Freitag, 28. Juni 2019

Laos – ganz anders

Warum das kommunistische Laos Cannabis braucht!


Reist man mehrfach durch Südostasien, trifft man mindestens einmal auf das kommunistische Land Laos auf der Landkarte und fragt sich nach dem aktuellen Zustand und den dortigen Gegebenheiten. Das einst am stärksten bombardierte Land der Erde, welches sich seit einiger Zeit dem Tourismus zu öffnen versucht, lädt aber auch aufgrund vieler historisch wertvoller Tempelanlagen und wunderschöner Kulissen zum Besuch. Reist man via Thailand per pedes über die Grenze, wird jedoch auch schnell ein anderes Bild von Laos vermittelt, welches bei älteren Bürgern der Bundesrepublik Erinnerungen an die Transitzonen der DDR wachrüttelt.

Nach Ruß stinkende Tuk-Tuk-Taxis, verbrannter Plastikgeruch und angezündeter Sojadüngerduft steigen dem frisch angereisten Laosbesucher unter Umständen innerhalb der ersten Stunden nach Anreise in die Nase, was nur bedingt die große Reiselust befriedigt. Laos zählt derzeit noch zu einem der unterentwickeltsten Länder der Erde, sodass sich Touristen aus dem Westen nicht einzubilden haben, hier den roten Teppich für sie ausgerollt bekommen zu sehen. Auch wenn Luxushotels und Resortanlagen unter Umständen westliches High-Class-Niveau bieten können, so ist im Inland bei Einheimischen definitiv ein anderes Klima gang und gäbe.


Unter sengender Hitze fliehen viele der ländlich lebenden Laoten während der Tageszeiten am ehesten unter ihr eigenes Dach, welches oft nur aus zusammengeschusterten Holzplanken und Wellblech besteht. Ein bisschen Frischluft wird im Idealfall durch die richtige Wahl des Standortes geboten, oder aber notfalls durch einen alten Ventilator generiert. Erfrischung bietet in jedem Fall das inoffizielle laotische Volksgetränk BeerLao, welches nach bayrischem Vorbild auch gern schon vor der Mittagszeit in sich hineingeschüttet wird – stets mit Eis! So trifft man als Wegreisender täglich schon früh auf leicht berauschte Personen, die das Leben ohne große Zeitplanung und Kalendertermine bestreiten, dafür aber meist gute Laune besitzen. Insgesamt wird in Laos Freundlichkeit großgeschrieben, auch wenn die sozialen Unterschiede gegenüber selten gesehenen Touristen von allen Seiten unverblümt wahrgenommen werden. Dass das dortige Leben aber Spuren hinterlässt, bemerkt man beim näheren Hinsehen schnell und bekommt es in Gesprächen auch mehrfach mitgeteilt. So ist ein großer Teil der jungen männlichen Landbevölkerung von den sporadisch ausgeübten Arbeiten oft über- oder unterfordert und versucht sich mit benebelnden Rauschsubstanzen den Alltag zu versüßen.

Leider scheint aber weder BeerLao hierfür genug, noch riecht das geschulte Näslein Hanfdüfte oder sieht Menschen an mit Cannabis gefüllten Joints zuppeln. Dagegen scheinen härtere Substanzen zu gefallen, die auf dem Schwarzmarkt für kleines Geld zu erwerben sind. Yaba – ein in Asien weitverbreitetes Methamphetamin – sowie auch archaischer Klebstoff werden von den oft im Inneren zerrissen wirkenden Personen konsumiert, was deren Probleme für einen kurzen Zeitpunkt zwar vielleicht verschwinden lässt, jedoch auf lange Sicht bedeutend verstärkt. Cannabis hingegen wird natürlich als Ganja gekannt und auch in seltenen Fällen konsumiert, doch wenn, dann eher im traditionellen Rahmen, wie beim fachgerechten Zubereiten einer ganz speziellen laotischen Hühnersuppe.


Die „lustige Suppe“ stellt mittlerweile aber wohl leider nur beeindruckend zur Schau, dass Cannabis auch in Laos einst ein gewöhnliches Gewächs darstellte, welches keinerlei Gesetzgebung verlangte, wollte man es anbauen, besitzen oder konsumieren. Derzeit ist es jedoch ähnlich wie in anderen Teilen des Planeten durch eine verschrobene Drogenpolitik in ein schlechtes Licht gerückt, aus dem es aktuell aber wieder zu entweichen scheint. So wie in Thailand – wo mittlerweile erste Hanffachmessen für interessierte Besucher stattfinden und der medizinische Einsatz legalisiert wurde – so kann man auch in Laos hoffen, dass sich das dortige Politbüro besinnt und sich vor den Vorteilen der Hanfpflanze nicht verschließt. Viele der auf geringe Gemüseanbau oder marginale Viehzucht konzentrierten Bauern am Fuße des Mekong würden schließlich von der legalen Produktion von Marihuana profitieren, vergleicht man nur den Geldwert, welchen ein Kilogramm Gras im Vergleich zu einem Kilo Brokkoli einspielen kann.

Hat man dazu den Umweltaspekt im Vorderkopf, der einem in Laos aufgrund fehlender Müllabfuhren anhand von sich im Umfeld stapelndem Plastikmüll stets vor Augen gehalten wird, wird auch hier ein wichtiger Faktor für Hanf in Laos bewusst. Würde man in Laos Cola aus Plastikflaschen nicht ständig in mit Eis gefüllte Plastiktüten samt Strohhalm aus Plastik umfüllen – die dann in eine weitere Plastiktüte geschoben werden –  sondern leicht zersetzende Materialien aus Hanf für derartige Zwecke gebrauchen, wären die Landschaften im Land schon längst nicht mehr so übermäßig verschmutzt. Würden die sich mit chemischen Drogen abschießenden Bewohner eine günstige Rauschalternative dank legalem Cannabis erhalten, würden viele Sorgen durch fröhlichere Gedanken ausgetauscht. Würde Laos mit legalem Marihuana aus hochwertigen Zuchtpflanzen auf Touristenjagd gehen, kämen sicherlich Heerscharen von extra anreisenden Cannabisfans, denen Thailand mittlerweile zu überlaufen und langweilig geworden ist.


Daher besitzt das kommunistische Laos derzeit eine große Chance, sollte es sich in Bälde in den Kreis der erlauchten Gebiete begeben, der Anwohnern und Gästen erlauben würde, für den Freizeitkonsum Cannabis zu gebrauchen. Viele Vorteile für das gebeutelte Land wären die Folge, die spürbar bei der Bevölkerung ankommen könnten. Neben BeerLao gäbe es dann auch eine Alternative für einen Exportschlager, der im Rest der Welt reißenden Absatz finden könnte und der Wirtschaft in Laos benötigten Auftrieb gäbe. Solange sich die Partei jedoch vor derartigen Veränderungen verwehrt, können die wenigen Touristen sich nur an den einzelnen Highlights des teils zauberhaft wirkenden Landes erfreuen, die in unzähligen Tempelanlagen und zugänglich gemachten Wasserfällen zu finden sind.

Empfohlen kann eine Reise in das teilweise noch unberührt wirkende Land aber nur werden, besitzt man genügend Sitzfleisch für die harten Bänke und ungepolsterten Sitze im gemeinen Leben, oder man sucht sich eines der erstklassigen Resorts, wo ein weiches Dasein für entsprechendes Entgelt gewährt werden kann. Ähnlich wie bei einem guten Joint kann man als Wiedergekehrter zu diesem allgemeinen Urlaubsaspekt aktuell wohl jedoch nur nahelegen, dass es auf das Mischverhältnis ankommt. In Laos fehlt hier derzeit wohl aber noch die ausreichende Menge Marihuana, da selbst einheimische Bong-Raucherinnen aus dem Teppichknüpfergewerbe bei zu hohem Besucheraufkommen ihre Wasserpfeifen lieber mit dem dort spottbillig zu erwerbenden Tabak füllen.

Alles etwas anders in Laos!

By the Way: In Vang Vieng und Don Det soll es genügend Ganja für Touristen geben – teils öffentlich gehandelt.

Subjektiver Reisebericht von mze

4 Antworten auf „Laos – ganz anders

  1. Rainer Sikora

    Schön,daß es noch Gebiete gibt,wo man ohne Probleme anbauen kann,aber irgendwie hat sich in letzter Zeit hier nichts mehr in Richtung Freiheit bewegt.Deshalb können wir den Laoten gratulieren,und weiter auf gute Besserung hoffen.Seehofer will die Staatssicherheit stark erhöhen.Sowas macht auch nicht gerade optimistisch,aber wir haben dadurch weniger Angst vor dem Schwarzmarkt.CDU,da weiß man was man nicht hat.

  2. Ralf

    @Rainer Sikora
    Niemand braucht vor dem Schwarzmarkt Angst zu haben, vor den Bullen schon. Hast du eine funktionierende Nase und Ahnung von der Materie, wird dir auf dem Schwarzmarkt nichts böses passieren.
    Wären die vielen Singvogel artigen Konsumenten nicht so beschissen feige und oft selbst verlogen, so dass sie schon bei den geringsten Problemen mit den Schergen ihre seriösen, Qualität verkaufenden Händler den Bullen an`s Messer liefern, könnte jeder einen vertrauenswürdigen Lieferanten haben. So aber jammern sie auf höchstem Niveau.

  3. Rainer Sikora

    Ich hatte nie Angst vor dem Schwarzmarkt gehabt,nur manchmal hab` ich einen Schalk im Nacken.

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