Mittwoch, 18. Dezember 2019

Besitzmenge von Cannabis in Deutschland angleichen

Daniela Ludwig wünscht einheitliche Regelung


Die neue Drogenbeauftragte Daniela Ludwig macht von sich reden, seit sie ihr Amt ausübt. Anstatt sich wie ihre Vorgängerin komplett vor der Cannabisthematik zu verwehren, scheint sie sich mit beiden Seiten der Medaille auseinanderzusetzen und möchte Fortschritte erreichen. Inwieweit ihre Aussagen der Realität entsprechen, lässt sich nach drei Monaten im Amt noch nicht eindeutig einschätzen, doch da Ludwig in regelmäßigen Abständen in der Presse darüber spricht, darf ein wenig Hoffnung keimen. Jetzt äußerte sich die Drogenbeauftragte der Bundesregierung über die Eigenbedarfsgrenze von Marihuana, die in den verschiedenen Bundesländern unterschiedlich bemessen ist. Daher möchte Ludwig die Besitzmenge von Cannabis in Deutschland angleichen …

Was in verschiedenen Presseorganen wie der Berliner Morgenpost oder dem Tagesspiegel erst einmal recht fortschrittlich und angemessen klingt, weckt bei genauerem Lesen jedoch leider auch Befürchtungen. Auch wenn sich Daniela Ludwig persönlich informiert und sogar Drogenkonsumräume besucht – Menschen mit Süchten aus der Schmuddelecke befreien möchte – so sind ihre Aussagen bezüglich der unterschiedlichen Begrenzung der Eigenbedarfsmenge von Cannabis leicht schwammig und somit doppeldeutig. Die „völlig verhärteten Fronten“ wolle die Drogenbeauftragte in der Cannabisdebatte aufweichen und allen Seiten gut zuhören, hört man immer wieder in der Presse. Doch zeitgleich scheint Daniela Ludwig persönlich bereits ein klareres Bild der Situation erhalten zu haben, schließlich ist ihr das Ungleichgewicht in der unterschiedlichen Einstufung der Eigenbedarfsgrenze beim Cannabisbesitz als Störfaktor aufgefallen. Berlin – mit seiner 15 Gramm Grenze und einem „nahezu rechtsfreien Raum“ auf dem Gelände des Görlitzer Parks – lade Menschen aus den anderen Teilen der Republik fast schon ein, sich hier mit berauschenden Substanzen ein schöneres Leben zu gestalten. Drogentourismus könne aber nicht das Ziel bei der Bemessung der nur hier geltenden Grenze gewesen sein, führt sie an. „Dass es in Deutschland unterschiedlich geregelte Besitzmengen von Cannabis gibt, halte nicht nur ich für schwierig“, sagte Ludwig im Gespräch. „Das lockt Menschen in die Stadt, die gezielt Drogen konsumieren möchten“, führt sie fort. Aus diesem Grund fordert die Drogenbeauftragte der Bundesregierung eine einheitliche Grenze für den Besitz von Cannabis, die das von ihr beschriebene Dilemma beenden könnte.

In welche Richtung Daniela Ludwig in dieser Frage aber tendiert, muss sich der hoffende Konsument oder der skeptische Betrachter derzeit noch selbst ausmalen. Eine Antwort darüber, wohin man sich aufseiten der Politik bewegen möchte, gibt die seit drei Monaten als Drogenbeauftragte beschäftigte Ludwig schlauerweise natürlich nicht. Eine bundesweit einheitliche Regelung könnte daher für viele Kiffer auch ein gewaltiger Schuss nach hinten werden. Die Aussage „Cannabistourismus ist (…) sicherlich nicht die Art von Tourismus, die sich Berlin so vorgestellt hat“, lässt sich schließlich schon recht gut einordnen. Besonders wenn über Alkoholtourismus und Maßkrugbegrenzungen kein Wort verloren wird.

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Harald
Harald
1 Jahr zuvor

Was für eine lächerliche Diskussion, die mit Hoffnung nicht das geringste zu tun hat. Wenn ich in einen Schnapsladen gehe, kann ich so viel kaufen, wie ich Geld habe, wenn es sein muß kann ich den Laden leer kaufen. Also habe ich im Umkehrschluss einen Wagen voll mit einer tödlichen Substanz, die schlimmer ist als Heroin. Ein oder zwei Flaschen Schnaps und Exodus. Also was soll diese lächerliche Diskussion über Eigenbedarf einer nict tödlichen Substanz. So lange sich die Cannabisszene auf Diskussionen einläßt ist nichts aber auch gar nichts besser geworden. Diese Gesetz ist illegal und basta. Das heißt abschaffen! Ich bekomme Brechreiz wenn ich diese “Hoffnungsartikel” lese. Die Illegalität ist auf der anderen Seite und wird getragen von den… Weiterlesen »

Harald
Harald
1 Jahr zuvor

Nehmt euch mal ein Beispiel an den Franzosen und schaut zu das ihr eure Eier beim suchen findet!
Der Franzose steht für seine Rechte ein und auf und die deutschen Jammerlappen lassen sich jeden Tag aufs Neue ficken und sagen noch danke. Wie armselig, das doch ist!!!!!

Otto Normal
Otto Normal
1 Jahr zuvor

@Harald
LOL … wie geil! ROFL
Ja so isses!
you made my day! XD

Ronald Roith
Ronald Roith
1 Jahr zuvor

Wo CSU draufsteht, ist auch CSU drin. Freilich lässt das anmutige Äußere und die wohlwollenden Worte der “neuen” Drogenbeauftragte darauf hoffen, es entstünden in geraumer Zeit eine wilde “Fickerei” mit annähernden Ergebnisse . Die Niederkunft wird erwartet, folglich aber auch nur eine gottverdammte Mißgeburt, die getrost mit den anderen Mißgeburten der letzten Jahre begraben werden kann. CSU eben.

Jo
Jo
1 Jahr zuvor

Hier auch nochmal. Die DL will Cannabis nicht lockern. Sie will die einheitliche Regelung und diese verschärfen. 9 Gramm zu tollerant.
Nieder mit der CDU/CSU!

https://amp.tagesspiegel.de/berlin/neun-gramm-zu-tolerant-bundesdrogenbeauftragte-kritisiert-berlin-fuer-drogenpolitik/25345618.html?__twitter_impression=true

Jo
Jo
1 Jahr zuvor

Der Schwarzmarkt muss erhalten bleiben um die Medizinalhanf Preise stabil halten zu können. Ohne das, brechen die Gewinne ein. Monopol Medizinalhanf.
Ach und Leute, hier in Deutschland hat kaum einer Eier.
Die Zeit läuft ab. Es bleiben uns nicht mal mehr zwei Jahre um das Ruder beim Klimawandel noch rumreißen zu können. Ohne vollständige bedingungslose Legalisierung wird das nichts mehr. 80000 Produkte aus Hanf sind dafür notwendig. Dafür müssen aber all diese Hanfprodukte in der Bevölkerung ankommen und für alles Mögliche verwendet werden. Illegal geht das nicht.

H'79
H'79
1 Jahr zuvor

@Harald sowie @Otto Normal
Ja, das finde ich auch Klartext. Die Frau stiftet allenfalls Verwirrung, ist vermutlich nicht die Hellste aber wahrscheinlich auch nicht so doof und schon garnicht so unvoreingenommen wie sie tut.

Nauruz
Nauruz
1 Jahr zuvor

Was soll das bitte? Seit über 30 Jahren sieht man dass der Verbot überhaupt nichts bringt, warum dann noch solche Ideen vorschlagen, Frau Ludwig? Cannabis ist eine Droge, die deutlich harmloser ist als Alkohol und Tabak, klar bekommt man Psychosen und sonstiges, aber das gehört nun mal zu jeder Sucht – selbst bei einer Süßigkeiten Sucht fühlt man sich im Nachhinein nicht wohl im Körper. Es ist der Missbrauch der die Gesellschaft schadet und den Missbrauch kann man nicht mit Verbot klären. Den Missbrauch kann man nur mit Aufklärung klären, aber für eine Aufklärung muss es legalisiert oder zumindest toleriert werden. Jeder Mensch, der den Verbot unterstützt, unterstützt auch den Schwarzmarkt, die Korruption und ist gegen die Gesundheit und vorallem… Weiterlesen »

DIE HANFINITIATIVE
1 Jahr zuvor

Achtung, enthält etwas Sarkasmus, sowie zynische Momente! Meinung: Hanf und Antichrist? Die Drogenbeauftragte (CSU) der Bundesregierung will offensichtlich bayerische Verhältnisse auf Bundesebene? Ist, wer Cannabis (Hanf – eine uralte Heil- und Nutzpflanze) und seine diversen Anwendungen (als Heil- und Genussmittel, als klimaneutraler Rohstoff und wertvolles Nahrungsmittel) verbietet, mit der ULTIMA RATIO verfolgt und mit schwersten Strafen bewehrt, mit dem Antichristen im Bunde? Womit heilte Jesus? (Spahn meint ja, als Argument FÜR die Prohibition und Strafverfolgung, dass Jesus nix mit “Schwarzen Afghanen” zu tun hatte.) Wir bitten Herrn Jens Spahn (CDU – derzeit amtierender Bundesgesundheitsminister) und Frau Angela Merkel (CDU – derzeit amtierende Bundeskanzlerin) um eine Stellungnahme! Vielen lieben Dank! Aber – Bitte keine Phrasen, sondern Fakten. Wir möchten diese Fragestellungen… Weiterlesen »

Harald
Harald
1 Jahr zuvor

@ Nauruz Hallo Nauruz, all diese Punkte sind absolut zutreffend und richtig. Sie wurden hier auch schon tausende Male geschrieben und formuliert. Der Kern des Problems ist nicht die mangelnde Einsicht. Die Herrschaften von der CDU/CSU verstehen diese Argumente ganz genau. Es ist jedoch so, dass diese beiden Parteien korrupt sind bis auf die Knochen und diese Korruption immer ungenierter Ausleben. Das sind Kriminelle wie eine Frau Glöckner in der Glyphosatsache. Sie ist die Lobbhure von Bayer/Monsanto und Nestle. Scheuer ist die Lobbyhure der Automiblindustrie und hat gerade in der Mautsache bis zu 900.000 Millionen Euro “gestohlen” und seine Mitarbeiter haben gestern die Akten auf die Seite geschafft und zur Verschlußsache erklärt. Die CDU/CSU unter Merkel richtet täglich einen Schaden… Weiterlesen »

Johann
Johann
1 Jahr zuvor

Ich kann das Wort Eigenbedarf nicht mehr hören.

Diese alten weißen Männder von CDU&CSU haben immer noch nicht begriffen, dass es längst nicht mehr um die Eigenbedardsmenge, sondern um die komplette Legalisierung geht. Aber sie leben ohnehin in ihrer Scheinwelt und bemerken den Umbruch nicht. Auf keinem Gebiet.

Man darf sich nicht mit weniger zufrieden geben.

Die Jugend haben sie auf jedenfall nicht auf ihrer Seite.

Und das ist auch gut so; denn wir brauchen sie nicht.

Die nächsten Wahlen werden entscheidend sein.

Karli
Karli
1 Jahr zuvor

@Jo Laut Tagesspiegel sieht Frau Ludwig einen “Cannabis-Tourismus”. Wie sieht der aus? Da denkt sich dann ein Bayer aus der letzten Ecke Deutschlands: “Hier sind 6 Gramm halb legal, aber in Berlin sind paar Gramm mehr halb legal. Also stecke ich mal der Bahn 300,-€ in den A… (oder in den Tank vom Auto) und reise mal nach Berlin.” So ein Quatsch! Der Bayer aus der letzten Ecke Deutschlands wird beim Dealer seines Vertrauens einfach mehr kaufen, wenn er mehr haben will. Frau Mortler hat sich und die CSU blamiert und Frau Ludwig führt dieses Amt mit der selben “Würde” weiter. CDU/CSU, SPD = unwählbar!

Gerrit Haase
Gerrit Haase
1 Jahr zuvor

Es geht zuerst einmal schlicht darum, dass es seit 25 Jahren einen Auftrag vom BVG gibt, der besagt die Eigenbedarfsgrenzen sind bundesweit einheitlich zu regeln, und dass auf Verfolgung verzichtet werden SOLL (MUSS), wenn die Regel greift. Das hat der Staat bisher nicht getan, aber eigentlich sind die vergangenen 25 Jahre alle BtMG Urteile wegen geringen Mengen Cannabis Besitz verfassungswidrig. Die Länder haben aus der Not heraus eigene Regeln verfügt, aufgrund der schwammigen KANN Regeln wie im BtMG definiert. Das ist alles Schwachsinn; selbst in Berlin kann dich ein Staatsanwalt wegen 1 Gramm anklagen, und ein Richter dich verknacken, nur weil denen vielleicht gerade deine Nase nicht passt. Einzig weil der Gesetzgeber dem Auftrag des BVG nicht nachgekommen ist, und… Weiterlesen »

Gerrit Haase
Gerrit Haase
1 Jahr zuvor

Und sie sagt, dass sie die unterschiedlichen Regeln für “schwierig” hält, ist zwar stark untertrieben, um diesen Skandal der Nichterfüllung eines BVG Auftrags zu benennen, aber mehr als das haben wir die letzten 25 Jahre von keinem Regierungsmitglied zu hören bekommen.

Bleibt zu hoffen, dass mehr Leute begreifen, was der eigentliche Skandal ist, und das auch benennen. Bei all dem Wirbel der gerade durch die Presse fegt wird das leider nicht so deutlich benannt.

Jo
Jo
1 Jahr zuvor

@Karli
Das wüsste ich auch mal gern. Denn da Cannabis ja an jeder Ecke und auch im letzten Kuh-Kaff mit zwei Häusern locker zu bekommen ist, wofür sollte man sich auf den weiten weg nach Berlin machen?!
Diese alkoholisierten Politiker werden entweder von der Wirklichkeit sowas von abgeschirmt, oder das Gehirn muss vom übermäßigen Alkoholkonsum schon zu geschädigt sein um klar denken zu können.
Das muss sich ändern. Sehr schnell. Es bleibt keine Wahl mehr. Keine Zeit.

BingoBongo
BingoBongo
1 Jahr zuvor

Komerzielle Alkohol legalisierung + Industrialisierung + Csu geführte Drogenpolitik (Politiker machen sogar passiv Werbung für Alkohol) = So viel Alkohol Probleme, dass kein Platz mehr für eine weitere Droge ist. 12% der Alkoholiker melden sich in der Therapie , davon wird jeder 2te (6%) wieder clean. Krasse Zahlen. Wenn man nicht kriminalisiert wird, kommt man als Süchtiger/Abhäniger gut zurecht und freut sich, dass man Hilfe bekommt wann immer man will (auch wenn es schon die 100ste Therapie ist und das konzept des Dogma der total Abstinenz nicht realistisch ist). Viele versuchen auch nur möglichst lange abstinenzphasen zu schaffen , die Welle möglichst lange zu reiten. Immer wieder bis man darin richtig gut wird. Aber die, die andere Drogen nehmen ,… Weiterlesen »

untergang der welt oder new world order
untergang der welt oder new world order
1 Jahr zuvor

an die wand stellen, anlegen, zielen und dann 1000 schuss konfetti.

Jo
Jo
1 Jahr zuvor

Wir können nicht abwarten, bis die älteren Generationen ausgestorben sind, um etwas zu ändern. Keine Zeit mehr. Diese Reptilien kapieren es nicht. Und sie wollen es auch nicht kapieren. Wir und unser Planet werden getötet. Es wird gerade alles dafür getan, dass man weiterhin Kleinstkonsumenten vervolgen kann. Nur um an dem Medizinalhanf für die EU mitverdienen zu können. Geldgeier. Und das man bei Spieleplattformen und Whatsapp besser mithören, abhören kann. Das man einfacher Zugriff auf benutzerdaten und den Besuch einer Webseite hat. Das mehr Kameras aufgehängt werden. Da wird dann bald eine KI eingesetzt, die potentielle Kiffer per Gesichtserkennung sofort an die Polizeidienststelle weiterleitet, oder was? Ihr müsst mal alles zusammen betrachten, was diese CDU,CSU da macht! Wenn ihr die… Weiterlesen »

Harald
Harald
1 Jahr zuvor

Das ist die CDU/CSU unter Merkel. Die Pest für Deutschland. Wenn wundert hier noch irgend etwas?