Sonntag, 21. April 2019

Der Frühling kommt – die Cannabis-Prohibition bleibt

Von Sadhu van Hemp


Es ist immer das gleiche Schauspiel: Kaum werden die Tage länger und die Nächte kürzer, schon erwacht das Leben. Plötzlich bekommt das Sein eine Leichtigkeit, die zu großen Taten beflügelt. Doch nicht alle Menschen erwachen mit zunehmender Tageslänge aus ihrer Lethargie. Dazu zählen vor allem jene Zeitgenossen, die seit Jahr und Tag in der ewigen Finsternis des Cannabis-Verbots dahinvegetieren. Verloren in ihrem trüben Geschick verharren sie weitgehend in Schockstarre, ohne auch nur den Versuch zu wagen, sich gegenseitig an die Hand zu nehmen und dem entgegenzustellen, was ihnen das Leben vergällt.

Dabei wäre es rein rechnerisch ein Leichtes für die Hanfcommunity, genügend Menschen zu mobilisieren, die gegen die Willkür des Hanfverbots ihre Stimme erheben und Gesicht zeigen. Immerhin befinden sich mehrere Millionen Bundesbürger in der prekären Lage, wegen des Genusses von Cannabis stigmatisiert, diskriminiert und kriminalisiert zu werden. Obwohl die Hanfcommunity locker eine critical mass auf die Straße bringen könnte, herrscht Ruhe im Karton. Eine massive Cannabis-Legalisierungsfront will sich einfach nicht formieren – trotz aller Zwangsmaßnahmen, mit denen die Cannabiskonsumenten gequält werden. Geradezu stoisch nehmen es die Prohibitionsopfer hin, wenn sie von den Strafverfolgungsbehörden gejagt und in die Mangel genommen werden. Gäbe es nicht wenigstens ein paar wenige Legalisierungsaktivisten, die dem Nonsens der Prohibition die Stirn bieten, in Deutschland herrschten Zustände wie vor fünfzig Jahren.

Warum sich in der Community kein nennenswerter Widerstand regt, bleibt ein Rätsel. Dabei zeigen andere Protestbewegungen, wie es geht. Aktuelles Beispiel sind die von der schwedischen Schülerin Greta Thunberg ausgelösten „Schulstreiks für das Klima“, die sich inzwischen zur globalen Bewegung „Fridays For Future“ ausgewachsen haben. Der Massenschulschwänzerei der Kinder und Jugendlichen zur Klimarettung zeigt Wirkung in der öffentlichen Diskussion, so dass die politische Elite zunehmend in Erklärungsnot gerät. Eine gerade mal 16-Jährige bewerkstelligt es, den Menschen rund um den Erdball ins Bewusstsein zu bringen, dass die Biosphäre nur deshalb geopfert wird, um den Reichen und Schönen in der westlichen Welt ein Leben in Luxus zu garantieren.

Von dem Hype, den Greta Thunberg ausgelöst hat, können die Hanffreunde nur träumen. Vermutlich ist der Grund des gesellschaftlichen Desinteresses an einer Cannabis-Legalisierung dem Umstand geschuldet, dass die Menschheit auf die ungeliebten Schmuddelkinder der Cannabiskultur verzichten kann, aber nicht auf ein erträgliches Klima. Dass Cannabis kein großes Thema ist, belegt auch der plötzliche Protest gegen die EU-Urheberrechtsreform und den Uploadfilter, der vor allem junge Menschen europaweit zu Hunderttausenden auf die Straße treibt. Nicht wenige der Demonstranten sind wahrscheinlich auch vom Cannabisverbot betroffen, doch dagegen will sich niemand so recht in einen Protestmarsch einreihen.

Und so wird es auch dieses Jahr keinen Frühlingsputz geben, der die Politschranzen der Prohibitionsparteien dazu zwingt, das Hanfverbot endlich in die Tonne zu kloppen. Am 20. April werden zwar wieder in etlichen deutschen Städten einige Tausend Hänflinge den Internationalen 4-20-Day feiern – aber das wird es dann auch schon gewesen sein. Eine kritische Menschenmasse wird es ebenso wenig im Mai geben, wenn die Community von Augsburg bis Wildeshausen zum Global Marijuana March gebeten wird, um den Mächtigen zu zeigen, dass von Hänflingen weder ziviler Ungehorsam noch Gefahr droht. Der Tag, an dem die Hanffreunde in den Kampfmodus für ihre Sache wechseln, wird also noch eine ganze Weile auf sich warten lassen. Es fehlt einfach an Geschlossenheit – und vielleicht auch an einer Greta Thunberg, die über das nötige Charisma und die jugendliche Frische verfügt, um die Menschen zu begeistern.

8 Antworten auf „Der Frühling kommt – die Cannabis-Prohibition bleibt

  1. Haesin74

    Viele Hanf-Freunde, die ihren Platz in der Gesellschaft haben, einen guten Job, eine Familie, sind froh dass niemand von ihrer Neigung zur wunderbaren Pflanze weiß und kommen daher nicht aus der Deckung um zu protestieren. Ich denke das ist der Hauptgrund für die mangelnde Bewegung gegen die Prohibition. Da kommt man mit anonymen Umfragen schon weiter, wenn man wissen möchte, wie viele Legalisierungsbefürworter es gibt.

  2. Maik

    Naja
    Überlege doch mal, es liegt daran das Cannabis illegal ist und man seine Existenz verlieren kann wenn die Herren von der Polizei bock haben dir ans bein zu pissen

    Als schüler dem keine „Strafe“ erwartet, kann man sich schon ma paar tage blau gönnen für mutter natur

  3. Egal

    … Mann was seid ihr für Angsthasen!

    Genau darauf spekuliert der Staat!
    Lasst euch mal weiter einschüchtern!

    Die Parr Kröten die Mann heute verdient! Da habt ihr noch Angst?

    Ich müsste Angst haben! Ich verdiene sehr gut! Fast die ganze Firma weiß was ich mache!
    Und wenn ich meinen Job verliere und mein Lappen weg ist. Das ist mir ehrlich gesagt sowas von scheiß egal. Da sich Arbeit sowieso nicht mehr lohnt. Auch nicht für 20 Euro! Geht mal weiter für 15 Euro arbeiten und passt schön auf das ihr eure bescheiden verdiente Kröten und eure Kredite weiter zahlen könnt!
    Und passt schön auf.
    Genau wegen Leute die ständig nur schiss haben wird die Legalisierung wohl nie kommen.
    Aber genau die die am meisten schiss haben sind die ersten die dann nach der legalisierung am coffee shop Schlange stehen und dann sich noch einbilden bei der legalisierung beigetragen zu haben!

    Und genau diese Leute würden von mir noch nicht einmal Cbd bekommen!
    Das macht mich sauer!
    Noch nicht einmal spenden tuhen solche Leute!
    Traurig!

  4. Harald

    Da müssen wir schon schwerere Geschütze auffahren. Das korrupte Gesockse bei der nächsten Wahl abwählen und endlich mal Eier in der Hose haben, diese verfassungsfeindlichen Subjekte zur Rechenschaft zu ziehen und vor Gericht zu stellen. Es finden sich genug Paragraphen, gegen die diese Parasiten verstoßen und Verbrechen begehen Diese Ratten gehören in der Gesellschaft nicht an diesen Platz wo sie sind. Diese asoziale Mischpoke, die sich auch noch christlich nennt, darf keine Stimmen mehr erhalten, bei der nächsten Wahl. Jede Partei und jedes Parteimitglied mit einem C im Parteinamen muss boykottiert und abgewählt werden und zwar auf allen Ebenen. Egal ob kommunal, im Landtag, oder auf Bundesebene. Diese Dreckratzen bräuchten noch ein A vor dem C, das würde dem Ganzen schon sehr viel näher kommen. Antichristen und sozial total verkommenes Dreckspack- ENDLICH WEG DAMIT.
    Im Übrigen hat Egal vollkommen recht mit dem was er schreibt.
    Diese Schmarotzer haben nur die Macht die wir ihnen geben, denn außerhalb der Politik würden viele dieser unfähigen Dummschwätzer keinen Fuß auf den Boden bekommen, weil sie nichts können und dafür dürfen diese Schädlinge, auf allen Ebenen, kein Geld bekommen.

  5. Ralfmed

    @RBB24 -Berliner kiffen…..(dieser folgende Kommentar wurde bei RBB nicht freigeschaltet, aber hier passt er trotzdem rein, in der Hoffnung dass er aber hier freigeschaltet wird)

    Dieses Ereignis wäre in Bayern und BW nicht möglichb gewesen, glaube ich zumindest. Aber ich glaube auch, dass die Berliner mehr Mut haben und um ihr Recht kämpfen. In Wirklichkeit sind es fast Millionen Bürger in Deutschland, die gehen Arbeiten haben Familie Führerschein usw. aber haben Angst, um Entkriminalisierung oder gar Legalisierung zu kämpfen. Nur mal am Rande erwähnt, selbst wenn man mal zu Fuss unterwegs wäre, und einen Joint dabei hätte, und erwischt wird, ist meistens der Lappen weg. Selbst wenn wegen 2g Cannabis eine Einstellung folgen würde, käme bald auch eine MPU als Folge.

  6. Rainer Sikora

    Trag mal eine Pflanze durch die Stadt spazieren.Mal sehen wie lange das gut geht,und durch wen oder was du gestoppt wirst.So merkt man wo der Hund begraben,oder der Hase im Pfeffer liegt.

  7. Christian Ort

    Wer hat Lust mit 0,5 Gramm auf das Polizei Revier,zu gehen ? Sprich eine selbstanzeige zu machen…wenn viele Menschen sich an einem Tag zu einer bestimmten Uhrzeit treffen…mind.100-150 Menschen
    Die sich alle selbst anzeigen wollen…
    Ich glaub so ein Polizei Revier hätte mächtig viel zu tun.
    Und wenn es dann mehr werden und die Medien das mitbekommen…könnte vielleicht ein Stein ins Rollen gebracht werden.( vielleicht kennt ja schon jemand die Idee).
    Mal den Spieß herumdrehen,nicht die kommen zu uns sondern wir zu Ihnen. Angriff ist die beste Verteidigung.

  8. Ku$hy

    Hallo zusammen,

    ich habe es schon 1000x gesagt und werde es wohl noch oft sagen müssen.
    Euch, dem DHV und Konsorten in alle Ehren, aber ihr habt halt einfach keine Medienpräsenz.
    Warum versucht ihr nicht mal mehrere Youtuber (Hr. Newstime hat es mit Artk.13 vorgemacht) für eure Sache zu gewinnen? Gerade auch der DHV – welcher Finanziell was zu bieten hat – könnte sich hier locker jemanden Einkaufen.

    MrWissen2go
    HrNewsTime
    Gronkh
    maiLab
    nur als Beispiele….Fragen kostet erst einmal nichts, oder?

    Warum wir nichts tuen? Auch einfach erklärt.

    []…im Mai geben, wenn die Community von Augsburg bis Wildeshausen zum Global Marijuana March gebeten wird…[]
    Warum in Augsburg???
    Warum nicht in NRW???? In dem größten und bevölkerungsreichsten Bundeland?
    Warum nicht den recht liberalen Radio Sender 1Live um Unterstüzung bitten – mal richtig Werbung zu machen? Und wenn Sie es nicht machen, macht ihr es public und erhöt den Druck damit.

    Warum wird ein SIDO (Sehr behrümter Cannabis liebhaber) nicht ins Boot für eine Kampagne geholt?
    Ist ja toll ein „Kiff-in“ in Berlin zu veranstalten. Aber das erreicht einfach keinen, so hart es auch klingt.
    Ich habe nicht einmal was davon in den Nachrichten gehört.
    Dafür aber vom Bruzzler – Reggae mit Chilli- Hanf Öl.

    Ansich macht ihr eine gute Sache – aber es braucht mehr Marketing, mehr Polemik und vorallem mehr Populismus – denn offentsichtlich springen die Leute derezeit dort mehr auf.

    Aber das ist nur meine Meinung, am Ende sind wir durch Aktivisten erst soweit gekommen, wo wir gerade sind – UND DAS IST SEHR WEIT!

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