Dienstag, 14. November 2017

100 % der Hofbräuhausgäste für Legalisierung von Cannabis

 

 

Neueste Umfragen zur Hanffreigabe bestätigen schlimmen Verdacht: Nichts Genaues weiß man nicht.

 

 

 

Cannabis

 

 

Eine Glosse von Sadhu van Hemp

 

 

Es herrscht Verwirrung. Drei Meinungsumfragen in Sachen Hanflegalisierung erzielen Ergebnisse, die unterschiedlicher nicht sein können. Die aktuellen Zahlen einer Forsa-Umfrage weisen aus, dass sich 63 Prozent der Bundesbürger gegen eine Freigabe von Cannabis aussprechen. Nur jeder Dritte ist dafür. Zu einem völlig gegensätzlichen Ergebnis kommt eine Online-Befragung auf dem Nachrichtenportal des Privatsenders RTL. Auf die einfache Frage „Sind Sie dafür, dass Cannabis legalisiert wird“ klickten 75 Prozent der Leser auf den Ja-Button.

 

Wer wissen will, wie der repräsentative Stand der Dinge wirklich ist, der sollte in der goldenen Mitte suchen. Und die hat der Deutsche Hanfverband (DHV) gefunden. Das Trend- und Marktforschungsinstitut Infratest Dimap hatte im Oktober im Auftrag des DHV 1.013 Bürger befragt, ob es nicht an der Zeit wäre, den Besitz geringer Mengen Cannabis zum Eigenverbrauch nicht mehr strafrechtlich zu verfolgen. 52 Prozent der Ausgehorchten bejahten die Frage.

 

Doch wie so oft steckt der Teufel im Detail. Hanfjournal-Leser Thomas bringt es in einem Kommentar auf den Punkt: „Glaube keiner Umfrage, die Du nicht selbst gefälscht hast.“ Das Problem ist nämlich, wie die Frage gestellt wird. Die geringe Zustimmung der Forsa-Erhebung könnte durchaus an der Fragestellung liegen. Der genaue Wortlaut ist nicht bekannt. Die dpa-Meldung kolportiert, dass die Befragten konfrontiert wurden mit der „Forderung, dass Erwachsene Cannabis zum Eigengebrauch als Rauschmittel in ausgewählten Fachgeschäften erwerben sollen“.

 

Die Fragestellung impliziert nichts Gutes. Zunächst schreckt ab, dass da etwas gefordert wird. Wer fordert, stößt grundsätzlich erst einmal auf Ablehnung. Dann bekommt der Hanf das Attribut „Rauschmittel“, das Erwachsene erwerben „sollen“. Kein Wunder also, dass 63 Prozent der Befragten, davon 70 Prozent der Frauen und 72 Prozent der Senioren, aus dem Bauch heraus antworten: „Nö, will ich nicht!“

Die manipulative Frage der Forsa-Erhebung spielt den Prohibitionisten in die Karten – zwar nicht viel, aber immerhin weist das Ergebnis fünf Prozent weniger Freigabebefürworter aus als von Infratest Dimap errechnet. Das ist gegen den Trend und lässt sich für die Hanffeinde in Hinblick auf die Koalitionsverhandlungen gut verwerten.

 

Allerdings muss eingeräumt werden, dass die Deutschen offenbar generell ihre Schwierigkeiten haben, anderen etwas zu gönnen. Denn auch die Frage des DHV nach einem „regulierten Verkauf von Cannabis an Volljährige“ erhält mit 39 Prozent eine deutlich geringere Zustimmung. Wenn jedoch nach der Entkriminalisierung der Hänflinge gefragt wird, dann zeigt mittlerweile jeder zweite Deutsche Herz und Gnade. Schließlich könnte der Haschgiftverbrecher ja das eigene Kind, der Partner, Kollege oder Nachbar sein. Nur frei erhältlich soll die Droge nicht sein.

 

Übrigens: Eine gestern Abend im Münchener Hofbräuhaus durchgeführte Blitzumfrage des Hanf Journal hat eine hundertprozentige Zustimmung für die Freigabe ergeben. Die Frage lautete. Wollen Sie, dass der Gerechtigkeit halber Alkohol verboten wird und Cannabis weiterhin illegal bleibt?

 

 

6 Antworten auf „100 % der Hofbräuhausgäste für Legalisierung von Cannabis

  1. Greenkeeper

    Die Deutschen sind tendenziell ein Volk von Obrigkeitshörigen. Man denkt nicht so gerne selbst, sondern zieht es vor, Meinungen aus zweiter und dritter Hand in gewohnter Weise mundgerecht serviert zu bekommen und sie hastig einzuverleiben. Man lässt sich gerne bemuttern und gängelt ganz gerne andere, die etwas tun, was ihnen nicht passt. Hier herrscht kein Freiheitsgeist. Wer den sucht, sollte seine Koffer packen.

  2. Thomas

    Ach Leute. Hört doch auf mit der Zahlenreiterei. Auch wenn sich nur 34, 37 oder 39% pro Legalisierung aussprechen, heißt es noch lange nicht dass es nicht legalisiert wird. Der erste Schritt hierzu wurde doch schon gemacht (med. Cann.). Als nächstes kommt die Entkriminalisierung der Konsumenten. Hierfür stehen die Chancen mehr als gut. Dann kommt die Angleichung der Rechtsprechung bezüglich des Konsums, so wie es bei Alkoholkonsum der Fall ist. D.h. dass die Grenzwerte endlich angepasst werden. Wenn ich mich richtig erinnere waren das 3ng/dl Serum äquivalent zu 0,5 Promille BAS (Ihr könnt mich gerne korrigieren) – so wie es schon vor langem von der Grenzwertkommission festgestellt wurde. Danach kommt die Legalisierungsphase, die aber bestimmt nicht in der kommenden Legislaturperiode stattfinden wird. Obwohl. Wenn sich Peter Altmaier als Finanzminister erst mal die Zahlen aus den USA zu Gemüte führt und die Steuereinnahmen sieht, wirds vielleicht doch noch was in der jetzigen Legislaturperiode. 🙂

    Ihr kennt doch alle den Vergleich mit dem Frosch und dem langsam erhitzten Wasser? Genauso vorsichtig müssen sich die Politiker, wollen sie „glaubwürdig“ bleiben, von den bisher verbreiteten Lügen verabschieden. Das geht nicht von heute auf morgen, wenn man nicht die nächste Wahl den Rechtsauslegern überlassen will.

    Ansonsten hilft nur Geduld und Fakten, Fakten, Fakten. Und quängeln – gaaanz wichtig. Das Thema ist in der Welt und wird durch nerven, d.h. immer wieder nachfragen wie nun der Stand der Dinge ist, am Leben gehalten. Schnellschüsse, überzogene Forderungen bzgl. Zeitplan oder gar Resignation bringen aber das Thema Legalisierung nicht weiter. Eher das Gegenteil.

    Vielleicht bekommen wir dann auch langfristig so ein Präventionsprogramm wie in Portugal gebacken, bei dem Restriktionen durch Aufklärung und Hilfen (auch bzgl. Konsum) ersetzt wurden. Und siehe da – die Zahl der Drogentoten und -.abhängigen in Portugal ging zurück. Ebenso wurde damit die Gesundheit und der soziale Status der Konsumenten so weit gebessert dass sogar Schwerstabhängige wieder arbeitsfähig wurden. Wir könnten also mit so einem Programm als Gesellschaft nur gewinnen. Selbst dem verbohrtesten Politiker muß das einleuchten. Wenn nicht, dann nur darum weil er zu faul zum Denken und Handeln ist. Und DAS wiederum wird den Wählern auffallen, die dann ihrerseits ihre Schlüsse daraus ziehen werden.

    Was wären denn sonst die Alternativen? Etwa eine Prohibition a la Duterte (der selbst übrigens, natürlich von schweren Schmerzen geplagt, dem Fentanyl zuspricht), oder Entzugslager wo man sich ganz auf den Entzug „konzentrieren“ kann /z? Oder etwa ein weiteres Weiter-so-wie-bisher-Modell? Die organisierte Kriminalität bekäme bei dem Gedanken daran ne feuchte Hose. Nein Danke. Selbst die CSU-Wähler können das nicht wollen und wollen das auch nicht.

    Aber wie bereits geschrieben – GEDULD ist angesagt. Hauptsache es geht vorwärts. Mit welcher Geschwindigkeit ist eher zweitrangig.

  3. X-KIFFER

    @Thomas
    Du schriebst am Ende etwas von Geschwindigkeit.
    …also mit Geschwindigkeiten habe ich auch schon was gehört aber bisher nie so richtig verstanden. Ich meine das „Europa der zwei Geschwindigkeiten“. Davon labern ja die Volksverdummer immer wieder.

    Aber so langsam wird mir klar was damit gemeint sein könnte:

    In allen EU-Ländern starke Bewegung bei der Legalisierung,
    in Deutschland bleierner Stillstand.

    Fertig ist das Europa der 2 Geschwindigkeiten.

  4. MJK

    MJK
    Ich verstehe sowieso nicht warum hier in Deutschland aus hieraus so eine große Sache draus gemacht wird. Es ist allgemein bekannt das Alkohol viel schädlicher ist wie das böse Wiet. Ich habe 14 Jahre in den Niederlanden gewohnt, hier kräht kein Hahn danach. Man kann sich den Besuch in einem Coffeeshop wie einen Kneipenbesuch vorstellen, in dem Alkohol allerdings verboten ist (zu Recht). Mit dem Unterschied das es dort nie Stress oder Schlägereien gibt. Was in Kneipen öfters mal vorkommt. Ich habe viele Leute gesehen die am Alkohol zu kaputt gingen (jeder von uns kennt bestimmt Beispiele aus eigener Erfahrung). Totgekifft hat sich aber noch keiner (zumindest nicht das ich wüsste). Und dann macht sich die CDU Sorgen um die Volksgesundsheit, obwohl man sich an jeder Strassenecke besaufen man. Auffallend ist, das statistisch gesehen es in Holland europaweit die wenigsten Drogenabhängigen gibt. Wie kann das jetzt sein? Ganz einfach, wer sein Wiet nicht auf der Strasse kaufen muss, der kommt auch nicht in Versuchung andere Dinge zu probieren, weil der nette Strassendealer oft auch ander Sachen dabei hat. Deswegen wird Cannabis oft als „Einstiegsdroge“ gesehen, was eigendlich Unsinn ist. Weiterhin darf man in NL drei Pflanzen im eigenen Garten anbauen für den Eigenbedarf. Deutschland könnte ruhig etwas holländischer werden. Und vor allem wird es höchste Zeit das unsere Politiker endlich mal umdenken. Wie viel Steuergelder werden jedes Jahr verschwendet an die unsinnige Strafvervolgung von Marihuanadeligten? Und es bringt überhaupt nichts. Da währe es doch besser um Cannabisprodukte zu versteuern und in Fachgeschäften zu verkaufen. Ich bin für die folgenden Regeln: Zugang nur an Volljärige die sich ausweisen können, max. 5g am Tag pro Person, Alkoholverbot in Coffeeshops, Erlaubniss max. 3 Pflanzen als Eigenbedarf anbauen zu dürfen, rauchen von Wiet oder Hasch nur im Coffeeshop oder den eigenen vier Wänden, Strassenhandel sollte weiterhin aus Jugendschutzgründen verboten bleiben, wer sich nicht dran hält, bekommt Lokalverbot. Aber ich habe wenig Hoffnung das es hier einmal so sein wird.

  5. U-G

    Ich bekomme solangsam einen Koller.
    Ja, ich hatte letztes Jahr für den DHV gespendet und werde das wahrscheinlich diese Jahr wieder tuen.
    Doch die Sprüche, lass das mal den Profis über genügt mir nicht mehr.
    Profis, ja das ist schwer, gelle.
    Ja, das ist es. Verband.
    Partei, wo man ein Kreuzchen machen kann als „Deutscher-Staatsangehöriger“ wäre einfach.
    Doch wo bleiben wir denn Aussengeländer?
    Keine Ahnung von der Marterie? Wohnen auf Bäumen?
    Sind nur zum Arbeiten und Maulehalten hier?
    Schon mal 1-2-3 Angriff in innerhalb von Hundert Jahren gehört?
    Euer eigenes Volk lasst ihr leiden, ca. 500.000 Obdachlose, 3-4-Millionen Kinder die ohne Essen in den Kindergarten oder in die Kindertagesstätten gehen, kein Frühstück oder warme Kleidung??? Oder das was wir denen als Zukunft überlassen?
    Hiermit entschuldige ich mich für die Schandtaten dieser Bundesregierung, die ich als Ausländer nicht gewählt habe, denn ich habe keine Heimat!!!
    Das hier ist nur noch ein dahinsiechen und irgendwann wird man durch den Wahn aller Zeiten, von Reichen und Reiches-reichen untergehen.
    Industrie-Banken-Regierungen-Schmierfinken- und vielem mehr solches gleichen unterdrückt.

    Wenn es denn Legalisiert wäre, dann würde ich ein Gewerbe anmelden und bei mir würde es 50% Frauen und 50 % Männer Anteil geben, denn Frauen, aus Praxis von mir gegeben, haben den Männern nichts nachzustellen, sie sind genauso gut, wenn nicht sogar toleranter.
    Das zu Thema als Arbeitnehmer-Außengeländer für Grow-Highländer-Business.

    Nichts von der lieben allerliebenden Bundeskanzlerin zum Thema Frauengerechtigkeit!!!

    Hofbräuhausgelaber nichts anderes, waren wohl alle Besoffen!!!

  6. U-G

    Kalt wie ein Fisch der vor der Nordsee-Küste oder Ostsee-Küste auf der Lauer liegt, könnte ja See-Tang zum Vorschein kommen!!!

    So kalt, ja Bibber-kalt führt ihr eure Sondierungsgespräche, das einem von zuschauen eisig wird. Frauen haben ja nen Pelz, wo auch immer!!!
    Von Temperatur bzw. Temperament, würde ich behaupten es klemmt!!!
    Vehement!!! Doch verpennt?
    Ouw Ouw Ouw? Das wird die nachfolgende Generation hoffentlich an Euch auslassen und nicht an uns!!!
    Gefühlskalt wie die Arktis.

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