Samstag, 25. Januar 2020

Und ewig lockt das Weib (3)

Teil 3 über das Vaporisieren von Christof Wackernagel


Diese Artikelfolge ist aus der Sicht eines Mannes geschrieben, aber die darin verwandten Bilder und Metaphern sind ohne weiteres auf weibliche Sicht zu übertragen. Nichts würde mich mehr freuen, als wenn eine Frau, die ebenfalls die revolutionäre Dimension des Vaporisierens erkannt und vor allem erlebt, also gespürt hat, ihre Sicht darstellen würde, um sie anderen Frauen nahe zu bringen, noch mehr: erst dann würde der allumfassende, potenziell Menschheitsemanzipatorische Charakter des Vaporisierens evident. 

In diesem dritten Teil geht es nämlich um das »wie« des Vaporisierens, sowie um die Funktion und Technik der Gerätschaften, mit denen man es tun kann.

Und jetzt kommt endlich raus, was es mit dem geheimnisvollen Locktitel auf sich hat: diese Methode des Konsumierens von Hanf ist weiblich. Joints reinziehen, Bongs knallen, Blow-Pipes reinpfeifen lassen: das alles ist hart, dröhnend, männlich – die sanften Wölkchen der Cannabis-Dampfmaschine sind weiblich. Vaporisieren ist weiblich, man tut dies mit der Vaporisatorin. Kurz: Frau Vapo. 

Und da sie wie eine Frau ist, hat man auch genauso mit ihr umzugehen wie mit jeder anderen Frau: respektvoll, unaufdringlich, behutsam. Wie beim Sex: je zurückhaltender der Beginn, desto heftiger der Orgasmus. Je zarter man die Frau zu Beginn angeht, desto stärker kommt sie am Ende. Je weniger Mann nimmt, desto mehr gibt Frau. Je weniger er erwartet, desto mehr überrascht sie ihn.

So geht es den Menschen mit der Vaporisiermethode. Je sanfter du ziehst, desto heftiger bekommst du die Wucht der Heilkräuter zurück. Zu vaporisieren kann beglücken wie eine Frau beglücken kann. Es ist wie Streichelmassage, die die Haut nur durch die Ausstrahlung der Fingerkuppen erreicht. 

Analog kann der Unterschied verstanden werden zwischen einem so heftigen Zug am Bong, dass ein möglichst fetter Schwall Rauch rein gedrückt wird, der dann entsprechend knallt – und dem vorsichtigen Saugen am Mundstück des Verdampfers, das durchaus genauso eine schnelle Wirkung erzeugt, aber eine, die wächst, die sich entfaltet, die sich weich in einem aufbläht – nicht knallt. 

Man könnte auch sagen: es ist wie der Unterschied zwischen Säugen und Saugen, bewusstloser Gier und bewusst kalkulierter Zartheit. Wie ein Baby am Busen saugen und das als Erwachsener oder Erwachsene durch Verzögerung optimieren.

Was nicht heißt, dass die Wirkung umso besser ist, je näher die Saugleistung auf Zero zugeht – es muss schon ein wenig Drang zu merken sein; die Begierde muss am Saugen spürbar sein, aber eben gezügelt. 

Lange Rede, kurzer Sinn:

Dieses Saugen am Verdampfer will gelernt sein, muss gelernt werden. Wer die süßen Früchte des Vaporisierens kosten will, muss lernen, sie zu ernten.

Eine Frau braucht dabei vielleicht nur an sich selbst denken, an ihre Bedürfnisse und der Rest geht von allein. 

Wer das als Mann lernen will, dem hilft es enorm – an eine Frau zu denken, denn wie gesagt: Je weniger man ihr gibt, desto mehr will sie von einem. Je zarter man sie berührt, desto heftigere Erschütterungen gibt sie zurück. Je vorsichtiger man saugt, desto heftiger überwältigt einen die Wirkung.

Er muss die Maschine zum Vaporisieren, diese Methode, um im weiblichen Bild zu bleiben, lieben und achten wie eine Frau – und sie schenkt ihm Glückseligkeit wie es sonst nur eine Frau vermag. Hier geht es nicht um abstrakte geschlechtliche political correctness oder irgendwelche verlogene Feminismus Anschleimereien, hier geht es um nackten Egoismus, nämlich möglichst effektive Wirkung:

Wird Cannabis geraucht, so beträgt der Anteil, bei dem es sich nicht um Cannabinoide, sondern um andere Teilchen – Chlorophyll, Holz etc. – handelt, circa. 88 %, andere Quellen gehen von 80 % aus. Dies bedeutet also, dass nur ein Bruchteil der Cannabinoide durch das Rauchen von Marihuana aufgenommen werden kann, da der Großteil durch den Verbrennungsvorgang zerstört wird und stattdessen jedoch Giftstoffe, dabei auch satt Krebs erzeugende Stoffe entstehen. Auf der anderen Seite besteht aber der Dampf, der durch den Verdampfungsvorgang per Vaporisiermaschine entsteht, bis zu 90 % aus Cannabinoiden. Dies bedeutet also, dass man einen viel höheren Anteil an THC, CBD und weiteren Wirkstoffen von Marihuana durch das Verdampfen aufnehmen kann, als wenn man es rauchen würden.

Aber auch das funktioniert nur, wenn man nicht gierig zieht, sondern richtig saugt. 

An dieser Stelle sind ein paar Worte zur Technik der Verdampferin gefragt. Eine Vaporizerin besteht aus einer Heizeinheit und einer darauf aufsetzbaren Kühleinheit, durch die genau temperierte heiße Luft zieht, die dem Kraut die heilenden und oft auch berauschenden ätherischen Öle entzieht und durch die Kühleinheit etwas abgekühlt in die Bronchen und Lungen befördert, von wo sie aus ihre wohltuende Wirkung verbreiten. Je nach Modell kann man das Kraut direkt in diese Kammer packen – was zu einer schnelleren Verschmutzung führt – oder man kann kleine Behälterchen mit Siebdeckel in diese Kammern legen, was den Vorteil hat, dass man vor allem bei medizinischer Indikation aufs Milligramm genaue Dosen vorbereiten kann. Mit Hilfe einer Goldschmiedewaage lässt sich ein Vorrat an Portionseinheiten zwischen 0,03 Gramm und maximal 0,15 Gramm anlegen; mehr sollte es nicht sein, denn wenn die Kammer zu dicht gefüllt ist, kann die heiße Luft sie nicht gleichmäßig durchdringen und kommt nicht an die Kräuterpartikel ran, die sie freisetzen soll. Das Kraut sollte durchaus feiner gemahlen werden als man es für einen Joint oder Bong braucht, damit die heiße Luft in der Kürze der Zeit, die sie daran vorbeirauscht, auch alles rausholen kann, was drin ist. 

Und das ist auch der physikalisch chemische Grund für das exakte Ziehen: man muss die genauso Glück spendenden Kräfte der Kräuter aus der Verdampfermaschine so behutsam herauslocken wie das Geheimste der Frau aus ihrem Versteck – und man wird entsprechend belohnt werden. 

Wer es geschafft hat, seine Inhalier-Maschine als Frau zu begreifen und so mit ihr umzugehen, wird süchtig nach ihr werden – im besten und nebenwirkungsfreiesten, also utopischen Sinn, den es gibt. 

Das ist nicht einfach, vor allem, wenn man seit Jahrzehnten volle Kanone gewöhnt ist. Die dadurch unbewusst antrainierte Gier und hat ihre Gründe auch – leider wieder einmal mehr – in der unterschiedlichen Wirkungsweise von Cannabis pur gegenüber Cannabis vermischt mit Tabak:

Da Cannabis ja bekanntlich den bestehenden Zustand verstärkt, ist das so andere Feeling beim Kiffen mit Tabak im Vergleich zu pur rauchen, schlicht damit zu erklären, dass vor allem das, was man bei dem Flash spürt, verstärkte Nikotinwirkung ist und somit mit Cannabis nichts zu tun hat. 

Da kehrt sich alles um und wird komplett unsinnig: Man nimmt keinen Tabak, um die Cannabiswirkung zu erhöhen, sondern man nimmt Cannabis, um die Tabakwirkung zu erhöhen.

Idiotischer geht’s nicht, denn das Rauchen führt auch noch einen weiteren Nachteil nach sich: Abgesehen davon, dass es bei der Verbrennung von Cannabisblüten zur Bildung diverser schädlicher Chemikalien kommt, vor allem Krebs erzeugenden Stoffen, ist es weniger effektiv. Der Rauch, der beim Rauchen von Cannabis entsteht, besteht nur aus 20 Prozent aus Cannabinoiden – dem stehen aber Untersuchungen gegenüber, die sich mit dem Verdampfen von Cannabis beschäftigt haben und alle – einmal mehr! – zu  dem klaren Ergebnis kommen: 

Der beim Verdampfen von Cannabis entstehende Qualm besteht zu über 90 Prozent aus Cannabinoiden. 

Wer Cannabis verdampft, kann also mit einer höheren Ausbeute an Wirkstoffen wie THC und CBD rechnen, als wenn er es rauchen würde.

Alles nur Gewöhnungssache. Breit oder weit, das ist die Frage. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier.

Das kann natürlich jeder und jede machen wie er beziehungsweise sie das will – mit dem, was Cannabis (be)wirken kann hat Rauchen – auf Deutsch: verbrennen – wenig bis nichts zu tun, im Prinzip bewirkt es sogar das Gegenteil.

Und was angesichts der hohen Preise auch nicht völlig unwichtig ist: Frau Vapo ist wesentlich sparsamer. Man kann viel mehr aus dem teuren Zeug rausholen, das ja in der Apotheke auch noch dreimal so teuer ist wie auf dem schwarzen Markt.

Eben schnell einen durchziehen gibt es allerdings auch nicht mehr. Klappt alles nur in Ruhe, Konzentration, sich drauf einlassen und Zeit – mindestens zehn Minuten dauert eine Sitzung. Denn die Technik des Einsaugens ist das eine – die Dauer das andere. Im Gegensatz zum Rauchen nimmt man nicht einen Zug, sondern man entleert seine Lungen, setzt das Mundstück der Vaporisiererin an und saugt – wie beschrieben – bis ultimo, bis wirklich nichts mehr reingeht, und dann lässt man es drin, bis man nach Luft schnappt. Im – rein ökonomisch gesehenen – Idealfall kommt auch kein Dampf mehr aus der Lunge raus, denn der ist reine Verschwendung, THC für die Umwelt. Und selbst wenn kein Dampf mehr rauskommt, heißt das immer noch nicht, dass das Kraut schon ganz ausgelaugt ist – ich fürchte, eine genaue Definition ist nicht drin, das sind Erfahrungswerte. Am besten schaut man sich das vertrocknete – nicht verbrannte! – Gras an, denn man produziert ja keine Asche, sondern braun verdörrte Reste, und wenn das noch nach etwas riecht oder klebt, ist noch nicht alle Substanz raus. Ich gehe davon aus, dass, solange bei 210 Grad, wenn die Saugkapazität dem Ende zugeht, noch ein leichtes Kratzen im Hals spürbar wird, noch Stoff im Kraut ist beziehungsweise war, selbst wenn man nichts sieht. Zehn Minuten sollte man für einen Turn durchaus ansetzen. 

Mit der Ruhe ist es wie mit der Saugstärke: Je weniger Unruhe, desto mehr Wirkung. Sich schön in einen Sessel setzen oder es sich auf der Couch bequem machen, einmal tief durchatmen, den lieben Gott einen guten Mann sein lassen – und loslegen.

Bleibt die Frage der Gerätschaften. 

Dabei gilt es zunächst zwischen Portablen und Standgeräten zu unterscheiden. 

Die Portablen ähneln E-Zigaretten, alten Handys oder Babyphons und sind somit Café- und Parkbanktauglich; ein Schelm, wer da an Böses denkt! Sie sind insbesondere für (meist medizinische) Feindosierung bestens geeignet, aber auch für gezielt begrenzte Einsätze wie wenn man zum Beispiel nachts aufwacht und nicht mehr einschlafen kann: eine 0,03 er Dosis in die Kräuterkammer, auf 180 erhitzen, zwei bis dreimal langsam und genüsslich einsaugen – umdrehen und schlafen.

Die Standgeräte dagegen sind eindeutig – »bitte außerhalb der Reichweite von Kindern und Jugendlichen halten« … -: sie sind eher geselliger Natur und damit womöglich öfters eher außerhalb des rein medizinischen Bereichs in Action. Ich habe auf der Mary-Jane-Hanfmesse in Berlin mehrere Geräte getestet und – außer es gibt inzwischen Neueres auf dem Markt – festgestellt, dass es nur eine Variante gibt, die alles hält, was sie verspricht – und sogar mehr, aber dazu weiter unten.

Das A und O der Bewertung liegt in der Frage der Zuverlässigkeit der Temperatur beziehungsweise deren Angabe auf dem Display, denn die Herauslösung der Wirkstoffe funktioniert nur zwischen 180 und 210 Grad; wenn das nicht stimmt, kann man sich den ganzen Aufwand sparen. Im Netz kann man sich da endlos schlau machen, wobei die Angaben schwanken, die einen schwören auf 185 Grad, die anderen sagen, erst bei 205 gehe es los – selber rauskriegen, was einem am besten tut, ist die Devise.

Die Frage des Designs spielt natürlich auch eine Rolle – das Auge dampft mit – aber meistens steckt hinter aufgedonnertem Outfit oft laue Luft und nicht genau temperierte zwischen 180 und 210 Grad… Und auch wenn ein gesundes Misstrauen gegenüber staatlichen Institutionen immer erste Bürgerpflicht bleibt, ist es im Falle von Vapodamen unbedingt angesagt, dass sie vom Gesundheitsministerium abgesegnet und freigegeben sind, dann ist der Staat wenigstens in diesem Fall mal zu was nutze!

Da ich Cannabispatient bin, blieb mir die Arbeit der Recherche beziehungsweise Qual der Wahl erspart: »Kaufen Sie ja nichts übers Internet«, befahl mir meine Ärztin streng, »ich verschreibe Ihnen das Beste, was es gibt«. Da diese Frau in der Cannabisforschung führend ist und die Bewertungen im Internet nichts anderes sagten, sehe ich keinen Anlass, ihr nicht zu glauben und kann deshalb nur über meine Erfahrungen mit diesen Geräten berichten. Ich habe zwar mal bei anderen Geräten genascht, war aber nicht sehr begeistert, was jedoch an der Gewöhnung liegen kann. Das soll also nicht heißen, dass es nicht noch andere brauchbare Geräte gibt, aber ich bin nicht die »Stiftung Warentest«, und es kann sich ja jeder und jede im Netz selbst kundig machen und gegebenenfalls mit dem abgleichen, was ich hier schreibe.

Die allerersten Erfahrungen machte ich mit dem Vaporizer »Mighty medic« der Firma Storz und Bickel aus Tuttlingen. Vielleicht hat der legendäre schwäbische Erfindergeist die Entwickler beflügelt wie einst den Erfinder des Autos, Gottlieb Daimler – vergleichbar genial ist das Ergebnis. Die liebevolle Genauigkeit, die 159%igkeit, mit der die Notwendigkeiten und der spezielle Verdampfer-Bedarf bis ins letzte durchdacht und so einfache wie überraschende Lösungen gefunden wurden, hat durchaus etwas Schwäbisches und erinnerte mich an schwäbische Landsleute, die ich in Vorderasien oder Afrika traf, und die Hilfsmittel von der Sauberhaltung von Kernkraftwerken bis hin zur Benutzeroptimierung von Moskitonetzen erfanden, die genauso schlicht und praktisch wie überzeugend waren. 

Um mit dem zentralen Anwendungswerkzeug zu beginnen: allein die Aluminiumkäpselchen zur Positionierung im Heizcomputer der Vaporine sind nicht nur praktisch, optimal benutzerfreundlich und endlos wiederverwendbar, damit sozusagen nachhaltig, sondern auch in einer runden Dose für 8 Kapseln aufzubewahren, deren Deckel so gestaltet ist, dass man damit die Kapseln Milligramm genau befüllen kann: in der Mitte dieses Deckels befindet sich ein konisch zusammenlaufendes Loch, in dessen Unterseite die offene Kapsel gehalten kann, während man auf die Oberseite die mit der Juwelierwaage genau abgewogene Menge gemahlener Kräuter kippt, die man dann durch die konische Öffnung in die Kapsel schiebt, ohne dass auch nur ein Milli-Milli-Milligramm verloren geht. Selbst wer jetzt spöttisch von schwäbischem Geiz lästert, ist nur neidisch, allein dieses Detail zeigt, dass hier jemand etwas bis zum Anschlag durchdacht hat. Der nächste Vorteil der runden 8-er Döschen ist, dass man sich die verschiedenen Sorten in verschiedener Dosierung vorbereiten kann; man braucht nur die Aufheizzeit abzuwarten und los geht’s. 

Hilfreich zum Erlernen des richtigen Saugens ist auch der Aufsatz für das Mundstück, der den Rauchfluss bremst. Wenn man darauf nicht mit verzweifelter Verstärkung des Saugens reagiert, sondern erspürt, wie man ohne besondere Anstrengung etwas herausziehen kann, bekommt man das richtige Gefühl für das Maß des Saugens. Hinweis: die Backen dürfen sich nicht nach innen biegen vor lauter Saugluftdruck! Sie müssen locker hängen, dann stimmts! Wenn man das Mundstück weglässt, kann man natürlich kräftiger ziehen – und bei 210 Grad durchaus ins Husten kommen! – dadurch auch noch schneller eine Wirkung spüren, aber, siehe oben, man verschenkt die Hälfte.

Woran man den gesundheitlichen Vorteil des Vaporisierens am deutlichsten sieht und riecht – ist die Reinigungsfrage! Vorbei die Zeiten, in denen man den stinkenden Schmodder aus der Bong mühsam mit Spülmaschinenpulver und allen möglichen Bürsten rauskitzeln musste und dabei mit Grausen sich vorstellte, dass der gleiche Dreck noch vermehrt in der Lunge klebt – alles vorbei. Die Kühleinheit muss man einmal die Woche auseinandernehmen, vertrocknete Minipartikel des Grases, die durch das Sieb bis in die Kühlkammern im Inneren der Kühleinheit gelangt sind, rausbürsten, das Ganze mit Spülmittel putzen und gegebenenfalls die leicht klebrigen Dichtungsringe mit etwas reinem Alkohol reinigen – das graust nicht, sondern das ist verschenktes reines THC, erzeugt also eher leises Bedauern über diesen Verlust …

Nicht zu unterschätzen ist, dass alle Verschleißteile einzeln erhältlich sind. Siebe, Dichtungsringe, einzelne und die gesamte Kühleinheit können einzeln ausgetauscht werden. Da die Heizeinheit so gut wie kaum Gebrauchsspuren davonträgt, ist sie praktisch wartungsfrei – man kann und sollte sie vielleicht auch nach ein paar Jahren zur Inspektion in die Firma einschicken. Insofern sind es zwar teure, aber Anschaffungen fürs Leben – wie sich vor allem am Standgerät, ebenfalls von der Firma Storz und Bickel, erweisen wird.

Denn das war für heute der Beitrag zum Thema »Gesundheit und Alltag«,  es folgt nun die beliebte Sendung: »Politik macht Spaß«, das heißt, wir lassen all die hehren Überlegungen mal beiseite und wenden uns dem älteren »medic« Bruder des »mighty« zu, welcher den bedeutungsschwangeren Titel »Volcano« trägt. Denn jetzt geht’s nur noch nebenbei insoweit um Medizin, als man Menschen, die gewillt sind, sich das Rauchen abzugewöhnen, helfen kann – und diese dabei auch noch ihr Vergnügen haben, jetzt geht’s auch mal ganz unverblümt um letzteres – man gönnt sich ja sonst nichts. Mit dem »Volcano medic« haben wir, auch wenn seine Hersteller das niemals beabsichtigt hatten, endlich die ultimative Art und Weise in die Hand bekommen, schadstofffrei – um im aktuellen Diskurs zu bleiben – dem Hanfgenuss zu frönen. 

Er sieht aus wie eine klassische Shisha, minimalistisch streng gestaltet, ein Dreieck mit abgerundeten Ecken als Display, und was dieses Gerät kann, ließ es in der kurzen Zeit seit seiner Erfindung bis heute zum Klassiker werden. Es ist die Königin der diesbezüglichen Geräte, und damit Cannabis zu sich zu nehmen die Krönung der Kiff-Kultur an und für sich, abgekürzt KKK (mal ganz anders definiert…) 

Denn dieser medizinische Vulkan speit nicht, wie der Ätna, todbringende Lava, sondern spendet lebenserhaltende, lebensbejahende und Lebensqualität verbessernde Dämpfe, die, umgekehrt proportional, soviel Heil auf die Erde bringen wie der Erdvulkan Unheil. 

Genau in der, bei den Urknall Nachfolgevulkanen Todesglut spuckenden, oberen Öffnung des medizinischen Vulkans sitzt ein feines Sieb, in das man einen aus zwei Teilen bestehenden Adapter einrasten kann, in den man zuvor die jeweilige Menge feingemahlenen Krauts positioniert hat. 

Und jetzt kommts:

Auf diesen Adapter passt ein Mundstück, an das ein durchsichtiger Schlauch angeschlossen ist. Dieses Mundstück lässt man an der oberen Seite des Adapters einrasten und drückt zunächst auf einen links unter dem Display befindlichen Knopf mit dem Namen »Heat«. Wie beim kleinen »Mighty« zeigt auf dem Display eine rote Ziffernfolge die gewünschte Soll Temperatur an und darüber eine grüne die tatsächlich erreichte Temperatur. Ist diese angezeigt, drückt man auf den zweiten Knopf unter dem Display, der den Namen »Air« trägt, zu Deutsch Luft und de facto Dampf. 

Und nun passiert etwas, das den »Vulcano« fundamental von seinem kleinen Bruder »mighty« unterscheidet: die aufs Grad genau aufgeheizte Luft wird durch den Adapter hindurch in den Ballon mit genau dem die Wirkstoffe des Krauts optimal absaugenden Druck in den sich aufblähenden Schlauch gepumpt, von einem Katzenhaft schnurrenden Ton begleitet, bis die Wände des durchsichtigen Plastikschlauchs zum Zerreißen gespannt und im Inneren graue Wolken zu sehen sind – und man wieder auf den »air« Knopf drückt, um den Luftfluss zu stoppen. 

Also genau das, dessen mühsames Erlernen ich eben mühsam erklärte, die Kunst des Saugens, fällt zunächst weg, denn man kann davon ausgehen, dass der Hersteller am besten weiß, wie viel bar es braucht, damit die Heilöle optimal aus den Blütenpartikeln herausgelöst werden. Da hemmungsloses Saugen aber auch an diesem Ballon widersinnig und kontraproduktiv ist, gibt es wie beim »mighty« einen Aufsatz, jeder kann seinen eigenen haben, der den Dampffluss hemmt, so dass man den kostbaren Inhalt des Ballons auch schön suce zu sich nehmen kann. 

Dazu kann man sich bis zu zehn Minuten Zeit lassen – danach verdickt der Qualm wieder und klebt sich an die Ballonwände. Aber man kann angebrauchte Portionen durchaus mal eine Nacht im Adapter ruhen lassen; auf 210 bringen sie am nächsten Tag immer noch das Gewünschte.

Und an dieser Stelle kommt das genial Soziale an dieser einzigartigen Erfindung zum Tragen:

Was früher der Joint war, der kreiste, ist heute der Ballon, der die Runde macht. 

Man hängt entspannt ab, jeder zieht in Ruhe, und wenn von dem Ballon nur noch ein dünner, knisternder Plastikschlauch übrig ist, wird er auf den »Volcano« gesetzt und wieder schnurrend aufgepumpt – weiter geht’s bis ultimo. 

So schließt sich der Kreis, das ist das im oben beschriebenen Sinne Revolutionäre an dieser Erfindung, die, wie das Vaporisieren selbst, mit dieser Umsetzung der Idee zu den Ursprüngen zurück kehrt, aber auf einer höheren Ebene: rückstandsfrei, die dem Charakter des Krauts entsprechende Wirkung überhaupt erst ermöglichend und potenzierend, bekommt Hanf wieder das Menschen-Verbindende, das einst seine soziale Sprengkraft auslöste – das ist der Gipfel des Cannabisgenußes.

Das heißt freilich nicht, dass der »mighty« überflüssig würde!  Er scheint fast ein gegensätzliches Konzept zu haben – in Wirklichkeit ergänzen sich die beiden, bedingen sich gegenseitig: Alltag/Party – Disziplin/Zügellosigkeit – Medizin/Genuss – sparsam/verschwenderisch

Und wer nicht mit dem Kleinen umgehen kann, wird auch den Großen nicht ausnützen können, das ist ja auch sonst im Leben der Fall. 

Das sollte man sich aber vor Augen halten, wenn wir die Spirale jetzt noch eine Umdrehung höher schrauben. 

Denn auch wenn die Ballonidee die »KKK« ist, gibt es noch eine Steigerung, nämlich, mit den Worten des Rauschgiftdezernatausbilders aus dem legendären Film »Lammbock« gesprochen: »Jakobs Krönung«.

Sie besteht aus dem von den »Volcano«-Erfindern weiterentwickelten Gerät: »Hybrid«.

Leider konnte ich es bis jetzt nur einmal kurz auf der Mary-Jane-Messe in Berlin ausprobieren; da es aber damals noch nicht auf dem Markt war, muss ich die genauere Beschreibung vertagen, bis ich das Gerät eingehend testen konnte, aber schon soviel vorab: 

Zusätzlich zum Ballon, sozusagen alternativ, bietet der »Hybrid« einen Schlauch. Man setzt ihn an den Mund, drückt auf den »Air«-Knopf und pumpt damit genau soviel Dampf in die Bronchen, wie man wünscht oder gerade verträgt. 

Auf diesem Weg setzt die Wirkung genauso schnell ein wie durch Tabak verstärkt.

Damit kann Tabak endgültig und definitiv auf den Müllhaufen der Geschichte geworfen werden, jedenfalls soweit er zur scheinbaren »Optimierung« von Hanf eingesetzt werden soll.

Wie gesagt: die Nikotinwirkung wird nicht ersetzt, sie ist etwas anderes, und die wirklich kultivierten Kiffer seit den sechziger Jahren haben, auch wenn sie Zigarettenraucher waren oder sind wie die amerikanischen Besatzungssoldaten, die das alles in den Sixties importiert haben, immer nur pur geraucht, egal ob Dope oder Blüten. 

Damals haben wir, wenn uns die Joints nicht reichten, »Blow-Pipes« geraucht: man nahm die Pfeife nicht zwischen die Lippen, sondern hielt sie vor den geöffneten Mund, jemand umschloss den Pfeifenkopf mit den Fingern und blies hinein – und man saugte den weißen Rauchstrahl direkt ein.

So kann ich zum dritten Mal von Revolution im ursprünglichen Sinne sprechen: back to the roots – aber auf einer höheren Ebene, nämlich schadstofffrei. 

Zu verdanken haben wir das dem medizinischen Fortschritt: schneller kann einem schwerkranken schmerzgeplagten Krebspatienten nicht geholfen werden, höchstens mit einer Spritze, aber die sollte ja eh nur ultima ratio sein, so schnell wirkt keine Tablette.

Aber was für die Kranken gut ist, ist das auch für die Gesunden:

Mit dem Ballon kann man sich einen Zustand, wie man ihm mit dem Bong flashartig erleben kann, als Dauerzustand ansaugen – mit dem Hybrid kann man ihn noch heftiger herbeiholen als mit dem Bong.

Das ist die ultimative Jakobs Krönung.

Dass man sich wegbeamen kann, birgt einerseits in sich die Gefahr der Verselbständigung, andererseits ist genau das ein Ausdruck davon, dass damit alle anderen Drogen überflüssig werden. Vor allem die dümmste, schädlichste und im Endeffekt am wenigsten bringende, der leider immer noch die meisten derer, die mit Hanf schon auf dem richtigen Weg sind, verfallen sind, aber wer da noch den Bong mit Tabak braucht, der ihn gleichzeitig niedermacht, ist selbst schuld.

CBD ist erlaubt, also kann man sich solche Maschinen offiziell kaufen, um CBD damit zu konsumieren – was man sonst noch damit macht, ist ja eines und einer jeden seine beziehungsweise ihre Privatsache; das Gerät kann doch wohl jeder oder jede so benutzen, wie er oder sie will und rein tun, was er oder sie will. Hier ein Wort zum Skandal der immer noch nicht erfolgten Legalisierung von Cannabis. Viele sagen, dass wenn sich Cannabis als Medizin durchgesetzt hat, die Legalisierung folgen wird. Damit wird das Pferd vom Schwanz aufgezäumt, denn Cannabis als Medizin setzt sich nur schwer durch, da die Ärzte mit Diskriminierung zu rechnen haben, Angst haben, uninformiert sind. Die Forderung muss lauten: Legalisierung sofort, damit sich endlich Cannabis als Medizin unbehindert durchsetzen kann!

Es gibt zwar kein richtiges Leben im falschen, aber es gibt richtiges Denken, das zeigt die Technik des Vaporisierens und Erfindungen wie die beschriebenen. 

Das klingt jetzt alles so, als sei inhalierter Hanf die Lösung aller Probleme der Welt, aber das ist natürlich – siehe oben – nur die halbe Wahrheit, solange die Diktatur des Profits jeden emanzipatorischen und befreienden Gedanken schon im Ansatz killt.

Oder ins Gegenteil verkehrt, wie man an den jungen Leuten sehen kann, die in der Zukunft nicht ersticken wollen und dabei übersehen, dass die große Mehrheit ihrer Altersgenossen im Rest der Welt heute schon erstickt und sie so zur Vorhut der Bundesregierung bei der Durchsetzung ungeliebter Steuererhöhungen werden, anstatt die Einstellung der Autoproduktion und Ende der Überflussgesellschaft zu fordern, wenn wir der Hölle, in der wir leben, jemals entkommen wollen. 

Als Sofortmaßnahme schlage ich vor: alle weiterführenden Schulen werden vom Gesundheitsministerium mit medizinisch korrekt freigegebenen Vaporisatorinnen ausgerüstet, damit Jugendliche ab 12 Jahren CBD-Hanf inhalieren lernen, bevor sie überhaupt auf die Idee kommen, eine Zigarette zu probieren, Jugendliche ab 18 Jahren mit professioneller Begleitung ins THC-Inhalieren eingeführt werden, bevor sie der Dumpfdroge Alkohol verfallen oder gar Chemiekillern zum Opfer fallen. Das ist nicht »utopisch«, sondern die einzig realistische Perspektive, wenn Schule überhaupt einen Sinn machen soll: was nützt Wissen, wenn man es dazu benutzt, andere übers Ohr zu hauen, wie es vor allem die reiche Nordhälfte der Erdkugel mit der an Bodenschätzen reichen Südhälfte der Erdkugel macht, wodurch die meisten Menschen dort verarmen. Es gehört eine Haltung zum Wissen, und zwar die Haltung alle anderen Menschen zu respektieren und sie in ihrer Verschiedenheit und Andersartigkeit als gleich wert zu betrachten und zu empfinden. Diese Haltung vermittelt ein reflektierter Hanfgenuss, das ist erwiesen und evident. Deshalb ist nicht nur die Legalisierung, sondern auch staatliche und gesundheitspolitische Förderung des richtigen Haftumgangs als gesellschaftssanitäre Maßnahme nicht nur gegen Alkoholmissbrauch und die fatale Tabak Epidemie, sondern auch zum Erlernen eines respektvollen menschlichen Umgangs untereinander zwingend erforderlich.

3 Antworten auf „Und ewig lockt das Weib (3)

  1. Verdampfer

    Vielen Dank für’s bestätigen was ich seit Jahren selber erfahre und liebe:
    Verdampfen ist großartig, besserer Geschmack, sparsamer, klareres länger haltendes high, gesünder, …

    Ab und zu komme ich nochmal auf die dumme Idee an nem Joint zu ziehen, und bereue es sofort: auch der feinste pur-dübel schmeckt nicht mehr! Nur das Dreh-Ritual vermisse ich manchmal 🙂

    Mfg, ein Fan

  2. Rainer Sikora

    Interessant für Leute die eine Cannabisverordnung mit Rezept besitzen.Die können planen wann, wo und wie sie in Ruhe konsumieren wollen.Zwar auf Versorgung aus der Apotheke angewiesen,aber das ist dann die einzige Sorge.Ansonsten muß man nehmen so wie es kommt.Aber das umsteigen auf dampfen ist nach 40 Jahren konventionell komisches Unterfangen.Ich werde mich aber damit befassen.Hoffentlich kann in diesem Jahr von Fortschritten bei der Entkriminalisierung oder Legalisierung berichtet werden.Steht alles still,oder wird schlimmer.

  3. Flyinherb

    Kann ich voll beipflichten; es ist die Beste Art Medizinisches Cannabis einzunehmen. Knallt zwar nicht aber gibt dafür eine angenehme psychotrope Phase. Mighty Medic 180°/195°/210° jeweils 20-50 x am Lippenteil nuckeln. Die Reste kann man gut mit getrockneter Minze zum Tee aufgießen. Ich vape nach Bedrocan / Pedanios 22/1 meistens CBD Liquid = noch angenehmere psychotrope Phase.

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