Mittwoch, 14. Februar 2018

Cannabisexpress fährt zur Versorgung

 

Zug um Zug mit Marihuana gefüllt.

 

Bild: Freeimages / Troy Stoi

 

Obwohl die Prohibition so gut funktionieren soll, dass manche Menschen der Überzeugung sind, unbedingt daran festhalten zu müssen, werden Tag ein Tag aus Personen von Polizisten aufgegriffen, welche den Gegenstimmen gute Argumente bieten. Kontrollierte Abgabe von Cannabis an Erwachsene würde illegalen Schmuggel, Handel und Zugang eindämmen und geordnete Verhältnisse schaffen, anstatt Minderjährige kinderleicht Kontakt mit den berauschenden Substanzen aufnehmen zu lassen. Welche Mengen Gras von Heranwachsenden trotz des eindeutigen Verbotes alleine schon in Deutschland unterwegs mitgenommen werden, demonstriert schließlich das kontraproduktive Versagen des Anti-Drogen-Krieges recht eindeutig. Der Cannabisexpress fährt zur Versorgung durch das ganze Land auf allen Schienen und Straßen.

 

Schon oft sind schlecht vorbereitete Transporteure von riechenden Hanfprodukten in engen Abteilen an schnüffelnde Staatsdiener verraten worden, die sich dann gerne die wunderbarsten Geschichten zur Verteidigung ihres Besitzes einfallen lassen. Da derartige Vorkommnisse nahezu täglich stattfinden, lässt sich vermuten, welche Mengen Marihuana auf Reisen sind und wie viele freundliche Bürger heimlich mit ihrem „Eigenbedarf“ die Umwelt erkunden – erfolgreich. Tipps, wie man es sinnvollerweise nicht anstellen sollte, geben die medial betrachten Fallbeispiele zur Genüge, in denen dann oft nicht nur der auffällige Geruch, sondern auch halbstarkes Verhalten seinen Teil zu einer folgend stark gestörten Fahrt beiträgt. Wenn dagegen clevere Vorsorge getroffen wird, die Gefahrenquelle Duft durch eine Veränderung des Aggregatzustandes auszuschließen – wie in einem aktuellen Fall mit zwei abgefüllten Flaschen voller Cannabisschnaps – sollte jedoch nicht direkt vor lauter Überlegenheitsgefühl vergessen werden, unterwegs in einen gültigen Fahrschein zu investieren. Auch wenn in der erschlichenen Schwarzfahrt eigentlich das größere Verbrechen vorzufinden ist, behalten aufmerksame Cannabisnutzer die ausgestellte Anzeige wegen des Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz wohl eher als warnende Drohung im Gedächtnis.
Weil man ohne gültiges Ticket jedoch keinen Omnibus besteigen kann, wird zur Sicherheit auch gerne auf die Straße umgestiegen, damit der Cannabisexpress nicht an Fahrt verliert. So sollte es auch nicht verwundern, dass dort auch Minderjährige – die sonst immer das Haschisch von verbrecherischen Drogendealern kaufen müssen – im Schmuggelgeschäft richtig aktiv werden können und sich im Nachbarland einen gefundenen Beutel Schwarzgeld voller Gras nicht entgehen lassen wollen – Gestank hin, Gestank her.

 

Solange das mögliche Geschäft mit Marihuana daher nicht legal an der Oberfläche stattfindet – Steuergelder generiert, Jugendschutz und griffige Prävention möglich macht – solange rauscht der Cannabisexpress tagtäglich weiter durch das Land. Polizei hinter, Polizei her.

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