Sonntag, 25. August 2019

Kascha – August 2019

Kascha ist wie immer per e-Mail zu erreichen. Also ran an die Tasten, dumme Fragen gibt es nicht…


Manolo (ohne Alter und Wohnort) fragt:

„Hallo Kascha,

Ich bin auf der Suche nach dem richtigen Grinder. Bedenken hab ich bei den Materialien, da hier wahrscheinlich auch Kleinteile und Mikropartikel in mein Gras und meine Lunge gelangen können. Plastik, Holz mit Nägeln, Aluminium und Zink sind die mir bekannten Materialien. Kennt ihr Grinder die von den Materialien unbedenklich sind, bzw. keine Partikel abwerfen? Gibt es Grinder aus medizinischem Stahl oder Titan?“

Kascha antwortet:

„Hallo Manolo,

ob beim Grinden Kleinteile und Mikropartikel entstehen, liegt nicht nur am Material, sondern auch an der Verarbeitung. Je weniger der Grinder an sich selbst reibt, desto weniger Abrieb wird auch entstehen – Gras ist, wenn es nicht mit Sand o.ä. gestreckt ist, zu weich, um da viel abzureiben. Billige Grinder haben oft Zacken und kleine Nasen, die von einer unsauberen Bearbeitung stammen, und die landen dann auch schnell mal mit im Weed. Bei einem gut verarbeiteten Metall-Kurbelgrinder dürfte etwa vergleichsweise wenig Abrieb entstehen, da die Metallzähne einander nicht berühren und der Rand nicht gedreht wird. Bei einem gut verarbeiteten Holzgrinder mit Metallnägeln dürfte optimalerweise auch höchstens ein bisschen Holzabrieb beim Drehen entstehen. Von Plastikgrindern bin ich auch kein so großer Fan, muss aber auch zugeben, dass damit zerkleinertes Weed in der Regel auch nicht gleich nach verbranntem Plastik schmeckt. Wer auf Aluminium verzichten möchte, findet bei einigen Händlern auch hochwertige Grinder aus Edelstahl, außerdem sind mir Modelle aus titanbeschichtetem Aluminium bekannt. Erkundige Dich am besten im Headshop Deines Vertrauens oder schau Dir die verschiedenen Onlineshops durch – stell Dich aber darauf ein, dass solche Grinder meist etwas mehr kosten als die einfachen Alu-Teile.“


Anton (22, aus Mühlheim) fragt:

„Hi Kascha,

ich habe mal eine Frage. Ich rauche immer einen Joint vor dem Schlafengehen und werde davon auch immer sehr müde. Ich habe aber auch Freunde, die tagsüber rauchen und trotzdem fit sind. Und dann wieder einen Freund, der gar nicht abends rauchen kann, weil er dann nicht einschlafen kann. Wir rauchen aber alle eigentlich das gleiche Gras. Wie kann so was sein?“

Kascha antwortet: 

„Hi Anton,

das klingt erst einmal verblüffend. Tatsächlich ist ein großer Teil der Cannabiswirkung allerdings „antrainiert“: Wer an einen Feierabendjoint gewöhnt ist, der wird in der Regel nicht bei der Arbeit rauchen, denn das „High“ ist dann wie ein Signal für den Körper, dass er sich jetzt entspannen kann. Wer allerdings schon morgens raucht, der ist vielleicht an die Aktivierung seiner Sinne und seiner Hirnwellen gewöhnt – tatsächlich wirken Koffein und Cannabis im Gehirn teilweise etwas ähnlich und werden von vielen Konsumenten auch ergänzend genutzt. Wenn jemand nur selten kifft, dann kann das High stärker wahrgenommen werden und tatsächlich auch beim Einschlafen stören, weil die Gedanken scheinbar unkontrolliert umherdriften. Kurz gesagt: Set und Setting. Das gilt für eigentlich jedes bewusstseinsverändernde Mittel: Die Stimmung und das Umfeld beeinflussen die Wirkung. Und gerade Cannabis hat eine relativ unspezifische Wirkung: THC wirkt an den Anandamidrezeptoren des Gehirns so, wie unser Gehirn daran gewöhnt ist, auf den eigenen Botenstoff Anandamid zu reagieren, während zahlreiche andere Wirkstoffe teils aufmunternde, teils beruhigende Wirkungen haben. Das bekommen vor allem Menschen zu spüren, die einmal unangenehme Erfahrungen mit Cannabis hatten: Dann kehren die unangenehmen Gefühle oft immer wieder zurück, wenn man raucht. Wenn man sich das bewusst macht, kann man sich natürlich auch entsprechend trainieren, viele Konsumenten rauchen tagsüber, um sich besser konzentrieren zu können, beim Sport oder aus anderen Gründen – und dann können sie sich abends mit einem Joint trotzdem entspannen, weil das Setting anders ist, zum Beispiel mit gedimmtem Licht, einer bequemen Couch und entspannender Musik oder einer Serie oder einem Film. Noch besser funktioniert das natürlich mit entsprechend unterschiedlichen Grassorten.“


Louisa (19, aus Hamburg) fragt:

„High Kascha,

ich habe neulich von einem Freund gehört, dass man dieses schwarze, schmierige Zeug aus dem Bong-Chyllum auch rauchen kann und dass er das immer macht, wenn er nichts zu kiffen hat oder das Gras, das er hat, ihm nicht stark genug ist. Kann man das wirklich rauchen? Ich habe davon gar nicht viel in meiner Bong, weil ich sie immer gleich nach dem Benutzen wasche.“

Kascha antwortet:

„High Luisa,

die Antwort lautet ja und nein. Also, natürlich kann man alles rauchen, was brennt. Aber es ist keine sonderlich gute Idee: Dieses schwarze Zeug besteht überwiegend aus dem Kondensat des Rauchs, der durch die Bong gezogen wurde. Dieses entsteht, wenn der Rauch an den Wänden abkühlt und sich ablagert, so wie der Dunst vom Duschen am Badezimmerspiegel. Und in diesem Kondensat ist natürlich auch THC enthalten, aber dazu kommen noch zahlreiche giftige und unangenehme Stoffe, wie zum Beispiel Teer. Es gibt Leute, die das rauchen, seit es Bongs gibt, vielleicht sogar, seit es Pfeifen gibt. Seiner Gesundheit tut man damit aber sicher nichts gutes und auch die Wirkung ist, auch wenn sich sicher über die Wochen und Monate einiges an THC darin ansammelt, wahrscheinlich nicht unbedingt die beste – immerhin muss man diesen nicht ganz angenehmen Qualm dafür auch erst mal einatmen und hat dann auch den Geschmack im Mund. Seine Bong, wie Du es tust, immer sauber zu halten, ist sicher eine langfristig bessere Taktik: So genießt man bei jedem Zug den vollen Durchmesser des Chyllums und einen saubereren, frischeren Geschmack. Ich habe auch schon davon gehört, dass Leute die Filter von Joints auskratzen und das Kondensat daraus rauchen. Auch hier gilt, dass der Geschmack und der allgemeine Ranzfaktor den zu erwartenden Effekt im Normalfall nicht rechtfertigen.“

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