Sonntag, 30. Juni 2019

A Reason to Live, a Reason to Die

Buddy macht müde Pflanzen munter


Nach einigen verflossen Monaten war es einmal mehr an der Zeit unserem alten Freund Bud Spencer einen Besuch abzustatten und nach dem Stand der Dinge zu fragen. Schon häufig hatte Buddy in einem Micro-Harvester-Grow-Schrank dafür gesorgt, dass sich weibliche Cannabispflanzen trotz Prohibition ihres Lebens erfreuen konnten, bis sie beim Erreichen ihrer Reife mit vollen Knospen abgeerntet wurden. Bud Spencer hilft sich so selbst gegen die Machenschaften auf dem Schwarzmarkt und versorgt sich auf diesem nicht ganz gesetzestreuen Weg mit feinstem Marihuana, das wenig Geld kostet.


Eine 250-Watt-Natriumdampflampe im Inneren des Grow-Schrankes leuchtet die Hanfgewächse genügend an, ein 300-Watt-Vorschaltgerät führt zu etwas mehr Power bei der Old-School-Leuchte, ohne dem eh alle eineinhalb Jahre auszutauschendem Stück Technik Schaden zuzufügen. Beim Substrat setzt der behäbige Italiener schon seit Jahren auf Kokoserde, welche er in gepressten Ziegeln unauffällig in sein Domizil bugsiert. Der teils mehrfach zu verwendenden Erdersatz bewährte sich in der Vergangenheit und lässt sich nach Meinung Bud Spencers auch prima mit moderneren Stoffkübeln verwenden, die aufgrund ihrer Luftdurchlässigkeit gegenüber Plastiktöpfen einen großen Vorteil beherbergen. Auch ein Übergießen des weiterhin mit Überzeugung verwendeten GHE-Düngemittels wird durch den Einsatz der aus alten PET-Flaschen hergestellten flexiblen Behältnisse verhindert, sodass auch hier ein weiterer Aspekt für die Verwendung von Root-Pouches seitens Buddy gefunden wurde. 3,5 Liter fassen seine zumeist sechs im Einsatz befindlichen Gefäße, die jeweils mit einer oder zwei potenten Cannabispflanzen bestückt werden. Zuvor zog er aus abgeschnittenen Trieben der in die Blütephase geschickten Gewächse neue Stecklinge, welche unter eine Grow-Armatur die nötige Größe erreichen.


Mit pH- und EC-Messgerät ausgestattet, kann Buddy allen Zöglingen im unterschiedlichen Stadium die passenden Nährstoffe im Gießwasser bieten, ohne Mangel- oder Überschusserscheinungen hervorzurufen. Der sich durchboxende Grower hat seit vielen Jahren Erfahrungen mit seinen gewählten Growshop-Produkten, sodass ein ritualhaftes Vorgehen seinen Alltag im künstlichen Garten prägt, das mittlerweile wenige Überraschungen und Probleme mit sich bringt. Alle drei Tage werden seine weiblichen Bewohner gegossen, alle drei Tage wird zu diesem Zweck die Düngemittelvermengung mit klarem Leitungswasser angegangen. So schraubt sich Bud Spencer dem GHE-Schema entsprechend von einem EC-Wert von 1,0 innerhalb von acht Wochen auf einen Wert von bis zu 2,1. Mehrfach wird in speziellen Episoden des Grow-Durchgangs mit klarem Wasser gespült, sodass Mineralstoffreste beim Rauchgenuss nicht geschmacklich ins Gewicht fallen. Bei unserem kürzlich abgehaltenen Besuch gab es jedoch einmal mehr ein paar Besonderheiten zu berichten, da Bud Spencer auf Stecklinge aus Fremdproduktion zuzugreifen hatte.


Er erhielt Mitte Januar sechs kleine Pflanzen der Sorten Critical Cheese, Blue Kush und Jacky White, die jedoch leider nicht ideal transportiert worden waren. Der Hersteller und freundliche Überbringer hatte sie in vollständig geschlossene Plastikbeutel verfrachtet und dazu einen Tag bei kalten Temperaturen in seinem Gefährt vergessen. Buddy hatte sodann sechs kränkelnde Hanfmädels aufzuziehen, denen man ihre verkorkste Kindheit recht offensichtlich ansah. Zwei Wochen pflegte er die neuen Bewohner daher intensiv und ließ sie unter Metallhalogenlicht in der Wachstumsphase neue Energie tanken. Auch kümmerte er sich um die eindeutig zu feuchte Umgebung, der die Pflanzen ausgesetzt waren, und goss nur sporadisch zwischen extra eingelegten Trockenzeiten, in denen sich die angeschlagenen Wurzeln regenerieren sollten. Etwas Neemöl und gesunde Aptus-Präparate waren sorgsam verwendet hilfreiche Mittel, die den mit falschem Mehltau befallenen Hanfpflanzen wieder auf die Beine halfen. Nur eine einzige Blue Kush wollte sich einfach nicht mehr berappeln und fiel dem fehlerhaften Transport zum Opfer. Somit nur noch mit fünf Exemplaren ausgestattet, macht sich Bud dennoch an die Arbeit den Überlebenskünstlerinnen eine wohlige Heimat anzubieten – er wollte schließlich möglichst schnell an neue Cannabisknospen gelangen und die zwei Wochen Aufbauperiode nicht umsonst verstrichen sehen. Somit wechselte er die Metallhalogenlampe gegen die üblicherweise konstant im Einsatz befindliche Natriumdampflampe und leuchtete seine Mitbewohner anstatt der bislang 18 Stunden nur noch 12 Stunden lang an.


Mit dieser Umstellung ging er von der nötig gewordenen Wachstumsphase in die wesentlich beliebtere Blütenphase über, die die Produktion der Hanfknospen einläutet. Fortan begab sich Buddy auf gewohnte Pfade und goss nach dem üblichen Schema sein bewährten GHE-Dünger und gab achtsam Aptus-Präparate zum Gießwasser hinzu. Weiterhin achtete er auf die Feuchtigkeit im Kokossubstrat, da er den nicht aus idealen Bedingungen stammenden Cannabispflanzen nicht noch weiteren Stress zusetzen wollte. So entwickelten sich die leider doch etwas klein geratenen Lebewesen aus dem Pflanzenreich immerhin angemessen und bildeten nach zwei Wochen sichtbar werdende Geschlechtsteile, die später durch Knospenansätze ergänzt wurden. Sicherheitshalber legte Buddy auch von Anbeginn des Durchgangs  einige Blautafeln aus, um Schädlingsbefall zu vermeiden oder im schlimmsten Fall sofort zu Gesicht zu bekommen. Immerhin blieb dieser Fall jedoch aus und so konnte der Dicke seinen Grow ohne weitere Vorkommnisse erfolgreich beenden. Nach den vom Hersteller versprochenen 55 Tagen waren die Pflanzen vollständig gereift und für die Ernte bereit. Buddy nahm sich daher eine Pflanze nach der anderen vor und entfernte alle großen Sonnensegel sowie die überstehenden Blätter am Knospenjungel. Anschließend wurden die bearbeiteten Biester kopfüber in einen großen Pappkarton zur Trocknung gehangen, wo sie über eine Woche ihr restliches Dasein fristeten. Dann wurden die Knospen von den Stielen getrennt und in sauberen Plastikbeuteln zu weiteren Reifung aufbewahrt. Hier lüftete Bud Spencer das Material täglich etwas, bis keine Gefahren für Schimmelbildung mehr vorhanden waren und eine angenehme Konsistenz erreicht wurde.


Ab diesem Zeitpunkt war das knapp 100 Gramm wiegende Gras aus den verschiedenen Varietäten konsumierbar, was Buddy uns beim Besuch auch ungefragt demonstrierte. Ein starkes High mit Körpergefühl war das Resultat nach dem mehrfachen Ziehen an den konisch geformten Glimmstängel, sodass einige Details des vonstattengehenden Gespräches nicht länger im Gedächtnis weilen. Vergessen haben wir aber nicht, dass sich Bud Spencer nach diesem Grow erneut nach neuen Zöglingen umzuschauen hat, da ihm das Klonen der angeschlagenen Cannabispflanzen nicht sonderlich zusagte, weshalb er es auch komplett sein ließ. Aus diesem Grund wird sich der dicke Italiener nun wieder im Kreis der ihm bekannten Homegrower umsehen und auf die Suche nach neuen und in besserem Zustand befindlichen Hanfvarietäten machen. Dann sprengt er auch wieder locker die 130 Gramm-Grenze, ist sich der alternde Hanfbauer sicher.

Auch wenn es die Gesetzeslage in Deutschland weiterhin nicht erlaubt, Cannabis in den eigenen vier Wänden anzubauen, wünschen wir unserem lieb gewonnenen Freund hierbei dennoch recht viel Erfolg!


Der Anbau von Marihuana ist in vielen Teilen der Erde leider immer noch nicht gestattet – dieser Artikel dient daher nur zu Aufklärungs- und Informationszwecken!

Text:mze/ Fotos: Bud Spencer

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