Freitag, 27. September 2019

Kascha – September 2019

Kascha ist wie immer per e-Mail zu erreichen. Also ran an die Tasten, dumme Fragen gibt es nicht…


Matthias (30, aus Leipzig) fragt:

„Hi Kascha,

ich habe bei meinen Eltern ein paar Pflanzen im Garten zu stehen, die inzwischen gut in Blüte stehen. Dabei habe ich aber bemerkt, dass eine der Pflanzen wohl unbemerkt gezwittert hat – da sind tatsächlich ein paar männliche Blüten dran. Kann man da jetzt noch etwas machen oder ist es dafür inzwischen zu spät? Und was kann ich tun, die männlichen Blüten alle abschneiden?“

Kascha antwortet:

„Hi Matthias,

da der Anbau von Cannabis in Deutschland ohne Genehmigung verboten ist, darf ich Dich an dieser Stelle nicht zum illegalen Anbau von Cannabis anleiten. Dein Problem ist aber tatsächlich relativ häufig, denn wenn man die „Männchen“ aussortiert, bleiben Zwitter, vor allem, wenn sie zuerst weibliche Blüten entwickeln, schnell mal unbemerkt. Ärgerlich das es aber umso mehr, denn an dieser Stelle ist das Kind in der Regel bereits in den Brunnen gefallen. Das heißt: Es ist sehr wahrscheinlich, dass die männlichen Blüten bereits mindestens die weiblichen Blüten der eigenen Pflanze, möglicherweise auch die weiblichen Blüten benachbarter Pflanzen bestäubt hat. Natürlich kann man die Blüten jetzt noch abschneiden – aus zwei Gründen verzichten viele Grower aber darauf. Erstens ist es immer noch möglich, dass man winzige Blütensprosse übersehen hat, die dann ein paar Tage später plötzlich Probleme bereiten. Und zweitens wirbelt man all die noch nicht losgeflogenen Pollen aus den männlichen Blüten dabei mächtig auf und löst noch mal ein fröhliches Bestäuben aus. Viele Grower, die sichergehen wollen, stülpen einen Plastikbeutel über die Pflanze, schneiden sie komplett ab und entsorgen sie dann, wie man das allgemein bei Pflanzen mit blühenden männlichen Blüten tun sollte, schnell und weit von den weiblichen Pflanzen entfernt. Darüber hinaus bleibt Dir nur, auf etwas Glück zu hoffen – vielleicht hat der Wind ja in eine andere Richtung geweht und Deine Weibchen sind von der ungewollten Empfängnis verschont geblieben.“


Jasmin (23, aus München) möchte wissen:

„Hallo Kascha,

ich habe vor Kurzem eine Ausbildung absolviert, für die ich auch einen Drogentest absolvieren muss. Die machen wohl eine Urinprobe. Ich kiffe eigentlich nicht, also nicht so wirklich. Nur zum Beispiel auf Partys, oder manchmal ziehe ich bei Freunden am Joint. Aber auch höchstens ein bis zwei Mal im Monat. Der Drogentest ist in vier Wochen und ich habe vor einer Woche das letzte Mal gekifft – muss ich da irgendwas befürchten?“

Kascha antwortet:

„Hi Jasmin,

grundsätzlich kommt es bei einem Cannabis-Drogentest darauf an, worauf genau getestet wird. Aktives THC lässt sich nur für einige Stunden im Blut feststellen – das hängt von der Menge ab. Wenn man, bevor das THC völlig abgebaut ist, noch einen Joint raucht, dann addiert sich die Restmenge und es kann sogar etwas mehr als einen Tag dauern, bis kein THC mehr nachweisbar ist. Das ist vor allem im Straßenverkehr entscheidend – denn wer gestern Abend hart gekifft hat, kann möglicherweise am nächsten Nachmittag noch nachweisbare Restmengen im Urin haben, ohne wirklich noch berauscht zu sein. In Deinem Fall wird wahrscheinlich eher nach Abbauprodukten gesucht, denn diese können ein Hinweis auf regelmäßigen Konsum sein. Und der wird häufig mit Abhängigkeit oder Missbrauch gleichgesetzt. Wer nur einmal einen Joint geraucht hat, wird noch etwa für die nächsten drei bis fünf Tage nachweisbares THC-COOH, so heißt das Stoffwechselprodukt von THC, in seinem Urin haben. Wer dann innerhalb von, sagen wir mal, drei Tagen einen weiteren Joint raucht, akkumuliert das THC-COOH in seinem Körper: Er führt es schneller zu, als es ausgeschieden werden kann, wodurch immer mehr davon im Körper vorhanden ist. Damit dauert es, wenn man nicht mehr weiter kifft, auch immer länger, bis alles ausgeschieden und nicht mehr im Urin nachweisbar ist. Wer häufig kifft, muss schon mit etwa fünf oder sechs Wochen rechnen – in extremen Fällen sogar doppelt so lange. Hinzu kommt, dass jeder Körper dabei ein anderes Tempo hat, was zum Beispiel durch den unterschiedlichen Fettstoffwechsel bedingt ist. Komplett sichergehen kannst Du, indem Du Dir selbst einen Teststreifen aus der Apotheke besorgst. Wenn Du aber weniger oft als einmal pro Woche kiffst und dabei im Durchschnitt weniger als einen Joint rauchst, solltest Du bei einem vier Wochen entfernten Drogentest nicht viel zu befürchten haben. Natürlich nur, wenn Du in diesen vier Wochen nicht weiter kiffst …“


Daniel (27, aus Köln) fragt:

„High Kascha,

ich habe in letzter Zeit superviel Stress mit Uni und Arbeit und so weiter und merke langsam, wie mir das an die Nerven geht. Ich kann mich abends auch mit meinem Feierabendjoint nicht mehr so gut entspannen, der macht mich eher nervös. Auf Bier will ich aber auch nicht umsteigen, das wirkt zwar betäubend, aber dann komme ich nicht mehr um fünf Uhr aus dem Bett. Jetzt hat mir ein Bekannter CBD empfohlen – ich habe dazu ein bisschen recherchiert, bin mir aber noch nicht klar, ob das bei Stress hilft und vor allem, wie?“


Kascha antwortet:

„High Daniel,

ich bin natürlich kein Arzt und kann und darf Dir keine medizinische Beratung geben – vor allem, da THC-Hanf ohne ärztliches Rezept illegal ist und CBD-Hanf als Nahrungsergänzungsmittel offiziell keine medizinische Verwendung hat. Gerade diese Situation hat sicher auch Deine Recherche etwas schwierig gestaltet. Tatsächlich kann das mit dem CBD aber funktionieren: In Versuchen wurde bereits festgestellt, dass die Gabe von CBD bei Versuchstieren die Symptome von Stress, etwa Herzrasen, lindert. Daher ist es wahrscheinlich, wenn auch noch nicht so umfangreich am Menschen erforscht, dass es ein gutes Hilfsmittel sein kann, um sich nach einem stressreichen Tag zu entspannen. Das sagen auch viele Nutzer. Außerdem scheint es die beim Kiffen hin und wieder auftretende Paranoia zu mildern – wer gerne eine leichte Rauschwirkung dazu hat, kombiniert das CBD mit dem Feierabendjoint. Bisher wurde dabei immer angenommen, dass CBD die THC-Wirkung blockiert, neue Forschungsergebnisse legen aber nahe, dass dies nur bei höheren CBD-Dosierungen passiert. Niedrige Dosierungen scheinen die THC-Wirkung, nicht aber die Paranoia, sogar etwas zu verstärken. So oder so bietet die Kombination von CBD und THC interessante Kombinationsmöglichkeiten, die sich auch in aktuellen Züchtungen widerspiegeln. Manche Sorten setzen inzwischen auf ausgewogenere CBD-THC-Kombinationen, für ein deutlich anderes High als Sorten, die auf hohen THC- und niedrigen CBD-Anteil gezüchtet wurden. Leider gibt die derzeitige Situation mit dem Schwarzmarkt Konsumenten kaum eine Möglichkeit, wirklich vorherzusagen, wie das Gras wirkt – wer gezielt mit CBD ergänzen möchte, findet aber im Handel inzwischen eine große Auswahl an Ölen und Vapes.“

Eine Antwort auf „Kascha – September 2019

  1. Rüdiger Hermsen

    Hallo und guten Tag ! mein Name ist Rüdiger H. bin 59 Jahre alt ! meine Frage ? was geschieht wenn Opfer auch Täter ist? ich und meine Frau sind am 29. 09 .2019 Opfer eines Überfalles geworden wobei man bei mir im Garten Cannabispflanzen entdeckte ! die frei sichtbar für jeden und das aus meiner Sicht Natur ist auch Cannabis ist ein Bestandteil unserer Natur und ich gebrauche dies aus Medizinischen Gründen schon mehrere Jahrzehnte, zu diesem Überfall gibt es auch einen Polizeiberichhttps://www.facebook.com/polizei.nrw.kle/photos/a.718500965002772/1203912103128320/?type=3t, meine Frage , was könnte ich als Strafe erwarten ?

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