Mittwoch, 26. Februar 2020

Einsatz von Cannabis bei Senioren in den USA ist stark gestiegen

75 Prozent mehr Konsumenten über 65 Jahre in den vergangenen drei Jahren


Immer mehr ältere Menschen in den Vereinigten Staaten greifen auf das verfügbare legale Angebot von Cannabis zurück. Das berauschende Hanfkraut hat in den USA seinen schlechten Ruf verloren und viele Personen im Alter möchten herausfinden, inwieweit ihnen das auch medizinisch einsetzbare Pflanzenprodukt gesundheitlich helfen könnte. Bereits 2018 konnte eine massive Steigerung bei Personen über 65-Jahren festgestellt werden, was nun durch neuste Ergebnisse einer im Jamma Internal Medicine Network veröffentlichten Studie untermauert wird. So soll eine Steigerung von 75 Prozent bei den über 65-Jährigen stattgefunden haben, vergleicht man die Nutzerzahlen von 2015 mit denen des Jahres 2018. Der Einsatz von Cannabis bei Senioren in den USA ist stark gestiegen.

Dass Cannabis älteren Menschen guttut, konnte im März 2019 schon eine Studie des Neurologischen Institutes Buffalo bestätigen, bei dessen Teilnahme sieben von zehn im Durchschnitt 81-jährigen Personen eine Linderung ihrer Krankheitssymptome wahrgenommen haben wollen. Dies erklärt vielleicht auch den nun festgestellten Trend, dass sich Cannabis bei über 65-Jährigen immer größerer Beliebtheit erfreut. Zwischen den Jahren 2015 und 2018 soll eine Steigerung von 75 Prozent bezüglich des Konsums von Marihuana bei Senioren stattgefunden haben, sind die Untersuchungen sowie Erhebungen der New Yorker Universität und dessen Langone Medical Centers korrekt. Während 2015 nur 2,4 Prozent in dieser Altersklasse befindliche Menschen Marihuana nutzten, hatte man 2018 bereits 4,2 Prozent Senioren auf der Seite der Cannabiskonsumenten. Viele Staaten haben in dieser Zeit einige Formen von potentem Rauschhanf legalisiert, aber die Autoren sind der Ansicht, dass die Kräfte, die diesen Trend antreiben, nuancierter sind. „Wir glauben nicht, dass die Zunahme der Nutzung auf die Legalisierung zurückzuführen ist, obwohl eine zunehmende gesellschaftliche Akzeptanz im Allgemeinen dazu beigetragen haben könnte, diese Steigerung voranzutreiben“, sagte Co-Autor Joseph J. Palamar, Associate Professor für Bevölkerungsgesundheit am Langone Medical Center der New York University gegenüber UPI. „Ich denke eher, dass viele ältere Menschen immer mehr über mögliche medizinische Anwendungen hören und dass viele dieser Menschen dazu bereit sind, es auszuprobieren, um zu sehen, wie es funktioniert.

Um zu diesen neuesten Forschungsergebnissen zu kommen, überprüften Palamar und seine Kollegen Daten über Erwachsenen ab einem Alter von 65 Jahren aus den vier jüngsten Jahrgängen der Nationalen Umfrage zu Drogenkonsum und Gesundheit. Insgesamt umfasste ihre Analyse Informationen zum Cannabiskonsum von fast 15000 Befragten, von denen 55 Prozent männlich und 77 Prozent weiß waren. Dabei stellten sie auch fest, dass es einen signifikanten Anstieg des Cannabiskonsums bei Frauen sowie bei Frauen mit Hochschulabschluss und höherem Einkommen gab. Ebenfalls konnte festgestellt werden, dass der Cannabiskonsum über alle ethnischen Gruppen hinweg zunahm. Einen Großteil der neuen Nutzer scheinen die potenziellen gesundheitlichen Vorteile dazu zu bewegen, sich mit der Materie im Selbstversuch näher auseinanderzusetzen. Beispielsweise stieg der Cannabiskonsum bei älteren Erwachsenen mit Diabetes von 2015 bis 2018 um 180 Prozent, während er bei Menschen mit anderen chronischen Krankheiten um fast 96 Prozent anstieg. Der Cannabiskonsum wuchs während des dreijährigen Studienzeitraums ebenfalls bei denjenigen, die eine psychische Behandlung erhielten, um mehr als 150 Prozent an. Der Trend spiegelt wider, was der Studienautor und auf Altersheilkunde spezialisierte Benjamin Han mit seinen Patienten erlebt.Vor zehn Jahren hat mich noch niemand nach Cannabiskonsum gefragt. Jetzt ist es eine sehr häufige Frage, wenn ich in der Klinik bin. Ich werde wahrscheinlich einmal in der Woche gefragt. Das Interesse ist groß.

Der Nutzenfaktor mit Wahrscheinlichkeit ebenso – dennoch sollten ältere Personen vor dem Einsatz von Marihuana wohl mit ihrem Arzt sprechen, um mögliche negative Effekte und Nebenwirkungen, aufgrund der häufig zeitgleich stattfindenden Einnahme anderer Medikamente, zu minimieren.

8 Antworten auf „Einsatz von Cannabis bei Senioren in den USA ist stark gestiegen

  1. join

    Gerade ältere Menschen können sich so ein Stückchen Lebensqualität zurück holen.. das wird hier im land leider noch nicht so wahrgenommen von den Senioren die extrem an der schulmedizin hängen. Aber gepart mit der kompetenz eines einfühlenden Artztes finde ich das super und vorzeigewürdig…
    SO KANN`s GEHEN Herr Spahn und Fr. Ludwig!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

    und auch Frauen holen sich so ein Stückchen Unabhängigkeit zurück glaub ich… lässt sich jetzt schwer erklären aber ich bin seit 8 jahren verheiratet und kann das gut beobachten bilde ich mir jedenfalls ein ;-)…

    dieser ansatz und die daraus resultierenden ergebnisse sind so schön das wünsche ich mir für DE auch..

  2. Fred

    Natürlich ist die Pflanze ein Generalangriff auf geriatrische Probleme. Gelenkentzündungen, Arthrose, allgemeiner Verschleiß, entzündliche Erkrankungen findet man vermehrt in der erwähnten Altersklasse. Für solche Erkrankungen hat die Natur unser allseits geliebtes Pflänzchen erfunden

    Pech ist nur, das die Pflanze nicht bitter schmeckt und keine Magengeschwüre oder sonstige unangenehmen Nebenwirkungen verursacht. Man munkelt sogar, das Menschen nach der Einnahme in gute Stimmung geraten, ach was sage ich, es wurden sogar rauschartige Zustände festgestellt. Und da müssen wir natürlich an die Jugend denken. Ja richtig, auch im Altenheim

  3. join

    Und da müssen wir natürlich an die Jugend denken. Ja richtig, auch im Altenheim

    ja Ja weil die kinder immer mit dabei sein müssen um sich den leidenden opa anzuschauen oder weil die kinder bei jedem geburtstag an der tischkante rumlungern nur um die übrig gebliebenen schlückchen einzusammel …oder opas übriges gras…

    Hoch gefährlich sone geburtstagsfeier oder son altenheim……. für mich schuld sind immer die eltern….

  4. Rainer Sikora

    Immer wenn ein alter Mensch stirbt,denke ich schade,jetzt lernt der kein Cannabis mehr kennen.Dadurch,daß der nie Cannabis kannte,hatte er weniger vom Leben.Ist vielleicht auch doof,wenn man so denkt.

  5. H'79

    Ein Loblied sei der Lindenstraße!
    Hans Beimers wohlige Erfahrungen als letztlich selbstanbauender Patient und alles was die auch vom DHV gepriesene Serie in jüngeren Jahren zu diesem Thema ausstrahlte – ganz lieben Dank und ja: Cannabis und Seniorenalter passen zusammen – in der [fiktiven] Lindenstraße und tatsächlich erwiesenermaßen auch im sprichwörtlichen Land der unbegrenzten Möglichkeiten.
    Was für eine Ermutigung! Cannabis wird auch Deutschland erobern, vielleicht in den 20erJahren, spätestens wenn wir Senioren sind.

  6. R. Maestro

    Israel hat es schon lange verstanden, in USA wird es noch und hier, abwarten, Tee trinken und sich solange nicht erwischen lassen.
    Ein bedeutender Satz eines Altenheimbewohners in Israel:
    „Cannabis hat mich vom Holocaust befreit.“
    Nach Jahrzehnten werden dahingehend vermutlich genug sinnlose Medikamente probiert worden sein.
    Das sanfteste hatte die beste Wirkung.

  7. Rainer Sikora

    Irgendwie kann ich den Hoffnungspegel auf positive Veränderung in der Politik nicht hochkriegen.Die Alten hier zu Lande haben Angst vor Cannabis und falsche Vorstellungen.Einer sagte zu mir:rauch nicht so viel Cannabis sonst fällst du irgendwann um.Ich entgegnete:beim Tabak gebe ich dir recht,aber der wäre nicht so schlimm,war die Meinung des Altenheimbewohners.

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