Freitag, 11. Januar 2019

Umfrage zum Cannabismodellprojekt Berlin sucht jetzt Teilnehmer

Zehn Minuten online.


Seit Februar 2017 hat sich in der Berliner SPD ein Wandel vollzogen, der die Betrachtung der angewandten Drogenpolitik und des Cannabisverbotes betrifft. Mittlerweile stimmt man bei den Sozialdemokraten der Hauptstadt gemeinschaftlich für die Beendigung der kontraproduktiven Prohibition und versucht mit möglichen Cannabismodellprojekten den Krieg gegen Cannabis bundesweit zu beenden. Selbst ehemalige Gegner der Hanffreigabe reihen sich zu den 46 Prozent in der Bevölkerung, welche eine Legalisierung von Marihuana befürworten würden. Damit aber ein schon so oft vor dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte abgelehnter Antrag auf ein derartiges Projekt nicht erneut chancenlos aus Berlin eingereicht wird, führt man nun im Vorfeld einige Prüfungsprozesse durch, zu denen auch die Befragung der betroffenen Bevölkerung zählt. Eine gestartete Umfrage zum Cannabismodellprojekt Berlin sucht jetzt Teilnehmer, die circa zehn Minuten ihrer Zeit opfern können und online über ihre persönlichen Vorstellungen bezüglich Rechten, Akzeptanz und Rahmenbedingungen Auskunft geben wollen.

In Berlin müssen alle Teilnehmer der ISD-Hamburg-Online-Umfrage ihren Wohnsitz haben, ansonsten ist die vom Berliner Senat für das Cannabismodellprojekt initiierte Befragung zum Thema ohne weitere Einschränkungen für jeden volljährigen Marihuanakonsumenten offen. Das Institut für interdisziplinäre Sucht und Drogenforschung versucht zusammen mit dem Zentrum für interdisziplinäre Suchtforschung der Universität Hamburg (ZIS) im Auftrag der Berliner Regierung die Konzeption des geplanten Cannabismodellprojektes bestmöglich vorzubereiten, wozu offensichtlich auch der Wissensgewinn mittels einer umfangreichen Konsumentenbefragungen gehört. Die auf vier Seiten verteilten Fragen zur persönlichen Einstellung zum Vorhaben und dem eigenen Konsumverhalten der vergangenen zwölf Monate sollen eine auswertbare Auskunft über die vorhandene Akzeptanz und die möglichen Rahmenbedingungen eines solchen Modellprojektes liefern, damit bei einer Durchführung tatsächlich die richtigen Schritte betreffend der Regulierung gegangen werden, welche alle potenziellen Teilnehmer nicht gleich wieder abschrecken soll. Da auch der Deutsche Hanfverband seine Gefolgschaft direkt dazu auffordert an der anonymen Befragung teilzunehmen, weil man aufgrund von persönlicher Bekanntschaft auch davon ausgehen könne, dass die Daten stets vertraulich behandelt würden, empfiehlt sich das Mitmachen für alle in Berlin wohnhaften Cannabiskonsumenten fraglos. Eine freundlich verlangte Mitgestaltung der möglicherweise kommenden legalen Einkaufsoptionen für Marihuananutzer in der Hauptstadt via Knopfdruck fordert schließlich schlichtweg jeden bekennenden Kiffer von der Spree zu einer zehnminütigen Teilnahme an der „Konsument*innen-Befragung zur Akzeptanz und den Rahmenbedingungen eines Cannabis-Modellprojekts“ auf.

Es gibt für Kiffer derzeit noch schlimmeres, als im Auftrag des Senates der Hauptstadt etwas privates Insiderwissen anonym für einen guten Zweck preiszugeben …

10 Antworten auf „Umfrage zum Cannabismodellprojekt Berlin sucht jetzt Teilnehmer

  1. Rainer Sikora

    Der ausgekaute Kaugummi muß immer wieder hervorgeholt werden und nochmal gekaut werden.Fragen sind schon alle xmal durchgekaut und beantwortet.Geprüft und geforscht und befragt wurde auch immer wieder.Gehofft wurde ebenfalls jedesmal,aber das Ergebnis war kein Umdenken,vielleicht weil nicht das Erwünschte dabei herauskam.Nämlich die Verhinderung.Aber die besteht seit Anslinger.

  2. Der Realist ohne Kraut

    Es klingt wieder einfach zu gut, als das es zu etwas führt. Man sollte da realistisch bleiben und nicht gleich wieder ins Schwärmen kommen.

    Der Gedanke ist sicher richtig, allerdings wird das bei CDU/CSU wieder auf die Sturrköpfe treffen. Das Ergebnis, die, wie es Rainer Sikora treffend bemerkte, schon unzählige Male fundiert bekannt sind.

  3. Ralf

    [… „Wir wussten, dass wir es nicht illegal machen konnten, gegen den Krieg oder schwarz zu sein, aber indem wir die Öffentlichkeit dazu brachten, die Hippies mit Marihuana und die Schwarzen mit Heroin zu assoziieren, und beides streng kriminalisierten, konnten wir diese Bevölkerungsgruppen schwächen. Wir konnten ihre Anführer festnehmen, Razzien in ihren Häusern durchführen, ihre Treffen auflösen, und sie Abend für Abend in den Nachrichten diffamieren. Wussten wir, dass wir logen, was die Drogen anging? Natürlich wussten wir das.“ …]

    Zitat: John Ehrlichmann, ehemaliger Nixon-Berater.

    Nach dieser Lektüre brauche ich keine Modellprojekte mehr. Was sollen die denn beweisen, da der Menschenrechtsbruch doch offensichtlich ist!
    Die können sich ihre verlogenen Modellprojekte sonst wohin stecken, solange sie diesen nicht zugeben !

  4. greenness

    Jo, überall nur Verbrecher.
    Die, die Gesetze ändern wollen und die, die es nicht tun wollen, natürlich auch.

    Die einzige Hoffnung sind die wenigen aufrechten Gestalten, die sich hier tummeln und ihre konstruktiven Kommentare in die Öffentlichkeit tragen.

  5. Andreas

    Man müsste nicht nur fragen wie die Menschen darüber denken sondern ob sie neues aus aller Welt wissen was mit Cannabis alles gemacht wird. ob Medizinisch oder einfach weil ERWACHSENE sich mal eine Tüte Rauchen DIe ZAHLEN DER STEUEREINNAHMEN ARBEITSPLÄTZE AUFKLÄRUNG JUGENSCHUTZ usw.

  6. R. Maestro

    Ich kann mich nur allen anschliessen.
    Es wird nichts.
    Da alle Argumente bereits oft genug durchgekaut wurden, ist der Unwille offensichtlich.

    Für die Gier werden halt weiter Menschenopfer erbracht.

  7. HJK

    Hi, schade das ich aus NRW bin. Würde an der Umfrage und einem Projekt so gerne teilnehmen.
    Ich bin optimistisch was die baldige Legalisierung betrifft.
    Der nächste Bundestag wird eine andere Zusammensetzung haben. Ob ich es will oder nicht will, denke das die Grünen und die Linken evtl. mit der FDP was machen. Ich wünsche mir des Szenario nicht, doch es darf einfach nicht mehr Schwarz geschweige denn SPD geben. Die SPD hat ebenso das Volk betrogen und belogen wie die CDU. Erst recht 1990, da hätte Kohl die Möglichkeit gehabt Deutschland mit der Wiedervereinigung auch die Eigenständigkeit mit einer Verfassung und einem Friedensvertrag zu befreien.
    Doch was hilft das Jammern heute über das Gestern. Lasst uns daraus lernen und möglichst morgen diesen Fehler nicht weiter machen.
    Hanf, ich muss mir wirklich die Frage stellen:
    Irgend etwas muss noch da sein, was noch nicht ausgesprochen wurde, was diese Damen und Herren an der Prohibition festhalten läßt. Durch meine jugendlichen Erfahrungen kann ich nur vermuten was es ist. Damals konnte ich beim Genuss nur einen Gedanken weiter führen: Liebe alle ohne Ausnahme und halte Frieden mit allen! Denke das ist der wahre Grund!
    Wünsche noch Allen einen beseelten freien Abend.

  8. Anja Plan B

    Das Weed von Mutter Erde uns als Genuss und Heilkraut gegeben und wir Atmen es mit Ehre! ❤️ Bin dabeit

  9. Otto Normal

    Das mit den ständig neuen „Forschungsprojekten“ erinnert mich an meine Kindheit. Wenn wir einkaufen waren fragten wir regelmäßig „dürfen wir uns auch was aussuchen?“ Die Antwort: „ja“, dann haben wir uns alle etwas ausgesucht aber es wurde natürlich NICHT gekauft da wir nur gefragt hatten ob wir uns etwas aussuchen dürfen. Nunja genau das durften wir auch: etwas aussuchen. Verarscht!!!

    Das ist der gleiche Verlogene Eiertanz wie mit dem Grundrecht auf Asyl. Das steht nur auf dem Papier denn ein Mensch muß erst einmal hier lebend ankommen um es zu beantragen und es wird alles dafür getan das hier niemand den Boden erreicht.

    Wir befinden uns in der „Forschungsschleife“

    1.Neues Modellprojekt Start
    2.Wenn Ergebnis wie gewünscht:
    a. Mitteilung an die Propagandapresse: Prohibition ist richtig!
    b. Verschärfung der Verfolgung
    c. Eigenlob „Wir haben alles richtig gemacht“
    d. gehe zurück zu 1.

    3.Wenn Ergebnis nicht wie gewünscht
    a. Ergebnisse als „fehlerhaft“ deklarieren
    b. Forschungsprojekt für gescheitert erklären
    c. gehe zurück zu 1.

    Ich empfinde das zusätzlich zur politischen Verfolgung als Verhöhnung der Opfer. Deshalb habe ich z.B. auch keinerlei Mitleid mit dem AFD-Nazi der diese Woche eins über seinen hohlen Schädel gezogen bekommen hat. Tja da wurde mal „zurückgeschossen“, na sowas aber auch tztztz. 😀
    Schade das er nicht dran krepiert ist. Hoffentlich schnappen sie die Täter nie, davon braucht es mehr in Täuschland.

  10. Jonboy Dalton

    Keiner wählt mehr SPD und da die hälfte der Deutschen kifft sind natürlich auch Kiffer jetzt als Wähler willkommen. Ein uralter Trick der Politik. Nach den Wahlen sind die Sozialdemokraten wieder plötzlich dagegen. Den alten Trick kennt jeder von den Grünen die es scheinbar lieben die Wähler so zu verarschen. Ein schlauer Özmir kann da auch nichts machen.

    Wenn der Killuminaute dem Deutschen das kiffen erlaubt wird das was aber eher kommt die Endzeit als das sowas passiert.
    Der Deutsche schnüffelt Kleber oder Benzin währen die hälfte der Amis sich mit Hanf heilt und entspannt. Für den Deutschen hats nicht mal für die Krümmel am Tellerrand gereicht.

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