Freitag, 8. Februar 2019

Telegrass in Tel Aviv 

Graskauf mit der App “Weed 4 You”


Wir haben uns mit dem Team auf die Reise nach Tel Aviv gemacht, um dort die CannX zu besuchen – einen israelischen Fachkongress zu medizinischem Cannabis. Kaum am Flughafen angekommen – wir stehen am Gepäckband und warten auf unsere Koffer – packen zwei Mädels neben uns ihr Drehzeug aus und nutzen die Wartezeit, um sich zwei dicke Tüten zu zwirbeln. Ganz schön mutig finden wir und schauen dem Treiben fröhlich zu, bis endlich unser Gepäck über das Band rollt. In der grauen Theorie ist es in Israel nicht so ganz einfach an Gras zu kommen. Außer mit einem Rezept, welches nur im Falle übler Diagnosen zu erlangen ist, sieht es für den Konsum zu Genusszwecken sehr finster aus. Allerdings liegt die Toleranzmenge in Israel bei 15 Gramm und eine Verfolgung von Endkonsumenten findet nicht wirklich statt.

Schwer beladen mit den Koffern geht es bei dreißig Grad im Schatten mit Bus und Bahn zu unserer Unterkunft – einem simplen Apartment in einer zum Glück ruhigen Seitenstraße im Zentrum der Stadt. Dort angekommen möchten die Patienten unter uns jetzt natürlich ihre grüne Medizin inhalieren. Reisen stresst ja schließlich ungemein. Ihre Medizin dabei haben sie aber nicht. Guter Rat ist teuer und so wird erst einmal das Internet befragt – das prompt auch einen Link zur App “Weed 4 You” ausspuckt. Hier soll es nach nur wenigen Minuten Anmeldeprozedur per Handy Kontakte zu Händlern der besonderen Art nebst Lieferung frei Haus geben.

Gesagt – getan und sehr praktisch, wie wir finden – erspart es doch einem vielleicht erfolglose längere Suchen in unbekannten Gefilden. Schnell sind unsere Daten eingetippt. Einzig der Punkt, dass man seine Ausweisdaten angeben muss, behagt nicht so ganz. Nachdem aber auch dies erledigt ist, ploppen schon nach wenigen Sekunden mehr als 100 Angebote aus ganz Israel auf dem Bildschirm auf. Da ist alles dabei, was das Herz begehrt – von verschiedensten Sorten Grass (Indica/Sativa), über Hasch, hin zu Extrakten und Edibles. Wir entscheiden uns für einen Anbieter ganz in der Nähe, der gutes Indica verspricht. Einzig der Preis von 100 Schekel pro Gramm (umgerechnet stolze 25 €) schockt uns dann doch etwas, aber in Tel Aviv ist leider alles teurer als wir es gewohnt sind und von den deutschen Apotheken sind wir ja auch nichts Besseres gewöhnt. Wir geben die Order ab und dann ist erst einmal Warten angesagt. Schon nach zwei Minuten meldet sich der Händler bei uns und wir schließen das Geschäftliche ab. Da wir das wertvolle Gut auch direkt in unsere Unterkunft geliefert bekommen wollen, erhalten wir im Anschluss nun den Kontakt zum Fahrer. Auch dieser meldet sich umgehend und will auch in nur 20 Minuten bei uns sein. Perfekt denken wir und warten wieder. Und tatsächlich – nach etwa einem viertel Stündchen bimmelt das Mobile und der Lieferdienst verkündet, dass wir direkt vor dem Haus unsere Bestellung gegen Bares in Empfang nehmen können.

Nach nur etwa 30 Minuten Gesamtzeitaufwand halten wir ein Tütchen Gras in Händen. Was uns sofort positiv auffällt ist die professionelle Verpackung der Ware nebst schönem Branding. Ganz anders als die bekannten lappigen Plastiktüten aus heimischen Parks. Für ja eigentlich illegale Ware sehr liebevoll verpackt. Beim Öffnen fällt uns sofort auf, dass selbst das Gras hier ein bisschen nach Sand und Meer riecht. Sofort nach dem ersten Zug kommt das sonnige Mittelmeer-Gefühl auf. Die Qualität ist ganz ordentlich und mit der medizinischen Wirkung sind wir auch zufrieden – lediglich der Preis hat einen weniger guten Eindruck hinterlassen.

Unser Fazit: Die App spart Stress und einen Haufen Zeit, die wir nun besser für einen Besuch am Strand bei einem schönen Tütchen verwenden.

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