Donnerstag, 14. Februar 2019

Hanflolli soll einen Herzinfarkt bei einem 70-Jährigen ausgelöst haben

Kausaler Zusammenhang leicht ungewiss.

Foto: Schmiddie


Produkte, die aus potentem Hanf gewonnen werden, müssen nicht unbedingt geraucht werden, damit Konsumenten einen spürbaren Effekt bemerken. Auch als essbare Waren wie Spacecakes oder Kuchenstücke, Gummibärchen oder Lollipops können die Wirkstoffe von Marihuana nach dem Verzehr in den Blutkreislauf gelangen und von dort aus ihren Rauscheffekt im Gehirn des Nutzers entfalten. In Holland verkaufen daher schon lange die Coffeeshops derartige Produkte in unterschiedlichen Qualitäten; in den USA hat sich in den Bundesstaaten, welche sich gegen das Hanfverbot starkmachten, ein ganzer Markt für solche Nahrungsmittel aufgetan. Wohl auch aus diesem Grund häufen sich dort auch Meldungen über Haustiere, welche unvorsichtig Menschennahrung zu sich nehmen und anschließend aufgrund einer Überdosierung beim Tierarzt landen. Ähnliches soll sich jetzt bei einem älteren Herrn ergeben haben, der sich nach dem Konsum eines Lollipops mit hohem Wirkstoffgehalt aufgrund eines entfachten Infarkts im Krankenhaus wiederfand. Ein Hanflolli soll einen Herzinfarkt bei einem 70-Jährigen ausgelöst haben.

Ein Bericht, der im kanadischen Journal für Kardiologie veröffentlicht wurde, erzählt über einen Fall, bei dem ein siebzigjähriger Mann aufgrund des Konsums eines kräftigen Cannabislutschers im Krankenhaus wegen eines Herzinfarktes behandelt werden musste. Im Gegensatz zu der empfohlenen Tagesmenge von 20 mg THC soll das essbare Hanfprodukt eine Konzentration von 90 mg aufgewiesen haben, wovon der ältere Herr circa 70 Milligramm konsumierte. Eine halbe Stunde nach den ersten Leckaktionen am süßen Stängel sah sich die schon zuvor unter einem Herzproblem leidende Person mit Angstattacken und Halluzinationen konfrontiert, während ein stechender Schmerz in der Brust des Mannes anschließend verspürt wurde. Der schon unter Behandlung mit Herzmedikamenten stehende Patient wurde daraufhin in einem Krankenhaus behandelt, wo man den Infarkt feststellte. Zwei Jahre lang hatte diese Person keine Probleme mit seiner Blutpumpe, doch die Angstattacken und Halluzinationen könnten auf den Blutdruck eine derartige Auswirkung gehabt haben, dass das Ergebnis am Herzen in dieser Form spürbar wurde. In wieweit daher das Cannabiskonzentrat in der Süßigkeit direkt in der Schuld stehe, ließe sich aufgrund ungenügender Forschung nicht klar definieren; wissen würde man aber, dass bei älteren Personen und „naiven“ Menschen eine bessere Aufklärung nicht schaden würde, um vergleichbare Situationen zu verhindern. Gerade weil der Konsum über den Verdauungstrakt eine wesentlich verzögerte Wirkungsweise offeriere, könnten Überdosierungen mit Cannabis hier wesentlich leichter vonstattengehen, sagt Doktor Neil Benowitz der Chef der klinischen Pharmakologie von der Universität von Kalifornien und Mitautor des Berichtes. Aus diesem Grund unterstützen auch Hersteller von berauschenden Hanfprodukten eine verständliche Aufklärung und Regulierung, damit die vielen Vorteile von Cannabis nicht wegen kleinerer Missgeschicke einzelner Personen in den Hinterhalt gelangen können.

Eingenommen hatte der Herzpatient den Hanflolli schließlich aufgrund des gesundheitlichen Aspektes, um damit schneller und angenehmer in die wohl verdiente Nachtruhe zu gelangen. Alexandra Saunders, die Hauptautorin des Berichtes stimmt hierbei auch zu, dass Marihuana für viele Patienten eine sinnvolle Medizin darstelle – besonders gegen Schmerz und Übelkeit – doch, genauso wie es bei anderen Medikamenten gewisse Gefahren und Nebenwirkungen gäbe, so wäre dies halt ebenfalls bei Cannabis der Fall. Aufklärung – anstatt Verbote – wäre daher sinnvoll.

Wer etwas anderes behauptet, ist bloß ein dummer Lutscher …

10 Antworten auf „Hanflolli soll einen Herzinfarkt bei einem 70-Jährigen ausgelöst haben

  1. R. Maestro

    200 Tote, allein durch Alkohol, allein in Deutschland, täglich.
    Dies ist scheißegal. Aber so etwas, wird rund um den Globus gestreut.
    Soeben lief gerade etwas über den Missbrauchsfall in Lüdge, im TV.
    Wo war da der vielgepriesene Jugendschutz?
    HEUCHLER.

  2. Harald

    @ R.Maestro
    Da hast Du vollkommen recht. Kein Wort darüber. 200 Tote pro Tag und was macht MARLENE MORTLER außer dumm reden, NICHTS!!! Jetzt rechnen wir noch die Toten durch Schmerzmittel, Psychopharmaka und Schlafmittel dazu. Gibt nochmals mindestens 100 pro Tag. Wie tief muss man mit dem Kopf im Arsch der Produzenten stecken um da nichts zu machen. Vorsicht Marlene, wenn der Kopf zu tief im Arsch steckt bekommst Du keine Luft mehr und erstickst. Obwohl wenn ich darüber nachdenke, schade um dich wäre es nicht!!!!
    Im Übrigen ist die Beratung im Bereich Cannabis bereits jetzt besser, als in anderen Bereichen. Voraussetzung Legalisierung!!!
    https://apothecarium.com/

  3. Irgendwer

    Ja, nötig ist

    bei älteren Personen und „naiven“ Menschen eine bessere Aufklärung

    über Terpene und deren Bedeutung für die Wirkung
    und
    daß sich praktisch alles, was auch der gemeine Psychiater als Halluzination abwertet, erkärbar ist als Ideästhesie ! Und auch sämtliche als „Synästhesie“ bekannten Wahrnehmungen besser erklärt als die quasi veraltete und oberflächliche Erklärung „vermischte Sinne“

  4. R. Maestro

    Ähm, da habe ich die Zahl vorhin zu niedrig angesetzt.
    Bzw. durcheinander geworfen, mit einem anderen Land.
    Naja, ein Prohibitionist, braucht sich auch nur seine eigenen, manipulierten Zahlen merken.
    Und sind meist damit schon gefordert genug, viele überfordert.

  5. Irgendwer

    Naja, ein Prohibitionist, braucht sich auch nur seine eigenen, manipulierten Zahlen merken.
    Und sind meist damit schon gefordert genug, viele überfordert.<

    Über Schizophreniepatienten…Zitat, Emrich:

    „Sie haben eine andere Wahrnehmungsarchitektur im Gehirn. Dadurch nehmen sie mehr Details wahr und sind im Alltag leicht überfordert, weil sie die Wirklichkeit nicht glätten können.“<

  6. Otto Normal

    @Maestro
    Der Jugendschutz hatte wohl Urlaub und Frau Mortler war möglicherweise gerade Ihren Sohn zur MPU bringen, also hatte wohl niemand Zeit.

    Achso das mit den Jugendämtern, ja stimmt die gibt’s ja auch noch.

    Das muß ich mal kurz erklären:
    Also die Jugendämter sind nicht – wie von Vielen irrtümlich angenommen – zum Schutze der Kinder da, sondern zur Überwachung der Eltern. Es handelt sich hierbei um eine Überwachungsbehörde, ein Machtinstrument wie Strafgerichte.

    Niemals würde sich das neokapitalistische System derart in Kosten stürzen wenn um den Schutz ginge. Das kann man gut an den Fahrrad- und Schulwegen erkennen, die so sicher sind das Eltern ab mittleren Bürgertum ihre Kinder lieber persönlich mit dem SUV zur Schule bringen oder sogar gleich auf eine Privatschule outsourcen. Auch der bauliche Zustand unserer staatlichen Schulen spricht da eine unmißverständliche Sprache.

    Wenn es aber um Überwachung geht werden keine Kosten gescheut. Das würde unser Geheimdienst sicher bestätigen wenn er nicht so geheim wäre, oder die Stasi wenn es sie noch gäbe.

    Es ging niemals wirklich um den Schutz von Kindern, auch nicht bei Frau Mortler oder Dr. Thomapyrin wie wir alle wissen, sondern immer nur um den Schutz der Pfründe und Pöstchen.

    Herzlich willkommen in der marktkonformen Scheindemokratie des 21. Jahrhunderts 🙂

  7. Rainer Sikora

    Ein für Prohibitionisten willkommener Zwischenfall.Sowas rattert gerne durch die Medien.Da haben wir wieder unser Mörderkraut,ohne die anderen Umstände zu berücksichtigen.Über die guten Eigenschaften wird natürlich nicht informiert.

  8. Lotus

    Ohje das war knapp,er wäre fast der erste Cannabistote geworden …
    vielleicht war der Patient aber auch nur so high das er geglaubt hat er hätte einen Herzinfarkt… ;D
    Spaß bei Seite,hoffen wir das es dem Betroffenen nun besser geht,
    man sollte aber auch klären in wie weit was aus welchen Gründen zustande kommt,
    da nachwievor davon auszugehen ist das Gegner von Hanf immernoch versuchen Cannabis mit schlechten Nachrichten im Image zu schaden,
    das ist dann irgendwie teilweise wahr und wird dann als ganze Wahrheit etabliert ,
    um immer wieder behaupten zu können ,
    es hilft hier und da ,aber eben nicht bei jedem…
    damit ja keine Sicherheit einkehrt,
    ansonsten gillt im Konsum generell immer eins …die richtige Dosis ist,solange man sich wohl oder gut fühlt,
    alles andere ist zu in der Regel zu viel oder schlechte Qualität.
    #Freiheit für alle Hanfnutzer

  9. GreenHarassment

    Aus dem text lässt sich erkennen das der Mann einen Schock erlitten hat der zum Infarkt führte. Der Schock kann dadurch entstanden sein das er regelmässig Psychopharmaka konsumiert hat bevor er den Lolly zu sich geno mmen hat. Ist man in einer Psychose durch überdosierung mit Psychopharmaka lässt sich das verursachende Psychopharmakum meist nicht mehr durch einen Bluttest feststellen. Es wäre eine gute Idee Dr. Grotenhermen mal zu fragen ob Menschen die eine temporäre Psychose haben anfälliger für diese art von Schockzustand sind der nach meiner Erfahrung immer nur beim ersten Konsum von Cannabis auftritt oder nach einer sehr langen Pause (Jahre) in der kein Cannabis konsumiert worden ist.

    Zur vorbeugung sollten alle Erstkonsumenten niedrige Dosen zu sich nehmen und schauen wie es einem bekommt. Gibt es keine Panikzustände kann man nach 2 oder 3 stunden etappenweise auf eine normale dosis von 03g bis 05g Cannabis für eine Sportzigarette erhöhen.

  10. Ewa

    Cannabis löst bei einer höheren Menge eine Tachykardie aus. Wenn man Herzprobleme hat sollte man es einfach lassen. Dies ist allgemein bekannt.
    Die normale Wirkmenge ist ca 10 mg für erfahrene Nutzer.
    Ich Baller mir beim ersten mal trinken ja auch keine ganze Vodka Flasche rein und Wunder mich das ich total Hacke bin und im KHS Ende …
    Naja das wird dem Mann eine Lehre sein. Erstmal erkundigen bevor man sich eine viel zu große Dosis gibt…

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