Mittwoch, 26. Dezember 2018

Erntedankfest bei Bud Spencer

 

Heiße Diamanten

 

 

Der diesjährige Sommer hat Spuren hinterlassen. Nicht nur gute Erinnerungen sind schließlich mit dem extremen Sonnenschein und den heißen Nächten verbunden, die man deutschlandweit 2018 genießen durfte. Für Cannabisgrower bedeutete das schöne Wetter nämlich häufig, die Aufzuchtanlagen aufzurüsten und weit mehr auf den Flüssigkeitsbedarf der heimlich wachsenden Cannabispflanzen achten zu müssen. Auch Bud Spencer war trotz sengender Hitze mit dem Anbau von Marihuana beschäftigt, weshalb es Ende Oktober ein neues Erntedankfest zu feiern gab, zu dem geladene Gäste willkommen waren. Bei Tee und Kuchen sowie einer Ladung geballter Buddy-Knospen wurden dann einige Tatsachen ausgetauscht, die zu den fröhlichen Festivitäten führten.

 

Ha-Jo: Hallihallo lieber Bud Spencer, danke für die Einladung zum Erntedankfest!

 

Bud: Hey Ha-Jo, schön dass du die Zeit gefunden hast vorbei zu kommen, du warst seit Anfang des Sommers ja nicht mehr zu Besuch.

 

Ha-Jo: Stimmt, die Tripse und der Grow im Juni waren unsere letzten Themen mit dir. Es ging aber hoffentlich alles soweit gut mit dir und deinen Aktivitäten voran? Wie bist du denn an deine derzeitigen Genussmittel gelangt – man riecht es ja schon, wenn man zur Tür reinkommt.

 

Bud: Yo, mit mir und den anwachsenden Zöglingen ging alles seinen Weg. Manchmal etwas weniger steil, manchmal genau richtig. Aktuell bin ich mit drei verschiedenen Sorten bestückt, nachdem ich mit von den alten Varietäten verabschiedet hatte. Die letzten Stecklinge wollten einfach nicht mehr gesund gedeihen, und da schon einige Male die Schere für Nachschub an Klonen gesorgt hatte, war es wohl an der Zeit sich nach neuen Pflanzen aus dem großen Katalog der Hanfgewächse umzuschauen. Ich bin dann über einen alten Bekannten an vorgezogene Stecklinge der Sorten Jack Herer, Blue Cheese und Jacky White gelangt, die wir jetzt allesamt schön einmal probieren können.

 

 

Ha-Jo: Da sag ich nicht Nein – wie hat sich der Grow in deiner Box denn dann gestaltet?

 

Bud: Das lief sehr unproblematisch. Die Jack Herers wuchsen nicht sonderlich hoch, dafür aber vollkommen geradlinig, mit einem einheitlichen Mainbud, der wie ein kleiner Baseballschläger aus dem Pflanzenkübel ragte. Sie waren auch die ersten Pflanzen, welche durch Ausbildung der weiblichen Merkmale ihr Geschlecht anzeigten, und schon nach knapp acht Wochen Blütephase zur Ernte bereit waren. So konnte ich in Etappen die beiden Jack Herer beschneiden und zur Trocknung aufhängen, während die beiden anderen Sorten noch nach einer gute Woche länger verlangten.

 

Ha-Jo: Wie schlägt sich die Herer dann im Vergleich zu den anderen betreffend der Wirksamkeit?

 

Bud: Die Jack Herer hat mich jedenfalls schon etwas früher befriedigen können, als ihre Zimmergenossinen, dennoch ist mir im Nachhinein schon aufgefallen, dass sie heutzutage wohl nicht mehr als sonderlich kraftvoll bezeichnet werden sollte. Da alle Pflanzen dieselben Mengen Dünger und Gießwasser erhielten, auch immer den gleichen Zeitraum Licht erhielten, lässt sich ein Vergleich mit den anderen beiden Sorten schon subjektiv anstellen, der zumindest einige Auskunft gibt.

 

Ha-Jo: Also waren die zeitlich leicht verzögert geernteten Pflanzen stärker?

 

Bud: Ich bin der Meinung, dass dem so ist. Aktuell ist die Blue Cheese wohl mein Favorit. Sie hat zwar einen ziemlich hohen Wuchs – im Verhältnis – und weit weniger kompakte Blütenstände, doch die kleineren Knospen der Pflanze haben es definitiv in sich. Während die Herer hier eher wie ein übliches Grasgewächs rüberkommt, so wirken die würzigen festen Blaukäseblüten wirklich wie eine ausländische Spezialität. Das Aroma und die Wirkung passen zur Namenswahl des Weeds. Wie zäher Käse kommt man sich nach einem Joint Blue Cheese kurz vor – danach fühlt man sich dann leicht „blue“, wie ein Jazzmusiker. Inhaliere doch mal das Zeug hier, aber schmilz nicht dahin.

 

 

Ha-Jo: Oh, das ist lecker – wow. Was sind denn die Zutaten für dieses Kraut gewesen?

 

Bud: Neben meinen Herstellungsmethoden, die GHE-Dreikomponentendünger, zwei zusätzliche Aptus-Lösungen und 300-Watt-Natriumdampflicht bei zwölf Stunden bedeuten, ist die Blue Cheese eine Kreuzung aus der UK Cheese sowie der geschmacklich nicht minder interessanten Blueberry.

 

Ha-Jo: Daher also die würzige Fruchtnote mit Käsearoma. Abgefahren!

 

Bud:  Daher wird das wohl kommen, ja. Schmeckt auch dauerhaft, wie ich nun in letzter Zeit feststellen durfte. Die Jackie White hingegen hat Anteile der oben leicht kritisierten Jack Herer, aber zusätzlich noch White-Widdow-Gene dabei. Die Pflanzen wuchsen wahrscheinlich am Auffälligsten, da sie hochschossen und dennoch ein buschiges Erscheinungsbild boten. Selbst weiter unten wachsende Knospen reiften zu beeindruckender Größe und Dichte heran, sodass mit den Jacky Whites zweifelsohne der höchste Ertrag erzielt werden konnte. Echt heiße Diamanten sind das!

 

Ha-Jo: Die Knospen versprühen auch ein fantastisch fruchtiges Aroma mit sehr süßem Duft und sehen in ihrem glitzernden Grün zum Anbeißen aus. Gute Arbeit, Buddy!

 

Bud: Danke, dir. Die äußeren Bedingungen waren zuletzt geradezu ideal, sodass ich weder mit irgendwelchen Schädlingen noch klimatischen Problemen zu kämpfen hatte. Mein Standardprogramm wurde durchgezogen und hat sich bezahlt gemacht. Ungefähr alle drei Tage wurde eben mit Dünger und EC-Messgerät hantiert, die Nährstofflösung vergossen und nach unerwünschten Auffälligkeiten geschaut. Insgesamt kostet einen diese Arbeit ja nur eine gute halbe Stunde, was bei dem Ergebnis somit nicht wirklich als Aufwand bezeichnet werden sollte.

 

Ha-Jo: Und Auffälligkeiten hast du bei diesem Durchgang wirklich keine mitbekommen, die bei Nichtachtung zu echten Ärgernissen geführt hätten?

 

Bud: Naja, eine Jacky hätte sich fast an der Cooltube gekühlten Lichtquelle verbrannt, aber da ich sie noch pünktlich herunterband und etwas tiefer stellte, wurde selbst dieser Fauxpas vermieden. Ansonsten heißt das Beobachten in erste Linie sich um die Beseitigung verwelkender Blätter im unteren Segment der Pflanzen zu kümmern, die Stoffkübel zu drehen, um die Lichtverhältnisse zu verändern, und vielleicht hier und da ein paar Äste mit sanfter Gewalt zu verbiegen. Ein bisschen „Bending“ neben der Pflege eben.

 

Ha-Jo: Und dieser sorgenfreie Grow hat dich nicht einmal wieder ein bisschen stärker zum Experimentieren eingeladen? Komm, gibs zu!

 

Bud: Gut, dass du es ansprichst. Da ich letztens etwas über das mögliche Spiel mit den Zeitphasen las, hab ich mich mehrfach getraut, eine halbe Stunde vor dem Beginn der Lichtphase bereits den Growschrank zu öffnen, um die Biester mit ihrer Flüssignahrung zu tränken. Da waren sie aber schon ein paar Wochen in der Blütephase, sodass zumindest dieser voranreifende Zustand bereits klar erkennbar gewesen ist. Jedenfalls hat es den Pflanzen nicht geschadet, oder sie übermäßig gestresst, wenn sie manchmal schon etwas früher unter dem künstlichen Sonnenschein standen. Vielleicht hat das bisschen zusätzliche Energie ja sogar etwas für das schöne Wachstum und die Wirkung getan.

 

 

Ha-Jo: Möglich wäre es … Wie lange hast du denn die Knospen jetzt insgesamt nach der Ernte reifen lassen? Macht ja auch immer ein bisschen etwas aus, was auf Geschmack und Wirkung einen Einfluss hat.

 

Bud: Gut vier Wochen nach dem Aufhängen und Trocknen liegt die Ernte nun in Tupperdosen, die ich die ersten drei Wochen täglich mehrmals einige Minuten lang lüftete. Manch Genießer würde sie da wohl noch ein bisschen länger nachreifen lassen, doch meiner Meinung nach sind die Knospen aktuell schon zu jeglichem Gebrauch bereit.

 

Ha-Jo: Da will ich beipflichten und kann mich zeitgleich nur herzlich für die gewährten Einblicke bedanken! Eine nähere Bekanntschaft mit der hübschen Jacky White würde ich aber gerne auch noch schließen wollen…

 

Bud: No prob – kommt von Herzen, wächst nach, und immer wieder gerne.

 

Dieser Artikel dient nur zu Aufklärungszwecken! Lasst euch von Bud Spencer daher nicht zum Cannabisanbau verführen – die Privatproduktion von Marihuana ist in sehr vielen Ländern leider immer noch strengstens verboten!

 

2 Antworten auf „Erntedankfest bei Bud Spencer

  1. Ralf

    Ja, nur kommt mir bei dem Gedanken daß dieser phänomenale Sommer nicht genutzt werden konnte, weil die Pflanzen ja versteckt und Umwelt schädlich unter Kunstlicht gezogen werden müssen, die Galle hoch. Es gibt nichts besseres als das Licht der Sonne und kostenlos ist es noch dazu. Auch die Ernteresultate wären sicher noch besser geworden, hätten all die Grower diese außergewöhlichen Umstände (ob wirklich außergewöhnlich wird sich in den nächsten Jahren der fortschreitenden Klimakatastrophe noch rausstellen) nutzen können.
    Und so wird wieder mal offensichtlich wie unser neofaschistisches System auf die Umwelt scheißt.

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