Donnerstag, 28. September 2017

Mehr Festnahmen aufgrund von Cannabisbesitz als wegen Gewalttaten

 

USA bleiben Land der unnötig überfüllten Gefängnisse.

 

 

Obwohl sich im letzten Jahr noch mehr Bundesstaaten der USA für einen liberaleren Umgang mit Medizinalhanf oder Genusscannabis entschieden, bleiben gewisse Traditionen bewahrt. Weiterhin gibt es in den Vereinigten Staaten von Amerika mehr Festnahmen aufgrund von Cannabisbesitz als wegen Gewalttaten.

 

Trotz verhältnismäßig vielen Orten in den USA, in denen Medizinalhanfpatienten rechtlich abgesichert dem Nutzen von Cannabisblüten frönen dürfen, und einigen Bundesstaaten, in denen der ludische Genuss von Marihuana ungestört vonstattengehen kann, blieb der Besitz der Pflanzenware in 2016 einer der häufigsten Einzelgründe, warum Menschen ins Gefängnis wanderten. Wähler in sieben Bundesstaaten entschieden sich im letzten Jahr der Strafverfolgung ein Ende zu bereiten und dennoch gab es einen leichten Anstieg bei den Festnahmen wegen Cannabisbesitz. Rein rechnerisch würde jede Minute ein Amerikaner aufgrund von illegaler Marihuanamitführung vor den Haftrichter und anschließend hinter Gitter geführt. Von zwanzig geahndeten „Verbrechen“ stünde mindestens eines mit bloßem Marihuanabesitz in Zusammenhang. Aufgeklärte Mordtaten, Vergewaltigungen, tätliche Angriffe und Raubverbrechen füllten dagegen zusammengerechnet weniger abgeschlossene Polizeiakten aus, als die freundliche Kiffer-Community in den USA gegen den Leerstand der oft privat geführten Haftanstalten im letzten Jahr gezwungen beitragen durfte.

 

Ähnliche Quotenerfolge feierte auch hierzulande die mittlerweile eigentlich doch eher auf Terrorgefahr eingestellte Polizei im vergangenen Jahr, obwohl es doch sicherlich auch bei uns noch das eine oder andere unaufgeklärte Gewaltverbrechen aufzudecken gäbe. Aber mancher möchte wohl einfach nicht mit Kiffern legal Geld verdienen

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