Samstag, 1. Februar 2020

CBD geht um die Welt

Bald auch „Big in Japan“?


Um den nicht berauschenden dafür aber gesundheitsfördernden Wirkstoff aus der Hanfpflanze Cannabidiol besteht derzeit nicht nur ein großer Hype, sondern auch viel Ungewissheit. Ist CBD in Nahrungsergänzungsmitteln als Novel Food zu verstehen, auch wenn man nach Ansichten sich damit beschäftigender Rechtsanwälte eigentlich keinen Grund findet, oder gehört der von der WHO als unbedenklich eingestufte Wirkstoff zu einer bedenklichen Stoffgruppe, die aus Geschäften verbannt gehört. Sicher ist, dass CBD in der Therapie gewisser Krankheiten hilfreich eingesetzt werden kann, und dass viele Menschen aus allen Altersklassen auf die spürbaren Effekte schwören. Dennoch warnt die deutsche Verbraucherzentrale vor dem Gebrauch und hiesige Händler der gefragten Produkte müssen sich mittlerweile vor drakonischen Strafen fürchten. Im entfernten Japan, wo Cannabis insgesamt keinen guten Ruf besitzt und nur wenige Menschen über die vielen praktischen Einsatzfähigkeiten des natürlichen Rohstoffs informiert sind, hat sich jetzt ein Pionier auf den Markt getraut, um sich im Land der aufgehenden Sonne für eine fachgerechte Versorgung mit Cannabidiol in der gesetzestreuen Bevölkerung zu kümmern. CBD geht um die Welt.

Wie Sumikai – das Magazin rund um Japan – am 30.01.2020 meldete, wird Anfang Februar das erste Fachgeschäft für CBD auf der japanischen Insel in Tokio im Stadtteil Harajuku eröffnen und dort neben dem Handel mit den legalen Produkten auch Platz für geselligen Austausch in einem Café bieten. Das auf den Namen HealthyTOKYO getaufte Geschäft bietet ab der Eröffnung sodann CBD-Öl mit einem komplett abhandenen THC-Gehalt an und wird Kosmetika und Cremes sowie Süßigkeiten und Getränke für die interessierte Kundschaft parat halten. Das Angebot soll unter anderem veganen Käsekuchen, Montblanc und Tortenschokolade sowie glutenfreie Lasagne beinhalten, sodass Besucher sich während ihrer Nahrungsaufnahme auch mit CBD versorgen können. Selbst Matcha-Tee oder Kaffee dürfen dort mit Cannabidiol-Öl versetzt werden, sodass diesem Genuss auch ein gesundheitsfördernder Aspekt hinzugefügt wird. Die im Gegensatz zu Deutschland offensichtlich geklärte Gesetzeslage in Nippon macht es hierbei aber nötig, dass kein einziger Restanteil von dem für die Rauschwirkung von Cannabis verantwortlichem Tetrahydrocannabinol in den verwendeten Ölen enthalten sein darf, um längerfristig auf dem Markt zu bestehen und nicht mit der dort agierenden Staatsmacht in Konflikt zu geraten. Das ab Februar in Japan verwendete CBD-Öl wird dennoch auf natürlichem Wege gewonnen und scheint in dem hippen Stadtteil Tokios ein willkommenes Neuangebot für alle aufgeschlossenen Besucher.

Hierzulande müssen dagegen selbst Ärzte der Arbeitsgemeinschaft Cannabis als Medizin Jahre nach der Einführung der CBD-Produkte im Einzelhandel noch explizit darauf hinweisen, dass weder die geringen Anteile der enthaltenen Wirkstoffe für Nebenwirkungen sorgen können, noch dass Cannabidiol in irgendeiner Weise als Droge verstanden werden kann, weshalb die Warnungen der beunruhigten Verbraucherzentrale unbegründet erscheinen.

Verkaufsverbote, sich häufende Razzien in Hanffachgeschäften und geforderte Gefängnisstrafen für unterschiedliche Händler jetzt umso mehr.

12 Antworten auf „CBD geht um die Welt

  1. Lars Rogg

    Tja, und in good old Germany kommt man dafür in den Knast, bzw Bewährung mit Knastandrohung wenn man nicht gehorcht. Zumindest wenn sie Tee mit CBD und bisschen THC anbieten. Aber halt…außer man ist ein Großkonzern…dann hat man Narrenfreiheit. Egal auf welchem Gebiet Auto, Energie, Amazon, etc… alle kommen sie schadlos davon. Doch auf uns prügeln sie ein, als gäbe es kein Morgen. Gehängt werden nur die kleinen. Gute, alte Tradition in diesem tollen Land der Lobbyisten und Arbeiterverräter.
    Schönes Wochenende !! 🙂

  2. Harald

    @ Lars Rogg
    old germany stimmt, good stimmt leider nicht. Das war einmal zutreffend, bevor Merkel und ihre Wichstruppe unser Land verraten und verkauft haben.
    Alle anderen europäischen Länder laufen vorwärts, Deutschland leider rückwärts. In Italien ist Nutzhanf mittlerweile legal und selbt der Eigenanbau ist durch das höchste italienische Gericht mittlerweile in die richtige juristische Betrachtungsweise gerückt worden. Ich bin nicht rechts und nicht Pegida, aber Volksverräter ist ein passender Ausdruck, der leider der Realität entspricht. Its time for change!!!!!

  3. Luke

    @Harald
    Bitte erörtere mir, warum Du denkst, dass die Regierungen vor Merkel auch nur einen Deut besser waren!
    Ich lese aus Deinen „ich bin kein…,aber…“ posts schon den einen oder anderen Trigger raus.
    Volksverräter ist so ein Wort, das nehm ich einfach nicht in den Mund, wenn ich nicht in die Ecke gestellt werden will.

  4. Harald

    @ Luke
    natürlich waren die Regierungen vor Merkel nicht besser, aber wenn es darum geht wer den meisten Schaden angerichtet hat ist die Ära Merkel unerreicht. Es ist aber bezeichnend wenn man in Deutschland schon wegen einer Wortwahl in die Ecke gestellt werden soll. Ich erlaube mir einfach mal dieses Wort zu benutzen und es ist mir egal wer ein Problem damit hat oder nicht. Es ist zutreffend und beschreibt sehr genau was passiert ist. Allein die Renten und Gesundheitspolitik – wenn das kein Verrat an künftigen Generationen, also dem Volk ist, dann weiß ich nicht. Ideologie ist nicht nur an Worten festzumachen ansonsten würde die CDU/CSU ja auch christliche Werte vertreten. Tun sie das? Die Antwort kennt hier ja wohl jeder.
    Wer also jemand, wegen einer Wortwahl in die Ecke stellt ist, mit einem sehr eingeschränkten Horizont unterwegs. Zudem hat keine politische Seite Worte für sich gepachtet. Taten sind entscheidend und hier spricht die Relität eine eindeutige Sprache. Es ist aber einfach sehr bequem bestimmte Meinungen, welche dem einen oder anderen nicht passen durch die Keulen rechts oder links totzumachen. Das ist kurzsichtig und einfältig.

  5. Luke

    Ok, ich frage mich weiter, warum Du das so formuliert hast, wohl wissend, wie es wirkt und aus welcher Ecke es kommt. („Ich bin nicht…“)
    Verrat idS, wie Du es meinst wird am Volk betrieben, seit es ein Volk gibt und ich wage tatsächlich zu bezweifeln, dass Kohl oder Schröder oder irgendein anderer Machthaber volksnäher gedacht oder gehandelt haben sollten.
    Nicht, dass ich damit gut heißen würde, was auf der politischen Bühne unter CDU/CSU stattfindet, aber:
    In die Ecke stellst Du Dich selbst mit Deinen Phrasen, sorry.

  6. H'79

    Niemand sollte den anderen in falsche Ecken stellen. Wörter sollen dem Sinne nach und durchaus zusammenhangsgemäß interpretiert werden, ggf. als Redewendung. Es ist doch bezeichnend, dass man das Wort Volksverräter nicht einfach mal sagen darf, ohne gleich das verständliche Bedürfnis hat, sich von rechts abzugrenzen. Wenn man dann extra darauf hinweist, dass man nicht zu Pegida u dgl gehört, kann man das auch einfach als glaubwürdige Info stehen lassen. Ansonsten soll sich doch jeder in einem nicht eindeutig verletzenden Rahmen ausdrücken dürfen und wenn es dann Verständnis-Probleme oder sonstige Unklarheiten gibt, kann man das sachlich und wohlwollend klären aber für mich gibt es außer Beleidigungen und nur zum Diskriminieren geeigneten Wörtern erstmal alle möglichen zur freien Auswahl, Volk und Volksverrat gehören für mich nicht (nur weil auch schlechtere Menschen sie – im übrigen missbräuchlich – verwendeten) zu verwerflichem Vokabular. So sehe ich das jedenfalls und hoffe, niemandem damit Unbehagen zu bereiten, denn das will ich damit wirklich nicht. Schlimmer – und auch hier denke ich wie Harald – finde ich dass die CDU für sich Christlichkeit beansprucht, das hat sie nicht erst aber allein durch jüngere Prohibitions-Vorstöße – zumindest in den betrerffenden Teilen der Partei – meiner Ansicht nach (bis auf weiteres) verwirkt.

  7. Hans Dampf

    @Harald,
    ich finde auch, du siehst es richtig. Lass dich nicht irritieren. Du brauchst dich nicht zu rechtfertigen.
    @H‘79,
    es stimmt was du sagst und ich teile deine Ansicht. Was z.b. unser Gesundheitswesen angeht, kann ich nach annähernd dreizig Jahren Tätigkeit in der Pflege behaupten, mit unserem Sozial / Gesundheitssystem geht es langsam wirklich bergab. Eine Zweiklassen Medizin haben wir schon und es wird immer schlimmer. Wir sehen es ja jeden Tag. Wer als Patient über nur wenig Geld verfügt, ist in Deutschland in den Hintern gekniffen.

  8. Hans Dampf

    Ja, ja die Welt ist bunt, das Hasch ist braun. Was soll man da mit geilen Frau‘n?
    Und noch ein: Ein Junge ging durch einen Ort der nannte sich Susi Hasch. Die Susi war grad nicht da, nur das Hasch doch das genügte ja.

    Damit es auch mal was zum schmunzeln gibt. Wünsche einen entspannten Sonntag.

  9. Harald

    @ H’79, Hans Dampf
    vielen Dank für eure objektive und unverkrampfte Betrachtungsweise. Wir sollten in einer modernen Gesellschaft unvoreingenommen ohne Dogmas an die Probleme herngehen und auch nur so ist ein Lösungsansatz möglich. Ein schönes rauchiges Wochenende für Euch!!!!!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.