuvor

[…] Sur“ führte. Die Ermittlungen der „Operation Imperium-Corsini“  ergaben, dass die größte Drogenhandelsmafia in der Straße von Gibraltar für den Import von mehr als 150 Tonnen Haschisch, von denen mehr als 83 Tonnen beschlagnahmt […]