Sonntag, 28. Juli 2019

Kascha – Juli 2019

Kascha ist wie immer per e-Mail zu erreichen. Also ran an die Tasten, dumme Fragen gibt es nicht…


Dominik (23, aus Bochum) fragt:

„Hi Kascha,

ich habe in meinem Garten einige Autoflower-Pflanzen stehen, die schon angefangen haben zu blühen. Das war mehr oder weniger ein Experiment, weil ich sehen wollte, ob das auch outdoor bei mir funktioniert. Leider haben die Unwetter drei meiner Pflanzen umgeknickt und sie werden es wohl nicht überleben. Jetzt wollte ich wissen, ob ich die kleinen Blüten, die da schon gewachsen sind, trotzdem rauchen kann? Die anderen sind so in drei oder vier Wochen bereit zur Ernte würde ich sagen.“


Kascha antwortet:

„Hi Dominik,

abgesehen davon, dass der Anbau von Cannabis ohne Genehmigung in Deutschland grundsätzlich strafbar ist und ich Dich dazu nicht beraten darf, kann ich Dir schon mal verraten: Na klar kann man die Blüten rauchen, wenn man sie anständig getrocknet hat, auch wenn sie sehr klein sind. Der Effekt wird aber möglicherweise enttäuschend sein, denn sie sind nicht nur sehr klein und in der Gesamtmenge sehr wenige – sie haben auch noch nicht den vollen THC-Gehalt. Dafür  bilden sich in den letzten Wochen der Blütezeit überall auf der Blüte so genannte Trichome, kleine, pilzförmige Harzstängel, in denen der meiste Wirkstoff enthalten ist. Und genau diese Trichome sind zu diesem frühen Zeitpunkt der Blüte noch nicht besonders ausgeprägt. Denn der Schwerpunkt im Pflanzenwachstum liegt zu dieser Zeit noch auf der reinen Volumenvergrößerung der Blüte, die THC-Anreicherung findet überwiegend erst später statt. Wenn aber schon lange, weiße Härchen aus der Blüte ragen und Du mit der Lupe überall ein kristallines Glitzern entdeckst, dann hat es auf jeden Fall schon angefangen und die Blüten werden sicher nicht ganz wirkungslos sein. Grundsätzlich nutzen viele Grower zwei Strategien, um abgebrochene Pflanzen doch noch zu retten und nicht die „Babyblüten“ rauchen zu müssen: Wenn der Stiel nur umgeknickt ist und nicht komplett abgetrennt, dann kann man die Bruchstelle mit Kreppband und ggf. einer Schiene fixieren und hoffen, dass es wieder „heilt“. Bei einem kompletten Bruch oder wenn die Pflanze mehr oder weniger komplett abgetrennt wurde, versuchen viele Grower, den abgebrochenen Teil als „Steckling“ zu behandeln und mit Wasser und entsprechenden Hilfsmitteln für das Wurzelwachstum das Austreiben neuer Wurzeln an der Bruchstelle anzuregen.“



Nicole (25, aus Karlsruhe) fragt:


„Hallo Kascha,

ich habe aufgehört, Zigaretten zu rauchen, und würde gerne auch meine Joints in Zukunft pur rauchen. Aber immer, wenn ich pur baue, huste ich mich halb tot. Gibt es irgendwelche Möglichkeiten, ohne Tabak, aber auch ohne Husten zu rauchen? Kräutermischungen sind nicht ganz so mein Geschmack.“


Kascha antwortet:

„Hallo Nicole,

tatsächlich ist Pur-Rauchen dafür berüchtigt, dass man immer wieder husten muss. Komplett kommt man darum nicht herum – man kann aber versuchen, das Husten zu minimieren. Hilfreich ist, wenn der Rauch kühler und nicht zu stark konzentriert ist. Deshalb wird in vielen Ländern, in denen überwiegend ohne Tabak geraucht wird, oft auch nicht mit einem Pappfilter gebaut – der beschleunigt den Luftstrom und konzentriert den Rauch so in der Lunge. Wenn Du nicht ganz auf den Pappfilter verzichten möchtest, dann solltest Du ihn möglichst lang und dünn drehen: So entsteht ein schmaler Luftstrom, der weniger Rauch gleichzeitig in Deinen Mund lässt und ihn unterwegs abkühlt. Außerdem hilft es, kürzere Züge zu nehmen und nicht all zu tief zu inhalieren. Für eine optimale Wirkung bringt das tiefe Inhalieren ohnehin nur einen geringen Unterschied, dafür ist ein nicht so tiefes Inhalieren nicht nur angenehmer, sondern auch gesünder für die Lunge. Ach ja ein Tipp noch, wenn Du einen dünneren Pappfilter drehst: Achte darauf, ihn nicht zu oft zu falten. Ein bis zwei Mal reicht völlig. Denn je schmaler die Luftdurchlässe werden, desto größer ist das Risiko, dass sie mit kondensierendem Teer „verschmanden“. Du kannst auch probieren, ob Purpfeifen eine Alternative zum Joint für Dich sind: Viele Modelle verfügen über ausgeklügelte Kühlsysteme, die den Rauch besonders angenehm und reizarm machen. Das raucht sich zwar etwas anders als ein Joint, aber auch daran kann man sich gewöhnen. Eigentlich ist es sogar recht praktisch.“



Jo (26, aus Frankfurt) möchte wissen:

„Hi Kascha,

ich benutze in letzter Zeit häufig Konzentrate, wie Haschöl oder BHO, weil ich Familie habe und ein mal kurz am Fenster dampfen die Luft nicht so verpestet, wie wenn ich hier in der Wohnung Joints rauchen würde. Ich kiffe aber nicht sehr oft, eigentlich nur manchmal abends oder wenn meine Rückenschmerzen stärker werden. Deshalb drängt sich mir natürlich die Frage auf: Wie lange kann ich solche Konzentrate lagern, ohne, dass sie ihre Wirkung verlieren?“ 


Kascha antwortet:

„Hi Jo,

das ist tatsächlich eine wichtige Frage. Nicht nur die Lagerdauer spielt dabei eine Rolle, sondern auch die Aufbewahrung selbst: Wie Gras oder Hasch sollten auch Konzentrate möglichst kühl, trocken, luftdicht und lichtgeschützt aufbewahrt werden. In einem Glas- oder Silikonbehälter halten sie sich dann zum Beispiel im Kühlschrank oder einem dunklen Vorratsschrank problemlos mehrere Wochen, für eine längere Lagerung ist es auch möglich, sie einzufrieren. Vor allem flüssige Extrakte werden dabei natürlich fest – zur Portionierung müssen sie also vorsichtig wieder aufgetaut werden. Dabei solltest Du darauf achten, dass sie dabei ausreichend belüftet werden, damit Kondenswasser wieder verdunsten kann. Idealerweise frierst Du in diesem Fall gleich vorgeteilte Portionen ein, um Aufwand und Risiko zu sparen. Über Jahre hinweg lassen sich Extrakte allerdings nur schwer ohne Qualitätsverlust lagern. Ich würde schätzen, die optimale Aufbewahrungsdauer beträgt nicht länger als etwa ein halbes Jahr und ohne Einfrieren nicht mehr als zwei Monate. So lange sich kein Schimmel bildet ist das Konzentrat natürlich auch darüber hinaus verwendbar, aber mit immer größer werdenden Abstrichen bei der Wirkung. Ob sich der Preisvorteil, wenn man z.B. bei einer größeren Menge einen Rabatt bekommt, wirklich lohnt, musst Du Dir selbst überlegen.“

Eine Antwort auf „Kascha – Juli 2019

  1. Jo

    @Nicole und @Kascha

    Mit einem Vaporizer kannst du, wenn dieser richtig eingestellt ist, ohne zu Husten Konsumieren.

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