Dienstag, 5. März 2019

Cannabis-Legalisierung steigert Umsätze von Chips und Speiseeis

Einzelhandelsdaten der Legalisierungsstaaten Colorado, Oregon und Washington belegen „signifikante“ Umsatzsteigerung bei Süßwaren und Knabbergebäck

 

Sadhu van Hemp

 

 

Wer Gras oder Haschisch genießt, kennt es allzu gut, wenn sich zum wohligen Gefühl der Entspannung und Leichtigkeit ein unbändiger Fressflash gesellt. Als würde ein Schalter im Kopf umgelegt, verspürt der Hänfling plötzlich einen Mordshunger, der sofort und ohne großen Aufwand gestillt werden muss. Am besten wäre es, wenn einem die gebratenen Tauben nur so ins Maul flögen oder sich das Tischlein von alleine deckte. Doch da nur die wenigsten Hanffreunde auf den Luxusservice von Hotel Mama zurückgreifen können, müssen Lebensmittel herhalten, die schnell verfügbar sind und statt mit Messer und Gabel mit den Fingern in sich hineingeschaufelt werden können – und das ohne Sinn und Verstand. Gefressen wird alles, was möglichst viel gesättigte Fette, Zucker und Salz enthält und aus industrieller Herstellung stammt. Je ungesünder die Chipse und Flipse, desto besser für den Heißhunger, der mit möglichst großen Kalorienbomben bekämpft werden will. Dass im Magendarmtrakt die Alarmglocken schrillen, weil die Verdauung ein Notprogramm fährt, gelangt nicht ins Bewusstsein der Potheads.

 

Und so ist jeder gerauchte Joint, jede Bong verkaufsfördernd für all die Lebensmittel, die im Übermaß genossen zu Fettleibigkeit führen. Kiffer sind bekanntermaßen die besten Kunden für Süßigkeiten, Knabberzeugs, Tiefkühlkost und Fastfood. Und das potenziert sich jetzt in den USA, seitdem in immer mehr Bundesstaaten die Cannabis-Prohibition aufgehoben wird und sich die kiffende Bevölkerung in einem atemberaubenden Tempo vermehrt. Die Süßwaren- und Knabberzeugindustrie kann jubeln vor Freude, denn mit der nicht mehr aufzuhaltenden Cannabis-Legalisierung wächst und wächst der Umsatz – und der Profit.

 

Eine Untersuchung der Einzelhandelsdaten im Rahmen einer wissenschaftlichen Studie bestätigt nun diesen Nebeneffekt der Cannabis-Freigabe zu Genusszwecken. Mitte Februar veröffentlichten Michele Baggio von der University of Connecticut und Alberto Chong von der Georgia State University über das Social Science Research Network eine Datenanalyse, die in den Legalisierungsstaaten Colorado, Oregon und Washington eine deutliche Umsatzsteigerung bei Süßkram und Knabberzeugs auswies. Das Ergebnis der Auswertung der Daten aus über 2000 Landkreisen ist durchaus verblüffend: Bei Speiseeis konnte der Umsatz um 3,1 Prozent gesteigert werden, bei Gebäck waren es 4,1 Prozent und bei Chips sogar 5,3 Prozent.

Professor Baggio sagt dazu, dass die Zahlen zwar nur als marginale Umsatzsteigerungen erscheinen, jedoch die Ergebnisse „statistisch und auch wirtschaftlich signifikant“ seien. „Die Umsatzsteigerung beginnt zum Zeitpunkt des Inkrafttretens der Gesetzgebung“, so die Professoren im Bulletin des Social Science Research Network. Ähnliche Ergebnisse werden aus Kalifornien erwartet, wenn die Einzelhandelsdaten der letzten 18 Monate seit der Cannabis-Freigabe vorliegen.

 

Die beiden Wirtschaftsprofessoren sind davon überzeugt, dass ihre Datensammlung der Neurowissenschaft als Grundlage dienen könnte, um das Geheimnis über das Zusammenspiel zwischen Marihuanakonsum und den einhergehenden Fressattacken zu lüften. Doch bis dahin bleibt den Rechenkünstlern nur, die Amerikaner mit erhobenem Zeigefinger darauf hinzuweisen, dass der legale Genuss von Cannabis Lust auf geschmacksverstärkte Snacks und Süßigkeiten macht, und die Gefahr besteht, genauso fettleibig zu werden wie die meisten anderen Landsleute, die kein Cannabis nehmen.

Inwieweit die Erkenntnisse der Datenanalyse ein Argument für die Prohibition sind, die Menschen schlank und rank hält, kommentierten die beiden Professoren nicht.

 

4 Antworten auf „Cannabis-Legalisierung steigert Umsätze von Chips und Speiseeis

  1. Der Vertreter

    Essen, kiffen, essen, kiffen, essen, kiffen – bis man einschläft.
    Ich muss gestehen, dass mir das am meisten am Cannabis gefällt!
    Mit Untergewicht und Schlaf-Problemen macht das nicht nur Spaß, nein – es tut auch verdammt gut.
    Cannabis ist ein wahrer Alles-Könner für meine Probleme!

  2. RORI jae

    Ja, ich gebe es zu ich bin manchmal etwas penibel. Und deshalb schreibe ich jetzt meinen ersten Kommentar auf dem HanfJournal. Der Artikel ist meiner Meinung nicht richtig. Natürlich kenne auch ich als langjähriger Kiffer diese „Fressflashs“, und deshalb bin ich zumindest der Meinung das man vom Kiffen keinen „Mordshunger“ bekommt. Eher eigentlich das genaue Gegenteil davon. In dem Sinne das man frisst & frisst bis man schon denkt ich platze gleich und einem evtl. vielleicht auch schon der Magen wehtut, aber man kann trotzdem nicht aufhören irgendeinen Müll in sich zu schaufeln. Und zwar NICHT deshalb weil man so einen „Mordshunger“ hat, sondern weil man Appetit hat. Cannabis ist kein Hunger-Anreger sondern ein Appetit – Anreger. Hunger spielt sich im Magen ab, Appetit im Kopf. Ich bin zwar kein Mediziner aber als Leihe sind das zwei völlig unterschiedliche Dinge für mich. Ich glaube auch ganz stark das bei beidem im Körper völlig unterschiedliche Vorgänge stattfinden. Schon penibel oder? Aber das muste jetzt mal raus.
    Ich wünsche allen ein gesegnetes Kiffer Leben.

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