Mittwoch, 15. November 2017

Zwölfjährige Cannabispatientin verklagt den amerikanischen Justizminister

 

Jeff Sessions unter freundlichem Feuer.

 

 

Der US-Justizminister ist der legal operierenden Cannabisszene in Amerika ein Dorn im Auge. Der bekennende Prohibitionist verglich Marihuana schon öffentlich mit Heroin, hält Menschen, die Cannabis konsumieren, für schlechte Lebewesen und wollte eigentlich aufgrund der gesetzlichen Ungereimtheiten in den Staaten beschlossene Landesgesetze nicht akzeptieren. Nachdem man dort jegliche Vorhaben gegen genehmigten Marihuanahandel vorzugehen zeitnah durch finanzielle Knebel verhinderte, gerät Jeff Sessions nun weiter unter freundliches Feuer, das ihn zu wohlklingenderen Aussagen und hoffentlich auch bald zum Handeln zwingt. Eine zwölfjährige Cannabispatientin verklagt den amerikanischen Justizminister aufgrund der geltenden Bundesgesetze, die ihr die Einnahme ihrer Medizin beim Besuch ihrer Großeltern untersagen würden.

 

Während einer Anhörung im Kongress am Dienstag wollten Jeff Sessions wohl erstmalig mildere Aussagen über Cannabis und deren Konsumenten über die Lippen gehen. Unter Druck gebracht von Parteigenossen aus dem republikanischen Lager stimmte er der Feststellung zu, dass Cannabis nicht so gefährlich wie Heroin sei und bestätigte, dass die zuvor von Barack Obama betriebene Politik, Landesgesetze zu achten, vorerst von ihm aufrechterhalten bliebe. Eine derzeit noch aktive Satzung verhindere seiner Meinung ja schließlich auch das Verfolgen von Medizinalhanfpatienten. Von diesen traut sich aktuell eine noch recht junge Person auf die untragbare Zwickmühle der widersprüchlichen Gesetzeslage hinzuweisen, indem sie den amerikanischen Justizminister Jeff Sessions verklagt und somit stärker an die ihm recht unangenehme Thematik bindet.
Alexis Bortell – ein unter Epilepsie leidendes Mädchen aus Colorado – behandelt ihre Krankheitssymptome mit Cannabis. Anstatt eine Gehirnoperation durchführen zu lassen, zog die Familie in den US-Bundesstaat, damit die Versorgung mit hilfreichem Medizinalhanf gesichert ist. Zwei Tropfen flüssiges THC pro Tag schützen Alexis seit zweieinhalb Jahren erfolgreich gegen den Ausbruch von Krampfanfällen, weshalb der Umzug aus Texas verständlich klingt, auch wenn dafür die Großeltern zurückgelassen wurden. Aufgrund der Tatsache, dass ihre Medizin selbst bei einem Besuch der alten Heimat nicht gesetzlich erlaubt wäre, verklagte das Mädchen den US-Justizminister Jeff Sessions, damit dieser die Situation schleunigst bereinige. Auch wenn 29 Bundesstaaten medizinisches Marihuana erlaubten, müssten nach Meinung von Alexis Bortell und ihrem Anwalt die kompletten Vereinigten Staaten endlich Cannabis als Arzneimittel vollständig legalisieren und einheitliche Regeln bieten. Der Fall, den die amerikanische Regierung trotz direktem Versuch nicht ad acta legen darf, erhält bereits weitere Unterstützung durch unterschiedlichste Nebenkläger. Ein Kriegsveteran, ein ehemaliger Spieler der Denver Broncos, eine Legalisierungsvereinigung und ein weiteres Kind schlossen sich der wegweisenden Forderung an, die den amerikanischen Justizminister Jeff Sessions persönlich unter Druck setzt. In seiner Rolle als Attorney General hätte er die Möglichkeit Marihuana neu zu klassifizieren und vielen Bürgern der USA damit einen Gefallen zu tun, anstatt in eine kontraproduktive und kostenintensive Schlacht zurückzukehren, die sich kein echter Amerikaner mehr wünscht.

 

Nach einer nicht repräsentativen Umfrage, welche Bezug zu den beschriebenen Ereignissen nimmt, sind 93 Prozent der Amerikaner für eine Legalisierung von medizinischem Cannabis auf nationaler Ebene – die Mehrheit der zustimmenden Personen möchte dabei sogar legales Gras für Genusszwecke in den gesamten USA zukünftig gesetzlich geregelt wissen.

4 Antworten auf „Zwölfjährige Cannabispatientin verklagt den amerikanischen Justizminister

  1. Greenkeeper

    Meine Güte, gebt diesem Mann ein paar Tropfen von dem Zeug, damit er sich entspannt und endlich weiß, worüber er urteilt!

  2. Pepe

    Immer wieder krass wie viel Politiker reden ohne durchblicken zu lassen was die wahren Gründe für ihren Kreuzzug gegen Cannabis sind. Die Industrieen die Angst vor Cannabis/Hanf als Konkurrenz haben sind so schwer reich und kaufen sich wirklich Alles und Jeden mit ihren Lobbys. Wann wird das wirkliche Problem, der wirkliche Feind angegangen? Industrie und Lobbyisten in deren Dienst. Einzelpersonen anzugehen bringt doch worklich nichts. Sch…kapitalistischer Markt.

  3. Unglaäubiger

    Einfach nur schlimm das alles. Noch nicht mal kleinen Kindern gönnt man Gesundheit durch Cannabis.
    Menschen wehrt Euch !!!Nur gemeinsam schaffen wir es gegen diese Lobbyisten!!!
    Schaffen wir es wirklich? Wenn man mal in die Vergangenheit schaut,wurden Menschen seit je her drangsaliert, nur weil sie was mit Kräutern zutuhn gehabt haben. Die Hexen wurden unter anderen verbrannt usw,weil sie aus Kräutern heilmittel geschaffen haben.
    Werden wir es schaffen???
    Wie ist eure Meinung?

  4. Christoph "Rossy" Rossner

    Die stärkste Haschischpsychose haben immer Politiker, die sich bei einem Glas wein oder Bier, dann die bewustseinserweiterung durch THC vorstellen. Lächerlich, ein tödlich giftiges Lösungsmitteln als legales rauschgift missbrauchen und eine Heilpflanze bekämpfen. LG Rossy

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.