Sonntag, 20. Oktober 2019

Cannabisfreigabe für die Leiterin des Hambuger Abendblatt-Ressorts ein „No-Go“

Sabine Tesche wird wütend und traurig, möchte eine Partei die „Cannabisabgabe“ legalisieren


Es ist schon immer wieder erstaunlich, wie sehr persönliche Erinnerungen und eigene Erfahrungen bei manchen Personen in eine Diskussion einfließen können, wenn es um sachliche Wahrheiten und gesellschaftliche Entscheidungen geht. Wie oft hörte man schon von Gegnern der Cannabislegalisierung, dass sie über die Abstürze von Bekannten trauern, die über Cannabis an härtere Drogen geraten sein sollen, um dann eine schreckliche Drogenkarriere zu beginnen. Vergessen wird in diesem Fall zumeist, dass Zigaretten und Alkohol bereits zuvor konsumiert worden waren und als erster Schritt in eine Sucht geführt haben können. Aktuell meldet sich die Leiterin des Hamburger Abendblattes Sabine Tesche in ihrer „Kolumne“ vom 19.10.2019 zum Thema und macht leider die gleichen Fehler wie viele konservativ eingestellte Personen. Ungeprüfte Unwahrheiten werden mit privaten Geschichten vermischt und bilden ein Konstrukt aus Anti-Haltung, das im ersten Moment vielleicht noch von unaufgeklärten Lesern verstanden wird, jedoch im zweiten Anlauf keiner Kritik standhalten kann. Auch wenn die Cannabisfreigabe für die Leiterin des Hamburger Abendblatt-Ressorts ein „No-Go“ darstellen sollte, so sollte sie ihre Einstellung zum Thema ein wenig besser begründen können.

„Von Mensch zu Mensch/Hamburger Abendblatt hilft e.V“ nennt sich das Ressort von Sabine Tesche, das sie als Leiterin eines kleinen Teams betreut. Ebenso klein und kurzgefasst ist ihr Text für die am 19.10.2019 verfasste Kolumne, der unter dem Titel „Cannabis darf nicht legalisiert werden“ veröffentlicht wurde. In 21 knappen Zeilen beschreibt Sabine Tesche ihre Sicht der Dinge, die im Umkehrschluss bedeuten, weshalb es weiterhin einen unkontrollierten Schwarzmarkthandel für Cannabis geben sollte, zu dem Kinder und Jugendliche einen grenzenlosen Zugang besitzen, und warum erwachsene Konsumenten der natürlichen Rauschsubstanz zukünftig immer noch von der Polizei gejagt gehören, bis sie vor überlasteten Gerichten landen. Falls sich Parteien für eine Freigabe aussprechen sollten, mache dies die Leiterin des Abendblatt-Ressorts „Von Mensch zu Mensch/Hamburger Abendblatt hilft e.V“ wütend und traurig, schließlich habe sie selbst zwei Freunde in ihrer Jugend gekannt, die aufgrund zu hohen Cannabiskonsums an einer Schizophrenie erkrankt seien. Auch würden Studien davon zeugen, dass das heute auf dem Schwarzmarkt tagtäglich gehandelte Marihuana mit seinen hohen Wirkstoffgehalten drei Mal eher eine Psychose bei den Nutzern auslösen könne als es bei Nichtkonsumenten stattfände, eine derartige Krankheit auszubilden. Auch Freunde ihrer Söhne würden ihr Leben schon länger nicht mehr im Griff haben, da sie zu viel kifften. Für jugendliche Gehirne hätte Cannabiskonsum mit einem zu hohen THC-Gehalt teils auch fatale Folgen. Es wäre gefährlich, weshalb auch der berühmt berüchtigte Prof. Rainer Thomasius davor warnen würde. Das Erkrankungsrisiko würde stark zunehmen, legalisiere man Cannabis in Deutschland. Die Betonung seitens Befürwortern einer Legalisierung, dass ausschließlich Erwachsene an das ebenfalls als Arznei einsetzbare Rauschmittel gelangen dürften, gäbe hierbei auch ein falsches Signal an Jugendliche, die daraufhin denken könnten, dass Cannabis harmlos sei. Außerdem könnten Volljährige angesprochen werden, damit diese dann Jugendlichen unter 18-Jahren Cannabis besorgten. Der Zugang wäre somit viel leichter, ist sich Sabine Tesche sicher, was ihr große Sorgen bereiten würde …

Leider verpasst die Leiterin des Ressorts in ihrer Stellungnahme nicht nur jedes angeführte Argument mit glaubwürdigen Quellen zu untermauern, sondern sie verpasst es auch, bei der Erwähnung persönlicher Geschichten die passenden Rückschlüsse zu ziehen. In ihrer Jugend – sowie auch in der jetzigen Zeit – haben junge Menschen aus ihrem Umfeld schließlich bereits den bestmöglichen Zugang zu Cannabis auf dem Schwarzmarkt, das ungeprüft und aktuell mit möglicherweise hochgezüchteten THC-Gehalten jederzeit für die unter 18-Jährigen verfügbar ist. Harmlos ist das Rauschmittel im Vergleich zu Alkohol und Zigaretten ebenso, was von aufgeklärten und sich untereinander austauschenden Teenagern mittlerweile sicherlich auch gut verstanden wird. Prof. Rainer Thomasius als Autoritätsbeispiel anzubringen, wird diese Einstellung nicht verändern, noch haben seine Aussagen greifbares Glaubwürdigkeitspotenzial. Anstatt also mit einer persönlichen Meinung kontraproduktive Stimmungsmache zu betreiben, wäre es für Sabine Tesche empfehlenswert gewesen, sich mit den stattfindenden Prozessen der globalen Legalisierung auseinanderzusetzen und die Vorteile eines geregelten Handels zu erkennen. Neben der Tatsache, dass immer weniger Kinder und Jugendliche dank fachgerechter Aufklärung und greifendem Jugendschutz an das am gezüchteten Hanf wachsende Rauschprodukt gelangen, zeigen auch moderne Forschungsergebnisse, dass die Gefahren des Konsums auf sich noch entwickelnde Gehirne doch leicht überschätzt worden sind. Die vielen unterschiedlichen Gefahren, denen man als erwachsener sowie als jugendlicher Schwarzmarktkunde dagegen derzeit noch ausgeliefert ist, stellen jedoch seit Dekaden eine bittere Realität dar.

Cannabis muss legalisiert werden – damit würde vielen Menschen geholfen!

9 Antworten auf „Cannabisfreigabe für die Leiterin des Hambuger Abendblatt-Ressorts ein „No-Go“

  1. k3k3

    Ich überlege seit dem ich gestern ihre Kolumne gelesen habe, ihr eine email zu schreiben.

    Denn, ich glaube dieser frau kein einziges wort. Erwähnt wird auch der thomasius, da weiß man gleich, wie ihr gehirn denkt.
    Nicht logisch und auf lügen basierend, mehr nicht.

    Die email werde auf jeden fall die tage verfassen.

  2. gib das hanf frei

    diese frau versucht cannabis mit alles gewahlt in den schatten zu stellen. und erfinet irgendwelche geschichten. sowas nennt man lügen presse!!!

  3. Legalize Cannabis Germany!

    Es ist nur die Frage der Zeit, wann die Polizei mich mit Cannabis erwischt und was für eine Strafe ich dafür bekommen soll. Dieser Gedanke lässt mich echt nicht mehr in Ruhe.. Und das alles bloß, weil manche meinen es verbieten und schlecht reden zu müssen. Wem bringt das was? Also mich und meine Freunde zieht das nur runter!
    Ich kiffe gerne und das tut mir richtig gut. Ich halte Cannabis konsumieren für die gesündeste Medizin überhaupt. Und dann kommen da irgendwelche Leute und fühlen sich dadurch gestört?
    Das hat wohl nichts mit „die Bürger davor schützen“ zu tun!!
    Solche Ar**löcher!!! Ohne Witz, ich finde das richtig dreist und asozial!! Ich laufe auch nicht rum und pöbel gegen Alkohol, oder Zigaretten – Jedem das seine, oder? Anscheinend nicht. Ich lasse mir nicht mehr vorschreiben, was ich zu mir nehmen darf – Dafür SOLLTE ich NICHT ins Gefängnis wandern, Strafen zahlen, Führerschein verlieren, oder was man sich sonst noch so ausdenkt. Und dann noch diese Lügen presse überall, die Cannabis als gefährliche Droge bezeichnen und so tun, als ob man deshalb Kriminell wird. IHR macht die UNSCHULDIGEN KIFFER zu KRIMINELLEN mit eurem Verbot!!
    Junge junge, ich dreh durch, immer bei dem Thema -.-
    Scheiß Politik in Deutschland. ABSOLUT!
    Natürlich meine ich nicht den Hanfverband, wenn ich so schreibe, sondern die, die es verbieten.
    So ein Gesetz ist absolut schlimm! Doch noch schlimmer sind die, die solche Gesetze zulassen!

  4. Ajnabi

    Das Land der Dichter und Denker verkommt immer mehr zum Land der Unwissenden. In den Niederlanden klappt es, in Luxemburg ist es bald legal erhältlich. In Spanien gibt es Cannabis Social Clubs.

    Hier? Nix. Nada.

  5. unbeugsam

    Man muss fuer seine Rechte kämpfen. Da reicht es nicht irgendwo ein Häckchen zu machen. Jeder auf seine Weise

  6. Egal

    Mann die Prinzessin soll mal lieber die Augen auf den Alkohol werfen!

    Jedes Jahr sterben Menschen am Alkohol Konsum!
    Leider auch Kinder!
    Aber davon will niemand etwas wissen!

    Es ist aber Fakt!
    Einfach nur lächerlich!

  7. Fred

    Cannabis ist harmlos. Das kann man wohl ohne etwas zu verharmlosen sagen, wenn gerade einmal 0,8 % aller Konsumenten eine Cannabisbezogene Störung entwickeln.

    Die Legalisierung ist überfällig. Die Diskussion kann nicht mehr um das OB gehen, sondern sollte sich mit dem WIE befassen. Um eben nicht die selben Fehler wie beim Alkohol zu machen. Dann kann jeder mit Cannabis leben.

  8. join

    warum macht man wegen so etwas nen eigenen artikel???
    ich habe mich auch über diesen flachen und unsachlichen artikel von der dame geärgert.
    dennoch wurde sie unter …hauptsache das mundwerk aufreißen…bei mir abgestempelt
    Sabine Tesche sie machen sich und ihr tolles blatt lächerlich sie regen nichtmal zum nachdenken an…!!! ERGO reine provokation ihrerseits…!!!

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