Samstag, 20. Januar 2018

Cannabisanbau auf kleinem Raum

 

 

White Widow, Critical und Royal Ak als Untermieter fachgerecht versorgen

 

Text & Bilder: der Budler

 

Der Stand der Hobbygärtner hat sich in den letzten Jahren enorm vermehrt. Mittlerweile erfreuen sich immer mehr ambitionierte Pflanzenfreunde an den Früchten ihrer Arbeit, die sie heimlich still und leise in ihrem kleinen Kämmerlein voller Hingabe hegen und pflegen. Doch auch wenn sich dieses Hobby großer Beliebtheit erfreut ist es leider hierzulande immer noch verboten. Jedoch gibt es immer wieder mutige und unerschrockene Pflanzenfreude, die sich weder von Justiz noch von detektivspielenden Nachbarn davon abhalten lassen, ihren Damen ein Schönes zu Hause zu gewähren.

 

Für so ein kleines Heim braucht es je nach Umständen gar nicht so viel Platz wie viele glauben. In den letzten Ausgaben habe ich euch zwar eher Gärten gezeigt, die größer als ein Quadratmeter waren. Aber der Garten, den ich euch diesmal vorstelle, ist gerade mal 0,64 Quadratmeter groß. Eine kleine sehr feine 80 auf 80 cm Growbox mit 1,8 Meter Höhe. Rafael, der Betreiber dieser Box, hat sich für die kleinere Version der Growbox entschieden, weil er einfach nur wenig Platz in seiner Wohnung für Projekte dieser Art besitzt. Doch auf sein liebstes Hobby möchte Rafael nur ungern verzichten. Nachdem er sich ein paar Gedanken gemacht hatte, entschloss er sich dafür einfach eine kleinere Box anzuschaffen und diese in seiner kleinen Abstellkammer zu platzieren. So steht die Box nicht im Weg herum und kann halbwegs korrekt vor Dritten verborgen werden.

 

Die Hardware

 

Rafael hat seine Box mit einem elektronischen 400-Watt-Vorschaltgerät ausgestattet. Der Reflektor ist ein gewöhnlicher Hammerschlag Reflektor, der für diese Größe der Box wirklich perfekt geeignet ist. Um die Abluft kümmert sich ein S&P TD silent 350 Ventilator, der auf der Box steht und die warme Luft in seinen Flur bläst. Rafael ist überaus zufrieden mit diesem Lüfter. Gerade bei so kleinen Boxen ist es wichtig, dass der Lüfter genügend Leistung besitzt, um die warme Luft aus der Box zu befördern. Natürlich hat Rafa auch einen Aktivkohlefilter in seiner Box installiert, damit keine verräterischen Düfte aus der Box entweichen können. Die nötige Bewegung der Pflanzen übernimmt ein kleiner Clip Ventilator, der die Pflanzen schön in Form hält.

Soviel zu den Gerätschaften, die sich in dem Kleingarten von Rafa befinden.

 

Die Strains

 

 

Viel interessanter sind jedoch die Damen, die sich Rafa in diesem Jahr angelacht hat. Diesmal hat er sich für die berühmte Sorte White Widow von Royal Queen Seeds entschieden. Des Weiteren hat er noch Royal AK und Critical, beide ebenfalls Royal Queen Seeds ausgewählt. Alle drei Sorten sind überaus bekannt und begehrt bei Ganja Gourmets, deswegen haben alle Strains auch schon haufenweise Cannabis Cups gewonnen. Genetiken wie White Widow und Royal AK (AK47) existieren sogar schon seit Jahrzehnten und haben bereits in den neunziger Jahren Trophäen für ihre Exzellenz bekommen. Die Ursprünge dieser beiden Köstlichkeiten finden sich in diversen Landrassen-Genetiken wieder. So wurde die Royal AK (AK 47) aus vier verschiedenen Landrassen kreiert. Die Eltern der White Widow stammen wohl aus Indien und Brasilien. Das macht die beiden Strains zu einem Alltime-Classic, der sehr viel Freude bereiten. Aber auch die Critical muss sich keineswegs verstecken. Kaum eine Sorte wurde in den letzten Jahren so gehyped und oft gegrowt wie die Critical. Entstanden ist die Gute durch eine Kreuzung aus Afghani und Skunk. Seither ist sie überall zu finden, ob in Socialclubs in Spanien oder in einem der Coffeeshops in den Niederlanden. Wobei man natürlich auch immer wieder mal eine White Widow oder eine AK47 in dem einen oder anderen Laden finden kann. Ihr seht schon, Rafael hat versucht nichts dem Zufall zu überlassen um den Platz, den er hat, so optimal wie möglich zu nutzen, und etwas Vielfalt in seinen Schrank zu bekommen.

 

In der Box!

 

In der Box befinden sich acht wirklich schöne und vitale Pflanzen, die Rafa in neun Liter Töpfe eingetopft hat. Eigentlich wollte er neun Pflanzen in der Box ausblühen lassen aber leider hat eine der Pflanzen angefangen zu zwittern. Daher musste eine Pflanze die Box verlassen. Denn wenn Pflanzen zwittern, bilden die Pflanzen männliche und weibliche Geschlechtsmerkmale aus. Das kann dazu führen, dass die Pflanzen sich untereinander bestäuben – und so können Samen in das Gras gelangen, aber das will ja niemand.

Als ich die Damen zu Gesicht bekomme, sind diese schon gut sichtbar in der Blütephase angekommen. Die Pflanzen wurden von Rafa schön ausgedünnt, das heißt, er hat versucht Seitenäste, die sich zu weit unten am Stiel befinden, abzuschneiden. Des Weiteren hat er die kleinen Triebe, die an den Seitenästen weiter unten austreiben, entfernt, damit er möglichst nur schöne Buds bekommt, die alle genug Licht bekommen und so perfekt ausreifen. Allerdings sei es wichtig alle Äste und kleinen Triebe noch vor der Blüte zu entfernen. Denn ein Beschneiden der Pflanze ruft Stress hervor, der in der Blüte nicht zu empfehlen ist. Deswegen hat Rafa den Pflanzen noch in der Vegetativphase (18 h Licht) den Kopf abgeschnitten. So wird die Pflanze breiter und kann mehrere Haupttriebe ausbilden. Beim Ausdünnen der Pflanzen könne man ruhig großzügig sein, da die Pflanzen auch in der Blütezeit (12 h Licht) die ersten zwei bis drei Wochen noch fast normal weiterwachsen. Aber Rafa mag auch einfach keine kleinen Blüten, da die immer so schwer zu beschneiden sind. Abgesehen von Arbeiten wie dem Ausdünnen, gießt Rafael seine Pflanzen alle 2-4 Tage mit knapp 700 ml.

 

Düngemittel und pH

 

White Widow

 

An Düngern hat er die Hesi-Reihe verwendet, wobei er nicht alle Komponenten benutzt. Er sagt, für ihn sind der Wurzel-Komplex (Wachstum), TNT (Wachstum), Blüte-Komplex (Blüte) und Phosphor Plus (Blüte) völlig ausreichend. Generell benutzt Rafael nicht so viel Dünger. Im Durchschnitt gibt er bei jedem zweiten Gießen ungefähr 80 % der empfohlenen Dosis zu seinem Gießwasser hinzu. Ein Tipp von ihm ist, am Anfang der Blütephase immer noch den TNT-Dünger zu geben und erst ab Mitte der zweiten Woche (Tag 11) den Blütedünger zu verwenden. Den pH-Wert hat Rafael nicht gemessen, das wäre ihm zu stressig. Glücklicherweise enthält der Blütedünger von Hesi einen pH-Korrektor, so sollte der PH-Wert immer leicht Sauer sein. Also etwa 6,7, wobei der pH-Wert durchaus auch auf 6,0 gehalten werden kann. Ich habe auch schon Leute getroffen, die auf Erde einen PH-Wert von 5,6 verwenden und damit tolle Ergebnisse erzielt haben.

Je nach pH-Wert können die Pflanzen gewisse Nährstoffe besser oder schlechter aufnehmen. So werden Nährstoffe wie Phosphor und Kalium besser bei einem pH-Wert von 6,3 aufgenommen als bei einem pH-Wert von 7. Allerdings wird der pH-Wert durch die Erde gepuffert, das heißt, dass die Erde nicht gleich den pH-Wert annimmt, der gegossen wird. Also, wenn wir versehentlich 2-3 Mal Wasser mit einem pH-Wert von 7 gießen, ist das bei Erde nicht so schlimm, weil die Erde nur langsam den pH-Wert des Wassers annimmt. Trotzdem ist das Messen des pH-Werts auch bei Erde zu empfehlen, um sicherzugehen, dass es den Kleinen auch an nichts fehlt.

Ab dem 20. Blütetag gibt Rafa zu dem Blüte-Komplex noch Phosphor Plus nach Anleitung hinzu (100 %). Dieses Programm hällt er etwa bis zum Tag 35 (Blüte), danach fängt er an nur noch Wasser zu gießen, um die Nährstoffe gründlich aus der Erde zu bekommen. So hat Rafael einen wirklich äußerst fruchtbaren und himmlischen Garten gezaubert, der wirklich kaum Platz braucht. Nach 58 Tagen sind alle Pflanzen fertig, wobei eine der Critical-Pflanzen und eine White Widow vor den anderen reif waren und deswegen schon nach gut 50 Tagen geerntet wurden. Die Pflanzen werden immer direkt beschnitten und für etwa 6-8 Tage trocken und kühl aufgehangen. Danach kommen die Blüten in Gläser, in denen sie in Ruhe nachreifen können.

 

Der Test

 

Royal Ak

 

Natürlich hat mich Rafa noch einmal nach der Ernte zu sich eingeladen, um mir seine Früchte zu präsentieren. Am besten gefällt dem Herren mit dem grünen Daumen das Royal Ak, was sowohl wegen des Ertrags als auch wegen des Geschmacks von ihm so geschätzt wird. Der Geruch dieses Edelkrauts ist sehr fruchtig und geht schon etwas in die Richtung Waldbeere, vereint mit etwas würzigem, süßsauren Zusatz, der mich an Baumharz von Nadelbäumen erinnert. Ein sehr angenehmes fruchtig-würziges Aroma. Inhaliert kommt ganz klar die Würze zum Vorschein, die sich in Form von erdigem Aroma wiederfindet, das auch im Abgang noch im Mund verweilt. Die Wirkung ist sehr bei Schmerzen zu empfehlen, aber könnte durchaus auch bei Schlafstörungen oder gegen Krämpfe hilfreich sein. Insgesamt spielt sich die Wirkung vermehrt im Körper ab und bringt diesen dazu, sich tiefgehend zu entspannen. Royal Ak hat somit durchaus ein enormes medizinisches Potenzial, wie so viele dieser wundervollen Pflanzen.

 

In diesem Sinne alles Gute der Budler

 

Dieser Artikel dient nur zur Aufklärung, Cannabis ist in manchen Ländern verboten.

3 Antworten auf „Cannabisanbau auf kleinem Raum

  1. Ewa

    Royal Queen Seeds ist doch Schrott…
    Hab davon nur schlechtes gehört. Dies ist Massenware qelche in Amsterdam einfach ungeschützt vor Sonne und ungekühlt im Schaufenster liegen. Ich habe gehört dies sind alles F2 Kreuzungen und sollen oft zwiddern… Sorry aber dafür geb ich doch kein Geld aus. Sone nachzucht ist auch schnell alleine geregelt…

    @ Anthony Smith
    Wie wärs wenn du wenigstens mal die Email richtig schreibst? Hemoil???
    Jaja er hat sich das öl warscheinlich direkt aufs Gehirn geschmiert dann ging es von alleine weg…

  2. Fiffi

    Schlechtes Equipment auf so einer kleinen Fläche bis auf die Box.. Kauft COB LED da reichen bei 80×80 locker 150 – 200 Watt ist zwar in der Anschaffung teurer aber die Jahresabrechnung dankt es euch und nicht zu vergessen „das Ergebnis“ NDL verbrauchen zu viel Strom und geben viel zu viel Hitze ab da muss der Lüfter auch noch zu viel laufen und im Sommer habt ihr diverse Probleme.

    Ich empfehle übrigens „Autoflower“ warum? Keine Stecklinge und mehrere Boxen nötig. Man kann neue Seeds im gleichen Zelt anbauen bei gleichbleibender Leucht Phase von 18-20 Stunden! Von aussagt zu ernte in 60-75 Tagen (schafft keine andere Genetik) wer als Beispiel nach 40 Tagen einen neuen Strain ansetzt, der kann nach 40 Tagen immer einen neuen Strain ernten ohne zu warten weil die Box ja noch beleuchtet wird mit 12 Stunden.

    Beste Breeder für Autos: Mephisto Genetics, Dutch Passion, Fast Buds, Seed Stockers….

    Forum: Autoflower. Net

  3. Greenmind

    Netter grow. Obwohl 400 Watt auf der Fläche schon etwas übertrieben ist. Eine 250 Watt NDL wären da wesentlich effizienter. Zu LED würde ich (noch) nicht raten, zu teuer in der Anschaffung. Vorausgesetzt man schafft sich was hochwertiges an. Da braucht es Jahre, bis die Anschaffung sich amortisiert hat.
    @EWA
    Bullshit, Royal Queen Seeds hat hervorragende Sorten in ihrem Programm. Habe bisher nur gute Erfahrungen gemacht. Besonders die Skunk XL und OG Kush haben eine top Genetik. Nur alleine durch hören/sagen sollte man sich keine Meinung bilden, denn es gibt genügend Grower denen der grüne Daumen fehlt.
    PS: Royal Queen Seeds hat ihren Sitz in Barcelona. Und wer Seeds ausm Schaufenstern kauft, ist selber schuld.
    @Fiffi
    Würde Automatic nur für Qutdoor empfehlen. Gerade wegen der kurzen Blühdauer. Der Nachteil ist, man kann keine Stecklinge nehmen kann. Hat man mal eine Lieblingssorte die gut Abwirft, ist man abhängig vom Breeder.

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