Donnerstag, 23. November 2017

CBD-Extrakte: Augen auf beim Einkauf von Extrakten

 

Cannabis Paste oder Öl – was ist der Unterschied?

PhD, Eng Beata Plutowska (Übersetzung aus dem Englischen,Su)

 

natürliche goldene Farbe der Phytocannabinoide… Foto:Su

 

 

Eine Vielzahl von Cannabis-Extrakten wird auf dem Markt angeboten. Leider gibt es hier kaum standardisierte Produktionsverfahren und so kommt es oftmals zu Verunreinigungen im Endprodukt. Wir haben daher für Euch einmal die Produktion von CBD-Extrakten unter die Lupe genommen und daher heißt es nun: Augen auf beim Einkauf von Extrakten!

 

Beginnen wir mit einer Definition – was sind Pasten? Der Name bezieht sich in den meisten Fällen auf Cannabis-Extrakte von fester Konsistenz im Unterschied zu den Ölen, welche selbstverständlich Flüssigkeiten sind. Die Konsistenz der Pasten kommt von verschiedenen enthaltenen „Ballastsubstanzen”, welche an sich keine biologische Aktivität aufweisen und somit sozusagen überflüssig sind. Besagte „Ballastsubstanzen”, wie Chlorophyll und Wachse kommen in allen Pflanzen vor und sind somit auch in vielen Lebensmitteln enthalten. Zudem zeigen Untersuchungen, dass Wachse die Absorption von Cannabinoiden erschweren können.

 

Es muss hier gesagt werden, dass Pasten bei Weitem die einfachste herzustellende Zubereitungsform darstellen – sogar jemand mit wenig Wissen über Hanfextraktion, ist in der Lage eine Paste zuzubereiten.

Ein Öl zu erhalten ist indes eine viel kompliziertere Aufgabe. So kostete es beispielsweise das Team des polnischen CBD-Produzenten CannabiGold ein ganzes Jahr, um ihr Extraktionsverfahren zu perfektionieren; und sämtliche ersten Extraktionsversuche endeten mit Pasten. Natürlich stellt der Hersteller auch Pasten her, diese werden allerdings vor allem an Kosmetikproduzenten geliefert. Aber Pasten sind auch für andere Zwecke sehr geeignet, wie beispielsweise die Kerzenherstellung.

 

Die Pasten von CannabiGold werden – wie auch die Öle – mit Hilfe der superkritischen CO2 Extraktion hergestellt (siehe Hanf Journal Ausgabe #213 September 2017). Ein solcher Produktionsprozess läuft als ein sehr schonendes Verfahren ohne die Zuhilfenahme von Lösungsmitteln oder anderen Chemikalien und ohne Erhitzen oder Einfrieren ab. Daher bewahren so hergestellte Pasten die natürliche goldene Farbe der Phytocannabinoide (sie sind sogar etwas heller als so hergestellte Öle, da weiße Wachse zusätzlich aufhellend wirken).

 

Wie kommt es nun, dass so viele dunkele, fast teerartige Extrakte auf dem Markt sind? Hier gibt es viele verschiedene Ursachen. Einige schwarze Schafe kaufen einfach Abfallprodukte von Hanfplantagen, um diese anschließend mit Kohlendioxid in einer Stickstoffanlage en masse zu extrahieren. Bei so erzeugten Produkten ergeben sich nun verschiedene Probleme:

 

Erstens ist das verwendete Ausgangsmaterial im Prinzip Abfall. Solch Material von geringer Qualität kann schimmlig sein oder Pestizide und Schwermetalle enthalten (deren Konzentration durch die Extraktion um das bis zu 100-Fache zunehmen kann). Um es kurz zu sagen – die Qualität des Ausgangsmaterials ist zwangsläufig ausschlaggebend für die Zusammensetzung des Endprodukts.

 

Zweitens werden rein kommerzielle Extraktionsverfahren meist unter denselben Maximen ausgeführt, nämlich Quantität vor Qualität. Gute Anbieter sind sich dagegen bewusst, dass eine Topqualität oftmals nur auf Kosten der Produktivität zu erzielen ist; was wiederum eine Kostensteigerung des gesamten Prozesses bedeutet. Nur auf Profit maximierte Betriebe können sich dies natürlich nicht leisten.

 

Zu guter Letzt betrachten wir die Weiterverarbeitung nach der Extraktion. Dies muss auch in Betracht gezogen werden, viele Konsumenten sind sich dessen allerdings nicht bewusst und viele Produzenten sind nicht gerade gewillt solche Informationen offen zu legen. Viele Hersteller nutzen laut Packungsangabe eine Kohlenstoffdioxid-Extraktion (CO2). Das Problem ist nur, dass die Angabe „mit CO2 Extraktion produziert” nicht unbedingt bedeutet, dass nur diese Methode angewendet wurde. Dies ist ähnlich wie bei den Packungsangaben in der Lebensmittelindustrie (zum Beispiel enthalten Truthahnwürstchen nur 10 % Truthahn, aber immerhin ist Truthahn darin vorhanden und somit stellt es kein Problem dar, die Wurst dann als solche zu bezeichnen). Und so ist es gängige Praxis den CO2-Extrakt am Ende wieder mit den vorher herausgefilterten schwarzen Rückständen und mittels anderer Extraktionsverfahren gewonnener Extrakte zu mischen. Aber gut – es wurde ja ein Teil mit CO2-extrahiert – oder etwa nicht?

 

An diese Stelle muss aber auch klar gesagt werden, dass die CO2-Extraktion nicht die einzig wahre Methode darstellt – denn das ist sie nicht. Es kommen verschiedene Trenn- und Extraktionsverfahren in der Lebensmittel- und Pharmaindustrie zum Einsatz. Es gibt hier allerdings einen grundlegenden Unterschied zur Cannabisindustrie. Nahrungsmittelproduktion und Pharmaindustrie unterliegen strengen Regeln und diese werden akribisch kontrolliert. Das Problem bei Hanfprodukten ist, dass der Hanfmarkt als solches zum Teil immer noch völlig unreglementiert ist. Obwohl das Thema Qualitätskontrolle bei Nahrungsergänzungsmitteln eigentlich keine Rolle spielen dürfte, denn es gibt eine Reihe an Regeln und Voraussetzungen, die erfüllt werden müssen, um das Produkt als Nahrungsergänzungsmittel verkaufen zu dürfen. Und diese Regeln gelten natürlich auch für Hanfprodukte. Leider sind sich einige Produzenten der schlechten Qualität ihrer Waren nur allzu bewusst und werden dies sicher nicht den Kontrollbehörden melden. Stattdessen umgehen sie solche Regularien indem sie ihre Produkte als „nicht für den Verzehr geeignet” labeln. Der Effekt solcher kurzsichtigen Strategien ist, dass Gesetzgeber die gesamte Industrie mit Argwohn betrachten, was im schlimmsten Falle zum Verbot der Branche führen könnte.

 

Momentan bleibt dem Endkunden nur beim Einkauf seine eigene Gesundheit im Hinterkopf zu haben: Kontrolliert eure Einkäufe, lest die Packungsangaben und lasst euch nicht von niedrigen Preisen täuschen!

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