Freitag, 14. Februar 2020

CBD nun auch in England unter Beschuss

Lebensmittelbehörde setzt Ultimatum


Seitdem im Januar 2019 überraschend die Novel-Food-Verordnung seitens der EU-Kommission verändert wurde und nur noch Lebensmittel, die vor dem 15. Mai 1997 in nennenswertem Umfang für den menschlichen Verzehr in der EU verwendet wurden, als nicht neuartig bezeichnet werden dürfen, ist es für Anbieter, Hersteller und Händler von Produkten mit dem Wirkstoff CBD schwierig auf dem Markt geworden. Warnungen, Razzien, Verurteilungen machten die Runde auf dem Sektor, der weiterhin in großem Stil für Lob, Dankbarkeit und Hilfe in der sich davon nicht beirren lassenden Bevölkerung sorgt. Cannabidiol ist für manchen Menschen ein Wundermittel, auch wenn es nur als Nahrungsergänzung oder zur äußerlichen Anwendung gegen die unterschiedlichsten Vorkommnisse eingesetzt wird. Eine mannigfaltige Produktpalette hat sich auf dem Sektor der mit CBD versetzten Waren erhoben, die von Cremes, über Kaugummis bis hin zu Aromaölen reicht. Während mancher Verkäufer von CBD-Produkten damit ein florierendes Geschäft betreibt, wird ein anderer Händler schon einmal aufgrund des Verkaufs von Hanfblütentee nach Polizeieinsätzen zu Bewährungsstrafen verurteilt. Es herrscht große Ungewissheit, wie Staaten mit dem lange Zeit noch unbekannten Inhaltsstoff aus Hanfpflanzen zukünftig umzugehen gedenken, doch wie es scheint, wollen die den Markt eher argwöhnisch betrachtenden Mächte es CBD so schwierig wie möglich machen, obwohl selbst die World Health Organization dem Stoff die Unbedenklichkeit bescheinigte. Nachdem in Deutschland in den letzten Monaten immer häufiger Bemühungen angestrebt wurden, den Cannabidiol-Boom einzudämmen, kommt CBD nun auch in England unter Beschuss.

Wie der BBC und auch The Guardian melden, könnten die ebenfalls in England, Wales und Nordirland beliebten Produkte mit dem Wirkstoff CBD im nächsten Jahr vor arge Probleme gestellt werden, wenn die dort verantwortliche Food Standards Agency (FSA) ihren nun ausgesprochenen Warnungen Nachdruck verleiht. Laut FSA müssen sich jetzt alle Hersteller von CBD-Produkten, die zum Verzehr geeignet sind, um eine Genehmigung bemühen, wollen sie damit im nächsten Jahr noch weiterhin im Handel vertreten sein. Ist bis März 2021 keine behördliche Genehmigung beantragt und ausgestellt worden, würde man sonst das erhältliche Sortiment aus den Regalen verbannen. Obwohl viele der Waren seit mehreren Jahren unproblematisch verkauft worden sind, bemängelt man nun die fehlenden Produktinformationen und die bislang nicht stattfindenden Überprüfungen seitens der Hersteller. Eigentlich hätten diese sich nach der Erneuerung der Novel-Food-Verordnung um eine Zulassung als neuartiges Lebensmittel bemühen müssen, was bislang noch kein einziges in England gehandeltes Produkt vorzuweisen hat. Um den Druck auf die Produzenten zu erhöhen, hat man jetzt den Termin festgelegt, der für den zukünftigen Handel ausschlaggebend sein wird. Zeitgleich warnt man in UK nun auch vor dem Einsatz der Produkte und rät dazu, nicht mehr als 70 mg pro Tag zu konsumieren, was 28 Tropfen Öl mit einem CBD-Gehalt von 5 Prozent entspricht. Schwangeren Frauen und Menschen, die Medikamente zu sich nehmen, wird komplett vom Einsatz der CBD-Produkte abgeraten. Die Aufsichtsbehörde stützt ihre Warnungen auf die Empfehlungen des Regierungsausschusses für Toxizität (COT), der Hinweise auf „potenzielle gesundheitsschädliche Auswirkungen“ von CBD gefunden haben will, obwohl im gleichen Atemzug gesagt wird, dass man noch nicht genug über die Substanz wisse, um sich über das mögliche Risiko im Klaren zu sein. Steve Moore von der Association for the Cannabinoid Industry (ACI) macht eine gute Miene zum bösen Spiel und sagt, dass die CBD-Hersteller die neuen Leitlinien begrüßen würden. „Wir glauben, dass dies die benötigten Sicherheitsstudien hervorbringen wird, die für eine Stärkung des Verbrauchervertrauens und für die Entwicklung einer sozial verantwortlichen und nachhaltigen Industrie von entscheidender Bedeutung sind“, sind seine Worte. Die Empfehlungen der FSA gelten in England, Wales und Nordirland, nicht jedoch in Schottland, da dieses Gebiet von einer separaten Aufsichtsbehörde abgedeckt wird.

Fraglich dürfte in dem gesamten aufgewühlten Feld dazu sein, wie Behörden auf neuartige Entwicklungen reagieren werden, die sich beispielsweise auf die Bedürfnisse von Frauen konzentrieren und teils in Form von mit CBD versetzten Tampons auf dem Markt erscheinen. Laut hierzulande werkelnder Anwälte, ist der Regelapparat derartig verworren, dass Firmen vor dem Inverkehrbringen ihrer Produkte immer im Einzelfall prüfen müssten, inwieweit den rechtlichen Normen entsprochen werden kann. Selbst wenn man bereits Untersagungsverfügungen von Behörden erhalten habe, sollten immer alle rechtlichen Möglichkeiten in Betracht gezogen werden.

CBD steckt im Papierkrieg.

4 Antworten auf „CBD nun auch in England unter Beschuss

  1. Lars Rogg

    Zu geil… 🙂
    Die tolle EU hat doch den Knall nicht gehört…Bürokratie at it´s best.. 🙁

  2. Rainer Sikora

    CBD hat immer was mit einer Pflanze zu tun,die keine Existenzberechtigung hat.Deshalb darf nichts von dieser Pflanze irgendwo auftauchen.Gründe, zum Unterbinden, werden sich immer wieder finden,auch wenn diese an den Haaren herbeigezogen werden müssen.

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