Samstag, 8. Dezember 2018

Die CannabisNormal! 2019 im Rückblick

 

Die zweite Fachkonferenz für Cannabisexperten in Berlin lief wie geschmiert.

 

Bild: DHV

 

Wie erstmalig im letzten Jahr, so wurde seitens des Deutschen Hanfverbandes auch 2018 eine Fachkonferenz zum Thema Cannabis und Legalisierung unter dem Titel CannabisNormal! in Berlin organisiert, auf der neben Aktivisten und DHV-Mitgliedern auch hoch qualifizierte Fachexperten sowie Politiker zusammenfanden. Vom 16. – 17. November wurde gegenüber vom Hanfmuseum die Alte Münze als Veranstaltungsort genutzt, die mit drei Etagen und genügend Platz einen idealen Ort für ein derartiges Event mit circa 250 Besuchern darstellt.

 

Pünktlich um 10:15 begann die zweite CannabisNormal! im großen Saal dann mit einer Eröffnungsrede auf welcher Georg Wurth auf die kommenden zwei Tage euphorisch einstimmte. Kleine Ausblicke in die Gestaltung der Veranstaltung wurden dem Publikum gegeben und viele gute Nachrichten der jüngsten Vergangenheit für alle Anwesenden wiederholt. Zusätzlich hatten direkt vier politische Gäste die Möglichkeit das Wort zu ergreifen, um die Veränderungen in der allgemeinen Betrachtung der Prohibition anzusprechen. Die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen, Dr. Kirsten Kappert-Gonther, beispielsweise, forderte den Weg der Legalisierung über Modellprojekte direkt komplett zu überspringen, da man bereits genügend Wissen über Rauschhanf gesammelt hätte, um die Forderung ihrer Partei zu unterstützen, Cannabis für Volljährige möglichst bald komplett freizugeben.

 

Auch Dr. Wieland Schinnenburg von der FDP nahm kein Blatt vor den Mund, als er über die Auswirkungen sprach, die eine Diskussion über Marihuana bei manch Gegenüber auslösen könnte. Es gäbe einfach Personen in gewissen politischen Kreisen, die nicht über das Thema sprechen wollten und sich wie mit einem „Brett vor dem Kopf“ vor jeglicher Annäherung versteift verwehren würden. Da aber – wie schon lange die Linke und seit Kurzem neben der SPD – selbst vereinzelte CDU-Politiker über alternative Strategien laut nachdenken, sind die Erfolge aufseiten der Legalisierungsbefürworter stetig messbar und werden in naher Zukunft für dringend benötigte Veränderungen sorgen. Darüber war sich jeder Anwesende sicher.

 

Welche Vorteile die Freigabe von Cannabis für Genusszwecke mit sich brächte, erklärte nach der ersten Mittagspause – einem hervorragenden Buffet – der bekannte Wirtschaftsökonom Dr. Prof. Justus Haucap anhand der Ergebnisse aus der extra für den DHV angefertigten Studie, in der die Kosten der Cannabis-Prohibition für Deutschland erstmals wissenschaftlich analysiert aufgezeigt werden können. Auf Steuereinnahmen in Höhe von mindestens 2,66 Milliarden Euro jährlich könnte der deutsche Staat nach Rechnung des Ökonomen hoffen, wäre die Strafverfolgung von Cannabisnutzern passe und legaler Handel bekäme eine wohlverdiente Chance. Welche Optionen sich unter den angestrebten Verhältnissen dann anbieten würden, stand fortan auch im Programm der zweiten CannabisNormal!-Fachkonferenz, wo sich auch Guerilla Grower und professionelle Faserhanfproduzenten die Ehre gaben, um über ihre Erfahrungen Auskunft zu geben.

 

Cannabis Social Clubs, Kampagnengestaltung für Aktivisten, die neu attackierten Finanzmärkte, Suchtverhalten oder auch Cannabisvideos auf Youtube waren weitere der vielen anderen Themenaspekte, die zwei ganze Tage lang für spannende Diskussionen und Talks in bestem Ambiente sorgten. Am Ende der Fachkonferenz des Deutschen Hanfverbandes ehrte der DHV zum ersten Mal gleich drei Personen, welche sich besonders im Kampf gegen das Hanfverbot starkmachten und somit zu den Auserwählten zählen durften. So erhielt den Hanf-Adler für die Kategorie Aktivismus der Sprecher der DHV-Ortsgruppe München Michael Greif, der unermüdlichen Einsatz für die Einführung von Cannabis-Modellprojekten zeigte. Für die Kategorie Wissenschaft bekam der Jurist und Kriminologe Stephan Quensel einen wohlverdienten Hanf-Adler, da sich der weißhaarige Experte schon seit Dekaden gegen die fehlgeleitete Drogenpolitik des Landes ausspricht und somit viele Menschen beim Nachdenken inspiriert hat. Den Hanf-Adler in der Kategorie Politik überreichte Georg Wurth voller Überzeugung dem bekannten Grünenpolitiker Hans-Christian Ströbele, der mit seinen Auftritten bei nahezu jeder Hanfveranstaltung in Berlin immer für etwas mehr Aufmerksamkeit bei Medien und Öffentlichkeit sorgen konnte und mit einer bekannten – grammatikalisch falschen – Forderung wohl in die Legalisierungsgeschichte des Landes eingehen wird: „Gebt das Hanf frei – und zwar sofort!“

 

Während der gesamten Veranstaltung standen den Besuchern freie Getränke und der Eingang zur Storz-&-Bickel-Vapolounge zur Wahl, sodass niemand mit zu trockener Kehle, oder nur halb medizinisch versorgt, zur nächsten Gesprächsrunde oder zum nächsten Vortrag musste.

 

Tatsächlich Schluss machte der Deutsche Hanfverband aber erst in der Nacht auf den Sonntag, da in den Räumlichkeiten der Alten Münze auch der kultige Cage Club Platz findet, sodass alle Anwesenden bei Psy, Reggae und Dub auf der zweiten erfolgreich durchgeführten CannabisNormal!-Konferenz zusammen noch einmal richtig wild abfeiern durften. Auf die nächste DHV-Veranstaltung im Jahr 2019 stimmte man sich dort dann auch schon etwas ein – manch Patient mit legalem Medizinalhanf.

 

Applaus an den DHV für dieses Eins-a-Event!

6 Antworten auf „Die CannabisNormal! 2019 im Rückblick

  1. >Punks Not Red

    Als ob man Cannabis nur Inhalieren kann . Der DHV verschweigt ,viel zu oft ,die positiven Nutzhanfeigenschaften und schadet somit der Hanflegalisierung . Über 50 000 Produkte kann Hanf ökologisch ersetzen ,z.b Hanf-Beton , Hanfbeton ist zudem stabiler ,billiger und leichter als gewöhnlicher Beton . Durch die Bank weg und über Nacht ,könnte legaler Hanf ,massenhaft unökologische Unternehmen in die Insolvenz treiben und ein weiteres, beben an den Börsen auslösen .

  2. Ralf

    @>Punks Not Red
    Mir war die Legalisierung von Cannabis viele Jahre egal. Der Widerstand gegen dieses Schandgesetz BtmG kam bei mir erst, als ich die vielen Anwendungsmöglichkeiten des Hanf kennen lernte, das Bücher von Jack Heerer und anderen las, und mir langsam dämmerte wie sehr die ganze Menschheit, aus protektionistischen Gründen verschiedenster Industrieen heraus, und den daraus in die Welt gekotzten Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen des Bullen Anslinger für seine Schergen und die Justitz, seit Jahrzehnten permanent verarscht wird. Es geht eben nicht nur darum unbehelligt „kiffen“ zu können, sondern darum daß solche kriminellen Verschwörungen(und diese hier ist eben nicht nur eine Theorie sondern vielfach bewiesen) auf der Welt aufhören müssen und die Verschwörer für ihr kriminelles vom Zaun brechen eines Krieges gegen die eigene Bevölkerung bestraft, sonst wird die Welt immer der korrupte Schweinestall bleiben die sie jetzt ist, denn sie wissen daß sie ungestraft damit durchkommen!
    Wie groß die Chance dafür ist kann sich jeder selbst ausrechnen, was den, die Wahrheit auch nicht vollständig vertretenden und die Täter schonenden DHV angeht, gebe ich dir 100% recht.

  3. Der Realist ohne Kraut

    Wo ist mein Beitrag?
    Das sind durchaus wichtige Infos zur Debatte des WHO!

  4. Skinheads Not Brown

    Das Traumpaar des Jahrtausends : Die Wunderschöne Hanfpflanze und der Bärenstarke Cannabinoid-Rezeptor .

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