Freitag, 23. August 2019

Stetiger Rückgang beim Cannabiskonsum unter Jugendlichen in den USA

Die Legalisierung und ihre vorteilhaften Folgen

RE-Legalisierung in Sicht
Artwork by mark marker


Während unter den prohibitionistischen Methoden des Cannabisverbotes hierzulande selbst Achtklässler besseren Zugang zu Marihuana auf dem Schwarzmarkt haben als Medizinalhanfpatienten über die Apothekenversorgung, bestätigen immer wieder Erhebungen aus den USA, dass die Folgen der Legalisierung nicht nur Vorteile für die Nutzer des natürlichen Rauschmittels hat. Während in den verschiedensten Bundesländern Deutschlands der Anteil jugendlicher Konsumenten aufgrund des ungeregelten Handels stark ansteigt, lassen sich in regelmäßigen Abständen durch Statistiken beweisen, dass sich in den Vereinigten Staaten immer weniger Kinder verzeichnen lassen, die Cannabis konsumieren. Jetzt bestätigt ein offizieller Bericht des Gesundheitsministeriums, dass ein stetiger Rückgang beim Cannabiskonsum unter Jugendlichen in den USA eine Tatsache ist. Die vorteilhaften Folgen der Legalisierung sind also nicht nur in der Beendigung der Strafverfolgung und den wirtschaftlichen Auswirkungen festzustellen, auch der Jugendschutz profitiert eindeutig von einer geregelten Hanffreigabe.

Der 2018 NSDUH Annual National Report der United States Substance Abuse and Mental Health Services Administration stellt fest, dass sich in den USA seit 2002 ein stetiger Rückgang bezüglich des Konsumverhaltens bei 12- bis 17-Jährigen verzeichnen lässt. Von 15,8 Prozent ist die Anzahl jugendlicher Cannabisnutzer auf 12,5 Prozent gesunken. Nimmt man das Jahr 2012 und die Legalisierung von Cannabis in Colorado und Washington als Anhaltspunkte, dann hat sogar ein Rückgang von acht Prozent stattgefunden. Ebenso wurde festgestellt, dass von Jahr zu Jahr immer weniger Kinder unter einer sogenannten Marihuana-Konsumstörung litten, was sich zuvor auch schon in anderen Studien immer wieder herauskristallisierte. Während der Konsum unter volljährigen Bewohnern der USA nach Zählung eigener Aussagen der Nutzer zugenommen haben soll, sprechen die selbst getätigten Aussagen der Minderjährigen davon, dass in jungen Jahren mittlerweile weniger Cannabis konsumiert werden würde, als noch in der Vergangenheit.

Getrennte Auswertungen von Marihuana-Konsummustern – speziell in Staaten, in welchen Marihuana noch nicht vollständig legalisiert wurde – zeigten wenig oder gar keine Änderung des Cannabiskonsums oder der Zugangsoptionen von Jugendlichen. Daten, die im Juli in JAMA Pediatrics online veröffentlicht wurden, zeigten dagegen auf, dass Staaten mit existierenden Marihuanagesetzen – die den Genusskonsum erlauben – mit einem Rückgang der Marihuana-Konsumwahrscheinlichkeit bei Jugendlichen um acht Prozent und der einer häufigeren Marihuana-Konsumwahrscheinlichkeit um neun Prozent in Verbindung gebracht werden können.

Zu den neuen Datenerhebungen sagte der stellvertretende NORML-Direktor Paul Armentano: „Regulierung und Erziehung sind ein wirksameres und eher zu befürwortendes Instrument, um die Nutzung seitens Jugendlichen und den Zugang zu Cannabis zu verhindern als die Kriminalisierung.“ Er fügte hinzu: „Ein pragmatischer Rechtsrahmen, der eine legale und lizenzierte kommerzielle Produktion und den Einzelhandelsverkauf von Marihuana an Erwachsene erlaubt, aber die Einschränkung des Konsums bei jungen Menschen verfolgt, gepaart mit einem rechtlichen Umfeld, das einen offenen, ehrlichen Dialog zwischen Eltern und Kindern über die möglichen Schäden von Cannabis fördert, verringert die Risiken, die mit dem Konsum oder Missbrauch der Pflanze verbunden sind, am effektivsten. Das Festhalten an der Fortsetzung der Kriminalisierung von Marihuana macht es dagegen nur schlimmer.

7 Antworten auf „Stetiger Rückgang beim Cannabiskonsum unter Jugendlichen in den USA

  1. Mary Jane

    Ihr habt es auf den Punkt genau beschrieben!!
    Ich meine damit „Während unter den prohibitionistischen Methoden des Cannabisverbotes hierzulande selbst Achtklässler besseren Zugang zu Marihuana auf dem Schwarzmarkt haben als Medizinalhanfpatienten über die Apothekenversorgung“
    Dazu kommen ja wohl Streckmittel, der Dealer fragt nicht nach Ausweiß und bietet gern auch andere Sachen an.
    Warum tut denn die deutsche Politik nichts dagegen, speziell CDU und co.? Ich verstehe es einfach nicht. Jede Rechtfertigung von denen kann ich gar nicht ernst nehmen, das glauben die doch sicher selbst nicht… Hauptsache die.. sagen wir mal „Vernünftigen und loyalen“ Bürger, die Ahnungslos sind – schön propaganda gegen Cannabis betreiben, damit die Bürger verschreckt sind und Angst davor haben.
    Man, wann hört der Mist hier endlich auf… Ich will eine neue Drogenpolitik…

    Aber Legal Highs mit kompletter Chemie und Synthetik gibt es hier legal im Land.
    Echt CDU und co. – Ihr seit eine Schande fürs Volk. (Und wer da halt noch so mitmacht.)
    Ich bin nicht blöd. Den letzten Twitter Post der CDU gegen die Hanfparade – Da hat man deutlich gemerkt, dass mindestens 95% gegen eure Kriminalisierung sind. Aber das interessiert die einfach nicht. Die interessieren sich nicht für die deutschen Bürger
    Sie wollen die Bürger nur steuern über Medien, Zeitung, Meinungsmache, Internet, „Allgemeinwissen“, so wie es ihnen passt.
    Das traurige ist aber, dass es auch noch funktioniert und sie dann sagen können „SO will es das Volk.“
    So, jetzt hab ich mal wieder Dampf abgelassen und gezeigt, dass hier noch jemand ist – der das einsieht. Es geht mir einfach nur noch heftig auf die Nüsse.
    Ich hoffe jeden Tag, dass mal was passiert, wo man sagen kann „Es ist bald so weit und dann kann ich legal Cannabis konsumieren und es mir im Shop kaufen oder bestellen.“
    Peace

  2. Rainer Sikora

    Warum ist legales Marihuana weniger interessant?Im übrigen gibt es sehr viele sehr gute Argumente für die Legalisierung,aber die wirken nicht,weil die nicht gehört oder wahrgenommen werden sollen.Daher rückt niemand aus der Mortlertruppe von ihrer Denkweise ab.

  3. Fred

    Wir haben schon eine seltsame faktenresistente Regierung. Die Länder die mutig ihre Drogenpolitik veränderten, feiern Jahr für Jahr Erfolge mit ihrer Politik. Hier im Land fordern inzwischen sogar die Fachkliniken die Legalisierung -wohlgemerkt aus JUGENDSCHUTZGRÜNDEN – und was passiert ? Nix.

    Wahrscheinlich will man das ganze aussitzen, bis sich das Verfassungsgericht mit der Sache beschäftigt. Dann wird das Gesetz an die Vorgaben des Gerichtes angepasst – wahrscheinlich auf eine Ordnungswidrigkeit abgestuft – und fertig.
    Den Schwarzmarkt gibt es dann immer noch, und die Jugend wird weiterhin prima mit allem versorgt. Schlechte Politik machst möglich.

  4. inszenierung Behörden

    Wenn man aus Cannabis Bomben Bauen könnte ,dann wäre es in Deutschland schon lange legal .
    Warum sind gefährliche Dünger und Chemikalien in Deutschland frei verkäuflich ?
    Warum macht es ,die CDU den Dünger-Terroristen so leicht ?
    Hofft die CDU auf Mediale Ablenkung , von der Polizeigewalt und den Justizskandalen ?
    Die Bevölkerung hat ein Recht auf echte Sicherheit .
    https://www.oltnertagblatt.ch/mediathek/videos/1_s05j70r2
    https://www.focus.de/wissen/mensch/tid-7341/chemie_aid_131972.html
    https://www.heise.de/tr/artikel/Das-Anti-Terror-Duengemittel-1851977.html

  5. Krake

    @fred, nicht seltsam, faktenresiestent, sondern erschreckend, beängstigend, realitäts entfemdet. Schockierend, Skandal…!!

  6. Ralf

    @Mary Jane
    Normalerweise bin ich mit deinen Kommentaren weitgehend einverstanden, aber das hier ist eine unzulässige Pauschalierung und hört sich an wie „der Russe“ bei dem man ja weiß das er böse ist.
    Das ist Nazijargon und nicht zu akzeptieren.
    “ ….der Dealer(der Russe? und was ist mit der Dealerin?) fragt nicht nach Ausweiß und bietet gern auch andere Sachen an……“
    Die weitaus größere Anzahl der Cannabishändler ist verantwortungsbewußt und braucht sich nicht mal den Ausweis zeigen zu lassen, da er ausschließlich erwachsene Stammkunden hat.
    Schwätzt bitte nicht dauern den Schwachsinn vom DHV nach!

  7. Ralf

    @Fred
    „……… bis sich das Verfassungsgericht mit der Sache beschäftigt. Dann wird das Gesetz an die Vorgaben des Gerichtes angepasst – wahrscheinlich auf eine Ordnungswidrigkeit abgestuft – und fertig.“
    Schon wieder ? Träum weiter!

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