Mittwoch, 5. Februar 2020

Weiterhin viel Trubel um CBD

Produkte mit Cannabidiol stehen hoch im Kurs – auch bei Staatsanwälten


Cannabidiol, einer der nicht berauschenden Wirkstoffe aus Hanfpflanzen, ist in der Gesellschaft weitestgehend akzeptiert. Das große Geschäft mit dem gesundheitsförderlichem Bestandteil aus Cannabis ging in den letzten Jahren derartig voran, dass auch große Drogerieketten auf den Zug aufsprangen, sich aber aufgrund der unsicheren Gesetzesregelung erst einmal wieder davon verabschiedeten. Viele andere Geschäftsleute und Geschäfte handeln aber trotz der ungeklärt scheinenden Situation weiterhin mit CBD-Produkten, die teils auch für den menschlichen Verzehr angeboten werden. Gerade hier gelangten trotz der Grenzwerteinhaltungen betreffend des THC-Gehaltes in den vergangenen Monaten viele Händler in Konflikte mit der Staatsmacht, weil man sich auf dieser Seite jetzt auf die spät veränderte Novel-Food-Verordnung berufen kann, die eine Zulassung der speziellen Nahrungsmittel verlangen würde. Dennoch werden in diesem Segment agierende Geschäftspartner von Gerichten auch aus anderen Gründen verurteilt, wie der Prozess um die Betreiber der Hanfbar vergangene Woche zeigte. Hier wurde ein Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz aufgrund des Verkaufs von Hanfblütentee wahrgenommen, da selbst die mit geringstem THC-Wert versehenen Blätter und Blüten möglicherweise unter kaum auszumalenden Umständen zu Rauschzwecken missbraucht werden könnten. Jeder Händler der CBD-Produkte steckt derzeit daher in einer vertrackten Situation, wie aktuelle Beispiele erneut vor Augen führen. Es gibt weiterhin viel Trubel um CBD.

Wie verquer die Situation um den Handel mit CBD-Produkten ist, erklärt beispielsweise gerade der Betreiber des Würzburger Hanfladens Cannameleon in der Süddeutschen Zeitung, der aufgrund der ihm vorgeworfenen Grenzwertüberschreitung bezüglich des THC-Gehaltes seines Hanftees von 0,1 Prozent im vergangenen November Razzien in seinen Geschäften miterleben durfte. Während Deutschland den Grenzwert diesbezüglich bei 0,2 Prozent anlegte, gelten in anderen europäischen Nachbarländern weitaus lockerere Regeln. In Österreich und der Tschechischen Republik sowie in Luxemburg liegt der THC-Grenzwert bei 0,3 Prozent, in Italien bereits bei 0,6 und in der Schweiz sogar bei 1 Prozent. Der bei Cannameleon gehandelte Nutzhanf habe stets ein EU-Zertifikat besessen, welches den Verkauf in Würzburg eigentlich rechtlich absichern sollte und Überschreitungen des hier geltenden Grenzwertes schwer denkbar macht. Trotzdem sitzt Lukas Schwarz jetzt auf dem verursachten Schaden, der sich auf eine fünfstellige Summe beziffern lässt. 80 Prozent des Warenbestandes wurde beschlagnahmt, was einem langsamen Ausblutungsprozess gleichkäme, beklagt der Händler.

In Darmstadt wird dagegen auch noch heute mittels eines aufgestellten Automaten CBD-Ware an volljährige Personen abgegeben, die unter anderem Schokolade, Blüten oder Energy-Drinks beinhaltet. Doch auch hier prüfe derzeit die Staatsanwaltschaft, ob der elektronisch arbeitende Automat nicht abgebaut gehöre. Obwohl in Trier ein derartiges Verkaufssystem bereits das beschriebene Schicksal ereilte, will der sich derzeit über große Nachfrage freuende Aufsteller noch nicht ein solches Szenario ausmalen. Er plane eigentlich zu expandieren und neben dem Automaten, der auf dem Darmstädter Südbahnhof steht, noch andere Bahnhöfe zu bedienen. Doch auch wenn, wie in den anderen Fällen, die Grenzwerte betreffend des THC-Gehaltes pflichtbewusst eingehalten wurden, kann sich der Betreiber nicht wirklich sicher sein, von der Staatsmacht in Frieden gelassen zu werden. Bei dem bundesweit ersten System dieser Art hieß es schließlich auch, dass die Produkte nur erlaubt wären, wenn sie für wissenschaftliche oder gewerbliche Zwecke eingesetzt werden würden, aber nicht für den privaten Konsum. Das Betäubungsmittelgesetz und die Novel-Food-Verordnung lassen somit scheinbar aktuell nur noch bei Kosmetika tatsächlich Anteile von CBD zu, bis eindeutige Klarheit durch alle verfolgten Betroffenen teuer erkämpft werden konnte.

Man könnte somit eigentlich von einem deutschen Cannabidiol-Skandal sprechen.

13 Antworten auf „Weiterhin viel Trubel um CBD

  1. Harald

    CBD ist zu gut, es hilft zu viel und es ist zu billig. In Deutschland muß so etwas verhindert werden von den korrupten Lakaien der Justiz. Polizei und Staatsanwaltschaft sind die Auftragnehmer einer korrupten Verhinderungspolitik unserer „Regierung“ von der Pharmaindustrie in Auftrag gegeben.
    Das heißt Judikative und Exekutive sind Erfüllungsgehilfen der Korruption. So ist „Rechtsstaat“ nicht gemeint, solches Verhalten erwarte ich vielleicht in einer Bananenrepublik und genau das ist Deutschland mittlerweile.

  2. Salah Eddine

    Die bösen findigen Kiffer hätten doch schon lange den Weg gefunden um aus harmlosen CBD Blüten gefährliche Drogen oder auch nur Kekse zu machen. Und wenn dann soll der Gutachter mal mit dem Rezept (dem Chemischen verfahren) rausrücken. Aber die Jugend!….. Die bedient sich vom nicht kontrollierten Schwarzmarkt!!!

  3. Rainer Sikora

    Freund und Helfer arbeitet aber nicht für das Volk,sondern für die Volksvertreter.Aber die Masse des Volkes ist dumm,und so behindert sich das Volk selbst,steht sich selbst im Weg,tritt sich auf die Füße.Und so ändert sich nichts.Aber wenn sich die Staatsmacht der Lächerlichkeit preisgibt,könnte das der Prohibition schaden.

  4. Harald

    @ Rainer Sikora
    Hallo Rainer, welcher Staatsmacht? Die Macht in Deutschland hat der Staat schon lange nicht mehr. Das sind korrupte und willfährige Auftragsnehmer und Erfüllungsgehilfen von Konzernbefehlen und den Forderungen von NGO`s. Dieses Gesindel ist korrupt und keinen Schuß Pulver wert, Versager und Heuchler auf ganzer Linie.

  5. Brad P

    Es gibt einfach zuviele Bullen und Staatsanwälte und andere Fotzen, die für sowas Zeit haben!

  6. Rainer Sikora

    @Harald
    Unter Staatsmacht verstehe ich nicht das Volk, sondern genau das von dir beschriebene korrupte Gesindel einschließlich Polizei.

  7. Hans Dampf

    Es zeigt sich weiterhin, Deutschland ist noch lange nicht so weit Hanf und seine Produkte zu akzeptieren und zu erlauben. Schließlich handelt es sich um Rauschgifte. Und die sind nun mal illegal und daher verboten. Auch muss an die Kinder und eine mögliche Signalwirkung gedacht werden. Wir werden es erleben, der Automat wird nicht mehr lange hängen. Wo kämen wir denn hin. Hier werden Recht und Ordnung noch hoch gehalten. Typisch deutsch eben. Nein,nein so tolerant und weltoffen wie Deutschland gerne wäre und auch immer tut ist es leider nicht. Traurig aber wahr.

  8. Maik

    Wenn ihr mich fragt. Sie haben mit dem Medizin Hanf die Büchse der Pandora einen Spalt geöffnet. Und fiele fingen an die bisherigen Gedanken zum Hanf zu hinterfragen. Wenn sich CBD weiter zu verbreitet wird es noch mehr Menschen geben die anfangen zu hinterfragen ob Hanf wirklich so gefährlich ist. Kaum auszudenken was geschieht wenn plötzlich mehr als die Hälfte der Deutschen für die Legalisierung ist. Ich denke das man das auf diese Weise versucht zu verhindern.

  9. R. Maestro

    @Maik

    Die Büchse der Pandora steht seit Jahrzehnten offen.
    Aufgemacht hat sie der Anslinger, das Schwein!
    Ähnliche Rotte hält sie heute noch offen.

  10. H'79

    Es ist mehr als demokratiegefährdend und sowas von verdreht, was hier in der BRD abgeht. Dass die Politiker generell nicht immun gegen Lobbyisten mit geräumigem Geldkoffer sind, dass wir manipuliert werden, dass Dinge verschwiegen und suggestiv falsch dargestellt werden und ungestraft belogen/betrogen wird, wo es Großkonzernen passt soll mir ja notfalls noch recht sein – schlimm genug. Aber spätestens wenn wider medizinisches, psychologisches und staatsrechtliches Wissen bestraft wird, wer gut bis (anderen gegenüber) schadlos handelt, der darf in keinem als Rechtsstaat bezeichneten System alltäglich verfolgt werden durch Staatsgewalt. – Kann man im Sinne der Freiheit und Gesundheit unserer Bevölkerung und um des lieben allgemeinen Friedens willen nicht wenigstens das (eigentlich Jahrzehnte verspätet) abschaffen?! Ist es denn ein zu unverschämter Anspruch, wenigstens diejenigen Cannabis (sei es auch nur praktisch rauschloser) konsumieren zu lassen, die in der Rente genießen wollen, was sie schon in ihren 20en oder 30en heimlich zu tun bemüht sein mussten, indem sie einfach Hanf zu mehr oder minder medizinischem Zwecke nurzen ohne ärztliche Absoöution?! – Das kann doch alles nicht wahr sein!! Können wir nicht stattdessen ne Mauer bauen und dafür wenigstens frei sein im Kopf (und was wir damit anstellen)? Ich weiß garnicht was wir sind …? Mildere Variante einer Diktatur, partielle Demokratie, im Durchschnitt der Situationen nahezu demokratieartig beherrscht? Was beim Adler des Bundes sind wir für ein rätselhafter Haufen?

  11. Susanne

    Selbst wenn es nur eine Handvoll gute Anbieter gäbe: Die sind es wert. Mir zum Beispiel hilft CBD-Öl gegen Migräne. Und ich bin stinksauer, dass ich da nicht eher drauf gekommen bin. Kiffer wissen das vielleicht – mir war es tatsächlich neu, dass Cannabis / Cannabisprodukte da hilft. Merke: Ich möchte bitte selbst entscheiden dürfen, was ich konsumiere, denn ich bin erwachsen. Wen die Migränesache interessiert: Bitte hier entlang. https://cbd-konkret.de

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