Samstag, 12. Januar 2019

Zehn Kilogramm Cannabis vom Zoll Oldenburg entdeckt

Größter Fund seit Jahren hat einen Wert von 100.000 Euro.

Cannabis
Grafik: Marker


Zollbeamte sind ständig auf der Suche nach Gesetzesbrüchen im Bereich der Einfuhr von Waren nach Deutschland. Selbst zu Weihnachten überprüfen Zöllner auch schon einmal den Weihnachtsmann und lassen diesen mit einem Grinsen auf dem Gesicht für etwas Marihuana im Gepäck noch vor den christlichen Feiertagen einbuchten. Auch wenn das gemeinte Werbevideo mit den besagten Szenen für einen Karrierestart beim Zoll mittlerweile von den verantwortlichen Betreibern aus dem Internet entfernt worden ist, so hinterlassen auch andere Meldungen über die Arbeit der Beamten oft den Eindruck, als wäre die Jagd nach Hanfprodukten eine ganz besonders erfüllende Betätigung. So meldet sich aktuell die Pressestelle des Hauptzollamtes Oldenburg mit einer Nachricht auf der Bildfläche, in welcher die Sicherstellung des „größten Aufgriff an Marihuana seit Jahren“ ausschweifend beschrieben wird. Eigentlich wurden aber nur zufällig zehn Kilogramm Cannabis vom Zoll Oldenburg entdeckt. Mit der einfachen Entscheidung, einen sie am vergangenen Dienstagabend überholenden weißen PKW zu kontrollieren, gelang motorisierten Zollbeamten des Hauptzollamtes Oldenburg der spektakuläre Fund, über den jetzt eine offizielle Pressmitteilung voller Detailverliebtheit Auskunft gibt.

Nach der Aufforderung auf einem Parkplatz zu halten, konnten die Beamten den niederländischen Fahrer in mehreren Sprachen befragen, ob dieser zufälligerweise Betäubungsmittel in seinem Gefährt besäße, was dieser verneinte. Dennoch untersuchten die ausgeschlafenen Zöllner des Hauptzollamtes Oldenburg den Kofferraum des unter Generalverdacht stehenden Einreisenden, der zur Freude der Beamten dort gleich zehn Kilogramm Cannabis einfach in Sporttaschen transportierte. „Eine detaillierte Absuche des Fahrzeug war nicht erforderlich. Schon beim Blick in den Kofferraum des PKW fanden unsere Zoll-Kontrolleure zwei große Reisetaschen, die mehrere Plastikbeutel mit knapp zehn Kilogramm Marihuana enthielten“, erläutert der Pressesprecher der erfolgreichen Zollbeamten des Hauptzollamtes Oldenburg Frank Mauritz in der offiziellen Erklärung zum spektakulären Fall. Da man im letzten Jahr nur fünf Kilogramm Cannabis auf einen Schlag irgendwo sicherstellen konnte, stelle der Fund vom 08.01.2019 – laut Pressemitteilung – den umfangreichsten Aufgriff von illegalem Hanfkraut seit Jahren dar. 100000 Euro hätte die beschlagnahmten Naturprodukte auf dem Schwarzmarkt an Wert. An den vorläufig festgenommenen und diese Summe in Gras transportierenden PKW-Fahrer erging ein Haftbefehl, welcher gegen Auflagen aber später außer Vollzug gesetzt worden ist.

Da jedoch auch eine Sicherstellung der zehnfachen Menge seitens des Thüringer Zolls nicht zu einer spürbaren Verknappung von Cannabis in Deutschland führte, dürften sich Cannabisjäger aller Fraktionen langsam bewusst machen, wie viel potentes Marihuana trotz des Verbotes mittlerweile unter der heimischen Sonne gedeiht – in deutschen Wohnungen, Einfamilienhäusern und Lofts neben den Straßen.

9 Antworten auf „Zehn Kilogramm Cannabis vom Zoll Oldenburg entdeckt

  1. Harald

    Don Quijote und Rosinante waren unterwegs. 10 Kisten a 6 Flaschen hochprozentiger Schnaps wären in Ordnung gewesen. Wie offensichtlich armselig!!!! Die Helden der Nation. Was würden wir nur ohne sie machen? Sorgenfrei leben!!!

  2. R. Maestro

    „Schon beim Blick in den Kofferraum des PKW fanden …..“

    Drum ein Tipp.
    Verbandskasten/Warndreieck immer in den Fahrgastraum.
    Frage der Cops, warum nicht im Kofferraum?
    Weil ich`s im Falle eines Falles gleich griffbereit habe.
    Hat denen das immer wieder gestunken.
    Die Freude, einen Blick in den Kofferraum erhaschen zu können, war schnell dahin.
    Ist ja nicht überraschend, für den Verbandskasten das Warndreieck interessieren die sich einen Scheiss. Genauso wie eigentlich beim Cannabis.
    Das Material und der Konsument sind uninteressant, im Gegensatz zur Karriere.
    Und weiter nach oben wird es richtig zum Kotzen.
    Dort werden die Gesetze erdacht, sich Macht, Einfluss und sein Ein/Auskommen zu sichern.

    Wie seit langem bei uns.
    Man braucht jemanden, den man kriminalisieren/reduzieren kann, um sich selbst hervor zu heben. Um per se einen besseren Stand inne zu haben.

    Interessant, zu sehen, wie wichtig Datenschutz auf einmal ist (Lauschangriff, Staatstrojaner sind ja (l)egal!?). Naja, wenn man selbst betroffen ist ….. Wir sind immer noch alle gleich, das manche „Gleicher“ sind, dafür wird zuverlässig und selbstgefällig gesorgt!

    Diese ganze verlogene und korrupte Bagage.

  3. Otto Normal

    Bei angenommenen nur 19% MWSt auf das Zeug sind damit 19.000 Euro mögliche Steuereinahmen verloren, davon abgesehen das dieser Fund das Angebot von Cannabisprodukten auf dem Schwarzmarkt in keiner Weise zum Einsturz bringt, ja nicht mal erschüttert. Im selben Moment wo die 10kg abgegriffen wurden strömten viel mehr kg an anderer Stelle ins Land.

    Noch nie war soviel Gras und Hasch und viele andere sehr verlockende Drogen auf dem Schwarzmakrt verfügbar wie heutzutage dank der Prohibition. Aber auch das kann dem Zoll nur Recht sein, denn schließlich wollen sie – bei weiterhin fallenden Zollschranken – auch morgen noch eine Daseinsberechtigung haben.

    Aber es sind nicht nur die alten konservativen Arschlöcher von den C-Parteien und der SPD die für die Aufrechterhaltung der Prohibition sind.
    Fragt mal die Dealer oder die 13-jährigen die schon kiffen.
    Die wollen keine Legalisierung! Die finden die jetzige Situation besser.

  4. HJK

    Also mir tun die Polizisten leid. Sie waren die Helfer in der Not und sollten es auch bleiben. Wenn ich an meine Kindheit zurück denke da fällt mir eine Situation ein die ich erlebte:
    Ich war 13 Jahre alt und schon sehr oft zwischen dem Sauerland und zu Hause an der NL Grenze gependelt. Jedesmal hatte ich, wenn ich Sonntags zurück fuhr, an einem Großstadtbahnhof ca. 2 Stunden Wartezeit für den Anschlusszug. So auch an diesem besagten Sonntag, ich schloß am Bahnhof meinen Koffer ein und ging in der Stadt spazieren. Dann hatte ich mich verlaufen. Dann kam für mich die Rettung, eine grüne Säule mit Notruf beschriftet sah ich und benutzte diese. Die liebe Polizei kam, hörte sich meine Erzählung an und fuhren mich zum Bahnhof. Unterwegs erhielt ich dann eine liebevolle Ermahnung mich doch das nächste mal nicht so weit vom Bahnhof weg zu bewegen, wenn ich mich nicht auskennen würde. Das wars.
    Das sind auch Aufgaben der Polizei, zumindestens gewesen. Denn heute ist für so etwas wohl keine Zeit mehr, denn sie müssen sich ja um die „Cannabisnutzer“ kümmern.

  5. Rainer Sikora

    Das Wichtigste muß jeder anständige Bundesbürger immer befolgen:Die Anweisungen und Belehrungen eines staatlich geprüften Bundesbeamten.Nur solche sind vor allem legal.

  6. Ralf

    @HJK
    „Also mir tun die Polizisten leid.“, „………….denn sie müssen sich ja um die „Cannabisnutzer“ kümmern.“

    Die meisten tun das gerne und mit vollem Spaß dabei, denn sie wissen ja, Cannabisuser sind harmlos, da können sie Lametta ernten ohne sich dabei anstrengen zu müssen.

    Ich war selbst ein paar Monate Bulle und habe aus Gewissensgründen gekündigt. Für die wollte ich nicht arbeiten.
    Sie bauen selbst jede Menge Mist, ist klar denn sie sind ja keine Übermenschen. Trotzdem kommt nur selten was raus, im Falle von Richtern und Staatsanwälten so gut wie gar nichts, weil sie zu Vertuschungszwecken einfach wegsehen.
    Das könnten sie bei uns doch auch, tun sie aber nicht! Und deswegen, glaub mir, die haben dein Mitleid nicht verdient, gib das lieber den von ihnen kriminalisierten Opfern, denen sie das Leben zerstört haben, denn sie MÜSSEN GAR NICHTS !!!!!

  7. HJK

    @Ralf
    Das tue ich auch. Auch die Polizisten sind nur „handlanger“ der Justiz. Diese wird ja schon lange nicht mehr für das Volk eingesetzt. Schau doch nur mal nach Bayern. Da wohl Schwerkriminelle Millionen veruntreuen, kommen nach lächerlicher „Strafe“ (ich würde es ja einfach nur von uns bezahlte Unterkunft nennen) sitzt der doch wieder da, wo er den Volksbetrug beging. Lächerlich. Doch wie heißt es: Gebe jedem eine zweite Chance. Du hast sie mit dem Weggang genutzt. Das Andere was du so schreibst, ++ so sehe ich es auch. Wollen und tun, wenn es um die eigene Beförderung geht, dann werden oftmals kleine Kiffer gesammelt. Dann gehts schneller. Oder?

  8. Ralf

    @HJK
    „Auch die Polizisten sind nur „handlanger“ der Justiz.“
    Ja das stimmt, aber es fehlt halt mal wieder das entscheidende Wort, nämlich das Wort FREIWILLIG. Sie sind freiwillige Handlanger. Keiner hat sie dazu gezwungen und jeder kann jederzeit damit aufhören, so wie ich das, ohne Rücksicht auf den Verlust von Kohle und Privilegien getan habe.
    Wie ich aus deinem letzten Satz erkennen kann, siehst das ja im Grunde auch genau so.

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