Mittwoch, 31. Januar 2018

Gute Cannabisnachrichten

 

Frankreich, Thailand und Vermont

 

RE-Legalisierung in Sicht
Artwork by mark marker

 

Auch wenn die Zeit in Deutschland stehen geblieben scheint, wenn es sich um die fachgerechte Beantwortung der Cannabis-Legalisierungsfrage dreht, gehen die Uhren in anderen Ländern der Welt weiterhin vorwärts. So lassen sich nach einigen verstrichenen Tagen gute Cannabisnachrichten verbreiten, die verbitterten Personen aller politischer Lager weitere Gründe geben, sich nach hartem Kampf im Drogenkrieg langsam nach neuen Betätigungen umzusehen. In Frankreich, Thailand und in dem US-Bundesstaat Vermont werden bestehende Gesetze durch bessere ersetzt, was den globalen Umgang mit Marihuana wieder ein Stück weit normalisieren wird.

 

Schon vor den französischen Präsidentschaftswahlen war allen Kandidaten eine Veränderung der Cannabisgesetzeslage ein ausgesprochenes Ziel – außer bei Marine Le Pen. Da glücklicherweise mit Emmanuel Macron kein rechter Prohibitionist den Posten bestieg, wird nun in Frankreich tatsächlich politischer Fortschritt versucht. Zukünftig sollen Marihuanakonsumenten bei einer Polizeikontrolle wohl mit einer Zahlung von bis zu 200 Euro rechnen können, die sich im Gegensatz zur bisherigen Strafandrohung von einem Jahr Haft und einer Zahlung von über dreitausend Euro nicht mehr ganz so schmerzhaft für Betroffene anfühlen dürfte. Das Innenministerium kündigte die angedachten Schritte am 25.01.2018 an, die laut Minister Gérald Collomb keine vollständige Entkriminalisierung bedeuten würden, jedoch dabei dienlich wären, die überfüllten Gerichte und die gestresste Polizei zu entlasten.

 

Im noch wesentlich strengeren Thailand – zumindest was Cannabiskonsum betrifft – kündigte man schon im letzten Jahr an, dass Gesetze für den Verkauf von medizinischem Marihuana gebraucht würden. Während der heimische Anbau auf Privatgelände nicht von den jetzt stattfindenden Veränderungen betroffen sein wird, kündigte die Suchtmittelkontrollstelle des Landes mit dem Bekanntwerden des Aufbaus einer Cannabiskultivierungsanlage Mitte Januar an, dass Patienten bald legal mit Marihuana versorgt werden könnten, wenn es ihr Arzt verordne.
In einem Land, in dem vor einer Dekade noch 2500 Drogenstraftäter ihr Leben ließen, klingen politische Pläne, auch noch den Genusskonsum neu einordnen zu müssen, dazu wie kleine Wunder.

 

Kein Wunder stellt dagegen die späte Entscheidung des Gouverneurs Vermonts dar, der sich in der vergangenen Woche dazu entschied, den vorgelegten Gesetzen zur Cannabislegalisierung mit seiner Unterschrift zuzustimmen. Phil Scott gab am 22.01.2018 nach und unterzeichnete die vom Senat eingereichten Papiere, die den Besitz von bis zu einer Unze Marihuana erlauben und das Recht gewähren, bis zu sechs Cannabispflanzen am eigenen Wohnort zu züchten. Damit ist Vermont der neunte Bundesstaat der USA, der Cannabis zu Genusszwecken erlauben wird – ab 01. Juli treten die Gesetze in Kraft – und zeitgleich der erste Fleck der Vereinigten Staaten, auf dem die Politik nicht durch Volksentscheide zu diesem notwendigen Umdenken gezwungen wurde.
Erstmalig brachte die Gesetzgebung den Wunsch der Bevölkerung auf den Weg, was hier in Deutschland dagegen wohl jetzt noch weitere vier Jahre Zeit in Anspruch nehmen wird.

3 Antworten auf „Gute Cannabisnachrichten

  1. Rene PerVers

    zu behaupten das in deutschland die zeit stehen geblieben is und dann aber thailand und frankreich als vergleich dazu zu bringen is schon ein wenig off topic. in frankreich gibts meines wissens nach ganze 7 menschen die eine sonderlizenz für dronabinol haben (eventuell sind davon schon wieder einige gestorben da man in frankreich schon aids oder krebs haben muss um überhaupt dronabinol zu erhalten), ansonsten ist cannabis als medizin in frankreich gänzlich verboten, schon das zeigen eines hanfblattes in der öffentlichkeit zB auf dem pullover abgebildet ist eine straftat und wird mit geldbusse geahndet, das französische gesetz besagt 1 joint = 1 jahr knast – auch wenn es so nicht umgesetzt wird weil halb frankreich dann sitzen würde ist es doch so im gesetz verankert. und in sachen thailand und „fortschrittlich in sachen cannabis“ – das war wohl der fehlgriff überhaupt – wenn man für wenige hundert gramm schon mit lebenslänglicher gefängnisstrafe rechnen muss. also da is deutschland in DEM vergleich der hier gebracht wurde – um längen weiter. und das sage ich, wo ich aus deutschland geflüchtet bin vor der strafverfolgung.
    mfg
    Rene PerVers

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