Montag, 10. September 2018

Unterirdischer Cannabis-Garten in Holland ausgehoben

 

 

150 Quadratmeter großer Growraum kurz vor dem Einsturz entdeckt

 

 

 

 

Wenn es oberirdisch kriegerisch zugeht, flüchten sich die Menschen in ihrer Not in den Untergrund. Zwar fallen im Anti-Cannabis-Krieg keine Bomben vom Himmel, aber unterirdisch und versteckt geht es trotzdem zu – selbst in den Niederlanden, die den Konsum, aber nicht den gewerbsmäßigen Anbau von Cannabis tolerieren. Kein Wunder also, dass auch im kleinen Königreich der Oranier so manch Hanfgärtner unterirdisch aktiv ist. Doch nicht immer bleiben die Widerstandsnester unentdeckt. Letzte Woche konnte die königlich-niederländische Polizei einen unterirdisch angelegten Cannabis-Grow mit mehreren hundert Pflanzen ausheben, der von zwei Männern in der Innenstadt von Raalte (Provinz Overijssel) betrieben wurde.

Die Beamten staunten nicht schlecht, als sie in einer Garage ein 70 x 70 Zentimeter großes Loch im Boden entdeckten, das als Zugang zu einem 1,75 Meter hohen Tunnel diente, der unter den Boden eines nebenstehenden Gebäudes führte. Dort hatten die Gärtner eine voll ausgestattete Cannabis-Plantage angelegt, die von der Garage aus mit Wasser und Strom versorgt wurde.

 

Laut Polizei stieß der Eigentümer des seit Jahren leerstehenden Gebäudes auf den unterirdischen Hanfgarten. Der gute Mann wunderte sich, dass der vor zehn Jahren auf einem soliden Sandfundament gegossene Betonboden mehr und mehr absackte. Unerklärlich blieben auch die Geräusche, die er vernahm, als er den Boden näher untersuchte. Um Schlimmeres zu verhindern, entschied sich der Eigentümer, ein Bauunternehmen zur Begutachtung zu Rate zu ziehen. Am Dienstagmorgen prüfte dann ein Handwerker den Boden.

Der erste Hammerschlag ging wie durch Butter – und frei war der Blick auf den illegalen Cannabis-Grow. Nach ersten Schätzungen haben die Hanfgärtner mehr als 100 Kubikmeter Sand ausgehoben, was bei einer Höhe von 1,75 Meter einer Grundfläche von ca. 150 Quadratmetern entspricht.

Der Polizei war es wegen Einsturzgefahr zunächst nicht möglich, das Gewölbe zu betreten. Durch den Hohlraum unter dem Gebäude ist die Statik der Stahlkonstruktion nicht mehr gewährleistet. Die beiden festgenommenen mutmaßlichen Täter hätten mit ihrem Leben gespielt, heißt es, da das „Tiefbauwerk“ jederzeit hätte einstürzen können.

 

Wie die Untergrund-Gärtner unbemerkt „1200 Schubkarren“ voll Sand aus der Garage abtransportiert und entsorgt haben, bleibt den von der Polizei befragten Anwohnern ein Rätsel. Niemand sei irgendetwas aufgefallen, außer dass die 31 und 54 Jahre alten Männer „etwas mit Autos gemacht haben“, sagt ein Garagennachbar, der die beiden besonders an Samstagen und Sonntagen gesehen haben will.

Die Tarnung der wagemutigen Gärtner stimmte also, doch die ausgeführten Tiefbauarbeiten dürften wohl unter der Rubrik „Pfusch am Bau“ eingeordnet werden.

 

 

6 Antworten auf „Unterirdischer Cannabis-Garten in Holland ausgehoben

  1. Ralf

    “ Die beiden festgenommenen mutmaßlichen Täter hätten mit ihrem Leben gespielt, heißt es, da das „Tiefbauwerk“ jederzeit hätte einstürzen können.“
    NEIN die Bullen spielen mit dem Leben aller Cannabiskonsumenten, da sie eine Atmosphäre der Angst schaffen, die bekanntlich noch nie ein gutr Ratgeber war.
    Diese Vollidioten die für ihre Befehls gebenden Prohibitionsverbrecher die Drecksarbeit machen, sind so dämlich daß sie die Schweine beißen und natürlich immer, ohne Ausnahme, vollkommen unschuldig, denn sie sind ja per se immer die Guten.

  2. Der Realist ohne Kraut

    Schade, einem Pflänzchen hätte ich liebend gerne Asyl gewährt. 🙂

    Mit (dem) Leben spielen nicht nur die zwei Zeitgenossen, wenn auch kreativ. Das tun viele, die stets ihre weiße Weste wahren und andere maßregeln wollen. Obwohl jeder das Gegenteil kennt und genau weiß, was in deren stumpfen, verdrehten und heuschelnden Köpfen vorgeht!

    Sollte doch mal eine Studie in Kraft treten, die nachweisen kann, dass Cannabis doch besser als Alkohol ist usw., dann schlägt sicher das Regelwerk zu.
    Für die Studien müssen Kommitees gegründet werden. Dann gibt’s eine Studie zur Studie und Regelungen, die die Studien zu Studien führen. Und da man dann in dem verbohrten Hirn nichts zusammen bekommt, geht’s gleich wieder von vorne los.

    Wenn man auch nur etwas Hirn hätte, ließe man uns endlich selbst bestimmen, was wir zu uns nehmen und was nicht. Aber das ist ja ein Fakt zum Menschenverstand…

  3. 19komof57

    Ich neige gern zu drastischen Vergleichen….. Als ich den Artikel laß, mußte ich sofort an Anne Frank denken. Vielleicht sollte man eine Sorte nach ihr benennen. Ich kiffe selbst leider nicht, aber ich baue an , nur zum Trotz, weil es sinnlos verboten ist. Meine Tochter hat jahrelang gekifft und ich habe es gehasst. Hätte sie wie ich, die sich abends ein gutes Tröpchen Wein gönnt, einfach sich ein paar Krümel Marihuana nach ihrem Geschmack kaufen können, wäre ihr viel Stress und Elend und eine Vergewaltigung erspart geblieben. Jetzt muß sie für 8 Monate in den Knast. Es gibt nichts schlimmeres als Verräter, egal ob sie Juden oder Grower verraten.

  4. Der Realist ohne Kraut

    @ 19komof57
    Das ist schade.

    Der Vergleich ist heftig von Dir, aber dennoch treffend.

    Auch wenn meine Geschichte ein Fliegenschiss zu Deiner ist, könnte ich Verräter auch in die Tonne klatschen.
    Bei mir war’s meine Schwägerin die mir die Kripo ins
    Haus brachte. Kiffte nur gelegentlich und stehe jetzt sozusagen unter der Fuchtel der Justiz. Und das alles nur wegen läppischen 0,6g. War/Bin ein Gelegentheits-Kiffer.

    Und das alles nur, weil hier ein Kind ist. Aber mir die Birne mit Alkohol wegknallen darf ich.
    Da merkt man auch gleich wieder die Heuchelei der Sachen. Das hat alles kein Hand und Fuß. Ein echter Witz, der überhaupt nicht komisch ist.

  5. 19komof57

    Freue mich, dass ich hier auf Gleichgesinnte treffe, bin sonst eher ein Außenseiter mit meiner Ansicht über Kiffen usw. Ich frage mich immer, was dass für Menschen sind, die andere Anscheißen, ohne was davon zu haben. Als in der DDR aufgewachsene dacht ich immer, wenn man im Westen lebt, kann man tun und lassen, was man will(wenn ich keinem anderen schade). Aber die meisten Menschen sind so uniform, ziehen an was Mode ist usw. und nicht was sie selbst wollen. ich habe in relativ hohem Alter noch Snowboarden gelernt und liebte meine rosa Snowboardhose und Jacke. Man hat sich über mich lustig gemacht und ich habe, als ich dann an ihnen vorbeifuhr, während sie auf der Nase lagen, herzlich gelacht. Jahre später war rosa modern und viele hätten rosa Jacken an. Ich würde auch kiffen, wenn ich mich traute, aber ich rauche nicht mal. ich liebe einfach diese Pflanze. Sie duften gut und mein Garten sieht aus wie ein Märchenwald. Vielleicht kann ich das ganze Gras ja irgendwie an Bedürftige verschenken.

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