Dienstag, 11. Juni 2019

Niederländisches Cannabis-Experiment rückt näher

Neunzehn Gemeinden wollen am „Staatswiet-Experiment“ teilnehmen – Amsterdam und Rotterdam machen nicht mit

Foto: Archiv

 

 

Gestern ist die Anmeldefrist für die Teilnahme am Staatswiet-Experiment abgelaufen. Wie es aussieht, kann die Studie starten, da die Mindestanzahl an Gemeinden, die sich auf das Abenteuer einlassen wollen, erreicht ist. Der ursprüngliche Plan der mitregierenden linksliberalen Democraten 66 sah vor, dass zehn Gemeinden zehn Großgärtnereien die Lizenz für den Cannabis-Anbau unter staatlicher Aufsicht geben, damit in den Coffeeshops der Kommunen künftig nur noch Staatswiet verkauft wird. Nach endlosen Debatten in der Tweeden Kamer über die Umsetzung des Vorhabens scheint nun der Weg frei für den Versuch, der auf vier Jahre angelegt ist und dessen Ergebnisse voraussichtlich 2026 in eine Gesetzesvorlage einfließen sollen.

 

Doch ob die Umsetzung des Staatswiet-Experiments auch wirklich klappt und irgendwann einmal verwertbare Ergebnisse geliefert werden können, steht nach wie vor in den Sternen. Zwar haben sich nunmehr 19 Gemeinden mit 120 Coffeeshops durchgerungen, sich an dem Feldversuch zu beteiligen, aber das unter jeweils eigenen lokalen Bedingungen. Viele Bürgermeister nehmen die Bedenken der zur Teilnahme gezwungenen Coffeeshopbetreiber ernst, die vor einer Zunahme des Straßenhandels mit den einhergehenden Verwerfungen warnen.

Der Bürgermeister von Breda, Paul Depla, fürchtet überdies gerichtliche Auseinandersetzungen: „Es besteht die Möglichkeit, dass nicht alle Coffeeshops in der Gemeinde teilnehmen wollen. Ich müsste sie dann schließen. Die betroffenen Coffeeshops könnten finanzielle Ansprüche bei der Gemeinde anmelden und das würde uns viel Geld kosten. Ich möchte die Unterstützung des Kabinetts dabei.“ Auch ist sich Depla bewusst, dass nicht alle im Gewerbe tätigen Personen mitspielen werden. „Wenn das Experiment beginnt, wird es ziemlich viel Unruhe geben. Viele illegale Züchter werden sich das Huhn, das goldene Eier legt, nicht einfach wegnehmen lassen. Dies wird zu Straßenhandel und Belästigung führen. (…) Einige Coffeeshop-Besitzer haben seit Jahren eine Beziehung zum illegalen Markt aufgebaut, so dass es ihnen vielleicht schwer fällt, sich zu distanzieren.“

 

Bart Vollenberg, Sprecher von „Cannabis Connect“, dem nationalen Dachverband der Unternehmer der Cannabisbranche, sieht ähnliche Probleme: „Wir sind besonders besorgt über die Machbarkeit des Experiments. Die Rahmenbedingungen für die Umsetzung sind zu begrenzt, und es gibt keine Möglichkeit zur lokalen Anpassung. (…) Es muss schrittweise eingeführt werden. Die Verbraucher benötigen Zeit, um sich an das neue Sortiment zu gewöhnen. Die Erzeuger und Coffeeshops müssen zudem die Möglichkeit haben, das Sortiment anzupassen. Sonst wird es zu einem Debakel. Dann sind die Coffeeshops leer, die Straßen voll – und die Bürgermeister raufen sich die Haare.“

 

Soweit wollen es die Stadtoberen von Rotterdam, Amsterdam und anderen Großstädten erst gar nicht erst kommen lassen. Amsterdam, die Stadt mit den meisten Coffeeshops, hält das Experiment in einem Brief an die zuständigen Minister für gefährlich und nicht durchführbar. „Wie es sich jetzt gestaltet, ist es zum Scheitern verurteilt“, sagte Bürgermeisterin Femke Halsema im Stadtrat.

 

Es bleibt also abzuwarten, wie das Staatswiet-Experiment am Ende genau aussehen wird. Noch gibt es unzählige Fragen zu den Ausführungsvorschriften, die der Senat und das Repräsentantenhaus zu klären haben. Ein Blick in die Glaskugel verrät aber schon jetzt, dass das Experiment am lebenden Hänfling in die Hose gehen wird und die seit mehr als vierzig Jahren eingespielte Toleranzpolitik immer noch die eleganteste aller halbherzigen Lösungen ist, um die negativen Auswirkungen der Cannabis-Prohibition auf ein einigermaßen erträgliches Minimum zu beschränken.

 

 

11 Antworten auf „Niederländisches Cannabis-Experiment rückt näher

  1. Rainer Sikora

    So ein Schietdreck muß mit aller Kraft verhindert werden.Experiment ist auch nicht der treffende Begriff.Den wahren Gedanken dahinter muß ich wohl nicht erklären.

  2. Johannes

    Bei dem Experiment geht es um Profit und Kontrolle!

    JEDER Menschen darf JEDE Pflanze anpflanzen. PUNKT.

    Eine Cannabis-„Legalisierung“ ist für mich nur akzeptabel, wenn Cannabis völlig frei ist.
    Sobald es heißt… „pro Person / Haushalt drei Pflanzen“ oder ähnliches, dann ist das IMHO wieder Beschiss! Richtig fies sind Regelungen die eine Registrierung verlangen. Das dient wieder der Kontrolle.

    Wie seht ihr das?

    Herzlichst, Johannes

  3. R. Maestro

    Wann hat der „Langzeitversuch“ am Menschen ein Ende?
    Langzeitversuch, da es dem Menschen über Jahrtausende förderlich war.
    Was geschieht, wenn man alles bisher natürliche, durch künstlichen Scheiss ersetzt?
    Frau Merkel, AKK, Mortler hätten ihre Nachkommen unter einer Glaskugel geboren, einen Roboter als Geburtshilfe, jahrelanges Kunstlicht, da alles natürliche wirtschaftsschädlich ist.
    In Dehnberg gelten andere Regeln. Es betrifft anscheinend auch die Natur. Zumindest die Gesetzgebung.
    Die Logik von „Überwurfmuttern“.

  4. Tom

    @R. Maestro. Die Frau heißt Annegret Kramp-Karrenbauer und nicht AKK. Also bitte hör damit auf Probleme klein reden zu wollen 🙂
    Ja, Du beschreibst ein richtiges Horrorszenario, zumindest aus unserer Sicht. Wir sind die erste Spezies die stolz von sich behaupten kann sich selbst aus dem Weg geräumt zu haben. Nur interessiert sich dann keiner mehr. Evolution – eine feine Sache. Mit oder ohne Cannabis. Besser mit.

  5. Ralf

    Alle Staaten dieser Welt machen mit beim Menschenrechtsverbrechen Cannabiskonsumenten -HASS, deswegen werde ich keinem Staat jemals auch nur ein Mikrogramm ihrer verlogenen Unterdrücker-Hühnerscheiße abkaufen. Da ist sogar jede Mafia ehrlicher und ich werde immer ehrliches Schwarzmarktcannabis vorziehen, schon weil ich meinen Peinigern keine Steuern bezahlen werde durch die sich diese Menschenrechtsverbrecher dann auch noch mit dicken Pensionen (so wie z.B. die Freisler Witwe mit 30 000 Euro im Monat) belohnen lassen!

  6. R. Maestro

    Gebe einem kleinen Menschen Macht, er wird sie missbrauchen!
    So gesehen, sehe ich Frau „AKK“ als ein Problem.
    Ein Neuaufguss von Frau Merkel.
    Unsereins bekommt die Korruption, die Verlogenheit, allein von anderer Fresse präsentiert!
    Sonst, wie gehabt.
    FREISLER, anscheinend war mein Rechtsanwalt ein Nachkomme. dessen.
    Hat mir zugeraunt, ich solte mich vor Gericht entschuldigen!
    Hinfällig, Pustekuchen! Warum?
    Einem Pissystem, beizusprechen? Nö!
    Da könnte ich mir auch den Pint absäbeln!

  7. Harald

    @ Maestro

    Corruption and Destruction Unit = CDU so war es schon immer und so wird es immer sein. Diese Nichtmenschen sind nicht wählbar!!!!!!

  8. R. Maestro

    @Harald
    Was man ehemals verteufelt hat, in den C-Parteien lebt es noch!
    Dies besser als jeder bekannter Parasit!

  9. 420

    Gott sei dank glauben immer weniger Menschen die lügen der Regierenden. Die Zeit des Aufwachens hat begonnen. Es ist schwer, aber ich glaube immer noch daran, dass sich das Gute durchsetzen wird und sich in nächster Zeit so einiges auf der Welt ändern wird. Peace 420

  10. Alkoholhalluzinose

    Das kommt raus . wer mit Alkoholikern Diskutiert .
    Holländische Agrarprodukte wie z.b. Tomaten und Kartoffeln sind in Afrika billiger als die dort angebauten Produkte . So erzeugt Holland in Afrika Arbeitslosigkeit , Armut und Flüchtlinge für Europa . Als Kolonialer Sklavenhändler hat die Niederländische Elite schon beweisen können ,aus welchem Holz sie geschnitzt ist . Noch heute nähren sie sich und ihre Liebsten vom der fetten blutigen Beute .
    Und wer Vergeltung und Gerechtigkeit übt , den bezeichnen sie als Terroristen .
    Wo sind die Reparationszahlungen an sie ehemaligen Kolonien ?

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